Du weißt, was du willst! Was brauchst du wirklich?

Tag 16 von 365 in diesem Jahr.

Wie geht es deinen Vorsätzen, den Zielen und Plänen für 2026?

Du weißt, was du willst

Hast du dir etwas vorgenommen, das du erreichen WILLST (Want)? Oder dir mehr Zeit (und den Tiefgang) gegönnt, dir zu überlegen, was du wirklich BRAUCHST (Need)?

Du bist jetzt in deinen besten Jahren. Stehst an einer Schwelle zu entscheiden, wie es jetzt weitergeht. Doch dir ist noch nie aufgefallen, dass es da einen Unterschied gibt?

In diesem Beitrag

  • erfährst du, worin der wichtige Unterschied liegt.
  • beleuchte ich den Unterschied an einem meiner Lieblingsfilme des letzten Jahres.
  • bekommst du eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, um für dich herauszufinden, worum es für dich 2026 wirklich geht.
  • kannst du nochmal ins Feintuning gehen.

Der Unterschied

Auf einer tieferen Ebene beschreibt das Feld zwischen dem „was ich will“ und dem, „was ich brauche“ die Spannung zwischen einem allzu verständlichen Wunsch und dem, was für echtes Wachstum nötig (aber selten bequem) ist.

Was ich will

  • ist ein explizites Ziel.
  • meint etwas, das mich glücklich oder erfolgreich (oder… setze ein, was für dich passt) machen soll.
  • hat oft etwas mit äußeren Faktoren zu tun: Geld, Kontrolle („ich hab es im Griff“), Anerkennung („dafür winkt eine Belohnung“), Sieg („ich werde die Erste/Beste/Schnellste sein“).

Was ich brauche

  • meint die innere Transformation, die erforderlich ist, um wirklich erfolgreich zu sein. Erfolg meint hier das vollkommene Ankommen in der Persönlichkeit, die du wirklich bist.
  • ist häufig unsichtbar, unangenehm, unbequem und wird dich mit Widerständen konfrontieren, auf die du gern verzichtet hättest.
  • betrifft deine Werte und Einstellungen, deinen Blick aufs Leben. Es kommt von innen.

Betrachten wir das mal aus der sicheren Entfernung des Kinosessels von der Leinwand.

Im Film treibt das, was unsere Filmheldin WILL, die Handlung voran. Wir werden gut unterhalten von dem, was im Außen passiert. Das, was sie wirklich BRAUCHT ist es allerdings, was uns ihre innere Verwandlung miterleben lässt. Genau das ist es (Ausnahme: schlechte Filme), was uns berührt, bewegt, und einen Film nicht so schnell vergessen lässt.

Wunderschöner

Vielleicht hast du den Film Wunderschöner von Karoline Herfurth 2025 schon gesehen. Wenn nicht, es lohnt sich! Es geht um Schönheit, um Selbstbilder und Beziehungen von Frauen jeden Alters.

Was diese Frauen WOLLEN: Sie wollen als schön angesehen, wollen begehrt werden und sich dafür selbst „verbessern“ – ihren Körper, ihr Alter, ihr Selbstvertrauen, ihren Beziehungsstatus. Erstrebenswertes Ziel ist es, sich endlich in den Augen anderer als ausreichend zu empfinden. Logisch und nachvollziehbar, oder? Und doch vollständig von äußeren Blicken abhängig, sozial konditioniert und befeuert durch soziale Medien, Partner und das ewige Vergleichen mit anderen.

Was sie allerdings BRAUCHEN, das erkennen wir als neunmalkluge Zuschauerinnen in unserem gemütlichen Kinosessel viel schneller – wir leiden ja nur aus der Ferne mit ihnen – sind:

  • Selbstakzeptanz ohne Kompromisse.
  • Selbstwertgefühl, das sie nicht mehr von der Anerkennung anderer abhängig sein lässt.
  • eigene Maßstäbe, mit denen sie ihre Schönheit und ihren Wert definieren.
  • die Gelassenheit, ihre Unvollkommenheit ohne Panik zu tolerieren.

Doch genau diese Zutaten inneren Wachstums sind unbequem zu erreichen. Sie fordern die Filmheldinnen (genau so wie uns) bis an die Grenzen.

Sobald wir uns diesem wahren Bedürfnis stellen, darauf lauschen, was wir BRAUCHEN, dann ist es wurscht, ob wir in den Augen anderer „perfekt“ sind. Das Risiko: wir könnten die Garantie auf Anerkennung von außen verlieren.

Genau hier liegt das Spannungsfeld in diesem Film.

  • Want:Wenn ich mich ändere, werde ich am Ende glücklich sein.
  • Need:Es geht kein Weg daran vorbei, mich selbst zu akzeptieren, um wahre Glücksmomente zu erleben.

Vorsicht Spoiler:

Der emotionale Gewinn des Films (und befreiendes Lachen im Kinosaal) entsteht in den Momenten, in denen unsere Protagonistinnen ihren Optimierungszwang über Bord werfen, und sich stattdessen für Ehrlichkeit, für Grenzen, für Selbstachtung entscheiden.

Was wäre, wenn das, was du als Ziel verfolgst, genau das ist, was dich daran hindert, voranzukommen? StoryCoach katrin klemm

Was ist das, was du willst?

Weshalb ich – als StoryCoach – von der transformierenden Kraft guter Drehbücher überzeugt bin:

Durch die klare Unterscheidung in WANT und NEED ergeben sich einfach die besseren Fragen. Was wäre, wenn die zentrale Frage in „Wunderschöner“ auch für dich gilt?

Was wäre, wenn das, was du als Ziel verfolgst, genau das ist, was dich daran hindert, voranzukommen?

Was brauchst du wirklich? So findest du es heraus. Schritt für Schritt Anleitung von Katrin Klemm StoryCoach

Was darf sich 2026 für dich entwickeln?

Stell dir diese zwei Fragen. Unterscheide sie sauber.

  1. Was will ich – genau jetzt?
  2. Was brauche ich – genau jetzt?

Spürst du, welche unterschiedliche Energie sie in sich tragen, sobald du sie laut aussprichst?

Wenn du zwischen 45 und 55 bist, und an der Schwelle zu einem neuen Lebensabschnitt stehst, geht’s dir vielleicht ähnlich wie den Filmheldinnen in „Wunderschöner“.

Für mich ist das kein kritisches Alter. Es ist vielmehr eine Zeit der Klarheit.

45plus ist eine Zeit der Klarheit

Du hast schon viel erlebt, kannst dich auf bewährte Kompetenz verlassen. Das äußere Umfeld scheint stabil. Doch im Innen fühlst du dich erschöpft, weil du immer und immer wieder eine Rolle spielst. Langsam bröckelt deine Toleranz gegenüber dem gewohnten Selbstbetrug.

Das führt zu Spannungen zwischen dem was du willst – und dem, was du wirklich brauchst. In verschiedenen Bereichen deines Lebens.

Beruf – Karriere

Vielleicht hast du dir für 2026 vorgenommen: Sicherheit ohne Erschöpfung, Anerkennung ohne ständige Selbstdarstellung, eine Rolle, die deine Erfahrung respektiert. Kein ständiger Kampf.

Lausche deinen BEDÜRFNISSEN nach: Der Freiheit, über deine Zeit, deine Energie und deine Grenzen selbst zu entscheiden. Einer Aufgabe die deine Werte widerspiegelt, nicht nur deine Fähigkeiten. Dem Mut, deinen Job neu zu gestalten (nicht unbedingt zu kündigen). Oder das erschöpfende „Ich muss mich beweisen“ zu beenden?

Du willst dich nicht mehr fragen: „Wie passe ich hier hinein?“ Sondern dich lieber frei entscheiden: „Wofür stehe ich zur Verfügung?“

Selbstwertgefühl  – Beziehungen

Deine WÜNSCHE: Du willst weiterhin als wertvoll, relevant und attraktiv angesehen werden – für berufliche Rollen, Partner, Institutionen. Willst beruflich und sozial nicht in Vergessenheit geraten, nach äußeren Maßstäben „gut altern”. Nicht ständig als “zu viel” oder “zu anstrengend” angesehen, und doch gebraucht zu werden. So wie die Frauen im Film.

BEDÜRFNISSE, die darunter liegen: Du willst deinen eigenen Wert von innen heraus definieren, und aufhören, ständig über ihn zu verhandeln. Sehnst dich danach, den Druck loszulassen, ständig gefallen zu müssen. Möchtest dir lieber selbst treu bleiben, auch wenn es die Zustimmung anderer kostet.

Identität – Lebenszeit – Energie

WÜNSCHE: Du strebst nach mehr Energie, einer ausgeglichenen Balance, weniger Druck.

Doch geht’s mit Blick auf die echten BEDÜRFNISSE nicht eher um Prioritäten, die du nach deinem Gutdünken setzt? Um Rollen, die du loslässt, weil andere sie dir auf den Leib geschneidert haben (die inzwischen kneifen sie wie ein zu enger Hosenbund)? Das Ja zur eigenen Endlichkeit; und genau deshalb zur Freiheit, dich radikal für dich zu entscheiden?

Heißt deine Orientierung jetzt nicht eher: eine klare Identität, ein Nein zu allem, was nicht (mehr) passt? Der radikale Aufbau von Vertrauen in den Menschen, der du wirklich bist (statt jener Frau, die du vorgibst zu sein?)

ANMERKUNG Dies ist eine der schwierigsten Anforderungen – denn sie erfordert Trauerarbeit, nicht Lösungsorientierung.

Die stille Wahrheit

Viele Frauen wissen in ihren Vierzigern oft bereits, was sie brauchen. Was ihnen fehlt, ist nicht Einsicht. Es ist Erlaubnis.

  • Erlaubnis, andere zu enttäuschen.
  • Erlaubnis, sich neu zu definieren.
  • Erlaubnis, mit bestimmten Rollen Schluss zu machen.

Der Preis ist hoch, und oft nicht einmal bewusst: die ständige Distanz zu dir selbst.

Du entscheidest, was du willst. Und was du brauchst.

Nur du kannst entscheiden, ob du weiterhin an deinen Zielen festhältst. Oder ob du dein Leben neu nach deinen Bedürfnissen ausrichtest.

Erstes Anzeichen einer Schieflage deiner Vorhaben, Pläne und Ziele für 2026 kann es sein, wenn du schon jetzt Enttäuschung spürst. Bekommst du nicht, was du willst, kann es daran liegen, dass du vermeidest, was du wirklich brauchst.

Nicht dein Thema? Oder zu harte Vorstellung?

Dann lies jetzt bitte nicht weiter!

Du willst es jetzt wissen?

Doch wenn du jetzt sagst: Ich hab das echte Bedürfnis, meinen Blick auf das kommende Jahr noch einmal nachzujustieren, dann nutze diese Schritt für Schritt-Anleitung für dich. Schnapp dir Papier und Stift. Finde einen ruhigen Platz für eine gute Stunde. Mach dein Telefon aus und dann viel Spaß beim Entdecken.

Um welches Thema es für dich geht, entscheidest du selbst.

Hinweis: Für die bessere Verständlichkeit erläutere ich das Vorgehen bei Schritt 5 am Gedankenspiel “So geht’s nicht weiter in meinem Job” . Falls das gerade dein Thema ist, prima. Ansonsten bleibst du beim Thema, das du dir gewählt hast.

Wenn du weitergelesen hast, spürst du vermutlich schon, um welchen Bereich deines Lebens es geht. Damit kannst du sofort loslegen.

Schritt 1: Ergänze ehrlich folgenden Satz: (5 Minuten)

Ich bin an einem Punkt angelangt, an dem es mich ______ kostet, so weiterzumachen wie bisher.

Spüre in dich hinein, was an die Leerstelle gehört. Vielleicht: Energie? Oder Selbstachtung, Gesundheit, Neugier, Überwindung, …?

Vervollständige den nächsten Satz:

Was ich am meisten zu verlieren fürchte, ist ______.

Analysiere nicht zu viel. Schreib auf, was als erstes kommt.

Unterscheide klar

Schritt 2: Trenne Wünsche (WANT) von Bedürfnissen (NEED) (20 Minuten)

Falte ein Blatt Papier in der Mitte.

Überschrift linke Seite „Was ich WILL“.

Schreibe auf, was du erreichen willst, was du dir erhoffst, dir von anderen wünschst. Wovon du überzeugt bist, es würde dein Leben einfacher machen. Schreib runter ohne zu filtern.

Überschrift rechte Seite „Was ich BRAUCHE“.

Nimm dir Zeit, die folgenden Fragen zu beantworten:

  • „Wobei habe ich es satt, so zu tun, als wäre es in Ordnung?“
  • „Wo übertreibe ich es, um akzeptiert/ angenommen zu bleiben?“
  • „Welche Wahrheit verdränge ich, anstatt sie zu leben?“
  • „Was weiß ich bereits, schiebe es aber immer wieder auf?“

Wenn es sich schwer anfühlt, bist du nah dran. Fühlt es sich clever an, was du da schreibst, bist du weit weg. Dann mach es nochmal.

Bleib realistisch

Schritt 3: Finde heraus, welche Bedürfnisse unverhandelbar sind (10 Minuten)

Kreuze von der rechten Seite BEDÜRFNISSE die 3 Punkte an, die dir am wichtigsten sind. Teste jeden dieser Punkte mit der Aussage:

Wenn sich hier in 5 Jahren nichts ändern würde, würde ich es bereuen.

Das hilft dir, aktuelle Stimmungen von wahrhaftigen Bedürfnissen zu unterscheiden.

 

Schritt 4: Notiere einschränkende Rahmenbedingungen (10 Minuten)

Sei klar und deutlich: Welche realistischen Einschränkungen gibt es in Bezug auf:

  • Finanzielles monatliches Minimum?
  • Menschen, die von dir abhängig sind?
  • Einschränkungen im Hinblick auf deine Gesundheit oder Energie?
  • Geografische oder juristische Einschränkungen?

Schreibe jetzt den folgenden Satz auf und vervollständige ihn:

Innerhalb dieser Einschränkungen habe ich immer noch Einfluss auf ______.

Spüre, wie dieser Satz dir deine Kraft zurückgibt, ohne unrealistische Traumschlösser zu bauen.

Es gibt immer Optionen

Schritt 5 – Wähle deinen Weg

Die Entscheidung, einen konsequenten Richtungswechsel vom WANT ins NEED vorzunehmen, geschieht selten mit einem Fingerschnipsen. Doch da ist ein Raum in diesem Spannungsfeld. Ein Raum, den du mit deiner Kreativität füllen kannst.

WICHTIG: Du wählst keine komplette Lösung. Du bestimmst nur deine Richtung.

Lass mich das am Beispiel “So geht’s nicht weiter in meinem Job” erläutern. Lenkt dich dieses Beispiel nur ab, wähle nur die Überschriften der Optionen A, B oder C und geh direkt zu Schritt 6.

A – BLEIBEN & UMGESTALTEN

Du behältst deine Rolle/ deinen Job im Unternehmen. Doch du:

  • Verhandelst deine Grenzen neu.
  • Gestaltest den Umfang neu.
  • Wechselst innerlich von „Ich muss mich beweisen” zu „Ich wähle aus, wo ich mich besonders engagiere”.

Teste diese Option, wenn dein Job noch zu retten ist und deine Bedürfnisse dem nicht vollkommen entgegen stehen.

B – VERÄNDERN UND NEU VERHANDELN

Du bleibst angestellt, aber:

  • Wechselst in einen anderen Bereich.
  • Veränderst oder reduzierst deine Rolle / Funktion, den Arbeitsrhythmus oder die Verantwortung.
  • Baust dir ein zweites Standbein auf (Side-Business, Studium, Ehrenamt).

Das kann deine Option sein, wenn du mehr leben willst, als es dein Job erfordert (und du gleichzeitig nicht alles hinschmeißen willst).

C – VERLASSEN UND NEU AUFBAUEN

Plane deinen Ausstieg mit:

  • einer neuen Idee und einem tragfähigen Timing.
  • finanzieller Realitätsnähe.
  • Selbstvertrauen (und ohne Zorn oder Verachtung).

Wenn ein weiteres Verharren in diesem Job gegen deine unverhandelbaren Bedürfnisse (siehe Schritt 3) verstößt, ist das deine Option.

Wähle jetzt eine Option aus.

 

Schritt 6 – Entwirf deinen ersten ehrlichen Schritt (10 Minuten)

Es geht nicht um den EINEN großen Sprung. Es geht um den ERSTEN Schritt auf deinem neuen Weg.

Notiere dir deine Ideen zur Frage:

Was kann (will und werde) ich in den nächsten 30 Tagen tun, um meinen Bedürfnissen näher zu kommen. Ohne so zu tun, als wäre alles in Ordnung?“

Du könntest:

  • Ein schwieriges Gespräch führen.
  • Eine Verantwortung reduzieren.
  • Ohne Erklärung „Nein“ sagen.
  • Etwas in aller Stille beginnen.
  • Um eine Veränderung bitten, die du bisher vermieden hast.

Wenn es sich dramatisch anfühlt, ist es zu groß. Fühlt es sich erleichternd an, hat der Schritt die richtige Größe.

 

Schritt 7 – Schaff dir einen Reality Check (3 Minuten)

Weil sich eine Neuausrichtung manchmal zuerst wie ein Verlust anfühlt (schließlich verlässt du vertrautes Gelände), bevor du die Freiheit erleben kannst, schreibe dir den folgenden Satz auf. Bewahre ihn gut auf. Oder bringe ihn an einer dir gut sichtbaren Stelle an.

Wenn ich mich schuldig, missverstanden oder vorübergehend verunsichert fühle, werde ich das nicht als Versagen interpretieren. Ich bin auf meinem Weg.“

 

Bleib dran.

Nimm dir deine Aufzeichnungen von heute aller 6 Monate zur Hand und frage dich:

  • „Welchem Wunsch aus dem Außen diene ich noch?“
  • „Welches Bedürfnis ist deutlicher geworden?“
  • „Wo habe ich neue Energie gewonnen?“

Fortschritt darf langsam sein.

Fortschritt bedeutet mehr Ehrlichkeit, nicht mehr Geschwindigkeit.

Wenn sich all das zu mächtig für dich anfühlt, und du den Weg nicht allein gehen willst, sag Bescheid. In einen kostenfreien Gespräch besprechen wir, wie ich dich auf deinem Weg unterstützen kann.

Ein gemeinsames Stop & Grow kann der Anfang sein. Wünschst du dir eine längerfristige Begleitung, kann auch die LifeStory eine kraftvolle Option sein.

 

Meilensteine deines Lebens

Mit den „Meilensteinen deines Lebens“ Klarheit für dein nächstes Kapitel gewinnen

Das Tool „Meilensteine deines Lebens“ hilft dir dabei, deine bisherige Lebensreise sichtbar zu machen und daraus wertvolle Erkenntnisse für eine aktuelle berufliche oder persönliche Herausforderung abzuleiten. Wann immer ich mit Frauen in der LifeStory gearbeitet habe – ob vor Ort in Hamburg oder Online – war es berührend zu sehen, welche tiefen Entdeckungen aus den Meilensteinen entstanden sind. Und wie viel persönliche Wertschätzung gegenüber dem eigenen Weg, der eigenen Person.

Vor diesen Herausforderungen stand Heinrike zu Beginn ihrer LifeStory-Reise. Lies mehr über ihre persönlichen Erfahrungen mit den Meilensteinen des Lebens.

In diesem Beitrag bekommst du:

  • eine detaillierte Schritt für Schritt-Anleitung
  • eine Arbeitsskizze
  • zwei weitere Praxis-Beispiele

Leg los.

Du wirst wichtige Ereignisse auf deiner Lebenslinie verorten, wirst Muster, Stärken, Werte und Chancen erkennen, die dir bisher vielleicht nicht bewusst waren. All das wirst du nutzen, um dir den nächsten Schritt leichter zu machen.

Vor welcher Herausforderung stehst du aktuell?

Deine Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Vorbereitung

Überlege dir zuerst, vor welcher persönlichen oder beruflichen Herausforderung du gerade stehst. Schreibe sie in einem Satz auf. Denn je genauer wir unseren Fokus auf eine bestimmte Frage richten, desto konkreter werden die Einsichten, die wir mit einer Übung gewinnen.

Beispiele:

  • „Ich möchte mich beruflich neu orientieren, weiß aber nicht, in welche Richtung.“
  • „Ich überlege, ob ich eine Führungsrolle übernehmen oder im Team bleiben soll.“
  • „Ich möchte wieder mehr Leichtigkeit und Energie im Alltag spüren.“

2. Zeichne deine Lebenslinie

Nimm ein großes Blatt Papier  (mindestens A3, am besten einen Flipchartbogen). Zeichne eine waagerechte Linie von ganz links nach rechts.

Markiere darauf deine Lebensjahre – von 0 bis heute, am besten in 10-Jahres-Schritten.

Ziehe nun eine senkrechte Linie am linken Rand und markiere den Bereich oberhalb der waagerechten Linie als Bereich für die positiven Ereignisse (➕). Unter der Linie liegt der Bereich für negative Ereignisse (➖).

Das ist die Grundlage für eine visuelle Landkarte deines Lebens, auf der du gleich die wichtigsten Punkte platzieren kannst.

Unten im Beitrag kannst du dir eine Skizze anschauen.

Der Blick zurück auf deine Meilensteine

3. Finde 5–6 prägende Meilensteine

Überlege jetzt, welche Ereignisse deinen bisherigen Weg besonders beeinflusst haben. Schreibe jeden Meilenstein auf ein eigenes Post-it oder verwende ein Foto.

Meilensteine können sein:
ein Schul-oder Berufs-Abschluss, Geburt eines Kindes, Auszeichnung, Jobangebot, Beförderung, Krankheit, Unfall, Trennung, Neubeginn, Gewinn, Verlust eines Menschen oder Status, berufliche Krise, Erfolgserlebnis.

Sammle erst einmal alles, was dir in ca. 10-15 Minuten einfällt. Dann entscheide dich für 5 der wichtigsten Meilensteine.

Diese 5 ordnest du zeitlich passend auf deiner Lebenslinie ein.

  • Wann haben sie stattgefunden?
  • Wie hast du sie DAMALS empfunden? Positiv, dann gehören sie in den Bereich über der waagerechten Linie (➕). Unter die Linie kommt alles, was du als negativ empfunden hast (➖).

Jetzt hast du ein erstes Bild von zeitlichen Zusammenhängen, emotionalen Bewertungen und Wendepunkte deiner Lebensgeschichte.

Was war in dem Moment wichtig?

4. Analysiere jeden Meilenstein aus der Perspektive der Vergangenheit

Betrachte nun jeden Meilenstein einzeln und notiere auf jeweils einem Post-it:

Welche Werte waren betroffen? (Skizze unten: Symbol W)

Es gibt unendlich viele Werte. Spür hin, worum ging es bei dir? Vielleicht um: Freiheit, Sicherheit, Anerkennung, Fürsorge, Erfolg, Kreativität, Zugehörigkeit,…?

  • Welcher deiner Werte war erfüllt?
  • Welcher war verletzt?
  • Was hat diese Situation damals über dich offenbart?

Welche unsichtbare Kraft steckt darin?

5. Analysiere danach jeden Meilenstein mit deiner heutigen Sicht auf die damalige Situation

Häufig ist es ja so, dass wir mit dem Abstand der Jahre Dinge klarer sehen. Dass uns viel deutlicher wird, welches Glück wir vielleicht in einer bestimmten Situation hatten. Aber auch, wozu manche harte Momente in unserem Leben letztendlich gut – oder sogar nützlich – waren. Dieser Rückblick ist dein nächster Schritt.

Welche Chance oder Stärke steckte darin?(Skizze unten💡)

  • Welche Möglichkeit steckte in dieser Situation (erwartet oder unerwartet)?
  • Falls der Meilenstein im negativen Bereich lag: Wie hast du es geschafft, wieder herauszukommen? Welche Stärke hast du dafür genutzt?

Nutze diese Gelegenheit, dir unsichtbarer Ressourcen, Stärken und Muster bewusst zu werden, die dir heute weiterhelfen können.

Halte einen Moment inne und erlaube dir den Gedanken “Das alles habe ich bereits geschafft!”

6. Wechsle in die „Adlerperspektive“

Tritt gedanklich einen Schritt zurück und betrachte dein Lebensbild als Ganzes:

  • Was fällt dir auf?
  • Welche Muster erkennst du?
  • Tauchen bestimmte Werte immer wieder auf?
  • Welche Stärken haben dich immer wieder getragen?
  • Welche Botschaft sendet dir dein eigener Weg?

Schreibe deine Erkenntnisse auf.

Als Abschluss der Meilensteine deines Lebens vervollständige den Satz:

„Am stärksten verbunden fühle ich mich mit meinem Job | Leben, wenn ich …“

Diese Formulierung zeigt dir, was dir wirklich wichtig ist – und kann als innerer Kompass für deine aktuelle Challenge dienen.

All das steht dir zur Verfügung

7. Nutze diese Erkenntnisse für deine aktuelle Herausforderung

Kehre jetzt zu der Herausforderung zurück, für die du dich zu Beginn der Übung entschieden hast. Betrachte sie als das, was sie ist: “nur” ein weiterer Meilenstein auf deiner Lebensreise.

Notiere dir 3 Dinge – Stärken, Charaktereigenschaften, Strategien – die dir bereits einmal geholfen haben. Überprüfe, wie du sie bei der Bewältigung deine aktuellen Herausforderung einsetzen kannst.

Meilensteine des Lebens - Tool Tip Story Coaching Katrin Klemm

 

Lass mich dir noch zwei Beispiele geben

Berufliche Neuorientierung

Susanne, 42, nimmt jeder von außen die erfolgreiche Managerin ab. Keiner ahnt wie eingeengt sie sich innerlich fühlt. Die Frage, ob sie so weitermachen will, wird immer lauter. Sie sehnt sich nach Sinn, Authentizität und mehr Freiheit, fühlt aber auch Angst vor Veränderung. Ihre Ärztin schickt sie in eine Zwangspause.

Als wir auf ihre Meilensteine schauen, erinnert sie sich: der Abbruch ihres Studiums als Tiefpunkt, später der nachgeholte Abschluss – ein Moment der Selbstwirksamkeit. Ihre erste Führungsposition gab ihr Sinn, bis der Burnout sie stoppte. Erst im Sabbatical fand sie Ruhe und Klarheit.

In all dem entdeckt sie ein Muster: Sie blüht auf, wenn sie authentisch ist und Menschen entwickeln kann. Zurück im Job spürt sie sofort wieder die alte Enge. Doch diesmal hört sie darauf. Die Idee, als Beraterin selbstständiger und freier zu arbeiten, fühlt sich plötzlich richtig an.

Sie führt Gespräche, prüft Optionen und kündigt schließlich ihre alte Position. Sie sagt “Am stärksten verbunden fühle ich mich, wenn ich Menschen entwickle und mir selbst treu bleibe.“

Entscheidung für eine Führungsrolle

Marina wird von Kunden und Teamkolleg/innen als Projektmanagerin geschätzt. Doch als ihr eine Führungsrolle angeboten wird, kommen Zweifel hoch. Verantwortung zu übernehmen klingt nach Chance – aber auch nach Risiko. Sie erinnert sich an frühere Teamkonflikte und fürchtet, nicht genug Klarheit geben zu können.

Wir schauen uns die Meilensteine ihres bisherigen Weges an. Marina erkennt: Im Vereinsvorsitz hatte sie bereits früh erfolgreich Verantwortung übernommen. In einem heftigen Konflikt hätte sie am liebsten alles hingeschmissen. Doch er lehrte sie auch, Klarheit zu schaffen. In einer Weiterbildung lernte sie, heikle Gespräche souverän zu führen. Damit ist sie gut gerüstet.

Als ein Projekt ins Stocken gerät, übernimmt Marina spontan die Leitung, strukturiert das Team neu und bringt es zurück auf Kurs. Dieser erfolgreiche Projektabschluss ist ein besonderer Meilenstein, der bis heute trägt. Ein Muster wird sichtbar: Verantwortung, Klarheit und Wirkung ziehen sich durch ihr Leben. Dieser Moment zeigt ihr, wie sehr sie gewachsen ist.

Deshalb sagt sie Ja zur Führungsrolle mit dem inneren Wissen: „Ich bin am stärksten, wenn ich Verantwortung übernehme und Klarheit schaffe.“

Du suchst Sparring für deine Meilensteine des Lebens?

Du kannst der Schritt-für-Schritt-Anleitung zwar folgen, doch weißt, dass vier Augen mehr sehen als zwei. Lass von dir hören ich bin hier für dich. Gleich hier kannst du einen ersten kostenfreien Zoom-Call vereinbaren oder du schreibst mir hallo[at]katrinklemm.de

 

Stories für dein Business gibt’s wie Sand am Meer

Finde deine Stories

Geschichten wie Muscheln am Strand einsammeln… das klingt zu schön um wahr zu sein?

Du glaubst immer noch, du hättest nichts zu erzählen, was deine Kunden, Chefinnen oder potentiellen Arbeitgeber wirklich interessiert? Dir will einfach nichts einfallen?

Mein Vorschlag: Hör zuerst einmal auf damit, dir selber diese Geschichte zu erzählen.

Mag sein, dass du NOCH nicht weißt, wo du die Schätze findest, aus denen du mit vollen Händen schöpfen kannst.

Ich helfe dir dabei, deine Schätze zu finden und sicher zu bergen.

Denn so wie du dein Leben jeden Tag lebst, gibt es da Tag für Tag mehr als genug kostbares Rohmaterial, das sich für deine Business Stories nutzen lässt. In dir und um dich herum.

Material, das dazu dient, Menschen, mit denen du arbeiten möchtest zu zeigen: Ich bin der ein Mensch, mit dem du arbeitest.

Ich zeige dir 7 Varianten wie du mühelos persönliche Inhalte für überzeugende Stories findest.

Mit dieser Fülle von Ideen kannst du sofort mit deinem Storytelling loslegen.

Bevor du startest: Wofür erzählst du?

Bevor du wie ein/e Detektiv/in loslegst, mach unbedingt zwei Schritte vorab. Das erleichtert dir, auf deiner Schatzsuche den Fokus zu halten.

1. Mach dir klar, wozu du erzählen willst. Was ist der Grund für die Geschichte? Willst du:

  • unterhalten
  • etwas lehren
  • überzeugen …

2. Was willst du deinem Publikum vermitteln? Vielleicht

  • Müttern, die mit der Life-Balance kämpfen zeigen, dass es nicht die großen Veränderungen sind, auf die es ankommt, sondern nur ein winziger Schritt, jeden Tag?
  • Projektmanagerinnen, wie man Aufgaben so strukturiert, dass sie leichter erledigt werden können?
  • deinem potentiellen Auftraggeber, weshalb deine innovative Vorgehensweise ihm seinen Erfolg garantiert?

Gib dir vorab diesen groben Rahmen, notiere dir auf deinem Fokusblatt:

  • Thema/Absicht: Worum geht’s?
  • Für wen: Wer soll sich angesprochen fühlen?
  • Nutzen: Was sollen sie danach wissen/fühlen/tun?

Das hilft dir, auf Kurs zu bleiben, wenn dich durch meine 7 Hacks plötzlich so viele Ideen für Geschichten überfluten, dass du vielleicht ein bisschen die Orientierung verlierst.

Also, Safety first und jetzt …

Meine 7 besten Hacks für deine Schatzsuche

1 – Augen & Ohren auf im Alltag

  • Plakate & Werbung: sie hängen überall. Such dir Überraschendes, Absurdes, Aknüpfungspunkte zu dem, was du erzählen willst.
  • Graffiti und Papierkörbe: auf den roten Hamburger Papierkörben finde ich täglich eine Botschaft, die für mich zum Coaching passt. Auch Streetart vermittelt oft neue Perspektiven auf bekannte Probleme.
  • Postkarten mit witzigen oder berührenden Sprüchen können zu Mini-Storys werden.
  • Dialoge (oder Telefongespräche – hier hörst du nur eine Seite) können inspirieren, “und dann hat sie einfach gemacht!“ habe ich neulich gehört. Zack, schon war eine Idee zum Artikel über Aufschieberitis da.

Ideen für gute Geschichten liegen auf der Straße. Finde sie mit StoryCoach Katrin Klemm

2 – Perlen tauchen: dein Gedächtnis ist eine Schatztruhe

Tauche ins Meer deiner persönlichen Erinnerungen. Schreib dir dazu zuerst ein paar Stichworte auf, wie “Kindheit – erster Job – ein übler Streit – Gerüche, die Erinnerungen auslösen – ein Abschied – erstes Auto” und dann überlass dich deinen Erinnerungen und sei neugierig, was alles wie von selbst auftaucht

3 – Assoziationsketten “das ist wie…”  Bilder statt Fachchinesisch

Mit gezielten Assoziationen findest du umgangssprachliche Bilder und Vergleiche, die dich elegant aus dem „Business-Bullshit-Bingo“ herausholen. Deine Botschaften werden sofort verständlich, weil du sprichst, wie Menschen wirklich sprechen (und nicht klinisch reine KI-Sprache).

Schau auf dein Fokusblatt und notiere dir ein paar Begriffe, die für dein Ziel und die Menschen, die du ansprichst, wichtig sind. Für die Mütter vielleicht Balance, die Projektmanagerin  Struktur, den Kunden Innovation. Dann beginne: “Balance ist wie eine Wippe, eine Waage, das Wackeln auf einer Hängebrücke über einen reißenden Fluss…” Lass dich treiben und notiere alles, was dir einfällt.

4 – Spiel dich kreativ mit StoryCubes

Wenn ich mal komplett auf dem Schlauch stehe, mir gar nichts einfallen will, dann hole ich Story Cubes. Würfle deine Geschichtenmeine StoryCubes aus der Schublade. Das sind Würfel mit Symbolen, die dich auf Ideen bringen, auf die du von allein nicht gekommen wärst.

Wirf 3 Würfel, schau auf dein Fokusblatt und erzähle eine Heldenstory in Kurzform. Jedes Bild eines Würfels steht für einen Abschnitt deiner Story.

Das bedeutet

1. Um wen geht’s in der Geschichte (Krone)?

2. Worin bestand das Problem(Regen)?

3. Wie wurde das Problem gelöst (Kessel)?

Probier das gemeinsam mit Freundinnen, ihr werdet sehr viel Spaß haben. Und blitzschnell auf coole Geschichten stoßen, die ganz nahe an deiner Realität sind.

5 – Business ABC: Bring Ordnung ins Ideenland 

Wenn du etwas sortieren oder strukturieren musst, wie machst du das am liebsten? Excel, Mindmaps, Post it, eine App?

Schreibe dir zu den Buchstaben A bis Z jeweils ein Wort auf, das etwas mit deinem Erzählfokus zu tun hat. Von A wie Aufschieberitis, B wie Balance oder C wie Chaoskompetenz bis Z wie Zeitsouveränität. Deine Struktur hat 3 Spalten (Excel)/ 3 Zweige (Mindmap): Buchstabe – Begriff – in die dritte notierst du Stichworte zu deiner Geschichten-Idee.

In diesem Business ABC parkst du in Zukunft alle Ideen, die dir zu Geschichten einfallen – die ersten Inhalte hast du schon in 1 – 4 zusammengetragen. Beginne die Lücken zu füllen, sei neugierig, zu welchen Buchstaben dir die meisten relevanten (Fokus!) Stichworte einfallen. Mit diesem ABC suchst du nie wieder nach Content.

6 – Talentscouting: Beweise statt Behauptungen

Notiere dir ad hoc 10 Dinge, in denen du richtig gut bist = deine Talente oder Kompetenzen. Dir fällt nix ein? Dann frag andere danach, die dich gut kennen. Oder du lädst dir als Inspiration eine Liste mit Kompetenzen aus dem Netz und kreuzt dort an, was auf dich zutrifft.

Für jede dieser Kompetenzen entwirf jetzt eine “Beweis-Geschichte”: Wann war es? Was war die Herausforderung? Wie hast du sie mit Hilfe dieser Kompetenz gelöst? Was war das Ergebnis?

Dem potentiellen Auftraggeber zeigst du vielleicht, wie ein geplantes Projekt fast den Bach runtergegangen wäre. Das Budget war viel zu knapp, doch mit frischem Geld war nicht zu rechnen. Doch mit deinem Talent, um die Ecke zu denken und dem Mut, innovative Vorgehen zu testen, hast du ihm das Projekt gerettet, weil du einen Weg gefunden hast, an den kein anderer gedacht hat.

Hier zeig ich dir, wie du deine Talente in relevante Erfolgsgeschichten für Bewerbungs-oder Karrieregespräche verwandelst.

7 – Aus Schwächen Stärke machen

Dieser Hack ist schon etwas anspruchsvoll, denn er setzt Ehrlichkeit und Selbstreflexion voraus. Ist für dich selbstverständlich? Dann los.

  • Benenne den Wert/ die Kompetenz, auf die es in der Geschichte ankommt (Fokus!)
  • Als es gut lief“. Schildere eine kurze Szene, in der dir dieser Wert geholfen hat, etwas zu erreichen.
  • Als es fehlte“. Schildere danach ehrlich und fokussiert eine kurze Szene, in der ohne diesen Wert etwas schiefging.
  • Wendung und Ergebnis: zeige den Moment, in dem du deinen Fehler erkannt hast, wie du die Situation gedreht hast und welches positive Ergebnis daraus entstanden ist.

Ja, Nr. 7 hat es in sich.

Du willst es jetzt noch genauer wissen? Gern.

Wenn du dir eine konkrete detaillierte Schritt für Schritt-Anleitung wünschst, ich stelle dir gern ein kostenfreies Handout bereit. In ein paar Tagen ist es fertig.

Alles, was du tun musst: Trag dich in meinen StoryLetter ein und hol dir die ausführlichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen mit vielen ausführlichen Beispiele für jeden der 7 Hacks.

 

Dein Alltag aus anderer Perspektive

Whos life is it?

Hast du Lust auf einen Perspektivenwechsel? Ganz ohne Bewertung?

Dann ist dieser Tipp aus meinem StoryCoaching-Werkzeug-Koffer bestimmt etwas für dich.

Bevor eine neue LifeStory beginnt, bitte ich die Teilnehmerinnen, mir ein paar persönliche Fotos zu senden. Doch keine gewöhnlichen Fotos.

In meiner Nachricht steht:

Es sollen Fotos sein, die charakteristisch für dich sind, auf denen du aber selbst NICHT zu sehen bist. Also KEINE Selfies. Es kann ein Foto von deinem Schreibtisch sein, von der Straße, die du täglich entlang gehst, dein Haustier, ein Ort, an dem du deine Freizeit oder deinen Urlaub verbringst. Ein Gericht oder Getränk, das du besonders magst, ein Blick in deinen offenen Kleiderschrank – Fotos aus einer typischen Woche deines aktuellen Lebens.

Damit beginnt die LifeStory bereits vor dem ersten Treffen. Denn du betrachtest dein eigenes Leben ganz fokussiert. Triffst die ersten Entscheidungen.

Wenn dann vier Frauen, die sich bis dahin nie gesehen haben, zum ersten Mal zusammensitzen, heißt es:

Whos life is it?

Wir betrachten die Zusammenstellung der Fotos kurz in Stille und jede notiert sich:

  • Was sie wahrnimmt
  • Welche der anderen Frauen sie dahinter vermutet
  • Und warum.

Dann tauschen wir uns darüber aus. Es gibt kein richtig und kein falsch. Nur Beobachtungen und Hypothesen.

Seit Jahren darf ich den magischen Moment erleben, wie intensiv und intuitiv wir damit gemeinsam einen Raum öffnen. Eine Verbindung, die das Buddy-Team durch ein LifeStory-Semester (in Hamburg) oder 10 Tage (in Portugal) trägt.

Hast du Lust auf ein kleines Experiment?

  1. Wenn du – der November schenkt uns bestimmt ein paar graue Gelegenheiten – das nächste Mal auf der Couch lümmelst – dein Telefon sowieso in der Hand – scroll mal durch die Fotos, die sich in der Galerie tummeln.
  2. Ignoriere die Selfies.
  3. Wenn du für die Aufgabe oben wählen würdest, welche Fotos würdest du mir senden? Durch welche Motive hätten andere die beste Möglichkeit zu entdecken, was du magst, was dir wichtig ist und was deinen Alltag prägt?

Es kann spannend sein, den eigenen Alltag mit fremden Augen zu betrachten. Ganz ohne zu werten oder (be)urteilen.

Neue Perspektive fürs Jahresende

Und noch bevor das Jahr zu Ende ist, check bei dir selbst ein:

  • Was magst du an deinem Leben?
  • Was weniger?
  • Und was machst du daraus?

So eine LifeStory klingt interessant für dich, doch du willst erst einmal mehr erfahren? Buch dir dein kostenfreies 20-Minuten Erkundungsgespräch gleich hier online Kontakt.

Charakter zeigen ohne anzugeben

The proof is in the pudding.

Denn behaupten kannst du viel…

Erinnerst du dich an deinen letzten Pitch, ein internes Karrieregespräch oder ein Jobinterview bei einem Unternehmen, als du dich auf ein attraktives Angebot beworben hast? Da begegnest du Fragen wie:

  • Warum bewerben Sie sich ausgerechnet bei uns?
  • Warum sind Sie der/ die Richtige für die Position?
  • Weshalb haben Sie ihr letztes Unternehmen verlassen? usw.

Oder der Eröffnungsfrage: Erzählen Sie uns doch mal etwas über sich!

Womit startest du dann?

Erzählst du darüber, was du kannst? Oder darüber, wer du bist.

Du hast die Wahl - Was kannst du? Wer bist du?

 

Worin der Unterschied liegt. Und wie du gute Antworten auf beide findest.

Was kannst du?

Hier geht es um deine Fähigkeiten, die zeigen, was du gut kannst, worin du Erfahrung gesammelt hast. Es geht um Tätigkeiten.

Nehmen wir an, du bewirbst dich um einen Job als Controllerin. Du kannst vielleicht besonders aussagekräftige Reportings erstellen. Pünktlich auf die Minute. Leicht zu lesen für die Verantwortlichen im Unternehmen, weil die Daten so aufbereitet sind, dass die logischen Schlussfolgerungen auf der Hand liegen. Oder du bist legendär dafür, niemals ein Detail zu übersehen. Oder du hast so eine weite Perspektive, dass du für jeden einzelnen Unternehmensbereich die relevanten Informationen zur Hand hast. Und zwar auf Knopfdruck, weil du deine Systeme im Griff hast.

Wunderbar.

Dann denk bitte nur noch an den Perspektivenwechsel zum Abschluss – daran darzustellen, was der Gewinn aus diesen Fähigkeiten für deine Vorgesetzten, dein Team, dein Unternehmen war.

Hier habe ich darüber geschrieben, wie du fachliche Stärken im Jobinterview ins richtige Licht rückst.

Wer bist du

Diese Frage lässt dich tiefer durchatmen, oder?

Mit dieser Frage wollen deine Interviewpartner:innen herausfinden, ob du tatsächlich zum Unternehmen und ins Team passt. Sie wollen dich als Mensch kennenlernen.

Denke bei dieser Frage „Wer bist du?“ deshalb unbedingt an deine persönlichen Stärken. Welche Charaktereigenschaften zeichnen dich aus? Mut, Teamfähigkeit, Risikobereitschaft, Entscheidungsstärke, …?

The proof is in the pudding.

Genau hier kommt der Pudding ins Spiel. Was die Briten mit dieser heiteren Redewendung meinen ist, dass ein Wert, eine Qualität oder der Wahrheitsgehalt einer Behauptung erst durch direkte Erfahrung beurteilt werden kann. Hat der Pudding geschmeckt, war er gut. Ganz einfach, oder?

Doch dein Gegenüber kann dich oder deinen potentiellen Wert für das Unternehmen gar nicht durch Erfahrung beurteilen. Denn noch hast du den Job ja gar nicht.

Wie erzählst du deine Charakterstärken? Wie kannst du deine persönlichen Stärken beweisen? Vor allem, wenn dir schon bei der Vorstellung, du müsstest „angeben“ oder eben „auf den Pudding hauen“ flau wird.

Mit einer Geschichte Charakter erzählen.

Doch mit einer guten Geschichte lässt sich da eine Menge machen. Je mehr Berufserfahrung hast, desto leichter wird es.

Ich zeige dir, wie du eine überzeugende Geschichte findest.

  1. Schau dir eine Liste mit Charaktereigenschaften an, die für den nächsten Karriereschritt nützlich sein können. Du kannst eine KI fragen was dazugehört. Oder du lädst dir die Liste mit 99 Eigenschaften herunter, die ich für dich vorbereitet habe. Falls dir auf der Liste eine Charaktereigenschaft fehlt, ergänze sie. 
  2. Welche Persönlichkeitseigenschaften treffen auf dich zu? Streiche alle, die nicht zu dir passen, dann wähle aus, welche für das kommende Gespräch für dich am wichtigsten sind. Entweder, weil sie direkt in der Stellenausschreibung verlangt werden und/oder weil du wirklich damit punkten willst.

    Das ist zu Beginn noch schwierig? Dann vergib pro Eigenschaft einen Wert zwischen 1 und 5. Der Wert 1 bedeutet „das trifft im beruflichen Kontext so gut wie nie zu“, der Wert 5 „diese Eigenschaft trifft in jeder beruflichen Situation zu“. Beachte, dass du dich auf den beruflichen Kontext konzentrierst. Denn es kann sein, dass du in einen privaten Hobby eine unendliche Ausdauer hast, während es dir im Job wichtig ist, dass es zügig zur Sache geht.

    Du kannst deine eigene Einschätzung auch durch Dritte überprüfen lassen. Wir sind manchmal ein bisschen betriebsblind, deshalb frag Menschen, die dir wohlgesonnen sind, die dich beim Vorankommen unterstützen.Double-Check: Würde deine Gesprächspartner die gleichen Eigenschaften aus der Liste auswählen oder sieht er/sie noch ganz andere in dir?

    Und noch eine Idee, falls du nicht so der Listenmensch bist. Hier hab ich dir 10 Ideen zusammengestellt, wo du Erfolgsgeschichten entdecken kannst.
  3. Finde jetzt konkrete Situationen, in denen du diese Charaktereigenschaft unter Beweis gestellt hast. Eine reicht für den Anfang. (Es schadet übrigens nicht, wenn es eine Situation ist, die sich auch dein zukünftiger Chef gut vorstellen kann. So kannst du ganz geschmeidig in seiner Welt andocken.)

    Wenn du ad hoc kein Beispiel findest, aber von dieser Eigenschaft überzeugt bist, dann frag Menschen, die dich im Arbeitsalltag erlebt haben. Ihnen fällt vielleicht schneller was ein. Oder geh deine Arbeitszeugnisse durch. Oder wie wäre es, ehemalige Kollegen oder Freunde auf einen „Erinnerung-Kaffee“ einzuladen?

    Das funktioniert auch noch nicht? Dann teste Möglichkeit Nr. 3. Was würde eine „setze deine gewählte Eigenschaft ein“ Person tun?

    Ein Beispiel: Du hast entscheidungsfreudig gewählt. Du bewirbst dich als Controllerin.Wie verhält sich eine entscheidungsfreudige Controllerin in einer Situation, in der es drauf ankommt?

    Vielleicht sind Daten besorgniserregend? Oder eine Einheit liefert seit einiger Zeit keine Zahlen mehr zu? Oder die aktuelle Datenlage passt so gar nicht zur geplanten strategischen Ausrichtung des Unternehmens.Vermutlich trifft sie in unklaren Situationen schnelle, vorläufige Entscheidungen in eigener Verantwortung. Dann bezieht sie rasch die relevanten Stakeholder ein. Dabei ist sie sehr klar in ihren Aussagen und hat die notwendigen Aktionen rasch gegeneinander abgewogen.

    Double-Check: Was würde eine entscheidungsfreudige Persönlichkeit niemals tun?

    Zielorientiertes Storytelling

  1. Und jetzt geht‘s ans zielorientierte Storytelling. Erzähle von deiner ausgewählten Situation.
  • In welchem Umfeld fand sie statt – wir nennen das Kontext schaffen, es hilft dem Gegenüber, sich in die Situation zu versetzen – wann und wo, wer war dabei? Was war deine Rolle?
  • Worin bestand die Herausforderung? Welches Problem war zu lösen? Was war dein Auftrag?
  • Wie hast du deine ausgewählte Eigenschaft eingesetzt und welchen Weg bist du gegangen? Wie bist du Hindernissen auf dem Weg begegnet?
  • Was war das Ergebnis? Worin bestand der Erfolg? Welche Erkenntnis hast du gewonnen (denn nicht immer gewinnen wir, lernen aber immer etwas dazu)?
  • Was bedeutet das für die Zukunft – Achtung Perspektivenwechsel – auch für deine/n Gegenüber, der/die dich einstellen will, weil es eine Herausforderung zu meistern gibt.

Nutze diese Schritte als Gerüst zum Aufbauen einer überzeugenden Geschichte, die einen anschaulichen Beweis für deine Charakterstärken liefert.

Ausführlicher habe ich diese Blaupause (einschließlich Perspektivenwechsel) für den Aufbau einer klassischen Kundenstory beschrieben. Denn schließlich ist deine Interviewpartner:in auch Kund:in, oder?

Bring deinen Charakter zum Strahlen

Du hast das Storytelling schon ganz gut drauf, würdest deine Geschichte aber vorab mit zwei erfahrenen Profis in einer Kleingruppe testen? Dann buch dir direkt hier deine 90 Minuten Online SoundCheck für deine Geschichte.

Du kannst dir gut vorstellen, dass StoryTelling im Jobinterview sehr nützlich ist, doch weißt nicht, wo du anfangen sollst? Kein Problem. Lass uns 1:1 fokussiert und entspannt daran arbeiten, die richtigen Geschichten für dich zu finden, aufzubauen und zu erzählen.

Du hast noch ein bisschen Zeit bis zum nächsten Jobinterview, und hast Lust, deine Storis mit 4 anderen motivierten Frauen gemeinsam Schritt für Schritt aufzubauen? Dann bist du beim Tages-Workshop „Erzähl dich selbst im Jobinterview“ in Hamburg oder München richtig.

Verabrede mit mir einen Termin für einen kostenfreien unverbindlichen Call und wir besprechen, was für dich am besten passt.

 

Erfolgsgeschichten finden

„Erfolgsgeschichten! Ich kann’s nicht mehr hören.“

Sandra sucht einen neuen Job.

Doch gerade zieht die Nase kraus. Sie schnaubt: „Weißt du, mein Leben war nicht so rosarot. Ich musste einen kaufmännischen Beruf lernen, auf den ich keine Lust hatte. Na gut, dann hab ich noch meinen Bachelor gemacht. Ich war froh, dass ich einen sicheren Job als Assistentin bekommen habe, wollte Hamburg nicht verlassen. Dann kamen beide Kinder. Mein Unternehmen ist nicht besonders fancy.
Und jetzt bauen sie mich ab. Also wo bitteschön sollen denn jetzt die Erfolgsgeschichten herkommen?

Sie redet sich in Rage. Ich muss liebevoll grinsen. Wie oft habe ich schon erlebt, dass Frauen keinen Schimmer davon haben, WIE gut sie sind. Oder es als ganz selbstverständlich betrachten, was sie in ihrem Leben schon geleistet haben.

Doch wir finden gute Geschichten. Immer.

Erfolgsgeschichten gibt’s wie Sand am Meer.

Es gilt nur, sie zu entdecken.

Was ist überhaupt Erfolg?

Im Kontext des Geschichtenerzählens bleiben wir mal ganz schlicht:

  1. Ein Mensch lebt sein Leben. Es gibt Zeit, Ort, Situation.
    Nehmen wir Sandra mit Mitte 20, fertig mit dem Studium, fest entschlossen, in Hamburg zu bleiben.
  2. Mensch steht vor einer Herausforderung.
    Sandra will einen Job finden, den sie gut gebacken bekommt. Er sollte ordentlich bezahlt werden, wenn er Spaß macht, wäre das schon schön.
  3. Mensch muss sich ins Zeug legen, um diese Herausforderung zu bestehen, denn es gibt Hindernisse zu überwinden.
    Sandra hat keine Top-Noten wie ihre Kommilitoninnen, vergleicht sich ständig mit ihnen und sieht sich wie die Ameise unter Schmetterlingen. Von Buchhaltung und Controlling fühlt sie sich eher überfordert, hätte Lust „was mit Marketing zu machen“. Doch hat sie blöderweise nur Praktika in der Buchhaltung.

In ihrem CV sehe ich, dass sie jahrelang für ein bekanntes Hamburger Unternehmen gearbeitet hat. Also muss es ja irgendwie funktioniert haben, oder?

Naja,“ meint sie, “Ich bin schon drangeblieben, hab mir noch vor dem Abschluss alle interessanten Firmen rausgesucht. Dann bin ich wirklich Klinken putzen gegangen, habe nicht lockergelassen. Immer wieder habe ich nur Buchhaltungsjobs angeboten bekommen. Zu guterletzt hab ich einen angenommen. Doch der Chef war irgendwie aufgeschlossen. Also habe ich für mich sofort mit verhandelt, dass ich mich auch ein bisschen intern im Marketing weiterbilden kann. Nebenberuflich habe ich mir noch ein kleines Kosmetikvertriebsbusiness aufgebaut. Da konnte ich alles machen. Und als dann die Marketingleiterin im Unternehmen kündigte, bin ich in ihren Job so reingerutscht.

Ich so:
Ach ne, du hast das Marketing geleitet? Keine Erfolgsgeschichten? Wirklich jetzt?

Jetzt grinst sie auch.

Doch ihre Augen sind ein bisschen feucht. „So hab ich das noch nie gesehen. Naja eher – so habe ich mich noch nie gesehen.

Ich schmunzle weiter vor mich hin und freu mich.

Danach filtern wir konzentriert ihre Stärken und Talente aus dieser ersten Geschichte heraus. Als sie diese Story als Erfolgsgeschichte erzählt, strahlt Sandra auch körperlich Zuversicht aus. Und eine gute Portion Stolz.

Wenn dein Erfolg für dich nicht sichtbar ist, erzähl anderen von deinem Leben.

Hast du auch das Gefühl, du hättest keine Erfolgsgeschichten zu erzählen?

Dann schau genauer hin.

10 Ideen, Erfolgsgeschichten zu entdecken:

  1. Wo, wann und mit wem hast du dich in deinem Leben rundum wohlgefühlt, hast echte Freude an dem empfunden, was du gerade getan hast?
  2. Was hast du für einen anderen getan, für das er/sie sich aufrichtig bedankt hat? Nicht weil du es musstest, einfach, weil du es gut kannst.
  3. Wobei kannst du die Zeit vergessen, bist völlig gefesselt von dem, was du tust?
  4. Schau dich um (vergleichen ist nicht immer schlecht): Worin bist du besser als der Durchschnitt?
  5. Wann hast du mal eine Auszeichnung, einen Preis bekommen oder eine Weiterbildung großartig abgeschlossen? Wie hast du das gemacht?
  6. Wann oder wobei bist du einfach nicht zu bremsen? Sobald eine Aufgabe ansteht, legst du los?
  7. Was fällt dir einfach so zu? Du musst nichts dafür tun, dich nicht anstrengen, es gelingt dir einfach?
  8. Wobei bitten dich andere immer wieder um Hilfe?
  9. Was hast du dir vorgenommen und auch durchgehalten, obwohl die Versuchung, zwischendurch abzubrechen verlockend war?
  10. Wann hast du mal etwas geschafft, was dir keine/r zugetraut hätte?

Die Quellen dieser Geschichten müssen nicht allein aus deinem beruflichen Umfeld kommen. Schau dir Familie und Freunde an, Hobbies, Ehrenamt, finanzielle Herausforderungen oder sportliche.

Du willst mehr Erfolgsgeschichten?

  • Lies hier weiter – mit diesem Perspektivenwechsel entwickelst du aus deiner Erfolgsstorie eine Kundenstory, die deinem Gegenüber hilft, sich selbst als Held*in der Geschichte zu erleben und deine Talente noch stärker wertzuschätzen.
  • Du hast deine Erfolgsgeschichten bereits aufgeschrieben und willst sie im sicheren Kreis testen? Sei beim nächsten Soundcheck online mit dabei. Hol dir wertschätzendes Feedback von 2 Story-Coaches und 3 andere Teilnehmerinnen.
  • Allein fehlt dir immer die Zeit und die richtigen Gesprächspartnerinnen? Gönn dir einen ganzen Tag und bereite dich im interaktiven Job-Interview Workshop in Hamburg oder München darauf vor, deine Erfolgsgeschichten souverän auf den Punkt zu erzählen.

Stärken im Jobinterview richtig erzählen

Leg deine Karten auf den Tisch. Aber richtig!

Auf diese Frage im Jobinterview hat Sabine gewartet:

Worin sind Sie richtig gut?

Wie aus der Pistole geschossen legt sie los:

Ich bin

  • Durchsetzungsstark
  • Teamfähig
  • Kreativ

Guter Start. Genau diese Anforderungen stehen schließlich im Stellenprofil.

Die potentielle Vorgesetzte blickt sie abwartend an. Das Schweigen dehnt sich.

Ja und…“, lädt die Gesprächspartnerin freundlich ein: „Was bedeutet das? Wie können Sie diese Fähigkeiten in unserem Unternehmen einbringen? Erzählen Sie mir mehr darüber.

Pause.

Ja, äh…

Sabine muss sich erstmal sammeln.

Stärken im Jobinterview souverän erzählen

Natürlich geht es beim Jobinterview darum, deine Stärken auf Hochglanz zu polieren, oder?

Aber welche sind es, die dein(e) Gegenüber wirklich von dir braucht? Und vor allem, wofür? Welche Herausforderungen will die künftige Chefin, das Team, der Bereich, das Unternehmen mit deiner Hilfe lösen?

Da reicht es nicht aus, dass du deine Stärken als Charaktereigenschaften herunterrattern kannst.

Denn du willst du souverän mit deinen Fähigkeiten überzeugen. Fähigkeiten sind das, was du richtig gut TUN kannst. Es sind bestimmte Verhaltensweisen, in bestimmten Situationen, von denen das Unternehmen profitiert.

Stärken im Jobinterview überzeugend belegen

Nehmen wir an, dein Wunschunternehmen ist von raschen Entscheidungszyklen abhängig. Dann heißt für dich durchsetzungsstark rasch zu erkennen, wenn eine Diskussion sich in Endlosschleifen verheddert. Du greifst steuernd ein und führst das Team zur Ausgangsfrage zurück. Mit dir als Teamlead werden Entscheidungen in kürzester Zeit getroffen. So wie in Station X in deinem Lebenslauf…

Teamfähig kann bedeuten, dass du Räume schaffst, in denen alle Perspektiven berücksichtigt werden, die für eine gute Entscheidung notwendig sind. Du holst auch die schlauen Denker*innen rein, die sich sonst nicht trauen, ihren Input zu geben. So bekommen Entscheidungen eine deutlich höhere Qualität. So wie im Projekt Y, als du …

Deine persönliche Version vom Kreativität geht weniger in die Richtung, dass ständig neue Ideen aus dir herausblubbern. Sondern dir fällt es ganz leicht, genau jene Lücken in Konzepten zu erkennen, die auch die beste Idee scheitern lassen. Du bist besonders geschickt darin, missing pieces aufzuspüren und lose Enden so zu verknüpfen, dass alles passt. Das ist dir bei Unternehmen Z schon gelungen.

Deine Stärken, deine Stories – mach dein Jobinterview erfolgreich

X, Y und Z – genau das sind sie, die punktgenauen Stories, die

  • deine Fähigkeiten beim Gegenüber erlebbar machen. Denn sie erzeugen lebendige Bilder im Kopf.
  • emotionale Resonanz auslösen. Denn jeder kennt knifflige Situationen.
  • dich im Gedächtnis deiner Gegenüber verankern, auch wenn sie vor und nach dir noch zehn andere Kandidat*innen trifft.

Finde deine Erfolgsgeschichten

  1. Schau dich in deinem Lebenslauf um, wo deine Erfolgsgeschichten stecken. Welche Asse hast du im Ärmel?
  2. Untersuche sie genauer! Welche Stärken verbergen sich dahinter?
  3. Gleiche deine Stärken mit den Herausforderungen des Unternehmens ab. Selektiere, zu welchen du eine gute Story erzählen willst.
  4. Baue dir deine Geschichten geschickt und passgenau auf.

Das hast du alles in der Schublade. Doch bevor es ins Jobinterview geht, würdest du es gern einmal vor wohlwollendem Publikum testen? Dann buche dir hier direkt online einen SoundCheck für dein Job-Interview:

90 Minuten – 2 Coaches – max. 4 Teilnehmerinnen – 15 Euro (inkl.MwSt).

Nächster Termin: Montag, 1. Juli 24 | 17:00 – 18:30 Uhr

Das fällt dir allein nicht leicht?

Dann komm am Donnerstag, den 16. Mai 24 | 18:00 – 18:00 Uhr nach Hamburg und gönne dir einen Tag für deine Karriere: Erzähl dich selbst im Jobinterview.

Sehen wir uns?

Welche Stärken möchtest du in deinem nächsten Jobinterview erzählen?

Energiesanierung für mentale Fitness

Finde deine Energie-Quellen und -Staubsauger und gehe fit und gut gelaunt durch deinen Alltag

Manchmal zwingt uns das Leben zu einer Auszeit. Manfred – Protagonist in Der Tag des doppelten Neustarts – hatte die Signale seines Körpers viel zu lange überhört. Oder zumindest hatte er sich angewöhnt, sie zu ignorieren. Notwendige Erhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen hatte er auf später verschoben.

Richtig verstanden. Energiesanierung.

Denn betrachte deinen Körper doch einmal wie ein Gebäude. Dein Wohnhaus vielleicht. Dem muss Energie zugeführt werden – Strom, Gas, Warmwasser, Fernwärme – nur dann hast du es warm und hell.

Gleichzeitig gibt es Energie nach draußen ab, durch Fenster, Wände, das Dach oder elektrische Geräte. Solche Energiestaubsauger verpulvern wertvolle Ressourcen.

Starte deine Energiesanierung.

Manfred war am Ende nur der Notarzt und ein Krankenhausaufenthalt geblieben – doch soweit solltest du es nicht kommen lassen.

Durch diese Sanierungsübung verringerst du Energieverluste in deiner täglichen Arbeit. Noch besser: Du erkennst, wo deine Energietankstellen liegen und kannst dich entscheiden, dich genau denen viel häufiger aktiv zuzuwenden.

Bedenke dabei, dass sich die Zeit, die du für deine Energiesanierung hin und wieder aufwendest, durch die Energiekosteneinsparung mehr als refinanziert: Du schaffst mehr und erzielst bessere Ergebnisse in kürzerer Zeit. Du bleibst langfristig fit, gut gelaunt und gewinnst mehr Zufriedenheit mit dem, was du täglich leistest.

Überzeugt?

Dann geht’s los: Finde die Gedanken, Menschen und Tätigkeiten, die dir Energie rauben oder schenken.

Wo lauern deine Energie-Staubsauger?

Gedanken: Manfred könnte sich von Gedanken wie „Ich bin schon zweimal gescheitert“ oder „Jetzt geht das Chaos schon wieder los“ völlig lähmen lassen.

Wie sieht das bei dir aus? Ergänze spontan:

Meine Staubsauger-Gedanken: ………….

Menschen: Es gibt Menschen, die rauben einem jede Menge Energie. Etwa die Kollegin, die ohne Punkt und Komma redet. Pausenlos. Oder der Telefonverkäufer, der dich mit seinen Anrufen terrorisiert.

Wer sind deine Energiefresser?

Meine Staubsauger-Menschen: ………….

Tätigkeiten: Es gibt Aktivitäten, bei denen wir uns verausgaben. So verschlingt vielleicht die jährliche Zielplanung Tage. Immer und immer wieder setzt man sich dran – doch noch immer ist sie nicht perfekt. Oder das regelmäßige Posten auf Social-Media zerrt an deinen Nerven.

Das kommt dir bekannt vor? Dann ergänze:

Meine Staubsauger-Tätigkeiten: ………….

Was sind deine Energie-Tankstellen?

Gedanken: Manfred erinnert sich immer wieder daran, die Dinge – erscheinen sie zunächst auch noch so gefährlich – nicht so dramatisch zu sehen. „Ganz gleich was geschieht“, sagt er sich, „die Erde wird sich weiter drehen“.

Welcher Gedanke gibt dir Kraft?

Mein/e Tankstellen-Gedanken ………….

Menschen: Das Hamburger Team hat in nur fünf Monaten ein neues Business an den Start gebracht – und das nach den vergangenen Schlappen. Dennoch sind sie voller Leidenschaft dabei, weil sie sich gegenseitig Energie geben.

Welche Menschen schenken dir neue Kraft?

Mein/e Tankstellen-Mensch/en………….

Tätigkeiten: Manfred hat erfahren, dass jede Umarmung, die länger als zwanzig Sekunden dauert, Glücksgefühle hervorruft. Er nimmt seine Frau Ginger fest in den Arm. Es funktioniert.

Was spendet dir Energie?

Mein Tankstellen-Tun ………….

Deine Energiebilanz für den Job

Oft ist es die Mischung aus Gedanken, Menschen und Tätigkeiten, die uns schlauchen oder stärken.

Betrachte deshalb zum Beispiel das Verhältnis zu deinen Mitarbeitern oder Kolleginnen, die Anzahl und den Umfang deiner Projekte, die Erwartungen an deine Erreichbarkeit und so weiter einmal insgesamt ein paar Tage hintereinander. Notiere so viele wie dir einfallen. Stelle alles was du findest in einer Tabelle nebeneinander.

Energietabelle - was bringt - was raubt dir Kraft - Storytelling für mentale Fitness Katrin Klemm

Danach übertrage deine Ergebnisse in die folgende Gebäude-Skizze. Und sei es nur, um dir, wie mit Aufnahmen, die Wärmekameras von Gebäuden noch einmal ganz deutlich zu machen, was  in deinem Energiehaushalt wirklich los ist.

Du kannst auf einem großen Flipchart mit Post it in unterschiedlichen Farben arbeiten.

Manchmal ist es ein heilsames Erschrecken, wenn wir so deutlich vor uns sehen, wo wir überall unsere kostbare Lebensenergie verpulvern, ohne dass wir uns erlauben, unsere Energiespeicher wieder aufzufüllen.

Sobald du das entdeckst, betrachte die Zeit, die du für deine Energiesanierung aufbringst, als lebensrettende Maßnahme.

Energiesanierung - was bringt - was raubt dir Kraft - Storytelling für mentale Fitness Katrin Klemm

 

Was fällt dir auf?

Notiere dein Fazit – ein Satz reicht. Heißt es „Alles im grünen Bereich“ oder leider „Teamarbeit kostet im Moment mehr Kraft als sie nutzt“?

Mein Fazit ………….

Ideen für mehr Energie

Jetzt weißt du, wo du stehst. Entwickle Ideen, was du als nächstes tun wirst, um das Energieleck zu stopfen oder dich häufiger deinen Energietankstellen zuzuwenden!

Meine spontane Idee ………….

Lege fest, wann du beginnen willst und womit. Am besten sofort.

Mein erster Schritt ………….

Wie erinnerst du dich daran deine Energiebilanz regelmäßig zu überprüfen?

Bei Manfred sind es drei Worte: Jetzt mal halblang.

Notiere dir deine persönliche Erinnerung

Wenn ich mich mal wieder energieleer fühle, sage ich mir ………….

Wenn du deine Erkenntnisse teilen willst – hinterlass mir gern einen Kommentar.

Diese Übung Energiesanierung ist ein Ausschnitt aus Der Tag des doppelten Neustarts. Selbstcoaching mit Business-Stories.

 

Die Idee gefällt dir? Du willst jetzt tiefer tauchen und herausfinden, was dir besonders viel Energie schenkt und warum. Hier findest du die SchnupperWorkshops. Buch dir Nr. 1, den nächsten DeepDive für nur 19,85 € und lass uns persönlich kennenlernen.

Kundenstory = Heldenstory: der Klassiker mit einem Twist

Geht es um angewandtes Storytelling, gehört die Kunden-Story zu den klassischen Einsatzbereichen. Sie schafft Vertrauen und erlaubt potentiellen Auftraggebern besser zu verstehen, wie wir ihnen helfen, erfolgreich zu werden. Sobald wir ihnen transparent machen und sie daran teilhaben lassen, wie wir arbeiten.

Häufig orientiert sich die Kundenstory am Muster der Heldenreise. Ein uns menschlich vertrauter Held bekommt es mit einem menschlichen (andere Person, Krankheit, Tod, …) oder materiellen (kein Geld, keine Arbeit, kein…) Problem oder Gegner zu tun. Er macht sich – freiwillig oder unfreiwillig – auf den Weg ins Abenteuer. Muss sich mit Widerständen auseinandersetzen. Trifft auch unterstützende Kräfte (Mentoren draußen in der Welt oder Fähigkeiten, hilfreiche Überzeugungen in sich selbst). Er ficht den entscheidenden Kampf aus. Dann kehrt er mit einer Erkenntnis in seine Welt zurück, um dort von einer höheren Stufe aus die nächste Herausforderung anzugehen.

So einfach kann Kundenstory aussehen.

Die Heldenreise | Katrin Klemm Storytelling
So knapp, so gut.

Nun vergessen manche Dienstleister leider, dass es noch etwas Eleganteres  – und viel Erfolgversprechenderes – gibt, als sich als Held der eigenen Story zu inszenieren.

Unser Kunde möchte von uns wissen: Was habe ich davon, mit dir zu arbeiten? Potentielle Kunden möchten wissen, dass du liefern kannst, was du versprichst.

Welche Perspektive wählst du für deine Kunden-Story? Wie hebst du den Kunden in die Heldenrolle? Und wie trägst du als Mentor*in dazu bei, dass er SEIN (!) Ziel erreicht?

Neue Perspektive für deine Kundenstory

Perspektivenwechsel im Storytelling Katrin Klemm

 

Möchte ich meinen Auftraggebern zum Beispiel deutlich machen, was StoryCoaching in Verbindung mit Wingwave-Coaching für faszinierende Erfolge bringen kann, erzähle ich von meiner Klientin Claudia, einer Sales Managerin mit extrem schlechten Ausgangsbedingungen für ihre Produkt-Roadshow.

Ich baue meine Story so auf, dass zu erkennen ist:

  1. Was Claudia für sich erreichen konnte und
  2. Wie wir das gemeinsam geschafft haben

Als sie ins Coaching kommt, steht ihr eine Unternehmens-Roadshow für eine Produktplatzierung bevor. Während anderen beim Gedanken an einen mehrwöchigen 12-Städte-Dauerpitch der Blutdruck empfindlich steigt, durchflutet Claudia eher die Abenteuerlust. Doch ich höre ihr “Aaaber …” schon am Klang ihrer Stimme, noch bevor sie es ausspricht. Sie hat die Anweisung, Präsentations-Folien zu verwenden, die der Chef gebaut hat. Folien voller Zahlen-Daten-Fakten. Dazu war ihr auf zwei Testläufen mitten auf der Bühne die Stimme weggeblieben. Das hatte sie noch nie zuvor erlebt. Ein Alptraum.

So machen wir eine Erfolgsstory daraus

Für diese drei Schritte nehmen wir uns einen halben Tag Zeit, wir:

  • fokussieren auf ein Zielpublikum, entwickeln eine Kernbotschaft und die passende Story dazu
  • picken uns aus den Chef-Folien nur die heraus, die unbedingt sein müssen und zur Story passen
  • entschärfen mit Wingwave (einem speziellen Emotionscoaching) aktuelle Stresstrigger und sorgen dafür, dass ihre Abenteuerlust und eine Prise Entspanntheit sie auf der Bühne brillieren lassen

Das neue Kundenstory-Muster
Vorlage Kundenstory | Katrin Klemm Storytelling

Claudias Anruf kommt am zweiten Tag der Roadshow. Eine Welle puren Enthusiasmus rollt durchs Telefon. Unsere Strategie ist aufgegangen.

Sie war ein wahres Feuerwerk auf der Bühne und doch locker genug, um zu beobachten, dass ihr die Zuhörer an den Lippen hingen. Beim After Sales Team klingeln die Telefone. Und ja, der Chef war zu Beginn ein wenig knurrig gewesen. Sie hätte “seine Folien verbogen”. Doch die Anzahl der Gespräche mit Neukunden gibt ihr recht…

Eine einfache Arbeitsanleitung zum Aufbau einer solchen kundenorientierten Heldenstory findest du in Kapitel 10 von “Der Tag an dem Bella verschwand” (Selbstcoaching mit Business-Stories).

Für noch mehr Beispiele für praktisch angewandtes authentisches Storytelling hol dir dein eBook zum Download: Gute Gründe für gute Stories – 24 konkrete Situationen in denen eine authentische Story dein Leben & dein Business erleichert.

eBook Gute Gründe für gute Stories | Katrin Klemm Storytelling | easy download

 

 

 

Der Polarstern – dein Licht im Dschungel jeder Verhandlung

Wer weiß, was er will, kann sich orientieren.
Selbst wenn es in Verhandlung oder anderen Gesprächen heiß her geht.

Du steckst in der Gehalts-Verhandlung. Oder willst diesen Auftrag unbedingt mir nach Hause nehmen. Oder du willst einem Mitarbeiter, der schon mehrfach Murks abgeliefert hat, klar machen, was du von ihm erwartest. Da steht einiges auf dem Spiel. Das könnte heikel werden.

Und dann passiert’s. Gerade wusstest du noch ganz genau, worauf du hinauswolltest. Da tauchen unerwartete Komplikationen auf. Dein Gegenüber reagiert anders als du erwartet hast. Er lacht lauthals los, als du deine Gehaltsvorstellungen nennst. Der kritisierte Mitarbeiter wird wütend oder droht. Oder steigt aus dem Gespräch aus, dreht sich um und geht einfach. Emotionen steigen auf, zuverlässig wie ein Sonnenaufgang am Morgen. Du bist irritiert, verunsichert, verletzt, … Plötzlich hast du die Orientierung verloren:

Was war noch mal mein Ziel?

Dieses Phänomen lässt sich vor allem dann beobachten, wenn es um eine schwierige Botschaft geht. Wenn du etwas vermitteln willst oder musst, das für dein Gegenüber unangenehm oder anstrengend werden kann. „Augen zu und durch“ kann ein Weg sein. Du redest einfach weiter, irgendwann wird es schon klappen. Und wenigstens hast du es versucht, statt kurzfristig zu kneifen oder auf Dauer zu resignieren.

Navigieren, wenn es heikel wird.

Der erfolgversprechendere Weg: Suche dir vorab einen Orientierungspunkt, deinen persönlichen Polarstern. Dann verlierst du dein Ziel nicht aus dem Blick. Selbst wenn dunkle Wolken am Gesprächshimmel aufziehen, es stürmisch wird und emotionale Wellen höher schlagen.

Der Polarstern draußen am Himmel markiert stets den geografischen Norden. Über das Sternbild des kleinen Bären ist er leicht zu finden und ist zur Orientierung da draußen nützlich.

Im einer heiklen Gesprächssituation helfen dir folgende drei Fragen dabei:

Was will ich wirklich für mich?

Beispiel Gehaltsverhandlung: „Ich will für meine Leistungen angemessen entlohnt werden. Ich zeige seit Monaten eine überdurchschnittliche Einsatzbereitschaft und erwarte, dass meine Leistung monetär anerkannt wird. Ich arbeite gern für mein Unternehmen und bin entschlossen, auch weiterhin mein Bestes zu geben. Deshalb möchte ich jetzt in dieser Verhandlung eine konkrete und verbindliche Zusage für den Betrag X ab Datum Y.“

Was will ich wirklich für mein Gegenüber?

Wie bitte?

Ja, du liest richtig. Diese Art der Fragestellung ist ungewöhlich – und gerade deshalb besonders wichtig. Denn mal ehrlich, wenn es schwierig wird, klammern wir uns doch um jeden Preis an dem fest, was für uns selbst drin ist. Dabei übersehen wir, dass sich unsere eigenen Ergebnisse deutlich verbessern, sobald auch für unser Gegenüber etwas rausspringt.

“Mein Gesprächspartner soll erkennen, dass es mir ernst ist mit meiner Forderung, und ich mich nicht vertrösten lassen werde. Er soll gleichzeitig sicher sein, dass ich ein loyaler Mitarbeiter bin, nicht mit dem Gedanken spiele, das Unternehmen zu verlassen, auch wenn ich meinen Marktwert genau kenne.”

Was will ich wirklich für die Beziehung?

Auch nach dem Gespräch wirst du weiter mit dem Vorgesetzten leben (müssen). Wie soll eure Zusammenarbeit in Zukunft aussehen? Wodurch wird euer Umgang geprägt: Durch Respekt, Offenheit und ein faires Kräftemessen? Sollen beide nur erleichtert sein, dass sie dieses Gespräch endlich hinter sich haben? Oder findest du künftig bei heiklen Themen noch schneller den Mut zum Gespräch, wenn einer von euch daneben liegt? Wird vielleicht in Zukunft ein Augenzwinkern ausreichen, um sich wortlos zu verständigen und wieder in die Spur zu kommen?

Hast du deine Antworten auf diese drei Fragen gefunden? Zeichnet sich dein Polarstern bereits ab? Leuchtet er klar und deutlich den Weg durch alle möglichen Gesprächshindernisse? Dann beantworte dir noch eine letzte Frage:

Wie würde ich mich verhalten, wenn ich diese Resultate wirklich wollte?

Vielleicht reicht dir die Klarheit, die du durch deine Antworten auf die letzten drei Fragen gefunden hast, bereits aus.

Doch wahrscheinlich triffst du jetzt – sobald du dir darüber klar geworden bist, was du in diesen drei Ebenen erreichen willst – viel gezieltere Vorbereitungen für dein Gespräch. Trage Fakten zusammen, die deine Aussagen belegen. Stelle Vermutungen an, welche Interessen dein Gegenüber in der Verhandlung haben wird. Schätze ein, mit welchen Gegenargumenten du rechnen solltest. Falls du deine eigene Ungeduld erkennst: Wie schaffst du es, dein  Gegenüber ausreden zu lassen? Oder wann setzt du Grenzen?

So testest du – wie nebenbei – schon einmal die Emotionen, mit denen du dich bei diesem Thema oder dieser Person immer wieder auseinander setzen musst. Überlege dir, wie du souverän damit umgehen willst.

Klarheit und Fokus in der Verhandlung

Diese Übung hat einen zweifachen Nutzen.

  • Die Suche nach deinem Polarstern bereitet dich auf dein schwieriges Gespräch vor. Du erkennst bereits vorab mögliche Klippen, die es zu umschiffen gilt.
  • Bist du dann mitten im Gespräch, und Emotionen kommen in Fahrt, orientiere dich – wie die alten Seefahrer am Himmel – immer wieder an deinem Polarstern. Du schaffst Klarheit und kommst auch dann zuverlässig auf den richtigen Weg zurück, wenn dein Verhandlungs-Schiff mal gefährlich ins Schwanken kommt.

Probiere es aus und lass mich hören, wie es funktioniert hat. Ich bin neugierig auf deine Erfahrungen.

Und falls du noch nicht sicher bist, ob dich nicht doch innere Stories von Wut, Angst oder Ärger lähmen und deinen Fokus boykottieren wollen, erfahre hier wie du mit deinen Emotionen besser klarkommst.

Diese Übung ist ein Auszug aus dem Buch Der Tag an dem Bella verschwand. Der Roman für Selbstcoaching mit Business-Stories.