Aufregend unaufgeregt – der StoryTeller im März

Sich mit Frauen zum Essen zu treffen, die man bisher noch nie gesehen hat, das sei schon irgendwie aufregend. Ob die Themen und Interessen zueinander passen? Ob man schnell in Kontakt kommt? Und dann noch vegan, wie sie kurzfristig erfahren hatte… „Naja, sie hätte sich dann mal auf Körner eingestellt“, sagt Annette, die heute ihre Premie beim StoryTeller hat.

Das passt zum Thema

Mein erstes Mal: Zauber des Neubeginns oder Qual der Überwindung?

Es geht darum, wie wir mit Herausforderungen und Überraschungen umgehen, mit denen wir zum allerersten Mal konfrontiert sind.

  • Magst du Neuanfänge? Was inspiriert dich daran? Oder bleibst du lieber im vertrauten Fahrwasser und empfindest neue Herausforderungen als Stress pur?
  • Mit welchen Strategien bist du dem immer wieder ersten Mal in deiner Lebens- oder Berufsgeschichte bisher begegnet?
  • Was hat sich bewährt in Lebenssituationen für die es noch keine Erfahrungen, keine Blaupause gibt?
  • Was gibt dir Sicherheit in Neuanfängen? Oder ist Sicherheit nur eine Illusion?

Vertraut, als würden wir uns schon Jahre kennen, mäandern unsere Geschichten. Von den persönlichen Premieren, die uns in diesem Jahr bevorstehen  – haben wir sie uns bewusst ausgesucht oder sind sie einfach ‚dran‘ – über Hoch- und Tiefpunkte unserer individuellen Entwicklungswege bis zu ganz neuen Ideen der Vernetzung und gegenseitigen Unterstützung. Wunderbar. Es fließt und es schmeckt. Ganz unaufgeregt eben.

Mein ganz persönliches erstes Mal heute als Gastgeberin?

Ein veganes Menü in drei Gängen

Mit einem einzelnen Gericht hab ich bisher immer Glück gehabt. Hab deshalb auf die Webseite geschrieben, vegan zu kochen sei die absolute Ausnahme. Es sei denn, mindestens zwei der vier Teilnehmerinnen möchten es so. Herausforderung angenommen. Mit Abenteuerlust, Leidenschaft und Neugier hat sich alles köstlichst ergeben. Ein Erfolgsmodell in der Küche und jeder Geschichte, die das Leben schreibt (das Dessert haben wir vor lauter Begeisterung vergessen zu fotografieren).

Stephanie sagt:
Es war ein – veganes – kulinarisches Fest. Allein schon deswegen würde es sich lohnen gleich den nächsten Storyteller mitzumachen. In einer kleinen sehr feinen Runde tauschten wir Pläne und Ideen aus und guckten auch mal über den Tellerrand. Ein etwas anderer Blick der mich sehr inspiriert hat. Danke Katrin.

Silvia sagt:

Liebe Katrin, es war wirklich ein sehr schöner Abend. Menschen und ihre Geschichten sind einfach das spannendste, was es gibt und dann auch noch leckeres Essen dazu – kaum auszuhalten.

Du willst dabei sein? Hier die nächsten Termine des StoryTeller

Storytelling ist keine Einbahnstraße

Storytelling ist keine Einbahnstraße

So, fast alles erledigt für heute. Nur schnell noch zu BUDNI. Ich schließe mein Fahrrad an, mit den Gedanken schon beim Espresso, den ich mir gleich zu Hause genehmigen werde. Aus den Augenwinkeln nehme ich den jungen Mann wahr. Offener Blick aus wunderschönen Augen. „Ok, was gibt’s?“

Wer fragt, führt

„Wie viele Einwohner hat Hamburg?“ Upps? Keine Ahnung! Ich rate spontan und liege weit daneben. Er schmunzelt und die Einladung zum Dialog ist perfekt.

1,8 Millionen sollen es jetzt sein. Genauso viele Menschen sind in Indonesien vom Erdbeben betroffen. Volltreffer, die Zahl sitzt. Was für ein Vergleich. Ohne Wasser, Strom, hygienische Versorgung – ganz kurz und knapp die Fakten. Keine Übertreibung, kein Schwulst, nackte Tatsachen in einfacher Sprache. Zack, sofort habe ich Bilder im Kopf. Wenn das uns Hamburger beträfe… Er spricht von Hilfe zur Selbsthilfe die ankommt. „Aha“, denke ich, es geht um Geld. In meinem Kopf geht die Schublade auf „einer von denen also“. Doch egal, die Story hält mich im Dialog.

Er spürt mein Zögern. Nächste Frage „Kennen Sie Care?“. Die mit den Care-Paketen. Rosinenbomber nach dem Krieg in Westberlin. 1948/ 1949. Ich gebe mich als Sächsin zu erkennen. „Oh, soweit sind die nicht geflogen.“ Er lächelt wieder. Süß. Gute Story, hätte funktionieren können. Leider bei mir nicht, falsche Zielgruppe. Aber macht nichts.

Komm zum Punkt

Langsam werde ich ungeduldig. Es geht um Geld. Mein Geld. Das hab ich inzwischen kapiert. „Komm zum Punkt. Worum geht‘s dir?“. Klar, Spenden. Keine Mitgliedschaft. Er erläutert kurz und knapp wie das mit der regelmäßigen Zuwendung, die zu 88,9% auch bei den Hilfsbedürftigen ankommt, funktioniert. Aha, klare Information, darüber wie ich mitmachen kann. Auch richtig.

Freundlich erkläre ich ihm meine persönliche Art, Gutes für Menschen und Natur zu tun. Und weshalb Spenden an Care nicht dazugehören. Aufmerksam hört er zu. Greift dann meine Argumente auf – nutzt exakt meine Worte. Perfektes Backtracking*. Alles richtig. Die indonesischen Erdbebenopfer sind vergessen. Jetzt sind Mangroven dran. Er erklärt, was Care hier tut. Doch ich bin Taucherin, kenne mich mit Mangroven aus. Das sag ich ihm. Da packt er Bildung obendrauf. Er will mich gewinnen. Kann ich verstehen.
Doch längst hat er den erkundenden Modus verlassen und wirft nur noch Info-Bomben. Es fällt ihm nicht auf. Aber mir. Deshalb sag ich Nein. Sage sehr deutlich und sehr freundlich Nein.

Dialog braucht Augenhöhe

Keine Chance. Sein Zug rollt und ist nicht mehr zu stoppen. Was auch immer ich sage, er hat ein Ja aber. Leise steigt Groll in mir auf. Gewiss, er ist auf einer Mission, hat ein bedeutsames Ziel. Aber nimmt er mich überhaupt noch wahr? Bin ich noch ebenbürtige Dialogpartnerin oder nur Zielobjekt? Jetzt bringt er seine wunderschönen Augen ins Spiel, versucht den hypnotischen Blick. Ne Junge, jetzt ist gut.
Am liebsten würde ich ihn wortlos stehen lassen. Doch ich reiß mich zusammen und steige um auf Metakommunikation**: „Was erleben wir hier gerade miteinander?“

Top im Storytelling

  • Sein Herz ist bei der Sache. Er brennt dafür, worüber er spricht. Ich teile seine Emotionen.
  • Seine anschauliche Alltagssprache macht es mir leicht, lebendige Innenbilder zu sehen.
  • Alle Elemente der guten Story sind drin: Protagonist, Problem, Lösungsansatz.
  • Er macht klar, was er von mir will und zeigt mir einen eindeutigen Weg zum Handeln.

So nutzt die beste Story nichts

  • Er lässt sich vom Druck, sein Ziel zu erreichen mitreißen und vergisst mich als Zuhörerin.
  • Er ist nicht bereit, meine Entscheidung zu akzeptieren

Jetzt hat er verstanden. Unsere Verabschiedung ist kurz aber herzlich.

Stories wirken langfristig

Später beim Espresso lässt mich diese Begegnung nicht los. Ich bewundere aufrichtig jede/n, die/der sich freiwillig der Situation aussetzt, immer und immer wieder ein Nein zu kassieren. Telefonverkäufer, Fundraiserinnen, Versicherungsvertreter. Habe Respekt vor dem Bettler auf der Straße. Ich stelle es mir unfassbar anstrengend vor, Tag für Tag Nein und nur selten ein Ja zu hören.

Auch wenn der junge Mann heute keinen unterschriebenen Spendenantrag von mir bekommt, an das Unternehmen werde ich mich erinnern. Durch seine Stories werde ich mich daran erinnern was sie tun, daran was ich mit meiner Spende bewirken kann. Wenn der Tag kommt, an dem ich mich dafür entscheide. Denn ich habe Bilder vor meinem inneren Auge – lebendige Bilder. Von lebendigen Menschen.

Manchmal hat Storytelling eine langfristige Wirkung. Haben Sie Geduld mit sich. Und ihrem Gegenüber.

*Backtracking bedeutet ein Zurückverfolgen des Weges. Ich wiederhole sprachlich und in gleichem Tonfall das, was mein Gegenüber gerade gesagt hat. So stelle ich Nähe her und halte das Gespräch im Fluss.
**Metakommunikation ist der Moment, indem Sie den Inhalt des Gespräches verlassen und über das Gespräch an sich reden. Immer dann nützlich, wenn ein Dialog aus dem Ruder zu laufen droht. Fragen Sie sich und Ihren Gegenüber (laut): „Was passiert hier gerade?“

Mach mir’s. Mach mir’s gut. Aber ein bisschen billiger …

Das finden Sie anstößig? Wir auch.

Doch ist es Realität in unserem Land, dass auch 2012 Frauen dreiundachtzig Tage länger arbeiten müssen, um bei gleicher Leistung auf das gleiche Gehalt oder Honorar zu kommen wie ihre männlichen Kollegen.

 

Natürlich sind diese Zahlen rein statistisch betrachtet. Natürlich wird es vereinzelt Frauen geben, die besser verdienen als ihre Kollegen. Und das ist gut so. Doch es sind noch viel zu wenige.

Wenn Sie – ganz gleich ob als Selbständige oder Angestellte – das Gefühl haben, Sie verdienen noch nicht, was Sie verdienen, herzlich willkommen zum

 

 

Equal Pay Day am 23. März ab 17.30 Uhr

in den Räumen der Patriotischen Gesellschaft, Trostbrücke 6, 20457 Hamburg

Das Programm

17:30 Einlass
17:45 Eröffnung durch den BPW Club Hamburg und das Interkulturelle Frauenwirtschaftszentrum
18:00 Speednetworking mit Katrin Klemm als Moderatorin
18:30 Grußwort Kersten Artus, Vizepräsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft
18:40 Impulsvortrag „Mehr Wert – Ursachen von Lohnunterschieden gezielt angehen. Ergebnisse eines Praxisprojektes“
Dr. Susanne Dreas, KWB Koordinierungsstelle Weiterbildung und Beschäftigung e.V., Bereichsleiterin Frau & Karriere
19-20 moderierte Diskussion
20-21 kostenloses Coaching
20-21 Get together Austausch/ Infotheke

Die Podiumsdiskussion

  • Christine Wolff, aktuell Studiengang Master of Business Administration and Honourable Leadership, bis 2010 Geschäftsführerin für die Region Europe & Middle East der URS Corporation, die Financial Times Deutschland zählt sie zu den Top 101 Frauen der deutschen Wirtschaft
  • Sylvia Tarves, Geschäftsführerin LEADING WOMEN – Personal– und Strategieberatung für Vermittlung von weiblichen Führungskräften und Gender Diversity Consulting
  • Agnes Schreieder, ver.di, stellv. Landesbezirksleiterin Hamburg
  • Corinna Nienstedt, Handelskammer Hamburg, Geschäftsbereich International und Ansprechpartnerin für Grundsatzfragen zum Thema Frauen in der Wirtschaft
  • Prof. Dr. iur. Ulrike Lembke, Universität Hamburg, Juniorprofessorin für Öffentliches Recht und Legal Gender Studies
  • Moderation: Funda Erler, freie Journalistin

Warum Deutschland im Gender GAP fast das Schlusslicht in Europa bildet in der

Pressemitteilung BPW Germany 2. März 2012

Frech – frei – sexy: Die ClownIn als persönlicher Humorcoach

… der Vortragsabend am 6. September 2011 beim BPW Hamburg mit Uli Tamm und Katrin Klemm ist leider ausgebucht. Wenn Sie diesen Impulsvortrag einmal in Ihrem eigenen Haus haben möchten, sprechen Sie mich gern an: Kontakt

Viele Menschen mögen Clowns nicht besonders. Sie repräsentieren all das, was ein Mensch in der Gesellschaft nicht darf. Sie scheinen das Leben nicht ernst zu nehmen. Sie scheinen nicht hart zu arbeiten, nichts gelingt ihnen und dauernd machen sie alles falsch. Clowns sehen seltsam aus, mit einem Wort: sie sind fremd, faul, frei und ungeschickt. Doch Beispiele für bekannte und gesellschaftlich erfolgreiche ClownInnen gibt es in Hülle und Fülle. Denken wir nur an Gardi Hutter, die als erste deutschsprachige Clownin weltberühmt wurde; oder an Jutta Wübbe (Marlene Jaschke!), die es verstanden hat, ihre persönliche Geschichte zur Grundlage ihrer ganz speziellen, umwerfenden Komik zu machen.

An diesem Abend werden Uli Tamm, Schauspielerin, Regisseurin und seit 2000 Leiterin der Clown Schule Hamburg und Katrin Klemm in einem Impulsvortrag vorstellen, was es heißt, als ClownIn immer wieder das Experiment zu wagen, mutig aufzutreten und eine Beziehung zu wildfremden Menschen herzustellen. Das fällt den wenigsten von uns leicht und ist doch gleichzeitig Voraussetzung für eine erfolgreiche Karriere.

Der Clown/ die Clownin als persönlicher Humorcoach – dazu ist es nicht zwingend notwendig, eine rote Nase ins Gesicht zu stecken oder in der Jackentasche zu tragen. Humorvolle Chefinnen stehen in der Beliebtheitsskala ganz oben – unter anderem deshalb, weil sie sich in einem schwierigen Mitarbeitergespräch nicht in den Konflikt verwickeln. Sie können anstrengungslos die Perspektive wechseln. So entzerren sie festgefahrene Situationen und sorgen auf beiden Seiten für Entspannung, vielleicht sogar Lachen – ohne Prestigeverlust. Im Gegenteil: sie gewinnen ihren Mitarbeitern gegenüber an Profil.

Als BPW-Clubfrau wird Katrin Klemm, Coach und Kommunikationstrainerin, an diesem Abend aus dem Nähkästchen plaudern, wie sie den Weg zu Ihrer ClownIn gefunden hat und was sich dadurch in ihrem Business verändert hat.