Ich wollte KI verstehen. Und habe dabei eine Menge über mich gelernt.

Ich habe es geschafft. Und bin froh, dass es vorbei ist. Erst einmal.

Bin ich jetzt Expertin? Na, ich weiß nicht … aber ich habe meinen MBAI in der Tasche.

3 Monate.

90 Stunden sollten wir für das Studium des Lehrmaterials einplanen (bei mir 270).

5 Case Studies habe ich in Zusammenarbeit mit meinen tollen Teamkolleginnen unter Hochdruck abgegeben (und unsere unterschiedlichen Talente schätzen gelernt).

5 Automatisierungen programmiert (nicht alle davon liefen glatt).

Einen Stall voller Agent*innen rekrutiert (Mein Eindruck: sie scharren mit den Füßen. Sie brauchen ja keine Erholung wie ich im Moment.)

Zu alt für KI? Diese Frage hat mich angetrieben

Meinen MBAI – den Master Business with AI – hab ich jetzt in der Tasche. Vom ersten Tag an war mir klar, dass ich mir viel vorgenommen hatte.
Zu viel? Es war irre spannend. Herausfordernd. An manchen Tagen überwältigend.

Hatte ich mir nicht vor Jahren geschworen, keine Weiterbildung mehr zu machen, bei der ich mich am Ende prüfen lassen muss?

In 6 Monaten werde ich 60. Manche fragen: „Ist es nicht ein bisschen spät, jetzt noch mit dieser KI herumzumachen? Dich dem Stress auszusetzen?“

1996 – mein zweites Wirtschaftsstudium beendet. 2026 jetzt mit diesem MBAI bin ich noch einmal tief ins Dritte eingestiegen. Hab nicht nur mein eigenes Business neu durchdacht. Studiere auch für eine (Wirtschafts-)Welt in der sich die Vorzeichen radikal verändern.

Ganz nebenbei hat mich das alles auf Gedanken gebracht, die weit über KI hinausgehen. Wir müssen so vieles in Frage stellen, was in Stein gemeißelt scheint. Geht es wirklich um mehr mehr mehr? Brauchen wir immer oben und unten? Brauchen wir noch Gewinner?

Ich habe erlebt, dass wir in unserem Land vor allem einen Shift in Haltung und Zusammenarbeit brauchen. Ein Denken in Möglichkeiten. Und Verzicht auf unnötige Dinge.

Und jetzt?

Werde ich ein weiteres Zertifikat in meinem schon sehr dicken Ordner abheften?

Viel mehr als das.

Zuerst gönne ich mir eine kreative Pause, um in Ruhe zu reflektieren, was ich jetzt alles besser kann, neu kann oder auch verlernen will, wenn eine nicht-menschliche Intelligenz mich bei meiner Arbeit unterstützt.

Danach geht’s in die nächste Runde.

Denn die allerwichtigste Sache, die ich gelernt habe:

Bei dieser ganzen KI-Sache geht es nicht zuerst um Technik. Es geht um den Wandel in unserem Denken, im Handeln, in der Art, wie wir auf unsere Arbeitswelt schauen.

Ich kann gut verstehen, weshalb aktuell noch (zu) viele die Auseinandersetzung mit dem Thema scheuen. Die schiere Masse an neuen Möglichkeiten erscheint überwältigend. Das Tempo unmenschlich. Von den Möglichkeiten des Missbrauchs will ich gar nicht erst reden.

Doch ich bin sicher: niemand von uns kommt dran vorbei.

Was mich das KI-Studium gekostet hat. Und was ich daraus gelernt habe

Drei meiner Irrtümer im Studium:

  • Ich nahm an, die angegebene Lernzeit für Videos und Case-Studies wäre für mich realistisch. Weit gefehlt. Ich habe das Dreifache gebraucht.
  • Ich glaubte, es gäbe immer nur eine richtige Lösung. Völlig daneben. Masterplan war gestern.
  • Ich dachte, ich könnte parallel im Kurs lernen, und das Gelernte sofort auf mein eigenes Business anwenden. Ein fetter Irrtum. Denn als Selbständige stellt mich niemand vom Tagesgeschäft frei. Interne Prozesse laufen weiter. Und nur, wenn ich mit Kunden arbeite, dann hab ich Einkommen. Also: Umschwenken auf sequenziell. Kurs ist fertig. Jetzt Pause. Danach ab in die Umsetzung.

KI Coaching Frauen 50plus: Meine fünf Tipps für deinen ersten Schritt

Damit du nicht in die selben Fallen tappst wie ich – hier meine fünf Tipps.

  1. Sei neugierig. Der beste Start ist, einfach wissen zu wollen, was dieses KI-Ding ist, wie es funktioniert und was für dich möglich ist.
  2. Lass zu, dass sich Klarheit mit der Zeit entwickeln darf. Darüber, was du nutzen willst. Und wofür. Du musst nicht gleich alles wissen und können. Du darfst herausfinden, in welchen Bereichen KI dir das Leben erleichtern kann. Und auch, wo nicht, weil du bestimmte Dinge durch deine Erfahrung besser kannst. Menschlicher. Nahbarer.
    Vor Beginn meines Studiums dachte ich, ich danach mit KI schreiben. Wie sehr ich mich geirrt hatte. Die Klarheit kam mit dem Tun.
  3. Einfach mal machen. Mut, und die Bereitschaft was Neues zu lernen bedeutet auch, Dinge praktisch auszuprobieren, die du nie zuvor getan hast. Du darfst Fehler und Rückschläge als normal betrachten. Das kommt vor.Der virtuelle Mitarbeiter tut nicht, was er soll? Nächste Schleife drehen! Auch einem echten Menschen sagst du ja mehrfach, was er tun soll, wenn er es beim ersten Mal nicht kapiert.Die Programmierung einer Automatisierung ergibt nur Chaos? Wegschmeißen! Neu machen. Mut statt Kontrolle. Gewöhn dich dran, Entscheidungen auch zu treffen, wenn du noch längst nicht alles weißt, was du gern wüsstest.
  4. Finde die Disziplin dranzubleiben. Neue Denkmuster überfordern am Anfang. Das ist normal. Das legt sich. Glaub mir, ich habe nicht nur über KI sehr viel gelernt, sondern auch an mir selbst ganz neue Seiten entdeckt. Meine strukturierte Art zu lernen wie 1996 funktioniert zwar noch. Dauert aber wirklich lange. In einer Zeit, in der alles so schnell gehen soll. Das halte ich aus. Und dann gestalte ich mein Lernen neu. Doch ich höre nicht damit auf, nur weil es nicht gleich beim ersten Mal klappt.
  5. Wenn du nicht bereits beschlossen hast, dass du zu alt bist für all den KI-Mist, Glückwunsch! Jetzt mach dich locker und geh Schritt für Schritt in deiner Zeit, in deinem Rhythmus. Denn Lernen ist keine Phase mehr, sondern dauerhafte Begleitmusik unseres Lebens. Lass den Gedanken los, du hättest es irgendwann geschafft. Lernen hört niemals auf. Und ist nicht genau das das Gute am Leben?

So fängst du heute noch an – konkret und ohne Überforderung

Wenn du jetzt losgehen, einen Schritt vor den anderen setzen willst, probier es mal so:

  1. Finde ein Feld, eine Aufgabe, ein Projekt, das du ausprobieren willst: einen Artikel schreiben, deine Bewerbung überarbeiten, eine Präsentation fertigstellen, an der du schon seit einer Woche herumbastelst. Dann sag dir: „Ich mach jetzt ein Experiment“ und probier dich aus. Hol dir irgendeine KI zum Probieren. Später kannst du recherchieren, welche für welche Aufgabe am besten ist.
  2. Mach dir klar, welches Problem du lösen willst. Soll etwas schneller gehen? Willst du aus umständlichen Wegen kurze machen? Brauchst du jemanden, der dir Routinen abnimmt? Ich hab auf diesem Weg gelernt, mein eigenes Business mit ganz neuen Augen zu sehen.
  3. Setz dir eine feste Zeit und trag die als KI-Lern-und-Arbeitszeit in deinen Kalender ein. Halte dich dran. Keine Ausreden!
  4. Vielleicht findest du Freund*in oder KI-Reise-Buddy, die sich bisher noch nicht getraut hat, sich mal alleine ranzusetzen. Verabredet euch. Am Ende eurer gemeinsamen Arbeitszeit, berichtet euch gegenseitig: Was hab ich gelernt, was mach ich ab heute anders?
  5. Dir ist ein Fehler passiert? Nicht schlimm, wir alle scheitern gelegentlich. Geh offen damit um, erzähl was nicht funktioniert, oft findet sich jemand, der weiß, wie es geht. Oder du fragst die KI, wie sie weiterhelfen kann.

Ich werde jetzt meine Workation an der portugiesischen Algarve genießen und meine „da-hab-ich-Bock-drauf“-Projekte sortieren und priorisieren. Vor dem Beginn des Studiums hatte ich eine Seite voller Ideen aufgeschrieben. Inzwischen sind es fünf.

Bei vielen von ihnen ist auch für dich als meine Leserin oder Klientin was dabei – stay tuned. Im Blog und im StoryLetter erfährst du als erste davon.

KI Coaching Frauen 50plus: Was das bei mir bedeutet. Und was definitiv nicht

Und weil ein paar von euch schon gefragt haben: Nein, ich werde mein Story-Coaching jetzt nicht in eine KI-Lehrtätigkeit verwandeln.

Doch mit meinen persönlichen Erfahrungen bin ich eine reflektierte Ansprechpartnerin mit Tiefgang für Frauen, die keine Lust mehr haben, KI von der Seitenlinie aus zu beobachten. Für Frauen, die bereit sind, ihren nächsten Schritt mit jemandem zu gehen, der den Weg selbst gegangen ist.

Also, wenn du

  • vor oder mitten in einer beruflichen Veränderung stehst und KI nicht als Bedrohung, sondern als neue Verbündete auf deinem Weg sehen willst.
  • spürst, dass sich deine Arbeitswelt verändert, und du deine eigene Geschichte nicht von Algorithmen schreiben lassen, sondern selbst den Stift in der Hand halten willst.
  • im KI-Zeitalter Klarheit darüber suchst, was du wirklich willst, und den Mut brauchst, genau das auch anzugehen.
  • wissen willst, wie KI konkret in dein Leben und deine Arbeit passt, ohne dich dabei selbst zu verlieren

lass uns miteinander sprechen. Hier geht’s zum direkten Kontakt.

*****

Katrin Klemm ist Story Coach und MBAI-Absolventin aus Hamburg. Sie begleitet Frauen ab 50 dabei, ihren eigenen Weg im KI-Zeitalter zu finden – nicht durch technische Schulung, sondern durch Reflexion, Klarheit und den Mut zur Veränderung. Mit knapp 60 hat sie selbst den Master Business with AI abgeschlossen – und reflektiert ihre Erfahrungen gerade bei einer Workation an der portugiesischen Algarve. In ihrem Blogartikel beschreibt sie ehrlich, welche Irrtümer sie dabei gemacht hat, was sie über sich selbst gelernt hat – und was KI Coaching für Frauen 50plus bei ihr konkret bedeutet: nicht Technik lernen, sondern die eigene Geschichte im KI-Zeitalter selbst schreiben.

20 Jahre Story Coaching

Das K auf dem Weg nach oben

Am 1. November 2004 bin ich in meine Selbständigkeit aufgebrochen. Heute ist das genau 20 Jahre her. Die schwierige Namensfindung hatte ich mit zwei guten Kolleginnen aus der Konzernzeit bei einer Flasche Sekt erledigt.

Ich startete als Coaching mit k.

Als Anfang 2005 im Hamburger Abendblatt der Artikel zum “K auf dem Weg nach oben erschien”, war das ein tolles Omen. Hamburger Abendblatt 2005 Headline "Das K auf dem Weg nach oben"

 

Hatte ich eine Vision, eine Mission, ein WHY als ich in meine Selbständigkeit aufgebrochen bin? Da bin ich mir gar nicht mehr so sicher.

Im allerersten Businessplan stand unter “Motivation zur Gründung”:

  • Das tun, was ich am besten kann.
  • Menschen durch meine Erfahrungen und Kenntnisse den Weg zu mehr Erfolg in Beruf und Leben ebnen.
  • Selbstbestimmt und eigenverantwortlich arbeiten.

Heute – 20 Jahre später – habe ich “Erfolg” durch Lebensfreude und -zufriedenheit ersetzt.

20 Jahre StoryCoaching Katrin Klemm Hamburg

Bleibt die Frage: Wo ist oben?

Im Rückblick war der “Weg nach oben” eher eine Reise auf stürmischer See. Voller Wellengang und gelegentlich spiegelglatter See. Selbständigkeit ist oft anstrengend. Aber nie langweilig.

  • Als Coaching mit k ging’s los: Coaching, Moderation, Training – die “Heiklen Gespräche” bleiben immer aktuell.
  • Dazu zehn Jahre lang DIE KERNFORSCHER mit meinem geschätzten Kollegen John Sealey. Eine intensive, tolle Zeit. Unternehmensberatung und viele Beratertrainings.
  • On top – als Online-Projekt als „Bella 4 Business“ im Netz gestartet – , haben drei Bücher das Licht der Welt entdeckt.

Lange (manche sagen zu lange) habe ich mich hinter Strukturen, Prozessen und diszipliniertem Durchhalten für meine Kunden versteckt. Als “Baby-Coach” zu Beginn härter gearbeitet als meine Klienten. Mir war es aus der Konzernzeit vertraut. Die Kunden hat es weitergebracht.

Ich hab nie aufgehört dazuzulernen. Eine wohlmeinende Freundin meinte mal zu mir „Für die Investitionen, die du in deine Weiterbildung steckst, kaufen sich andere einen Porsche!“ Porsche brauche ich keinen. Neugierig bin ich heute noch.

Mein Profil und meine Art zu arbeiten haben sich über die Jahre verändert. Ich durfte wachsen, viel facettenreicher werden. Was Klient*innen und Kooperationspartner*innen heute auch an meiner Arbeit schätzen sind Intuition, liebevolle Klarheit, gut gelauntes Dranbleiben und ein unerschöpflicher Humor.

Workshops und Coachings von der Stange gibt’s bei mir nicht. Ich höre so lange zu, frage so lange nach, bis ich verstanden habe, was der Mensch gegenüber wirklich braucht.

Seit einem augenöffnenden Erlebnis 2011, weiß ich, dass meine Leidenschaft einen Namen hat: StoryCoaching. Eine Arbeits- und Lebensweise mit 1.000 Gesichtern.

Und wenn ich es so mit Abstand betrachte: meiner Gründungsmotivation bin ich treu geblieben.

20 Jahre Story Coaching erweitern den Horizont

Aus Experimenten sind neue Angebote geworden, so wie der StoryTeller in Hamburg, der einmal im Monat zu gutem Essen und guten Geschichten einlädt.

Erfahrungen aus den verschiedenen Business-Feldern habe ich zu neuen kraftvollen Werkzeugen verbunden, die es Menschen erlauben, ihren eigenen Weg zu gehen, Erfüllung und Sinn zu finden.

Ich nenne das DesignYourLifeStory. Zuerst gab es die nur in Hamburg. Doch warum nicht dort arbeiten, wo andere Urlaub machen? Seit 5 Jahren gibt es die LifeStory auch für jeweils 10 Tage im sonnigen Portugal.

Dass es sie Online gibt, hat sich eine Kundin gewünscht. Hamburg war für sie zu weit weg und Portugal zeitlich in zu weiter Ferne. Zu Beginn war ich skeptisch, zugegeben. Doch es funktioniert. Und so kannst du als Online-Klientin immer dein eigenes Tempo bestimmen.

 

20 Jahre StoryCoaching Katrin Klemm Hamburg

Was bitte, ist denn Story Coaching?

Da Coaching auf dem Markt inzwischen zu einem Modewort verkommen ist, fragen Menschen mich häufig, was denn nun bitte Story Coaching sei? Für eine Challenge hab ich Story Coaching mal für 4-Jährige erklärt.

Heute weiß ich, dass die Menschen, die ich mit ihren individuellen Geschichten in den letzten 20 Jahren begleiten durfte, in keine Schublade passen. Deshalb habe ich 20 Frauen eingeladen, zu erzählen, was sie im Story Coaching erlebt und mit Story Coaching erreicht haben.

All diese Interviews werden in den nächsten Wochen in diesem Blog erscheinen.

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Raum für Geschichte(n)

Wir müssen reden. Zuhören. Uns erinnern.

Um uns richtig zu entscheiden.

Wir brauchen Raum für Geschichten.

Zum zweiten Mal hatte Anja Blau am 7. Oktober 2024 Frauen zu ihrem ostdeutschen Erzählsalon nach Berlin eingeladen.
(Ist es Zufall, dass bis 1989 an diesem Tag der Staatsfeiertag der DDR begangen wurde?)

An diesem Abend kommen ihre Fragen ganz leichtfüßig daher und öffnen doch in Sekunden den Erzählraum weit.

  • Was bedeutet Frau sein für dich?
  • Was bedeutet es für dich, Ostdeutsche zu sein?
  • Was hast du von deiner Mutter gelernt?

Die Antworten haben es in sich. Ungeschminkte Erinnerungen fluten den Raum, den wir gemeinsam halten.

Es gab Absurdes, das nach Jahrzehnten kaum noch wahr scheint. Da waren Übergriffe auf Körper und Seele. Abgründe hinter der Emanzipation ostdeutscher Frauen, die per Gesetz den Männern ja sooo gleich waren. Freiheiten und Lebenslust, die heute neu erobert werden müssen.

Im Raum schwingen leise Töne, Stimmen mit Humor und Empathie für Perspektiven, die nicht die eigenen sind. Wir sind auf der Suche, befragen uns auch selbst. Keine muss angesichts von Dilemmata gleich wissen, was gar nicht sein kann oder was „DIE Wahrheit“ ist.

📕 Buchtipp: „Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat“. Gröscher| Mädler| Seemann hätten ihre Freude an uns. Selbst wenn wir beim Wasser bleiben.

Bei ihnen lese ich auch zum ersten Mal vom Begriff der posttraumatischen Verbitterungsstörung, die dich erwischen kann, wenn du Kränkungen, Herabwürdigungen und Misserfolge nicht verarbeiten konntest und pathologisch reagierst (Quelle Charite).

Autsch.

Ich denke an das, was vielen Ostdeutschen in den 90ern begegnet ist. Auch meinen Eltern.

Doch diese Verbitterung darf nicht die Triebkraft sein, die uns in die Zukunft führt. Weder gesellschaftlich noch persönlich. Damit ist keinem Menschen geholfen.

Mehr zur Seelenarbeit im Sozialismus im GoodRead Nr. 1 .

Wir brauchen Raum für neue Drehbücher.
Persönliche und gesellschaftliche.

Im Erzählsalon endet der Abend mit der Frage nach dem Wunsch, den wir für Nachfolgegenerationen haben. Mit jeder Antwort wird klar, dass wir für diese Wünsche etwas tun müssen.

Aktiv:

  • Zuhören.
  • Erzählen.
  • Dialogräume schaffen.
  • Aushalten, das manches schwer auszuhalten ist.
  • Gemeinsam weitergehen.

In mir sind in mir noch viele drängende Fragen. Deshalb kann ich den nächsten Erzählsalon am 8. Dezember kaum erwarten. Danke Anja Blau für dein Engagement und deine Zivilcourage.

Du fühlst dich angesprochen und möchtest dabei sein? Schreib mir eine Nachricht.

 

Geschichten sind meine Leidenschaft

Mit zwei Jahren habe ich mein erstes Buch “gefressen”. Seitdem ist mir wohl nicht mehr zu helfen.
Leider gibt’s kein Foto davon, ich bin Generation 1966. (Doch diese Geschichte erzähle ich im Podcast mit Bettina Ramm ab Minute 4:20.)

Eigentlich wollte ich heute nur ein paar Gedanken zum UNESCO Welttag des Buches teilen. Doch ging meine Leidenschaft für Bücher wieder mit mir durch…

Für eine Leidenschaft ist es nie zu früh

Was aus mir mal werden würde, hätte ich mit 4 Jahren schon wissen können. Auf jedem Weihnachtswunschzettel: Bücher. Sobald ich sie aus der Verpackung geschält hatte, war mir der Rest des Festes wurscht. Kein erwachsener Mensch war vor mir sicher. Alle mussten ran, wenn es ums Vorlesen ging.

Und dann runter vom Schoß und rein in die Küche. K R I  –  S T A L L, so hieß der Kühlschrank. G L U  – T O S, das war der Herd. Nur sechs Buchstaben. Ok, manchmal hatte ich die erste Silbe wieder vergessen, während ich mit zusammengekniffenen Augenbrauen die zweite buchstabierte. Doch das Prinzip funktionierte. Selbst wenn sieben Buchstaben für eine Fünfjährige eine echte Herausforderung waren, ich wollte lesen. Unbedingt. So lernte ich, meinen Lesestoff in Häppchen zu teilen.

Von da an hatte ich vor jedem Schulbeginn am 1. September alle Bücher (außer Mathe) fürs nächste Schuljahr schon Ende August ausgelesen, und nervensägte jeden, der zufällig im Weg stand mit meinem „Was lese ich jetzt?“.

So viele Bücher schaffst du nie! Denkste!

Die Lösung: der Silberne Bücherbus jeden Mittwoch nur 800 Meter weiter um die Ecke. Schulkind Katrin schleppte jeden Mittwoch zehn möglichst dicke Bücher (die maximal erlaubte Anzahl für Kinder) zum Ausleihtresen. “Nach vier Wochen zurück!” Die allwöchentlich strenge Ermahnung der Dame mit dem Stempel, ließ meine Augen ebenso genervt zur Decke rollen, wie ihre vollkommen überflüssigen Zweifel, ob ich das denn schaffen würde? Am nächsten Mittwoch knallte ich ihr den Bücherstapel triumphierend wieder auf den Tresen.

Schulzeit war Lesezeit, Hausaufgaben störendes Beiwerk.

Nach dem Abi 1985 fiel das Studium der Literatur wegen “unzureichend politischer Zuverlässigkeit” aus. Doch eine Erwachsenenbildung im Buchhandel war besser als nix. Mit dem Lineal rückte ich Bücher in den Regalen gerade, lernte kassieren und erfuhr dabei, dass DDR-Fachbücher für viele westdeutsche Touristen die einzig sinnvolle Art waren, ihre Devisen anzulegen.

Außerdem verkaufte ich zwei Jahre lang selbst Schulbücher aus einer zugig-kalten Bude auf dem Bauernmarkt in Dresden, und konnte einige vollberufstätige Mütter mit „Bückware“ glücklich machen.

Geschichten als Beruf! Nicht ganz.

Weiterbildung zur Buchhandlungsleiterin – die höheren Ebenen hofften immer noch, mich dadurch zur Parteifreundin zu machen. Als Semesterarbeit ein Marketingkonzept für eine Buchhandlung im Plattenbau-Gebiet. Dieser Text machte mich nicht sonderlich beliebt.

In der „Platte“ gab es zwar viele Kinder, doch nie genügend Kinderbücher. Deshalb auch kaum Kunden, doch für mich ausreichend Zeit zum Lesen.

Was heutzutage als exotischer Studiengang vorgestellt wird, öffnete mir als Studentin des Buchhandelswesens in Leipzig ab 1989 das Tor in eine andere Welt. Ich durfte Bücher endlich so rezensieren, wie ich wirklich über sie dachte. Selbst wenn die Bewertung dann hieß „Exzellent und frei gedacht, doch aufgrund der aktuellen politischen Situation nicht mit einer Note zu bewerten.“

Meine Arbeit für den Börsenverein des Deutschen Buchhandels ließ mich ganz neu auf Bücher blicken. Bücher wurden ausschließlich Ware. So hatte ich das noch nie gesehen.

Von Leidenschaft zu brotloser Kunst? Nö!

Deshalb war 1991 erst einmal offiziell Schluss mit der „brotlosen Kunst“. Die Wende hatte mir beigebracht, etwas „Sinnvolles“ zu studieren. Bücher wurden Privatvergnügen. Doch während meines Wirtschaftsstudiums jobbte ich trotzdem weiter in der Buchhandlung Marissal. Damals gab es die Filiale auf dem Uni-Campus noch.

Im Februar 1995 erschien meine BWL-Diplomarbeit im Buchreport Nr. 6. Trotzig überzeugt meine Behauptung schon vor 30 Jahren: die sogenannten neuen Medien werden Bücher niemals ersetzen.

Davon bin auch heute noch fest überzeugt. Deshalb sorge ich dafür, den Bücherstaub nie ganz aus der Nase zu verlieren. Für die Bürgerstiftung Hamburg durfte ich ehrenamtlich die LeseZeit und das LeseNetz unterstützen. Tolle Projekte, um in Kindern die Leidenschaft für Bücher zu entfachen. Wann immer ich kann, lese ich selber vor, am liebsten 24teilige Adventsgeschichten.

Hauptberuflich hatte ich mich – als StoryCoach und Storytelling-Trainerin – längst zum Story-Fieber bekannt.  Wie es zu diesem Dornröschenkuss kam hörst du im Podcast mit Stefanie Selmer bei ca. Minute 10:00.

Die anstrengende Leidenschaft, selbst Bücher zu schreiben

Doch wer unterrichten will, muss selber schreiben können, oder? Drei Bücher sind es geworden, ein tolles Projekt über mehrere Jahre. Nur für die Verlagssuche fehlte mir die Kraft. Deshalb hab ich es im Selbstverlag gemacht. Es gibt sie online, zum Beispiel bei der Autorenwelt oder auf meiner Bücherseite. Wenn du eine Widmung möchtest, schreib mir direkt.

Bella for Business - Coaching mit Geschichten Katrin Klemm Hamburg

 

Deshalb also bin ich in diesem Jahr nicht nur 20 Jahre als StoryCoach selbständig. Sondern meine Fähigkeiten,

  • Geschichten überall zu entdecken, vor allem jene, die wir uns selbst erzählen
  • deinen Geschichten intuitiv mit dem Herzen zu lauschen und
  • dich mit klaren strukturierten Methoden und Leidenschaft dabei zu unterstützen, sie aus eigener Kraft weiterzuentwickeln zu einem nächsten Kapitel deines Lebens voller Lebensfreude,

basieren auf einer viel älteren Leidenschaft.

Wohin wird meine Leidenschaft mich als nächstes führen?

Auf jeden Fall immer wieder in die Bücherhallen in Hamburg. Sie sind mein zweites Zuhause geworden.

Und dann gibt es da noch diesen heimlichen Wunsch… Mal ein Wochenende in der Zentralbücherei am Hühnerposten zum 48-Stunden-Dauerlesen eingeschlossen zu sein. Kannst du dir das auch vorstellen?

 

Ach ja, der Welttag des Buches… Der ist für mich einfach jeden Tag 😉

 

Was wäre, wenn… Ich meiner Intuition folge

Wie steht’s mit deiner Intuition?

Nordsee, Januar 24. Nach dem geplatzten Thailand-Reise-Traum habe ich mir eine Woche Auszeit gegönnt – gesundes Essen, Bewegung, Krafttraining. Dann brechen wir auf zu einer weiteren Woche: Genießen und Faulenzen. Die Koffer sind gepackt. Alles kann ins Auto geladen werden. Nur eines fehlt: der Autoschlüssel.

Wir packen alle Taschen, Tüten, Kisten – ein knappes Dutzend – wieder aus. Suchen gründlich, gründlicher, am gründlichsten. Unter dem Bett, den Schränken, rund um das Auto, im Restaurant, an den unvorstellbarsten Stellen. Nichts! Der Schlüssel bleibt verschwunden. Was für ein … Haben wir den Schlüssel verloren?

Aber ok, flexibel bleiben. Eine von uns muss mit dem Zug nach Hamburg, Ersatzschlüssel besorgen, wieder mit dem Zug zurück. Plan B gibt’s immer. Nur furchtbar umständlich wird es und es wird dauern.

Ich atme aus. Ein tiefer Seufzer. Stille.

Und in dieser Stille eine Information „Hinten drin!

Wie bitte? „Hinten drin!

Was soll ich denn damit anfangen?

Wenn die Intuition ein Wörtchen mitreden will

Ich lache mich selbst aus.

Da kommt es schon wieder klar und deutlich. Als würde jemand mit mir sprechen „Hinten drin!“ Doch da ist niemand außer mir.

Verblüfft rufe ich meine Freundin, die schon die Zugtickets buchen will. „Kannst du mit der Information „Hinten drin!“ was anfangen?“

Sie starrt mich an als hätte ich sie nicht mehr alle.

Dann stürzt sie zum Gepäckberg, zieht eine armygrüne handflächengroße Umhängetasche hervor, schlägt eine Klappe auf der Rückseite zurück, zerrt am darunter verborgenen Reißverschluss. Ihre Augen werden riesig als sie in das unsichtbare hintere Fach greift, … und plötzlich den Autoschlüssel in der Hand hat.

„Hinten drin!“. Keine von uns kann sich erinnern, dass diese Tasche ein verborgenes Fach auf der Rückseite hatte. Und doch hat etwas in mir es „gewusst“.

Intuition!?

Anfang des Jahres 24 habe ich mich für das Experiment “WWW – Was wäre, wenn… Mein Human Design leben” entschieden, und dann doch ein bisschen prokrastiniert. Man kann ja nie wissen. Doch nach diesem “Schlüssel-Erlebnis” konnte ich nicht mehr anders.

Intuition gehört zu den mächtigen Werkzeugen, die mein Human Design mir angeblich mit auf den Weg gegeben hat. Das liest sich dann etwa so:

Vertrauen Sie auf Ihre intuitive Weisheit, die tief in Ihrem Inneren verwurzelt ist. Wenn Sie die Intuition in sich entdecken, müssen Sie sich mit einigen tiefen Ängsten auseinandersetzen, insbesondere mit der Angst vor der eigenen Unzulänglichkeit.”

Es wäre für mich “eine natürliche Reaktion, meinem Bauchgefühl zu folgen, denn es beinhalte unerschöpfliche Antriebskraft“.

In meiner Realität kenne ich das seit Jahren als unablässiges Selbstgespräch mit der Headline “Du spinnst doch!”

Mein Verstand weiß schon lange, dass ich über eine starke Intuition verfüge. Doch ich bin eine Profi im Weghören (geworden). Denn Erziehung, Prägung, Peers – wer und was alles mich 57 Jahre lang zu der gemacht hat, die ich bin, haben mir beigebracht, es sei sicherer

  • zu tun, was man von mir erwartet
  • zu unterlassen, was andere verunsichert
  • die zu sein, die andere zufrieden macht

Viele konnten mich erfolgreich überreden, es sei besser, den rationalen Verstand über alles andere zu stellen.

Doch jetzt habe ich Lust auf Experimente.

Und starte mit Intuition

Seit 3 Monaten läuft nun mein erster Prototyp aus der Reihe „WWW – Was wäre, wenn ich mein Human Design konsequent lebe?

Gelingt es mir täglich, meine Intuition zu leben?

Aber nicht doch.

Als Generatorin  mache ich oft den Fehler viel zu viel zu denken und den Verstand die Oberhand gewinnen zu lassen. Noch immer ist die Gewohnheit, mal schnell eben den Kontrolletti-Kopf dazwischen zu schalten viel zu ausgeprägt. Ich sag mal Erfolgsquote 5% (Tendenz zu 7,5%).

Was hat intuitiv funktioniert?

  • Die Schlüssel-Story war der perfekte Auftakt.
  • Eine gute Hand bei der Auswahl meiner Gäste beim Storyteller .Dazu eine ine Rückmeldung von Yvonne  “Kennt ihr die Sorge, bei Dinner Einladungen keine gemeinsamen Themen mit den anderen Gästen zu finden? Vor allem, wenn ihr die anderen Gäste noch nicht mal kennt? Das wird euch beim StoryTeller nicht passieren. Das Thema steht bereits auf der Menükarte, aber keine Angst: Selbst wenn der Tag viel zu stressig war, um sich vorab Gedanken zu machen, zwischen Vorspeise, Hauptgang und Dessert verbindet Katrin ganz natürlich Teilnehmer:innen und Konversation und ehe man sich versieht, sind Verbindungen zwischen Menschen entstanden, die sich vorher nicht kannten.
  • Wenn ich beim Schreiben nicht plane, sondern meinen Fingern erlaube, genau die Geschichten zu tippen, die “einfach da sind”, dann bringen diese Posts wohl den meisten Leserinnen etwas. Ein Beispiel auf LinkedIn.

Was bleibt Work in progress?

  • HD meint, ich dürfe meinen Verstand als unendliche Datenbank nutzen, der er nun mal ist. Doch bei Entscheidungen soll ich mich auf mein Bauchgefühl verlassen. Puh, harte Arbeit.
  • Geschwindigkeitsregelung – noch immer bin ich oft viel zu schnell. Auch Bauchentscheidungen brauchen Zeit, es geht nicht um eine adhoc Reaktion aus einer Emotion heraus. Wie sagte schon Meister Yoda zu Anakin Skywalker “Viel zu lernen du noch hast.”

Wie steht es um deine Intuition?

  • Bist du begabt darin?
  • Fällt es dir leicht, deiner Intuition zu folgen? Immer, manchmal, selten?
  • Was hindert dich daran?
  • Wie würdest du Intuition beschreiben? Bauchgefühl?

Erinnere dich an Entscheidungen, die du in deinem Leben mit dem Verstand getroffen (und im Nachhinein bereut) hast. Was würdest du heute anders machen?

Gibt es intuitive oder Bauchentscheidungen, die sich im Nachhinein als wunderbar herausgestellt haben? Erinnere dich daran, wenn dir wieder einmal eine schwierige Entscheidung bevorsteht. Nutze deine Gabe. Lass dich nicht überrumpeln vom plappernden Verstand oder wohlwollenden (!) Besserwissern.

Und so geht es weiter mit meinen Human Design Experimenten:

  • Abwarten statt Aktionismus.
  • Nein sagen zu dem, was nicht zu mir passt!
  • Rückzug als Überlebensnotwendigkeit.

Du willst als Erste wissen, wie es weitergeht? Hol dir den StoryLetter, und bleib dran.

Wenn du von eigenen Erfahrungen berichten willst, die du mit deinem Human Design machst, schreib es gern direkt in die Kommentare. Ich freue mich auf unseren Austausch.

Foto-Credit Xenia Bluhm

Happy BestAger

Paula kommt nach Hause: „He, auf der letzten Party waren richtig viele Ältere.“
Katrin: „Was heißt denn Ältere?“
Paula: „Na so über 45…“

Noch im letzten Jahr war das der Augenblick, meine rechte Augenbraue hochzuziehen und zu denken „Aaah ja…!“

Heute grinse ich mir eins. Denn es ist ein wunderbares Gefühl, mich mit 57 zu den BestAgern zählen zu dürfen, jeden einzelnen Tag.

  • Ist das Leben in diesem Alter jeden Tag ein Zuckerschlecken? Nope! Mein Körper braucht mehr Aufmerksamkeit. Hab zuhören gelernt, auch wenn es manchmal richtig bitter ist, wenn die Selbstbestimmung  bröckelt. Aber gut, nennen wir es “work in progress”.
  • Habe ich Angst, das Leben könnte plötzlich zu kurz sein? Nein, Angst ist da keine. Nur die Gewissheit, alt genug zu sein, um mich nicht mehr mit Sinnlosigkeiten abzugeben. Oder mich über Dinge zu ärgern, die das Ärgern nicht lohnen.
  • Bringen mich Idioten, die mich in die Kiste “50 Plus = nicht mehr leistungsfähig” stecken wollen auf die Palme? Nö! Denn ich habe gelernt, wirklich zuzuhören, beide Seiten zu sehen, und zu entdecken, was mein Gegenüber wirklich braucht.
    In schwierigen Gesprächen bleibt der Polarstern mein Mittel der Wahl. Langjährige Berufserfahrung schenkt mir die Sicherheit, alles, was ich lernen will, auch lernen zu können.
  • Geht mir noch jemals etwas schief? Ja selbstverständlich! In diesem Jahr platzen einige Ideen, die ich mir sooo schön ausgemalt hatte. Doch ich erlaube mir heute, das zu betrauern, so lange es nötig ist.
    Verschwende keine Kraft mehr an ein Pokerface. Denn ich habe noch sooo viele neue Ideen, die umgesetzt werden wollen. Neues Spiel, neues Glück.

Deshalb freue ich mich sehr, ab jetzt Teil der Wir BestAger Community zu sein. Es ist eine Plattform für Menschen 50 Plus, die einen neuen,  selbst bestimmten Weg gehen wollen. Wir sind lebendig, neugierig, aktiv und tatendurstig.

In einer kleinen Umfrage bei LinkedIn wollte ich wissen, was Lebensmitte eigentlich bedeutet. Schau mal, wie unterschiedlich die Sicht darauf ist.

Umfrage Lebensmitte Katrin Klemm

 

Und deshalb: Lasst uns gemeinsam neue Geschichten erzählen.

Was ist deine Lieblingsgeschichte über die Zeit nach der Lebensmitte?

Was wäre, wenn… ich mir Neugier erlaube

Ich bin neugierig auf’s Leben. Will Dinge erfahren, sie ausprobieren. Das macht mich zum Fan von Selbst-Experimenten.

Im letzten Jahr – und ich weiß heute nicht mehr, welche Biene mich gestochen hatte – musste ich mir mein Human Design genauer anschauen.

Was ist dieses Human Design, das sich mit der Persönlichkeitsstruktur und unserer energetischen Grundausstattung beschäftigt? Erfunden wurde es Ende der 1980 vom Kanadier Alan Robert Krakower. Die Basis bilden Astrologie, I-Ging, Kabbala und Chakren, die du vielleicht aus dem Yoga kennst.

Neugier geweckt

Die Meinungen dazu gehen weit auseinander: vom esoterischen Trend, der befreiende Erkenntnisse liefern soll bis zur Warnung vor ernsthaften Gefahren, wenn man es übertreibt. Doch das gilt auch für Ernährungs- oder Fitnesskonzepte aller Arten.

Es geht um Typen, Profile, Kanäle, Tore. Darum, Chancen und Anregungen für mehr Selbstreflexion zu bekommen und persönlich zu wachsen. Es lädt ein, dich selbst zu entdecken und vielleicht sogar Frieden mit Eigenschaften und Dingen zu schließen, über die wir uns viel zu viele überflüssige Gedanken machen.

Es gibt zahlreiche Adressen im Netz, bei der du dein Geburtsdatum, die Zeit und den Ort deiner Geburt angeben kannst. Was als Human Design Chart zurückkommt, sieht für mich auf den ersten Blick aus wie eine technische Zeichnung. Die wenigen kryptischen Stichworte helfen mir nicht wirklich weiter. Ich brauche Unterstützung und hole sie mir bei der sympathischen Beate Brandt.

Sie nimmt sich eine Stunde Zeit und verblüfft mich mit Aha-Momenten, die intensiv wie ein ICE in voller Fahrt mit mir davonrauschen. Danach kaufe ich mir ein dickes Buch, setze mich intensiv mit der Fülle an Möglichkeiten auseinander.

Für mich machen viele Dinge plötzlich Sinn. So wie fehlende Puzzlesteine die zur richtigen Zeit auftauchen und ohne jeglichen Druck genau an der richtigen ein Bild vervollständigen. Ob das nun wissenschaftlich ist oder nicht.

Voller Neugier ausprobieren. Dabei nicht übertreiben.

Es ist Zeit für ein intensives Experiment:

Ich folge meiner Neugier, und meinen sehr guten Erfahrungen damit, durch Prototyping praktisch herauszufinden und zu erleben, ob Ideen und Projekte zu mir passen oder nicht.

Was wäre, wenn ich ein Jahr lang ausprobiere mein Leben so zu leben wie ich gemeint bin, der Mensch zu sein, der ich im Inneren schon immer bin? Neugierig, bodenständig und mit der Bereitschaft, nichts davon übermäßig ernst zu nehmen?

Ich entscheide mich, spielerisch herauszufinden, welche Erkenntnisse sich einstellen, wo ich mehr von mir entdecken und wachsen kann…

Denn genau das ist es, wozu ich jede Teilnehmerin in Design Your LifeStory immer wieder einlade. Probiere dich aus, erfahre, erlebe dein Leben. Verlasse eingefahrene Pfade immer dann, wenn es dir nicht gut damit geht, wie du lebst. Oder wenn du spürst, dass da noch mehr ist, das gelebt werden will.

Ein Jahr lang meiner Neugier folgen

Ich werde davon berichten, wohin meine Neugier am Human Design mich führt. Wenn du mich auf dieser Reise begleiten willst, hol dir den StoryLetter, dann erfährst du als Erste, was ich erlebe.

Vielleicht darf ich dich zu eigenen Experimenten ermutigen.

  • Bist du schon vertraut mit deinem Human Design?
  • Welche Entdeckungen hast du gemacht?
  • Wie lebst du es (oder auch nicht)?

Schreib es mir gern in die Kommentare. Ich bin gespannt, wie du es erlebst.

Mein erstes Experiment: Intuitionhier geht’s weiter.

Foto-Credit Xenia Bluhm

Körpergeschichten: hör dir zu und lebe kraftvoll – GoodRead Nr. 4

Ich bin nicht die erste Anlaufstelle, an die sich Menschen mit körperlichen Beschwerden wie Kopf-Nacken-Bauchschmerzen oder Verspannungen wenden. Dafür gibt’s Körper-Expertinnen.

Aber wenn es um Themen wie berufliche Überlastung, schwierige Vorgesetzte – für die Wertschätzung ein Fremdwort ist – oder den Wunsch nach mehr Sinn im Leben geht, höre ich im Coaching-Briefing mit mehr als nur den Ohren zu.

Im letzten Jahrzehnt hat sich mein Blick geöffnet für subtilste Signale, die der Körper meiner Gegenüber sendet:

  • Angespannte Schultern,
  • Herzklopfen das im Hals pulsiert,
  • Atem der im Brustraum stockt,
  • Lächeln, das nur die Mundwinkel kräuselt.

Der Körper erzählt Geschichten, die weit über Worte hinausgehen.

Körpergeschichten kann man sehen

Meine Augen zeigen mir Details, die mir tieferes Verständnis über Emotionen wie Ärger, Wut, Trauer und Scham eröffnen. Jede dieser Emotionen kann von einer ganz individuellen Geschichte ausgelöst werden, die dahintersteckt. Mit Hilfe von Wingwave-Coaching decken wir diese Geschichten auf und verwandeln Stress in persönliche Ressourcen.

Auch dieses Buch hat eine entscheidende Rolle gespielt. Es hat dazu beigetragen, meinen Blick für die Verbindung zwischen körperlichen und psychischen Symptomen zu schärfen, und Körpergeschichten zu “lesen”.

Dein Körper erzählt dir die wahre Geschichte und oft kannst du sie ändern - Katrin Klemm StoryCoaching - über Bernhard Voss Körperspuren

Körperspuren

Bernhard Voss
Ursachen körperlicher und psychischer Symptome verstehen und heilen

MyGoodReads: 6 Bücher – 6 Wochen – 6 Blickwinkel- mein Sommerexperiment zeigt, welche Geschichten hinter StoryCoaching stecken. Sie herzlich eingeladen zum Dialog, wenn du die Dinge ähnlich oder ganz anders siehst.

 

Ich lese es, weil:

  • der gutgemeinte Ratschlag „Du musst einfach nur dein Mindset ändern “ oft leichter gesagt als getan ist.
  • das Verstehen der Verbindung zwischen Geist und Körper mir neue Perspektiven eröffnet, Körpergeschichten für ganzheitliche Transformationen zu nutzen.

Worum geht’s? Schlaglichter.

Ein körperliches Symptom kennt viele Geschichten.

Verständnis über die Klassiker unter unseren Zivilisationskrankheiten – Migräne, Unverträglichkeiten, „Rücken“. Diese nehmen zwar gesellschaftlich zu, können jedoch nur individuell verstanden und gelöst werden.

Übersetzung von Symptomen, Erläuterungen, wie Organe als Resonanzkörper unserer Psyche dienen und Anleitungen, sich im eigenen körperlichen und psychologischen Raum zu Hause zu fühlen.

Der Körper führt Regie über dein Leben

Zahlreiche Beispiele, wie alte Geschichten, an denen wir länger festhalten, unseren Körper zur Verzweiflung treiben.

Neue Geschichten eröffnen neue Möglichkeiten. Zum Beispiel wird Aggression als Energie betrachtet, die uns handlungsfähig macht, freundlich und instinktsicher. Nutzen wir sie als Fähigkeit, gute Entscheidungen zu treffen.

Anleitungen und Übungen aus dem Erste Hilfe Koffer, um innere Antworten zu finden und den Mut, dir selbst, und deinen Körpergeschichten besser zuzuhören.

Was es in mir auslöst.

Die Bestätigung, daß einfache schwarz-weiß- Erklärungen immer zu kurz greifen.

Die Bestärkung darin, grundsätzlich hinter die Kulissen des präsentierten Coachinganliegens zu schauen.

Die Gewissheit, dass radikale Ehrlichkeit uns selbst gegenüber entscheidend ist, wenn wir uns auf einen Transformationsprozess einlassen wollen. Ganz gleich, wie lange er dauert.

Ich empfehle das Buch:

Menschen, die

  • offen sind für alternative Wege, die unser Körper uns zeigt, neben der Schulmedizin.
  • ihren Körper und damit sich selbst besser verstehen, und sich auf eine „Abenteuerreise ins Wunderland ihrer eigenen Geschichte“ (Seite 17) begeben wollen.
  • die Selbstverantwortung für ihren Körper und ihre Psyche (wieder) in die eigene Hand nehmen wollen.

Storytelling für gute Geschäfte

Gute Gespräche führen zu guten Beziehungen. Gute Beziehungen zu guten Geschäften.

Sicher, Zahlen – Daten – Fakten sind ein wesentlicher Baustein für gute Geschäfte. Doch Menschen wollen persönlich angesprochen und überzeugt werden. Bevor sie eine Kaufentscheidung mit dem Verstand treffen, hat der Bauch schon längst entschieden. Je besser es dir gelingt, mit deinem Angebot Sympathie zu wecken, Vertrauen zu schaffen und eine Nähe herzustellen, die kein Fake sondern eine echte Herzensangelegenheit ist, desto erfolgreicher wirst du auf dem Markt sein.

Gute Geschäfte brauchen gute Geschichten

Dazu brauchst du gute Geschichten, die:

  • Am wahren Bedürfnis der potentiellen Kund:in andocken
  • Aus Daten und Fakten Bilder im Kopf entstehen lassen
  • Demonstrieren, wie du Kund:innen erfolgreich werden lässt
  • Szenarien anschaulich und greifbar werden lassen

Gaukle keine Traumschlösser vor. Deine Kund:innen sind zu klug dafür. Du hoffentlich auch. Geschichten sind ehrlich, authentisch und inspirieren unser Gegenüber dazu, das volle Potential einer Leistung zu erkennen.

Wenn deine Kund:in sich darauf verlassen kann, dass du sie ernst nimmst, ihren Bedarf verstehst und liefern kannst, was du versprichst, entsteht Vertrauen wie von allein. Das schaffst du indem du:

  • Ihre Geschichten entdeckst und mit dem Herzen zuhörst
  • Zeit und Verstand investierst und ergründest, was sie und ihr Umfeld bewegt
  • Radikal aus ihrer Perspektive und der ihrer Kund:innen denkst
  • Ihr durch deine Erfolgsstories hilfst, den Nutzen deines Angebotes für sich selbst zu erkennen

Gute Geschäfte brauchen passende Stories

Deshalb ist meine Toolbox für dich – je nach deinem Vorwissen und deinem aktuellen Bedarf – vielfältig. Zum Beispiel:

  • Die Heldenstory: Wie zeigst du deinem Kunden | deiner Kundin was sie von der Zusammenarbeit mit dir haben? Mach eine Kundenstory draus. So geht’s: Der Klassiker mit einem Twist.
  • Archetypische Muster: Wir schaffen Klarheit wofür du stehst und wie du arbeitest. Gibst du als Königin Strategie und Richtung vor (die klassische Beraterin)? Kämpfst du – wie die Kriegerin – mit allen Mitteln für den Sieg (die Anwältin)? Bist du stark mit deiner Intuition verbunden und entdeckst überall die Chancen (das ist eine Facette meiner Arbeit als Coach).
  • Bilder, Analogien und Metaphern erleichtern den Zugang zu deinem Angebot und schaffen einen Aha-Effekt

Wir arbeiten heraus, worin deine einzigartige Botschaft besteht und wie du sie deinen Wunschkund:innen so authentisch vermittelst, dass sie sich für dich entscheiden.

Eine Rückmeldung:

Liebe Katrin, am Freitagabend habe ich eine Präsentation für meinen Nebenjob als Farb- und Stilberaterin gehalten. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, und ich habe sehr viel positives Feedback bekommen! Das führe ich nicht zuletzt darauf zurück, dass ich auf Basis deines wunderbaren Inputs zum StoryTelling eine ganz persönliche Geschichte erzählt habe, statt mehr oder minder nur die Fakten darzustellen. Ganz herzlichen Dank für deine Unterstützung, die ich auf diese Weise – auch ohne deine direkte Anwesenheit – noch mal erfahren habe! F.B. 

Danke für bessere Geschäfte durch Storytelling bei Katrin Klemm

Willkommen 2023 – liebe dein Scheitern

„Freu dich über jeden Dreck,…”

Den Satz hat mir meine Oma beigebracht. Geboren 1920 hat sie das ein hartes Leben lang gelernt.

Ich kann ihre Weisheit gerade gut gebrauchen. Denn mein Jahreswechsel ist von duftender Sch*e begleitet. Dunkelheit. Hundehaufen. Bemerke es erst, als das Auto der Freundin stinkt. Die Pfiffis aus meiner Straße (mit ihren Menschen) hatten wohl beutelfreien Ausgang. So ein Sch*

Es gibt Menschen, die behaupten ernsthaft, das bringe Glück. Ich solle es als Omen für ein tolles 2023 nehmen. Echt jetzt?

Wir scheitern alltäglich.

Andererseits… hat nicht jede/r von uns ab und zu mal Sch*e am Schuh?

  • Verabredungen oder Aufträge, die platzen
  • Kund*innen, die dich veräppeln
  • Kolleg*innen, die sich vor den blöden Aufgaben drücken
  • Ein Virus, der dich umhaut, wenn du es überhaupt nicht brauchst
  • …ergänze die Liste gern um deine Lieblings💩

Aus Scheitern lernen wir am besten.

Ich habe großen Respekt vor Menschen, die offen teilen, wenn was schief gegangen ist. Die uns mit auf die Reise nehmen, uns Version 2 ihres Versuches zeigen – auch der ist dann vielleicht nicht perfekt. Dann eben Version 3. Oder 4. Spannend, mitzuerleben, wie sich Dinge entwickeln, die nicht auf Anhieb funktionieren.

Das ist der beste Stoff für saftiges #Storytelling! Oder wie ein japanisches Sprichwort sagt: „Schwierigkeiten machen ein Juwel aus dir.“

2022 war die perfekte Juwelenquelle. Und keine/r von uns hat eine Ahnung, was 2023 für uns bereithält.

Also lass es uns anpacken:

Nehmen wir uns etwas vor, das uns wirklich berührt und mit Leidenschaft erfüllt. Hängen wir uns rein und probieren immer wieder aus, was möglich ist. Jeder Schritt in ein neues Kapitel deiner LifeStory ist ein Prototyping.. Wer sagt denn, dass gleich alles beim ersten Mal perfekt sein muss?

Lass uns träumen, ausprobieren und gelassener scheitern

Trauen wir uns zu träumen, zu gewinnen, zu scheitern, uns den Sch* abzukratzen und weiterzumachen.

Für 2023 wünsche ich dir

  • Spannende Experimente und Entscheidungen, denn du bist der einzige Mensch, der genau weiß, was richtig für dein Leben ist und was falsch. Deshalb entscheide dich und probiere dich aus. Nur so lernst du.
  • Ein paar geplatzte Träume und verfehlte Ziele als Hinweise, dass manche Dinge in Ruhe reifen wollen. Denk dran: Bestes Storymaterial!
  • Vertrauen in dich und andere.
  • Wohlwollen, heitere Gelassenheit und die Fähigkeit, gelegentliche Absurditäten mit Humor zu nehmen.
  • Menschen zu begegnen, die du (noch) nicht kennst. Reichst du ihnen die Hand, können sie Weggefährten für neue Wege werden.

Hab ein wundervolles 2023 mit kraftvollen neuen Geschichten im Innen und im Außen.

Foto Myriam Coburger