Ich kann nicht heißt: Ich will nicht.

Im letzten Winter: Draußen vorweihnachtliches Matschwetter. Mit Freunden und Kollegen waren wir zum Bowling unterwegs. Wir bowlten was das Zeug hielt – zielten, schwitzten, ächzten. Wir hatten Spaß, auch nach den ersten Dutzend Pudeln*, die ich produzierte. Sie wissen, was ich meine? Die Bowling – Kugel hat drei Löcher. In eines kommt der Daumen. In die anderen versenke ich wahllos zwei andere Finger. Dann hebt man das gewichtige Ding an, holt Schwung, zielt auf die Kegel am Ende der Bahn, lässt los und … doing – in meinem Fall touchiert die Kugel grundsätzlich erst einmal die Seitenbande der Bahn .

Irgendwann kam der Ärger

Bei allen anderen fielen die Kegel um. Meine Kugel schlitterte jedes Mal dran vorbei. Mein gute-Laune-Pegel sank. Vor allem da auf der Nachbarbahn vier junge Leute einen Strike (alle zehn Kegel fallen beim ersten Wurf) nach dem anderen warfen – hmm, das sah echt gut aus bei denen. Ich begann zu beobachten. Vor allem den Trainer der Youngster. Mit dem geschulten Blick eines Trainers fiel ihm mein Starren auf.
Ruhig und gelassen schob er seinen massigen Körper zu mir herüber. „Wissen Sie, was Sie falsch machen, junge Frau? Sie stecken Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger in die Löcher – so wird das nie was. Sie müssen es mit Daumen, Zeigefinger und Ringfinger tun und der Ball wird viel ruhiger laufen.“
„Aha, na wenn Sie meinen“, dachte ich mir und begann meine Finger unnatürlich zu verrenken, um diese Fingerstellung hinzubekommen.

Das geht nicht! Das kann ich nicht!

Nach fünfzehn Minuten keine Änderung, der Ball knallte immer noch abwechselnd links und rechts an die Bande. Nur meine Finger konnte ich kaum noch bewegen. Himmel tat das weh, den Mittelfinger abzuknicken und die anderen drei zu benutzen. Und von Erfolg keine Spur!
Schmollend schlurfte ich zur Nachbarbahn: „Das geht nicht. Das kann ich nicht.“ Aus einer Höhe von zwei Metern traf mich ein Blick – in der Ausdruck irgendwo zwischen liebenswürdigem Großvater und strengem Weihnachtsmann.

„Hören Sie auf, sich selbst zu betrügen, junge Frau!“ „Wie bitte?“, schnappte ich zurück. „Ja, Sie machen sich selbst etwas vor. Ein ‚Ich-kann-nicht‘ gibt es nicht. Sie wollen nicht. Das ist die Wahrheit.“ Dazu fiel mir nichts mehr ein. Er hatte mich kalt erwischt. Ich blies die Lippen auf und trollte mich: „Was soll’s – ist doch nur Bowling“…

Tief in Gedanken versunken stapfte ich später durch den Schneematsch nach Hause: „Selbstbetrug. Von wegen“, grummelte es in mir noch die halbe Nacht.

Selbstverantwortung übernehmen

In den nächsten Wochen begann ich genauer hinzusehen Der Spruch des Alten klebte in meinem Kopf wie Kaugummi am Schuh. Bei jedem ‚Ich kann nicht‘ kam ich mir ertappt vor und begann eines nach dem anderen auseinanderzunehmen. Und jedes Mal fiel mir auf – er hatte Recht. Ich hatte mir eine Geschichte über mich selbst erzählt. Eine Geschichte, die ich ändern konnte.

Wie oft nutzen wir die bequeme Ausrede ‚Ich kann nicht‘ wenn wir nicht bereit sind, die Investition in Mühe und Schweiß zu erbringen, die es manchmal kostet, etwas zu erreichen, was uns das Leben nicht auf einem Silbertablett servieren will. Oder wie oft sind wir einfach nicht ehrlich genug, die Entscheidung ‚Ich will nicht‘ zu treffen und dazu zu stehen.

Zuversicht: eine bewusste Entscheidung

Es stimmt – Zuversicht ist eine bewusste Entscheidung. Ich kann mir aussuchen, ob ich Dinge tun will, sie immer und immer wieder versuche, auch wenn sie unbequem sind. Ich entscheide mich zu trainieren, zu schwitzen, manchmal an mir zu zweifeln, fast zu verzweifeln. Oder ich entscheide mich, damit aufzuhören. Meine Talente woanders einzubringen.

Doch so wie die Entschlossenheit reift, es wirklich anzupacken, wachsen auch Zuversicht und Vertrauen und es stellen sich oft Mitstreiter und Hilfe von ganz unerwarteter Seite ein.

Welche Stories erzählen Sie sich über sich selbst?

 

 

* Ein Pudel ist ein Fehlwurf, der in einer der beiden Auffangrinnen rechts und links der Bahn landet statt die Kegel sauber umzulegen.

(Foto Skeeze/Pixabay)

 

 

 

k wie Kopf putzen

Kopf ab oder Tatort Kallersche Gärten

Zwei Stunden lang habe ich neulich Köpfe abgeschnitten. Schnipp. Schnapp. Einen nach dem anderen. Ratsch – auch mal ein ganzes Bündel Blütenköpfe, wenn alles zu spät war. Auf den Knien im Beet rückst du nur ganz mechanisch zum nächsten Busch vor. Oder du wechselst die Stellung, sobald dir bei der ungewohnten Tätigkeit die Knie ächzen. Sonst passiert nicht viel. Die Hände beschäftigen sich wie von selbst. Gedankenwellen fluten sanft hin und her. Schnipp. Schnapp.

Wie gut es tut, ab und zu mal ein paar alte Köpfe abzuschneiden. Genau wie verblühte Gedanken. Die nicht mal schlecht gewesen sind. Sie haben genauso geblüht wie andere und zum Zauber sommerlicher Schönheit beigetragen. Zu ihrer besten Zeit waren sie genau am richtigen Platz. Sie sind gekeimt, waren winzige Knospen, haben sich entwickelt und bekamen Bienenbesuch. Sie haben sich Nahrung und Wasser aus der Erde gezogen, wurden von der Sonne gewärmt und dann im genau richtigen Augenblick – oft wissen Margeritenblüten es ebenso gut wie unsere Gedanken, wann es Zeit ist, die Blütenblätter zu entfalten – haben sie sich der Welt geschenkt. Dann strahlen sie eine Zeitlang vor sich hin. Wie kleine Sonnen erfreuen sie sich an sich selbst und bezaubern jeden der vorbeigeht.

Und eines Tages ist es vorbei. Man sagt ‚sie hatten ihre Zeit‘. Sie verblassen und verdorren, werden zum unansehnlichen Fleck am Strauch.

Die anderen Blütenköpfe am Strauch knurren – unhörbar für ein Menschenohr – wenn die Alten, die Verbrauchten sie um Nährstoffe und Wasser betrügen, die sie selbst nun nicht mehr brauchen, braun und verdorrt wie sie aussehen.

Hören sie sie auch manchmal grummeln in ihrem Kopf? Die neuen, die frischen Gedanken, die jetzt endlich Raum wollen, für die es an der Zeit ist zu blühen? Säßen da nicht die alten noch so fest an ihren Stängeln. Vielfältige Arten verblühter Gedanken gibt es in unseren Köpfen. Die

  • die uns noch nie etwas gebracht haben „ich bin einfach nicht gut genug
  • die uns krank machen „ich kann das nicht mehr ertragen, doch sag ich was, dann wird es noch schlimmer
  • die uns erfolgreich davon abhalten, uns zu bewegen „ich müsste mal…
  • die uns klein und hilflos halten „ich kann doch nicht…
  • die uns den Selbstbetrug erträglich machen wollen „wenn ich erst…, dann…

Auch diese Gedanken haben ihre Zeit, in der sie irgendeinen Nutzen bringen. Sicher. Doch eines Tages sind sie abgenutzt, aufgebraucht und bringen gar nichts mehr. Das Rascheln ihres toten Laubes raubt anderen Ideen-Knospen die Kraft zum Reifen und Blühen. Dann ist es Zeit für die Schere – Heckenschere, Gedankenschere, Papierschere. Schnipp. Weg damit.

Leg los – schaff dir Platz im Kopf für das was dran ist. Notiere dir alle Gedanken, die dir in letzter Zeit mehr Zaudern und Schaden als Nutzen gebracht haben. Schreib auch Gedanken auf, die schon uralt und verwelkt sind. Vielleicht sind es ja noch nicht mal mehr deine eigenen. Schreib alle auf. Und dann setz die Schere an, zerschnipsel sie in kleine Fetzen. Bring sie zur nächsten Papiertonne. Dann atme tief durch. Sei neugierig, wie viel Raum die neuen Triebe jetzt haben.

Stück für Stück gewinnen meine Margeritenbüsche wieder an Farbe. Das Leuchten der frischen Blüten erobert sich die Macht über das Graubraun zurück. Schnipp schnapp. Neue Ideen strecken ihre Köpfe ans Licht. Endlich können sie durchatmen. Inspiriert pumpen frisch geschlüpfte Gedanken ihre Lungen voller Sauerstoff. Wir strahlen wieder, richten uns auf, orientieren uns neu, schauen mit leuchtenden Augen in die Welt. Da ist jetzt Raum… Platz für Neues.

 

Komfortzonengrenzen sprengen – 5 überschaubare Schritte

Der Sommer ist die richtige Zeit für ein kleines Abenteuer. Lassen Sie uns Komfortzonengrenzen sprengen…

Ich habe es getan. Hab‘s riskiert. Und muss sagen, es war nicht der leichteste Tag in meinem Leben. Doch jetzt ist es soweit und ich bin stolz drauf wie Bolle. Endlich ist meine höchstpersönliche Komfortzonengrenze gesprengt. Ob es sich gelohnt hat? Tja …

Wie gut kennen Sie Ihre Komfortzone?

Ja genau – diese mentale Kuschelecke, in der wir uns wohl und behütet fühlen. In deren gepolsterten Grenzen wir uns behaglich eingerichtet haben, wie in einer gut belüfteten, blumenmustertapezierten Gummizelle mit Roomservice. It’s safe babe.

Nein – kein Wort gegen Komfortzonen. Sie besitzen vorbehaltlose Berechtigung für jede von uns, der ihre Sicherheit lieb und teuer ist. Sie beschützen uns vor der Gefahr, unsanft zu landen, falls wir plötzlich Lust auf‘s Gleitschirmfliegen bekommen. Sie bewahren vor potentiellem Spott der Welt, beim Drang ad hoc eine flammende Rede zum Schutz der Pandas auf dem Rathausmarkt loszulassen. Auch frustrierenden Anfällen von Selbstmitleid, a la „Siehste, hab’s doch gleich gewusst, der Chefposten ist einfach eine Nummer zu groß für dich“, verwehren Komfortzonengrenzen den Zutritt. Sie bilden unser zuverlässiges Bollwerk gegen all die niederträchtigen Reaktionen, die uns drohen, sobald wir uns ungefragt auch nur einen Zentimeter zu weit aus dem Fenster lehnen.

Doch leider haben Komfortzonengrenzen Löcher…

Vielleicht nur so zart wie die hauchfeinen Poren einer Vierzehnjährigen, aber immerhin.

Bei mir war es der verlockende Duft von Car2go, der hier durchsickerte. Vor Monaten habe ich das eigene Auto abgeschafft und bin seither ganz begeistert von der flexiblen Art, mich durch die Stadt zu bewegen. Die flotten Flitzer gibt’s im Zugriff (fast) immer und überall in der City. Nur einen Nachteil hatte das Ganze: ich war gezwungen, immer vom Schreibtisch meines Homeoffice zu ordern. Mein freundliches zuverlässiges Moby konnte keine Apps. Und beim Zugriff übers Internet brach ich mir regelmäßig die Augen. Andere zückten nach coolen Events, Theater oder Workshops einfach ihr Smarty und schon kamen sie unkompliziert, bequem und günstig nach Hause.

Mein Selbstbild steht felsenfest – moderne, technisch ausreichend begabte Frau von heute mit großer Neugier auf coole Tools. Doch den Umstieg vom Mobil- auf das Smartphone schob ich seit Monaten vor mir her. Denn es funktionierte doch noch hervorragend. Ich konnte alles damit tun, was ich brauchte – reden, schreiben, zuhören, fotografieren (na gut, die Qualität war nicht mehr so der Hit)

Wann sind Sie das letzte Mal Ihren Komfortzonengrenzen-Spreng-Meisterlein begegnet?

Sie kennen sie auch, diese fiesen winzigen Sensoren, die seismografisch registrieren, dass wir irgendwie feststecken. Zwar sind wir noch nicht bereit, den nächsten Schritt zu gehen, aber irgendwie auch nicht mehr rundum happy. Es könnte sich um Ihr persönlichen Komfortzonen-Sprengmeisterlein handeln, wenn Sie

  • schnell genervt, rasch gelangweilt oder nie zufrieden sind
  • in Ihren Gedanken ständig um ein „man müsste mal“ kreisen
  • das „was wäre wenn“ immer häufiger als Gast am Frühstücktisch hockt
  • sich häufiger mal bei scheelen Blicken auf all jene erwischen, bei denen Dinge einfach smarter funktionieren

Natürlich ist was dran am Sprichwort „Better the devil you know“, alternativ: das Mobilphone, das Dir vertraut ist. Hat ja keine Eile mit der Veränderung. Nur hat die kuschelige Komfortzone leider zwei klitzekleine Nebenwirkungen:

  1. Die akute Gefahr, geistig zu verfetten – dann wird es irgendwann nur noch langweilig.
  2. Das Risiko, dass das Leben selbst einem in den Hintern tritt und man dann nicht mehr wählen kann.

Mich hat Nummer Zwei erwischt. Mein treues Moby trat in den Display Streik. Zunächst kein Problem – die Jahre im Projektmanagement haben mich an Workarounds gewöhnt. So lange ich das Gerät nicht zuklappte, konnte ich noch die Hälfte der Inhalte erkennen. Benutzte ich es wie gewohnt, war eine Neueinwahl fällig. Und die Car2go App wollte ich immer noch. Und dass der Kollege mit Smarty das verrückte Straßenschild auch gestochen scharf knipsen konnte, wenn er keinen Fotoapparat dabei hatte, wurmte mich langsam immer mehr.

Wenn Sie Lust bekommen haben, Ihre Komfortzonengrenze zu sprengen – so geht’s in fünf überschaubaren Schritten

Schritt 1: Nehmen Sie all Ihren Mut zusammen und wagen Sie ein Experiment. Binden Sie Ihre Zweifel an einen Luftballon und lassen sie fliegen. Besonders Sicherheitsbewusste nutzen zum Anbinden die nächste Straßenlaterne. Da können Sie sie hinterher wieder abholen (falls Sie sie noch brauchen). Tun Sie so, als könnten Sie schon alles, was Sie brauchen. Nur für eine Stunde oder einen Tag. Keiner sagt, dass es perfekt werden muss.

Ich leihe mir für ein paar Stunden das Smarty der Freundin, nur um zu testen. Selbstverständlich halte ich mich strikt an ihre Ansage, was mir tun erlaubt und was verboten ist. Sie ist mutig und erlaubt viel, verbietet wenig. Also probiere ich – ist schon ungewohnt mit all der Wischerei über das Display. Ein Anruf kommt. Ich werde nur ein winziges bisschen panisch, als ich nicht sofort weiß, wie ich den annehmen soll. Aber sonst geht’s mir gut.

Schritt 2: Parken Sie alle Ausreden, die Sie davon abhalten, etwas Neues auszuprobieren. Stellen Sie sich eine hübsche Box auf. Brummt eine Ausrede in Ihrem Kopf herum, hören Sie zu, schreiben sie auf und packen sie in die Box. Für alle Designverliebten gern hübsch verknotet mit Bändchen. Den Pragmatikerinnen reicht eine Büroklammer. Rein in die Box. Deckel zu. Nur für einen Tag. Wenn Sie wollen, dürfen Sie morgen gern alle wieder rausholen.

Ich hätte, sollte, müsste doch – eine Liste, was das Smarty alles können soll, Preisvergleiche, technische Daten, jetzt bloß keinen Fehler machen, den Vertrag wirst Du erst in 24 Monaten wieder los. Bla und bla und bla, ich weiß, wovon ich spreche. Meine Box ist blau und ich bin der Büroklammertyp. Farbige Büroklammern.

Schritt 3: Treffen Sie einen ganz neuen Menschen. Denn die, die Sie schon gut kennen, werden Sie eher auf Ihrer Komfortzonencouch festdübeln als Sie da runterzuholen. Menschen, die ein bisschen anders, wilder, unbequemer sind als Sie selbst, geben einen guten Turbo für Ihren Grenzübertritt ab.

Wild entschlossen stürme ich in den Telefonshop. Handyverkäufer gehören sonst eher nicht zu meinem bevorzugten Umgang. Ich begegne Ihnen verhalten misstrauisch. Denn wenn sie technikverliebt und superschlau auf mich herablächeln, komme ich mir uralt und technisch vollkommen unterbelichtet vor. Da muss ich jetzt durch. Beim dritten Shop funktioniert es. ‚Mein‘ Mr. Smartphone-Man ist jung, freundlich und hört geduldig zu, was ich will. Peinliche Wissenslücken hilft er mir souverän zu überspielen. Er spricht eine klare Empfehlung aus und begründet sie einleuchtend. „Whow“, denk ich. „Den würde ich mir gern als leuchtendes Beispiel für meine Trainings ausleihen. Trotzdem gehe ich nochmal mit Moby und ohne Smarty nach Hause. Ich muss wohl Abschied feiern.

Schritt 4: Gucken Sie sich die Dinge vor denen Sie sich fürchten genau an. Dann kalkulieren Sie Ihr Risiko und entscheiden, wie viel Sie auf‘s Spiel setzen können und wollen. Alles andere steht nicht zur Debatte. Spielgeld ist Spielgeld und der Rest bleibt im Safe.

Der Tag der Entscheidung. Ich bin bereit zur Trennung, ein für alle Mal. Akzeptiert. Doch zwei Tropfen Angstschweiß zieren meine Stirn, denke ich daran, beim Umstieg auf das neue Gerät meine gut sortierten Kontaktdaten zu verlieren. Mr. Smartphone-Man hatte mir angeboten, den Datentransfer im Shop zu probieren. Hab mir trotzdem erklären lassen, wie ich selbst diese kostbaren Schätze sichern kann. Das hat zu Hause wunderbar funktioniert. Doppelt hält besser. Auf all den Spielkram aus Mobys Tiefen – alte Bilder und Podcasts bin ich bereit zu verzichten. Kaum erwähnenswert, dass natürlich alle Daten –  auch die Spieldaten unbeschadet auf Smarty gelandet sind. Uff.

Schritt 5: Streichen Sie Vorbehalte, die Sie gegen neue ungewohnte Wege und Menschen haben, jetzt ganz bewusst. Bleiben Sie neugierig darauf, was Sie noch alles dazulernen können.

Jetzt habe ich ein Smartphone – und ich kann noch immer reden, schreiben, zuhören, fotografieren (die Qualität ist eine Wonne). Statt mich vor Mr. Smartphone-Man zu blamieren haben wir uns nicht nur großartig unterhalten, sondern ich habe auch eine Menge dazugelernt. Natürlich mache ich hier keine Werbung für einen Mobilfunkanbieter, aber wenn Sie mich anrufen verrate ich Ihnen gern, wo sie ihn finden. Und noch ein Wunder ist geschehen. Meine kleine Schwester, die sich selbst den Technik-DAU  der Stadt nennt, hat gestern mit einem flotten Tippen, Halten, Wischen ein paar sinnlose Features meines Smartys eins-zwei-drei beseitigt. Und dann ganz nebenbei demonstriert, wie ich das Foto meiner Baby-Nichte aus einer Konversation in die Galerie verschiebe. Cool. Sie macht das einfach so. Und ich guck mir rasant alles ab.

Ja. Wenn Sie mit Ihrem Komfortzonengrenzensprengen jetzt schon so weit gekommen sind, nehmen Sie sich doch die nächste vor. Oder? Auch mitten im Sommer steh ich zum Sparring gern bereit.

Heute ist mein Smarty bereits mit Websites und Terminkalender gefüttert – so geht Business fixer. Und jetzt lade ich mir meine erste App herunter.

Car2go na klar

k wie Kakadu

Von Frauen und Kakadus

In der WELT von heute eine Randnotiz: Kakadus, die planen und ihren Fressimpuls zeitweilig unterdrücken können, wenn dafür leckerere Nahrung in Aussicht steht. Papageienvögel seien in der Lage zwischen sofortigem Nutzen und künftigem Gewinn abzuwägen, schreiben Forscher der Universität Wien. Sie rückten Futter einer gewöhnlichen „Leckereien-Stufe“ wieder raus, wenn sie im Tausch dafür etwas besonders Leckeres erwarten können.

Das erinnert mich an das Marshmallow-Experiment der späten Sechziger. Kindern, die der Verlockung der süßen Versuchung länger standhielten, bescheinigte man in Kontrollstudien in den Neunzigern höhere schulische und universitäre Erfolge. Seither zählt man die Fähigkeit, einen langfristigen Nutzen dem kurzfristigen vorzuziehen zu den Zeichen höherer Intelligenz. Das ist sicher nicht von der Hand zu weisen.

In der Welt um uns herum ist Geduld allein das falsche Signal, wenn in Gesundheits- und Pflegeberufen noch immer Frauen von hoher fachlicher und sozialer Kompetenz keine angemessene finanzielle Anerkennung erzielen können. Geschweige denn, wenn wir uns in einer zunehmend alternden Gesellschaft fragen müssen, wo denn der Nachwuchs in dieser Branche herkommen soll.

MEHR Verdienst für viel Dienstist das Motto des Equal Pay Day 2013 in Hamburg.

Sie haben immer die Wahl – aushalten, abwarten, daran glauben, dass noch etwas Besseres kommt. Oder jetzt und sofort etwas für den gerechten Ausgleich tun – für unsere Gesellschaft und für sich selbst. Wenn Sie anpacken und sich Anregungen und Handwerkszeug für ihr berufliches Weiterkommen holen wollen:

Herzlich willkommen auf dem Equal Pay Day in Hamburg

  • 21. März 2013
  • 17:00 – 21 Uhr
  • in der Patriotischen Gesellschaft, Eingang Börsenbrücke 10

Das Programm in Hamburg: Speednetworking, Podiumsdiskussion und gratis Coaching

Übrigens – auch die Kakadus warten nicht mit unendlicher Geduld auf ihre Cashewnuss. Die Hälfte entschieden sich nach vierzig Sekunden neu.

Geduld können. Packen wir Beharrlichkeit und Entschlossenheit dazu. Dann müssen sich Frauen nicht länger mit kleinen Bröckchen zufriedengeben.

k wie kopfüber

Manchmal muss man sich einfach in Dinge reinstürzen. Gelegenheiten packen, wenn sie sich bieten.

Nicht lange grübeln.

Katrin Klemm - vor dem Abtauchen

Ich hocke – mit schwerer Tauchausrüstung beladen – auf der Außenbordwand eines kippligen, wenn auch kräftig motorisierten Schlauchbootes. Das Riff im Roten Meer liegt direkt vor unserer Nase. Es soll Hammerhaie geben. Das wär schon mal was. Doch die Scheu dieser seltenen Tiere ist mir bekannt. Die Bedingungen sind nicht ideal. Haie brauchen es kalt und strömend. Wir haben es noch immer zu warm für die Jahreszeit.

Meine letzte Begegnung mit den Räubern beschränkte sich auf die Ahnung vager Schatten im unendlichen Blauwasser. Nicht gerade überwältigend. Auch die Verhaltensregeln für Taucher gegenüber Haien sind natürlich ins Hirn gedübelt: was mache ich wenn… Selbst wenn die Wahrscheinlichkeit, einem Hammerhai zu begegnen mager ist, man kann ja nie wissen… Das Schlauchboot dreht seine letzte Schleife.

Also was jetzt? Soll ich wirklich? Einfach so rücklings von Bord? Sich ins Blaue fallen lassen? Weiterlesen

k wie Klarheit

Oh komm du Geist der Wahrheit und kehre bei uns ein, verbreite Licht und Klarheit, verbanne Trug und Schein….“

Voller Erwartung, die Augen erhoben, sieht man sie förmlich vor sich stehen – wie kleine Engel, auf den Spruch hoffend, der sie aus alle Schwierigkeiten (er)lösen wird.

Kommt es Ihnen als Chefin manchmal auch so vor, wenn Mitarbeiter, die

  • im Überfluss der Informationen den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen,
  • sich seit geraumer Zeit schon anzicken oder
  • sich einfach nicht entscheiden wollen oder können

dann mit einem hoffnungsvollen Hundeblick hilfesuchend zu Ihnen aufschauen, die Gewissheit hinter der Stirn „Die Chefin wird‘s schon richten“. Sie sind gefordert als Entscheiderin, Vermittlerin oder Machtwortsprecherin. Ja, da möchte man doch gleich …

Was tun Sie dann? Erleuchten Sie Ihre Mitarbeiter mit Ihren Worten, Ihrer Erfahrung und weisen Entscheidungen? Ich meine, Sie haben viel auf dem Tisch, da wäre es doch das Beste, wenn Sie ein für alle Mal Klarheit schaffen, oder? Sie lösen das Ding und alles ist gut. Klar ist das eine Verlockung, wenn die Zeit drängt. Der ‚Geist der Wahrheit‘ in Ihnen wird’s schon richten. Selbst wenn es in diesem Moment mal wieder Sie selbst sind, die sich reinkniet und Verantwortung übernimmt.

Vorsicht Nebenwirkung:

Sie können sich drauf verlassen, dass Ihre Mitarbeiter dauerhaft, immer rascher und irgendwann mit jedem Kinkerlitzchen zu Ihnen kommen.

Die Zeile aus dem Liedtext habe ich am Wochenende in der St. Petri Kirche in Buxtehude gehört. Ein neuer Pastor wurde in sein Amt eingeführt. Seine Antrittspredigt hat mich inspiriert: erfrischender Klartext und gegen den Strich gebürstete Tradition. Unter dem Motto „Weide meine Schafe“ erläuterte er seiner Gemeinde, wie er seinen Hirtenpflichten nachzukommen gedenkt und was die Menschen von ihm erwarten dürfen. Im gleichen Atemzug stiftete er seine Schäfchen allerdings zu unschafsgemäßem Verhalten auf. Jeder Einzelne solle seine Ideen und Fähigkeiten einbringen, sich einmischen, Verantwortung übernehmen, persönliche Entscheidungen treffen, damit die ‚Herde‘ gemeinsam aktiv der Dezimierung entgegenwirken könne, mit denen die Kirchen in Deutschland konfrontiert sind. Hier steht was auf dem Spiel. Und jeder der es ernst meint, muss ran. Das machte der Pastor unverständlich klar.

Während die Gemeinde an sich halten musste, nach dieser Predigt NICHT zu klatschen, schweiften meine Gedanken in die Büros und Unternehmen. Die Chefin als gute Hirtin? Umfassend verantwortlich für die Büro-Schäfchen? Ja und Nein.

JA,

wenn Sie erkennen, dass es nach dicker Luft riecht, die auf Dauer dazu führen wird, dass Ziele nicht erreicht, Kunden vergrätzt und Mitarbeiter in die innere Kündigung getrieben werden. Dann ist Klartext angesagt.

Bitten Sie um eine kurze Darstellung der Situation. Aus Ihrer Perspektive und mit Abstand sehen Sie gewöhnlich eher, worum es wirklich geht. Was auf dem Spiel steht.

Unterstützen Sie gern mit Fragen, die Mitarbeiter für sich klären müssen:

  • Welche Informationen sind relevant? Welche Aspekte können vernachlässigt werden?
  • Was möchte jeder der Streithammel für sich selbst erreichen? Worüber ist man sich einig, dass man sich nicht einig ist?
  • Was steht einer Entscheidung im Weg? Welche Teil-Entscheidungen lassen sich zuerst problemlos treffen? Was wären die schlimmsten Folgen einer Fehlentscheidung? Wie schlimm wären diese wirklich?

NEIN,

denn so sehr Sie als Förderer und Forderer Ihrer Mitarbeiter gefragt sind, nirgendwo steht, dass Sie alles selbst machen müssen. Sie stellen der Herde eine Weide zur Verfügung – in Ihrem Unternehmen einen überschaubaren Aufgabenbereich. Hier dürfen und sollen Mitarbeiter lernen durch klare Zielsetzungen, durch das Vorbild, das Sie ihnen bieten oder durch Versuch und Irrtum:

  • Prioritäten zu setzen
  • Beziehungen zu klären und zur Erreichung von Sachzielen (zurück) zu finden
  • Sich der Gefahr falscher Entscheidungen auszusetzen und mit den Konsequenzen zu leben. Aber auch die Ernte ihrer richtigen Entscheidungen einzufahren und als eigenen Erfolg zu genießen

Selbstverständlich können Sie sie durch Weidezäune – z.B. Fortbildungen – oder einen Hütehund, – den Coach – unterstützen. Doch das Durchbeißen und das Schwitzen für eine gute Lösung dürfen Sie von Ihren Mitarbeitern erwarten.  Durch selber machen lernen wir immer noch am besten.

Denn Licht und Klarheit sind nicht nur Chefsache.

Dass sich Schafe im Ernstfall sehr gut helfen können, sogar wenn es den Hirten erwischt hat: Glennkill  liefert den Beweis. Als (Hör-)Buch ein wunderbares Weihnachtsgeschenk für streithammelige, schafsköpfige oder lammfromme Mitarbeiter.

 

k wie Kompost

 Kompostieren Sie Ihr Elend

„Ach hätte ich nur…, wenn ich gewusst hätte…, wie konnte ich nur so blöd sein…, dass das ausgerechnet mir passieren musste…“

Gelegentlich ist es hart, mit den eigenen Fehlern, Missgeschicken und Versäumnissen klarzukommen. Man versucht sein Bestes, sich selbst zu überzeugen: „Es ist vorbei. Du kannst es nicht mehr ändern. Vergiss es einfach!

Vergessen funktioniert nicht, sagen Sie?

Na dann machen Sie doch wenigstens etwas Nützliches daraus. Kompost zum Beispiel…

Kompost ist der älteste und natürlichste Dünger und Bodenverbesserer den wir kennen. Er wird aus organischen Reststoffen hergestellt. Warum sollte das ausgerechnet bei Ihnen nicht funktionieren?

  • Dünger, der Ihren Erfolgen auf die Sprünge hilft: macht Sinn.
  • Boden verbessern für Ihr Vorankommen im neuen Jahr: lohnt sich sicher.
  • Reststoffe: Ja genau, Ihre Fehler und Irrtümer des alten Jahres liegen bestimmt noch irgendwo herum.

Deshalb: Kompostieren Sie Ihr Elend. Türmen Sie alle Dummheiten, Missgriffe und Fehlentscheidungen aus dem vergangenen Jahr auf einen Haufen.

Sorgen Sie für gute Bedingungen, damit ein gesunder Dünger daraus wird. Nicht nur Sonne, Regen und Wind sollen ihren Teil tun. Graben Sie gelegentlich ordentlich um. Experten bestehen darauf, dass die Oberfläche des Kompostmaterials gut zerkleinert sein muss, damit die Zersetzung in Gang kommt. Schnappen Sie sich ihre drei Lieblingsärgernisse und häckseln sie (mit einer guten Freundin möglicherweise) noch einmal kräftig durch. Oder Sie erinnern sich mit einem Schmunzeln daran und verzeihen sich selbst die Fehlgriffe, Irrtümer und Patzer von gestern.

Lassen Sie Ihre Fehler zu den erfolgreichsten des Jahres werden, so wie Kompost einen wesentlichen Beitrag zur Gesunderhaltung des Bodens und zur Ernährung der Pflanzen leistet. Werden Sie zur Entdeckerin: Was war an Ihrem Mist, den Sie verzapft haben, so daneben, absurd oder fast kurios, dass im „das-nicht-nochmal-sondern-ganz-anders-machen“ schon der Keim für eine funkelnagelneue Idee steckt? Womöglich reift in Ihnen sogar ein Impuls, welches Detail Sie beim nächsten Mal verändern werden. Oder Sie nehmen sich vor, es beim nächsten Mal exakt genau so zu wiederholen, nur unter anderen Umständen…

Neues Jahr, neues Glück.

Ein frisches Jahr 2011 voller Möglichkeiten wünsche ich Ihnen.

Randvoll mit geistigen Mikroorganismen, die unermüdlich aus den Resten von gestern die Rohstoffe für Ihre spannende fruchtbare Zukunft schaffen.

Und bitte bleiben Sie am Ball – gönnen Sie sich auch 2011 eine üppige Portion „verflixt-nochmals“ und machen Sie Berge von neuen, von kreativen Fehlern.

Nachtrag 2018: Laden Sie sich die Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie aus Ihren Fehlern Dünger machen, bequem herunter.

 

k wie die Kleine Neugier

Ächzen, Stöhnen und hochrote Gesichter im Sportkurs. Wir sitzen im Grätschsitz. Die Aufgabe: Beugt euch jetzt weit nach vorn! Dabei die gestreckten Arme über Kopfhöhe heben! Na, wie beweglich bin ich? Wie belastbar ist der Rücken einer Schreibtischtäterin? Mach ich weiter? Oder geb ich auf?

Hans, der Trainer, grinst vergnügt zu mir herüber. „Stimmt’s, du hörst es keifen, dein Ego? ‚Mach mehr, streng dich an, gib alles, du musst’… So quälst du dich zu Höchstleistung und Perfektion. Der Spaß bleibt leider auf der Strecke. Oder jault dein Schweinehund gerade ‚du schaffst das sowieso nicht, viel zu alt, viel zu klein, viel zu untrainiert’ und findet tausend Gründe warum diese Übung bei dir nicht funktionieren kann und du es lieber lassen solltest“. Das Ego und der Schweinehund – die beiden Wegelagerer – lenken uns zu oft erfolgreich davon ab zu entdecken was wir drauf haben.

„Wie wär’s…“, Hans Blick wird direkter und noch wacher. „Wie wär’s wenn du mal die Kleine Neugier ran lässt? Die will einfach nur probieren, was du wirklich kannst. Will testen was geht.“

Ich sitze noch immer in vorgebeugter Haltung. Er hockt direkt vor mir, fordert mich heraus – gegen den Widerstand seiner Hand – noch ein Stück zu schieben. Sieh an, da geht noch was. Und ich hab immer noch Spaß dabei.

Wann ist es für Sie wieder einmal an der Zeit, die Kleine Neugier aus der Abstellkammer zu befreien? Stauben Sie sie ein wenig ab. Lassen sie sie einen Tag ohne Leine laufen und sich von ihr zwischen Ego und Schweinehund hindurch manövrieren. Entdecken Sie ‚was geht’.

Ihnen fällt jetzt gerade nichts ein, wo sich das lohnt? Hier ein paar Anregungen von A bis Z. Weiterlesen

k wie klettern

Premiere vor zwei Jahren. Zum ersten Mal nahm ich an einem Outdoor-Training teil. Als Hamburgerin in Meer und plattes Land verliebt, rochen für mich die Berge in Berchtesgaden nach richtig echtem Hochgebirge, nach Veränderung, nach Abenteuer, nach Herausforderung.

Vor dem Klettern zwei Übungstage:

  • Auf anständiges Schuhwerk achten (Passt mein Material zu meinem Vorhaben?)
  • Atem einteilen (Was sind angemessene Geschwindigkeit und Schrittlänge?)
  • Tritt fassen (Stehe ich fest und sicher oder rutsche ich beim ersten Seitenwind ab?)
  • Abseilen (Vertraue ich dem Partner der mich sichert?)
  • Umgang mit Seil und Haken (Welche Fähigkeiten brauche ich noch?)

Der nächste Morgen:

Das Wetter verlockend wie aus Hochglanzbroschüren des Tourismusverbandes. Anspornender Sonnenschein, knallblauer Himmel, die Berggipfel schneebedeckt. Hallo Heidi-Land.

Klettern. Der Aufstieg beginnt. Vernünftige Ausrüstung, ein erfahrener Bergführer (ich jede Menge Muffensausen) und das Ziel – den Gipfel – fest im Blick. Geröllhänge hinaufkraxeln, für pfeifende Murmeltieren das Echo spielen (die pfeifen besser als ich), klaffende Felsspalten irgendwie überwinden, auf glitzernden Schneefelder die Balance halten. Nur an den ganz kniffligen Stellen nutze ich dann doch die Sicherungsseile in der Wand. Schweiß und Dreck und höllische Anstrengung.

Nach Ewigkeiten dann auf dem Gipfel. Was für ein Gefühl, für ein Triumph und Jubel. Tschakka, ich hab’s geschafft. Und plötzlich befreit sich – ein blinder Passier, den ich wohl hier raufgeschleppt habe – ein Zweifelsteinchen in meinem Kopf und löst die Lawine von Fragen aus: Und jetzt? Wie komm ich wieder runter? Wofür quäl ich mich so? Was hab ich davon? Wozu ist das gut? Was kommt danach?

Ein Ziel zu haben – wunderbar. Einmal auf dem Gipfel zu sitzen – wow. Und was ist, wenn Sie Ihr Ziel erreicht haben? Was ist dann besser oder anders? Wie geht es danach weiter? Was ist der Sinn des Ganzen für Sie?

In ihrem Buch „Die Sinn-Macher“ beschreibt Gertrud Höhler den Sinn des Ganzen als die knappste Ressource, die wir gemeinsam zu managen haben. Warum macht es Sinn, sein Bestes zu geben, gerade hier, gerade jetzt? Wer darauf keine Antwort findet, meint Höhler, wird weitersuchen müssen, bis er/sie am richtigen Platz ist. Was ist Ihre persönliche Antwort?

Übrigens

… meine Kraft hat für den Abstieg von der Schärtenspitze (2.157 m) ausgereicht. Und für mich persönlich habe ich einige entscheidende Antworten mitgebracht. So hat das Klettern für mich Sinn gemacht.

k wie kippen

Ja, manchmal wähnen wir uns in Sicherheit mit unseren felsenfesten Erwartungen und gründlich durchdachten Planungen. Bis unser Gegenüber uns einen Ball zuwirft, der schon im Anflug nach Risiko und Flexibilität riecht.

Erst neulich:
Es wird ein komplexes strategisches Projekt gestartet, das den Markterfolg gewaltig ankurbeln soll. Die Projektleiterstelle muss deshalb unbedingt mit der richtigen Person besetzt werden. Doch der Personalmarkt für die erfahrenen Experten ist leer gefegt – im Unternehmen und extern. Jetzt tagt der Vorstand. Ratloses Achselzucken. Endlose Debatte. Woher nehmen und nicht stehlen?

Ein Vorstandskollege, bisher bekannt als großer Schweiger, schlägt unerwartet die Neue aus seinem Ressort dafür vor. Zwar sei sie erst zwei Monaten dabei, doch habe sie Biss. Hochgezogene Augenbrauen in der Runde. Diskussionswellen schäumen in Sekunden bis zur Zimmerdecke: „zu jung, zu unerfahren, die Aufgabe für sie zu komplex“. Die einträchtige Meinung der Vorstandskollegen scheint aus Beton, der Vorschlag vom Tisch gewischt. Da räuspert sich plötzlich der Vorsitzende: “Warum eigentlich nicht…?“ Perplexes Schweigen klebt im Raum… Weiterlesen