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Ja, du darfst traurig sein

Warum wir alte Geschichten über Trauer loslassen dürfen. Und wie sich Traurigkeit in den Alltag integrieren lässt.

Die Frühstücksrunde ist – nach Monaten endlich – wieder versammelt. Lebensfreude blubbert lautstark und unablässig wie der Espresso, den wir in der Mini-Kanne unablässig neu kochen müssen. Sarah sitzt mitten unter uns. Blass und wortkarg knabbert sie an ihrer Brötchenhälfte. Der Honig tropft auf den Tisch. Sie bemerkt es nicht. In Gedanken ist sie ganz weit weg. Sie wirkt bedrückt, traurig. Doch in dieser lärmenden Runde scheint heute kein Platz dafür. Ich schnapp mir meinen frischen Espresso: „Komm, lass uns auf den Balkon gehen.“

Was hat Sarah nur? Ich weiß, dass sie schwanger ist. Siedend heiß der Schock: Sie hat doch nicht ihr Baby verloren? Nein, das ist noch da. Behutsam streichelt Sarah über ihr kaum sichtbares Bäuchlein. Doch der Job, der ist weg. Ihre Firma hat die Corona-Zeit nicht überstanden. Am Freitag war Schluss. Ende. Aus. Dabei hatte Sarah ihren Job so geliebt. Stille Tränen laufen ihr übers Gesicht.

Alltägliche Trauer ist oft unsichtbar.

Unendliche Geschichten ranken sich um die Trauer. Unbewusst und rasend schnell denken wir an den Tod, sobald wir beim Gegenüber entdecken, wie sich die inneren Winkel der Augenbrauen nach oben ziehen, die Mundwinkel senken und das angehobene Kinn zu zittern beginnt. Trauer oder Kummer ist ein Gefühl, das uns im Leben häufiger begegnet als uns bewusst ist. Dabei ist Trauer eine natürliche Begleiterin in unserem Alltag. So lange wir nicht alles tun, sie zu ignorieren, verdrängen oder angestrengt zu kaschieren.

Ich erlebe immer mehr Menschen, die das ständig tun, ungeachtet der Folgen, die das für unseren Körper und unsere Seele haben kann. Weil Trauer keinen (oder wenig) Raum in unserer Gesellschaft hat, weil sie anstrengend ist oder die Nicht-Trauernden hilflos macht. Kurzfristig hilft Verdrängen beim Überleben. Klar, keine/r heult gern im Büro. Was sollen denn die anderen denken?

Für Sarah war’s das ja nun erstmal im Büro. Sie haben gemeinsam geweint als klar wurde, dass es endgültig vorbei ist. Dass ihre Firma trotz aller staatlichen Unterstützung keine Zukunft hat.

Wie gehst du mit dem Gefühl der Trauer um?

Hör kurz deinen eigenen Gedanken zu!

  • Ich weiß nicht mehr weiter. Doch das darf keiner erfahren.
  • Ich bin die Chefin des Ladens. Ich muss den anderen Hoffnung machen.
  • Reiß dich zusammen, Tränen bringen dich auch nicht weiter.
  • Je weniger ich mich da reinfallen lasse, desto schneller geht das vorbei.
  • Heulen ist was für Weicheier. Ich muss nach vorne schauen.
  • Ein Junge weint nicht.

Es sind Geschichten, die wir uns selbst erzählen. Überzeugungen, die wir gelernt haben. Von unseren Eltern, Großeltern oder noch weiter zurück in der Generationenfolge. Wir haben diese alten Geschichten „Wie verhalte ich mich im Falle von…“ mitgenommen und fragen nicht mehr nach, ob sie für uns heute noch gültig sind. Aus unseren gesamten aktuellen sozialen Leben – Jobs, Freizeit, Politik, Medien – schnappen wir täglich Stories auf von dem, was angemessen oder erwünscht ist. Wie wir sein sollten, um dazuzugehören. Oder hervorzustechen (je nachdem, was für dich gerade dran ist).

Wir pressen uns in ein Korsett von Geschichten, die andere für richtig halten. Auch im Umgang mit Trauer und Verlust. Dabei gehört Trauer zu den unvermeidlichen Erfahrungen unseres Lebens. Sie braucht Raum. Und sie braucht Zeit.

Schau deiner Trauer ins Gesicht

Anfang September lerne ich auf einer Fortbildung im Lotsenhaus Hamburg von Peggy Steinhauser, dass der Bundesverband TrauerbegleitungTrauer als eine natürliche Reaktion auf Verlust“ definiert. Dass selbst diese Defintion erst Schritt für Schritt erarbeitet werden musste, in der Diskussion, was daran “richtig” oder “falsch” sein kann. Neugierig geworden auf die Arbeit von Trauerbegleiter*innen erfahre ich, dass es darum geht: „Trauer als eine lebensbegleitende Erfahrung anzunehmen“. Diesen Gedanken einen Tag lang nachzugehen wird zu einer spannenden (Selbst-)Erfahrung.

Wir sind eingeladen zum ersten Brainstorming: „Wie reagierst du, wenn du traurig bist? Was tust du, wenn du etwas verloren hast?“.

Oh, zuerst mal brauche ich eine Weile, um mich zu erinnern, in welchen Formen ich dem Verlust in meinem Leben schon begegnet bin. Denn verlieren kann man Menschen (oder Tiere) nicht nur durch den Tod, sondern auch durch Beziehungen, die sich lösen, wenn du umziehst oder die Schule/ den Arbeitsplatz wechselst. Auch der Verlust von Dingen kann uns in den Abgrund der Gefühle stürzen. Denk an das herzzerreißende anhaltende Geschrei von Kindern, die ihr Schmusetier draußen verloren haben, an ein Elternhaus, das abgerissen wurde oder ein ganzes Land, das es dem Namen nach nicht mehr gibt.

Wann immer du eine Beziehung dazu aufgebaut hattest, die dir etwas bedeutet hat, kann Trauer entstehen, wenn der/die/das plötzlich aus deinem Leben verschwindet.

So sah mein erstes Mindmap aus.
Katrin Klemm StoryCoach - Storytelling Mindmap Trauer

Und was hast du verloren?

Plötzlich sehen wir sie überall, die Augenblicke ganz alltäglicher Trauer. Sie stehen ganz natürlich neben Momenten der Freude, der Anstrengung, des Glücks, des Ärgers… Doch Trauer ist – im Vergleich zu kochender Wut, brodelndem Ärger, überschwänglicher Freude – eher leise, still, sanft, sprachlos.

Welche Verluste kennst du aus deinem Leben? Wer/was war dir lieb und teuer und doch musstest du sie/ihn/es gehen lassen? Wenn du dich darauf einlassen willst, nimm dir einen Augenblick Zeit und gehe in deiner persönlichen LifeStory Schritt für Schritt zurück.

  • Ein Liebe, die nicht gehalten hat, obwohl sie so gut begann.
  • Ein Kind, das eine Klasse wiederholen muss, obwohl du im letzten Jahr Homeschooling wirklich alles gegeben hast.
  • Ein Elternteil, das du eigentlich gar nicht kennst, weil sie/er gegangen ist, als du noch ganz klein warst.
  • Ein Haustier, das an Altersschwäche gestorben ist, nachdem es dich ein Leben lang begleitet hat.
  • Ein Kunde, dessen Erwartungen du nicht erfüllt hast und der sich einen anderen Dienstleister gesucht hat.
  • Eine Bewerbung, bei der du abgelehnt wurdest, obwohl du perfekt auf die Stelle gepasst hättest.
  • Nach dem Bänderriss vom letzten Jahr brauchst du nun mehr als eine Stunde für die Laufstrecke, die du sonst in dreißig Minuten geschafft hast.
  • Innere Anteile in dir – vielleicht kindliche Spielfreude oder ungebremstes Vertrauen in die Welt – die sich im Laufe deines verantwortungsvollen Erwachsenenlebens vom Acker gemacht haben.
  • Nicht zuletzt all die Dinge und Begegnungen, die Reisen und Freiheiten, die uns in den letzten Monaten der Pandemie verwehrt blieben, obwohl wie sie vorher als Selbstverständlichkeit in unserem Alltag betrachtet haben.

All das gehört zu dir. Erlaube dir zu trauern.

Du darfst den ganzen Prozess erleben. Du darfst sie spüren und sich wieder auflösen lassen. Erkennst du sie an, wird sie ihr ganzes Potential für dich entfalten. Sie wird zu einer wahren emotionalen Kraft, die dir so viel mehr ermöglicht: Mitgefühl, Tiefe, Selbstmitgefühl, Echtsein.

Geschichten, die dir helfen, echt zu sein oder zu werden:

  • Jede/r trauert anders. Steh zu dem, was du fühlst. Erlaube dir, so zu sein, wie du bist. Du bist richtig.
  • Trauern ist ein Verb, ein natürlicher Prozess des Übergangs in unserem Menschenleben. So wie das Geborenwerden, wie Pubertieren, wie Sterben. Nimm dir Raum und Zeit, die du brauchst.
  • Lass dir von niemandem erzählen, wie du „richtig“ mit dieser Emotion umzugehen hast. Von wegen „das ist doch nicht so schlimm.“ Doch. Für dich ist es das in dem Moment. Oder nach sechs Monaten „das muss doch jetzt endlich mal vorbei sein“. Es dauert, so lange es dauert. Oder „das Leben muss weitergehen“. Keine Sorge, das tut es, darauf kannst du dich verlassen. Auch wenn es sich für dich im Moment nicht so anfühlt.
  • Bitte um Hilfe oder Unterstützung, wenn du es möchtest. Manche Dinge muss man mit sich allein ausmachen. In anderen Fällen hilft es, drüber zu sprechen. Sag auch deutlich, wenn du keine Ratschläge brauchst, sondern einfach nur ein Ohr zum Zuhören. Echte Freunde halten das aus.
  • Vielleicht suchst dir Geschichten, die dir helfen Gefühle von Verlust, Traurigkeit und Hilflosigkeit um eine Perspektive zu erweitern. Eine der heilsamsten Geschichten für mich im Umgang mit dem Tod wurde die Geschichte vom Gingkoblatt .

Sarah und ich kehren nach einer halben Stunde zu den anderen zurück. Es sind Tränen geflossen. Viele Tränen. Selbst ich habe nicht geahnt, wie viele Träume und Hoffnungen sie mit diesem Job verbunden hatte. Sie und ihre Kolleg*innen hatten so viele Stories miteinander erlebt, die Ups gefeiert und sich aus jedem Down wieder heraus gearbeitet. Das ist vorbei. Das darf gehen. Auch wenn sie noch eine ganze Weile traurig sein wird. Es ist in Ordnung. Etwas Neues wird kommen, wenn sie soweit ist.

Wenn du den Geschichten, die du dir selbst erzählst, behutsam tiefer auf den Grund gehen willst, lies weiter bei „Sei selbst deine beste Freundin“. Ist es dein Berufsleben, in dem dich der Gedanke, dass es eigentlich verschenkte Lebenszeit ist, immer wieder traurig macht, dann ist es vielleicht an der Zeit, das nächste Kapitel deiner LifeStory ganz neu zu schreiben.

Oder du hast entdeckt, dass ich einen Anlass zu trauern, hier noch völlig vergessen habe? Dann lass mir gern einen Kommentar da und uns ins Gespräch kommen.

Ein Sommerexperiment – eigentlich zwei

Ich will meinen ersten Roman schreiben. Drei Businessromane gibt es schon. Das heißt, ich weiß, wie Bücherschreiben funktioniert. Und dass es richtig viel Arbeit ist.

Roman schreiben. Kann ich das?

Schiebe ich einen belletristischen Roman – auf den ich schon lange Lust habe –  deshalb seit Jahren vor mir her? Ich finde einfach nicht die Zeit dazu, denn das daily-StoryCoaching-Business macht mir einfach so viel Freude und schenkt mir ständig neue Ideen. Ganz verschiedene Roman-Schreib-Experimente habe ich schon gemacht, um endlich anzufangen. Die halte ich dann drei, maximal vier Wochen durch und schon kommt mir wieder das Leben dazwischen.

Ein Sommerexperiment

Doch jetzt habe ich mir eine Woche Schreibauszeit in der Nähe von Berlin genehmigt, jetzt will ich es wissen. Danach werde ich neu entscheiden. Entscheiden, ob ich für den Rest meines Lebens noch eine ernsthafte Romanschreiberin werde oder nicht. Und was ich tun kann, um wirklich dranzubleiben.

Für die zwei Stunden im Zug von Hamburg nach Berlin habe ich das Buch von Bettina Ramm dabei. Ihr zweites: „Der unsichtbare Riese“ Auch Bettina hat im letzten Jahr ein Sommerexperiment gemacht. Sie hat sich drei Monate Zeit genommen und dieses Buch ist dabei herausgekommen. Es liest sich leicht und flüssig. Bis plötzlich sanft, doch unüberhörbar ein Gong in meinem Verstand angeschlagen wird. „Was man nicht tut, das will man im Grunde überhaupt nicht.“ (frei aus der Erinnerung zitiert) Dieser leise Nachhall des Gongs lässt mich seitdem nicht mehr los. Will ich vielleicht gar keine Romane schreiben?

Der unsichtbare Riese taucht auf

Der unsichtbare Riese, so besagt die Geschichte von Michael Neill, sei immer an unserer Seite und erledige Dinge für uns, wenn wir ihn um Hilfe bitten und dann machen lassen. Das klingt zu schön, um wahr zu sein. Doch ich bin neugierig – das will ich ausprobieren.

In meinem einwöchigen Sommer-Schreib-Experiment werde ich beobachten wie es mir mit Bettinas Ideen ergeht. Schon ihr erstes Buch “Das muss doch auch anders gehen” habe ich verschlungen. Und jetzt werde ich testen:

Was wäre, wenn

… ich eine Woche lang aufhöre zu kontrollieren?

Wenn ich statt all dessen was ich tun müsste oder sollte, statt dessen, was mein Verstand durchs Megafon brüllt, einfach das tue, wozu ich in dem Moment gerade Lust habe und alles andere ignoriere? Wenn ich gelassen davon ausgehe, dass dieses dann genau das Richtige für diesen Moment ist? Und der ganze Rest wunderbar funktionieren wird. Also wenn ich schreibe schreibe ich. Wenn mir nicht nach Schreiben ist, dann recherchiere ich vielleicht. Und wenn gar nichts geht, ruhe ich mich aus.

Ob das funktioniert? Oder ob ich sauer auf mich werde, wenn ich nicht schnell genug Ergebnisse sehe?

Was wäre, wenn

… es mir gelingt genau das, was dann passiert, mit allen Sinnen wahrzunehmen?

Zu erleben, zu erfahren, zu spüren? Neugierig zu entdecken, was da direkt vor meiner Nase noch alles stattfindet? Erfahrungen im Außen oder Innen, die ich sonst nicht wahrnehme, weil ich entweder vorbeirenne oder mich abwende, weil ich sie nicht aushalten kann? Oder will?

Was wäre, wenn

… ich aufhöre, mir selbst im Weg zu stehen, und jeglichen Versuch von Grübeln und Nachdenken stoppe, sobald ich mich dabei ertappe?

Autsch, das könnte hart werden, denn ich bin unglaublich brillant im Nachdenken. Das heißt, meist denke ich vor: „Was könnte passieren, welche Situationen muss ich einkalkulieren und was tue ich dann?“ Wenn die Situation dann vorbei ist, ist keine meiner Befürchtungen eingetreten, aber ich habe vorab schon mal mächtig viel Zeit und Energie verbrannt. Wie wäre es, wenn ich mir selbst aus dem Weg gehe?

Was wäre, wenn

… ich mich darauf einlasse, mich verbunden zu fühlen mit dem Leben, mit der Quelle und wach werde für die Momente in denen es „mich schreibt“.

In denen einfach das in die Tasten fließt, was schon lange da ist. Kostbare Augenblicke, in denen ich gar nichts mehr tue, sondern nur geschehen lasse? Boah, das macht mir schon jetzt beim Aufschreiben Gänsehaut. Bin ich bereit und in der Lage, so viel Vertrauen aufzubringen?

Ich mach das jetzt

So, das soll jetzt erstmal reichen für 7 Tage. Mehr Zeit habe ich mir im Moment nicht eingeräumt. Wieso eigentlich nicht? Zack, schon denke ich nach. Stop it, Katrin. Ich werfe mich jetzt einfach in mein Experiment  und werde berichten, wie es ausgegangen ist.

4 Tage später – Boxenstop #1

Tag 1: Ich mache ich erstmal gar nichts, außer mit herzlichen Menschen gute Gespräche führen. Siehe da – jedes Gespräch schenkt mir Ideen für meine Geschichte. Läuft.

Tag 2: Am Morgen bin ich schier erschlagen von der Fülle meiner Möglichkeiten. Wo fange ich bloß an? Ich baue mir eine Struktur auf. Darin bin ich gut. Dann bitte ich den Riesen. Abends habe ich eine klare Vorstellung, wie es weitergeht. Erstaunlich.

Tag 3: Die Erkenntnisse heute sind eher körperlicher Natur

  • Wenn ich zum Schreiben reise – immer die externe Tastatur mitnehmen.
  • Unbedingt von Beginn an regelmäßige Dehnungsübungen in den Schreibprozess einbauen, sonst gibt es eine Muskelkatastrophe.
  • Mach das verflixte Smartphone aus, wenn du ernsthaft schreiben willst.
Katrin Klemm Sommerexperiment Roman schreiben

Einladung zum Frühstück: ein guter Grund genussvoll zu prokrastinieren

Tag 4: Halleluja, aber so was von Riesenerlebnis… Am Vormittag ein super Lauf – komme meiner Protagonistin auf die Spur. Mittags kurzes Tief. Ich gebe ihm nach – Powernap mit einer 10 Hz Meditation von Jason Stephenson. Nach 8 Minuten bin ich wieder topfit.
Plötzlich ein fieses technisches Problem – die Papyrus-Software frisst meine Kapitel. Bin genervt, probiere alles Mögliche. Nix funktioniert. Werde knurrig. Muss ich jetzt nochmal komplett von vorn anfangen? Zukunftspanik. Der Riese ist vergessen. Aber immerhin schaffe ich es zurück ins Hier und Jetzt. Es gibt ein Supportforum bei Papyrus. Ich grase alles ab. Keiner kennt mein Problem. Ich poste meine Anfrage ins Forum, bleibe ruhig und frage konkret.

Teamwork mit dem Unsichtbaren Riesen

Dann entferne ich mich vom Problem. Wunderbarer frischer Salat zu Mittag. Nach dem Espresso ist eine Antwort da. Mit einer Vermutung zur Ursache und der Bitte, die Datei an den Support einzuschicken. Na gut. Noch während ich die Mail an den Support formuliere, kommt mir ein Gedanke. Ich folge dem Impuls, halte kurz die Luft an uuuuund … muss nicht mehr beim Support anfragen, kann jetzt weiterschreiben. Jippieh – lieber Riese, du und ich wir sind ein tolles Team.

Boxenstop #2

Tag 5: Es kommt auf die Abwechslung an. Auch beim Schreiben. Keiner zwingt mich, die ganze Zeit nur eines zu tun. Sicher, wenn der Roman dann erstmal begonnen ist, wird Schreiben die Haupttätigkeit sein. Doch ich erlaube meinen Gedanken, auch mal woanders zu spazieren. Ich plane kreative Pausen ein. Sie gehören dazu. Ich genieße sie und lasse mich überraschen, was daraus wird.

Tag 6: Schon wieder ist es passiert, ich beginne viel später als gedacht mit dem Schreiben. Und es fühlt sich nicht gut an. Verflixtes Social Media. Ab heute höre ich sehr bewusst hin, wenn ich mal wieder „mal eben schnell“ denke. Ich streiche diese Floskel meinem Wortschatz. Dieses „mal schnell“ wird bei mir nie was und klaut mir nur Zeit. Ich schreibe es mir auf und lege es für die nächste Pause bereit.

Fazit: Die Entscheidung ist gefallen

Tag 7: Ja, ich werde dieses Buch schreiben. Es wird für die nächsten Monate (vielleicht Jahre) ein weiteres Projekt sein, so wie andere Storytelling-Projekte und das StoryCoaching für meine Kund*innen. Doch ab sofort gibt es keine Termine am Freitag mehr außer der Verabredung mit mir und meiner Tastatur.

Ich werde testen, ob es sich im Homeoffice mit Unterstützung des unsichtbaren Riesen genauso gut schreibt, wie in meiner Berliner Sommeridylle

Im Gepäck auf der Fahrt zurück nach Hamburg habe ich jetzt:

  • eine gut sortierte Materialsammlung für den Roman
  • die Kapitelstruktur
  • erste Figurenskizzen
  • Fitness in meinem Profi-Schreibprogramm

Was danach geschah

Seit zwei Tagen bin ich zurück in Hamburg. Die Bahnfahrt habe ich genutzt, um im Unsichtbaren Riesen bis Seite 175 zu lesen. Entdecke, dass es für Bettina Phasen heftigen Zweifels am Riesen gab.

Bin also vorgewarnt, als an meinem heimischen Schreibtisch erstmal gar nichts mehr geht. Nervige Post von Ämtern. Termine, die durcheinanderpurzeln, Verpflichtungen auf die ich keine Lust habe. Das fühlt sich gleich wieder zu viel an, um so entspannt am Roman weiterarbeiten zu können, wie ich es eine Woche lange genossen habe. Fast will ich mich dem freien Fall hingeben „das darf doch jetzt alles nicht wahr sein.“

Doch, ist es aber. Und es liegt NUR an mir, ob ich ein Drama draus mache oder nicht. Blitzschnell höre ich auf zu grübeln und erledige die Dinge dann, wenn sie dran sind. Nicht früher! Außerdem erlaube ich mir zu beobachten, ob sich manches vielleicht von allein erledigt. Und ich bleibe mit allen Sinnen wach dafür, wie es mir damit geht.

Überlebt der Riese in meinem Alltag?
Falsche Frage!

Ich entscheide mich, ihm einen Platz in meinem Leben einräumen. Ich meine, er ist ja eh da. Also geht es nicht ums “Ob”, sondern um das “Wie”. Deshalb werde ich mich häufiger mit ihm unterhalten.

Dann und wann werde ich mir wieder einwöchige Schreibauszeiten nehmen – liebe Freund*innen, wenn ihr im Urlaub seid und ich eure Wohnung einhüten soll, herzlich gern.

Falls du neugierig auf Bettinas Buch geworden bist: hier kannst du es kaufen. Wenn du Bettina erst besser kennenlernen willst, schau dir gern unser Gespräch an.

Wenn du auch ein Sommerexperiment machst, schreib mir gleich unten in die Kommentare. Ich bin schon mega gespannt.

Diesen Beitrag habe ich eingereicht bei der Blogparade von Cordula Natusch

Die heilsame Kraft von Geschichten

Bettina kenne ich schon sehr viel länger als mir selbst klar ist, welchen Namen meine Leidenschaft für Menschen und ihre Geschichten trägt: Storytelling. Seit vielen Jahren kreuzen sich unsere Wege immer wieder. Und immer wieder in anderen Rollen. Inzwischen wissen wir, was uns im Herzen verbindet: Ein Gespür für das eigene Timing, das der Intuition folgen darf. Auch wenn das einfacher klingt als es ist.

Bei mir sind es die eigenen Stories, denen ich heute viel aufmerksamer zuhöre als früher. Bettina hat mit Slow Marketing ihre Leidenschaft gefunden: achtsam, authentisch und bewusst.

Vor einiger Zeit hat sie mich in ihren Podcast eingeladen.

Geschichten können viel mehr als nur verkaufen.

Wir unterhalten uns über:

  • Innere Geschichten, die uns schrumpfen oder wachsen lassen (2:25) und wie weit StoryCoaching über bloßes Marketing hinaus geht
  • die Zeit in der alles angefangen hat und auf welche Art ich mit 2 Jahren bereits Bücher “verschlungen” habe (3:30)
  • die Fähigkeit, heikle Gespräche zu führen und warum wir uns schwertun, anderen unsere Wahrheit zuzumuten (9:00)

Wenn du gleich reinhören willst, mit Klick aufs Bild kommst du direkt zum Podcast.

Bettina Ramm Podcast Slow Marketing

Geschichten können heilen und Grenzen erweitern.

Du erfährst:

  • Wie viel Kraft in jeder Häutung steckt (12:15)
  • wie ich Spiritualität für mich definiere (12:45)
  • Wie Geschichten bei persönlichen Entwicklungen helfen können (16:00)
  • Warum es bei Gegenwind eine gute Idee ist, es wie die grüne Meeresschildkröte zu machen (16:35)
  • wie die Vorbereitung eines Karrieregespräches sich manchmal als erfolgreiche Schatzsuche herausstellt (19:00)
  • etwas über die geheime Zutat von „Großes Kino für dein Business“ (19:50)

Es lohnt sich, die eigene Geschichte zu gestalten,

Weil:

  • wir durch unser eigenes Wachstum auch der Welt um uns herum etwas Gutes tun. Oft gerade dann, wenn es schmerzhaft ist oder wir glauben, dass es nicht mehr weitergeht (22:30)
  • Geschichten Leichtigkeit in schwere Wege bringen können (23:50)
  • Spiritualität mehr ist als ein bisschen „du musst nur daran glauben“ (25:00)
  • es in unserer eigenen LifeStory hin und wieder darauf ankommt, Vorstellungen – wie das Leben zu sein hat – loszulassen. Damit es leichter werden kann (28:00)

Zum Schluss verrate ich, was es mit den drei Büchern der B.E.L.L.A Reihe auf sich hat (30:00) .

Hier kannst du uns bei unserer Unterhaltung zuschauen.

 


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Letztes Jahr hat Bettina ihr erstes Buch geschrieben. Hier habe ich es genauer unter die Lupe genommen. Das zweite erscheint im Mai 2021. Ich bin schon sehr gespannt darauf.

 

Wenn du eine Sehnsucht im Herzen trägst

Design your LifeStory – ein Erfahrungsbericht.

Denise ist Event-DJane, spezialisiert auf Hochzeiten und Bälle. Gleichzeitig arbeitet sie in Teilzeit im Hotel Hanseatin Hamburg, mit Schwerpunkt im Marketing. Sie war im letzten Jahr bei Design your LifeStory dabei. Neun Monate später haben wir uns noch einmal unterhalten.

Denise, wie sah dein Alltag vor der LifeStory aus?

Ich habe schon immer unglaublich viel und gern gearbeitet, angestellt und freiberuflich. Ich bin der Typ “einfach mal machen ohne lange zu überlegen, wo etwas hinführen soll.” Aber da war so eine Unzufriedenheit. Mit der Zeit wurden die ToDo Listen endlos. Ich habe nur noch ziellos abgearbeitet und funktioniert. Nachts lag ich wach, dabei war ich doch unendlich müde und erschöpft. Mit der Erschöpfung kam das Bewusstsein: “Mein Körper ist endlich. Ich bin keine 20 mehr. Wenn ich jetzt einfach nur fortsetze, was ich schon immer tue – reinhauen, schleppen, abarbeiten – wo soll das hinführen?”

Ich hatte immer weniger Lust auf meinen Teilzeitjob. Das frühe Aufstehen war einfach gegen meinen Biorhythmus. Als mir dann sogar private Termine nur noch wie eine Pflicht erschienen, musste ich mir eingestehen, dass mir die Lust am Leben verloren gegangen war. Mich quälte der Gedanke: “Geht das jetzt alles immer so weiter”?

Von außen hat das niemand gemerkt. Schließlich ist man ja diszipliniert genug. Klar, die engsten Freunde haben immer mal Andeutungen gemacht, aber wenn man immer in der Mühle rennt, dann hat man ja auch gelernt, das auszublenden mit einem: “Jaja ihr habt schon recht, aber ehrlich, das bringt mich jetzt auch nicht weiter.” Man muss ja funktionieren heutzutage. Es darf ja niemand wissen, dass man eigentlich viel zu müde ist und keine Lust hat (was sollen die von einem denken).

Aber du lebst doch schon deine Leidenschaft, oder?

Ja, das mit dem DJ-ing ist ja auch genau richtig. Genau so habe ich es mir vorgenommen als ich mich vor acht Jahren selbständig gemacht habe. Es lief. Aber so wie es lief, konnte es die nächsten Jahre nicht weitergehen. Es hätte mich kaputt gemacht. Da musste sich irgendwas ändern. In diesem Tempo und der Intensität konnte ich so nicht weitermachen. Über kurz oder lang hätte ich mich aufgerieben.

Ich habe die Entscheidung getroffen: Ich will wieder mehr leben.

Da habe ich mitbekommen, was die Frauen aus der ersten Workshop-Reihe mitgebracht haben. Ich habe deine strahlenden Augen gesehen und erfahren, wie sich die Teilnehmerinnen gegenseitig motivieren und pushen und so schnell Sachen umgesetzt haben. Da war die Entscheidung plötzlich da: Ich will wieder mehr leben! Aber wie soll das aussehen? Wo will ich eigentlich hin? Was macht für mich das Leben lebenswert? Das wollte ich herausfinden und für mich klären, wie ich erfolgreich bleiben kann, ohne mich kaputt zu machen.

Design your LifeStory gibt es ja als Einzelarbeit, als Best-Buddies zu zweit mit einer Freundin oder als Semesterworkshop für 6 Monate. Warum hast du dich für den Semesterworkshop in der Gruppe entschieden?

Ja, das war ein großer Unterschied. Ich bin so ein Lehrerinnen-Typ (schmunzelt) : wenn ich was lerne, kann ich das schlecht vor dem PC oder einen Buch, ich brauche eine Art Lehrerin die liebevoll, humorvoll aber auch konsequent dafür sorgt, dass wir vorankommen. Ich bin zwar auch eine gute Einzelkämpferin. Aber in einer Gruppe, die funktioniert, deren Dynamik ich mag, da fängt man sich gegenseitig auf und pushed sich. Welche Ideen andere manchmal in dir wecken, da kommst du niemals allein drauf. Unglaublich!

Cool, wenn so viel Herz und Brain zusammenkommt.

Da kann jede von den Ideen der anderen profitieren. Diese echte Verbindung mit anderen Menschen, die du schaffst, sorgt auch für eine neue Verbindung meiner Synapsen. Und das setzt unendlich kreatives Potential in mir selbst frei. Außerdem finde ich es schön, auch den anderen zu helfen. Das macht Spaß – und zu sehen, wie ich ihnen helfen kann, erlaubt mir auch selbst immer wieder um Hilfe zu bitten.

Das ist ja auch ein Vertrauensvorschuss?

Ja klar – ich gehe immer grundsätzlich davon aus, dass das schon passt. Wenn ich merke, da wäre jemand dabei, mit der ich gar nicht kann, da gibt’s nur zwei Wege. Ich finde was, das ich an ihr mag und dann geht das schon. Oder ich halte mich fern. Das allerdings geht ja in einer Dreiergruppe nicht wirklich. Doch es hat gepasst – und ich glaube, das hast du schon gut ausgesucht – da kann man auf deine Menschenkenntnis vertrauen.

Was hast du für dich mitgenommen?

Ich weiß jetzt klar, wo ich hin will und habe das für mich formuliert. Allein die Erkenntnis: Obwohl ich super gern arbeite – und ich habe kein Problem damit, viel zu arbeiten – habe ich für mich herausgefunden, dass ich gar nicht so viel arbeiten will. Das war für mich eine der positivsten Überraschungen:

Zukünftig reichen mir wenige Stunden Arbeit am Tag.

Die müssen gut bezahlt sein. Dann bleibt mir wieder mehr Zeit für kreative Dinge, aus denen was Neues entsteht. Da will ich hin. Damit habe ich in dem Moment begonnen, als ich mich zur LifeStory angemeldet habe. Ich setze jetzt einfach Sachen um, die ich vorher immer vor mir her geschoben habe. Also die Dynamik über die du aus der Vorgängergruppe erzählt hast, spüre ich schon jetzt am eigenen Leib. Ich stehe zwar noch nicht da, wo ich in 2-3 Jahren sein will. Aber Dinge, die ich in den letzten Jahren vor mir hergeschoben habe, die habe ich jetzt schon mal umgesetzt. Das fühlt sich gut und richtig an.

Ich bin klar fokussiert.

Ich achte schon jetzt viel besser auf mich. Setze Dinge um. Am Berufsinhalt ändert sich zwar nicht viel, da habe ich schon vorher die richtige Entscheidung getroffen. Aber es haben sich mehr Felder und Zusatzmöglichkeiten ergeben, auf denen ich weitere Standbeine aufbauen kann. Also zum Beispiel die Schlepperei – du kannst dir nicht vorstellen, wie viele Tonnen man als DJane im Jahr so bewegt. Wenn ich also in Zukunft nicht mehr schleppen will, dann source ich das aus. Dafür fange ich an, Brautleuten das Tanzen beizubringen, da muss ich nicht soviel schleppen und tue genau das was ich kann und was ich liebe. Ich will immer weiter lernen.

Deshalb werde ich jetzt andere Dinge testen und wagen.

Es ist schon etwas Besonderes, dass es in der LifeStory diese Prototyping-Phase gibt. Du lässt einfach nicht locker, damit wir das, was wir uns für unser nächstes Kapitel entwickelt haben, sofort da draußen im echten Leben auszuprobieren.

Design your LifeStory - Phantasie kennt keine Grenzen

Mein erster Gedanke, ganz schnell mein Profil als HighClass-DJane aufzubauen, ist doch eher ein Langzeitprojekt. Dafür schaffe ich jetzt erstmal die Voraussetzungen. Gut, dass mir das praktische Prototyping gezeigt hat, wo die Baustellen sind. Dann hat mich auch dieses verrückte Corona-Jahr hier ziemlich zurück geworfen.  Aber ich habe die Zeit gut genutzt. Statt verzweifelt abzuhängen, weil die Veranstaltungbranche brach liegt, habe ich meine Fähigkeiten verbessert. So steht jetzt ein echtes Herzensprojekt in den Startlöchern – stay tuned. Die Webseite kommt in den nächsten Wochen.

SPOILER: Hier schon mal ein kleiner Ausblick – Denise brandneues Video zeigt dir ihre Leidenschaft in Bild und Ton.

Und dann ist da draußen auch so viel Sehnsucht, endlich wieder mal zu tanzen. Deshalb habe ich ad hoc mein Angebot zum privaten Tanzen entwickelt. 15 Jahre Tanzerfahrung + passende Musik. Da geht so viel, wir müssen es einfach nur machen.

A propos “einfach mal machen”: Welchen Frauen empfiehlst du die LifeStory?

Ganz klar Frauen, die gefühlt im Hamsterrad oder in der Sackgasse stecken und sich aufreiben. Da macht es Sinn, genauer hinzuschauen und sich das halbe Jahr zu gönnen. Ich empfehle das LifeStory Designen jeder, die eine Sehnsucht im Herzen trägt, die aber nicht rauslassen kann, weil sie immer nur funktionieren muss. Wenn irgendwas in ihrem Inneren schon weiß: “Eigentlich sollte ich ganz was anderes machen”, dann sollte sie sich anmelden.

Denise, ich danke dir und wünsche dir auf deinem Weg alles alles Gute.

 

Wenn auch du 2021 deiner Sehnsucht Flügel verleihen und ein Fahrgestell zum Landen schaffen willst, dann sei dabei.

Die nächsten Start-Termine:

  • Der Semesterworkshop ab Sommer 2021 in Hamburg
  • Die Kompaktwoche – 7 Tage für deine Sehnsucht ab 13. Oktober 2021 in Portugal an der wunderbaren Algarve

 

Tu was dran ist. Das Wichtige. Das Richtige.

Genug vom täglichen To-Do-Marathon? Dann setzen Sie Prioritäten und entscheiden selbst, was Sie tun und was Sie lassen!

Wichtig oder Dringend? Finde es raus!

Kunde, Chefin, Telefon, WhatsApp oder Chat…, sobald etwas von außen unsere Aufmerksamkeit verlangt, (ver-)schenken wir die meist sofort. Selbst wenn es uns von unseren eigentlichen Zielen abhält! Doch wenn Ihr täglicher Deadline-Marathon Ausmaße angenommen hat, die Sie nachts nicht mehr schlafen lassen, dann ist es höchste Zeit für ein Zeit-Management, das Ihre Prioritäten berücksichtigt!

Klar, Zeit kann man nicht managen. Das ist bekannt.

Doch wie folgen Sie dem, was Ihnen am Wichtigsten ist? Was bekommt Priorität, wenn es ‚brennt‘? Finden Sie zuallererst heraus, welche Erwartungen Sie selbst und andere an Sie stellen. Erkennen Sie das „Wozu?“, dann das „Was?“ und das „Wann?“. So befreien Sie sich von versteckten Zeitfressern und schaffen Raum für das Wesentliche.

So geht’s

Zuerst Auftrag klären

Nehmen Sie ein leeres Blatt Papier und schreiben Sie auf, weshalb Sie überhaupt auf der Gehalts- oder Honorarliste stehen. Wie lautet Ihr Auftrag? Welche Ergebnisse werden von Ihnen erwartet? Wofür werden Sie bezahlt?

Dann Aufgaben zusammentragen

Teilen Sie ein zweites Blatt wie folgt.

Aufgaben Liste Katrin Klemm

Betrachten Sie jetzt einen typischen Arbeitstag und notieren im linken Feld alles, was Sie den Tag lang tun. Schreiben Sie wirklich alles auf.

Dann nehmen Sie zwei farbige Stifte. Markieren Sie mit der ersten Farbe alles, was direkt dazu beiträgt, Ihren Auftrag zu erfüllen. Mit der zweiten Farbe markieren Sie die Dinge, die Sie dabei unterstützen. Also all das, was – ließen Sie es ausfallen – es erschweren, aber nicht unmöglich machen würde, Ihren Auftrag umzusetzen.

Alles, was Sie künftig mit mehr Ruhe und Konzentration tun möchten, ist in der ersten Farbe markiert. Das übertragen Sie ins Feld rechts oben. In das verbleibende Feld schreiben Sie, wozu Sie „Nein!“ sagen werden (Farbe zwei).

 

Katrin Klemm StoryTelling Training StoryWork Coaching Prioritäten

 

Prioritäten setzen – das kleine ABC und D

Nach dem Eisenhower-Prinzip teilt man Dinge in dringende und wichtige Aufgaben ein.

Dringend sind Aufträge, die zu einem bestimmten Termin erledigt sein müssen. Präsentationen, die zu einem festgesetzten Zeitpunkt stattfinden und deren Termin durch nichts zu verschieben ist, zum Beispiel. Oder die Fertigstellung von Weihnachtskarten, deren Versand nach dem 24. Dezember keinen Sinn mehr macht. Weil Kunden, Chefs oder Kollegen hier oft Druck machen, konzentriert man sich schneller darauf, als einem lieb ist. Doch möglicherweise sind sie nicht wichtig für Ihre Ziele. Wichtig sind Aufgaben, die ertragreiche Auswirkungen haben. Das sind oft strategische, langfristige oder präventive Dinge wie Business-Pläne, Team-Aufbau oder Weiterbildungen.  Aus „dringend“ und „wichtig“ kann man ein Raster aufbauen, das für jeden – je nach Branche, persönlicher Einstellung (etwa: Wie schnell will ich mich zurückmelden, um als zuverlässig zu gelten?) oder Verantwortung im Job – unterschiedlich aussieht:

 

Prioritäten deiner Story Katrin Klemm

 

  • A-Aufgaben sind wichtig und dringend: Sie müssen sofort selbst anpacken. Hier steht viel auf dem Spiel. Entscheiden Sie sich, das Problem schnell zu lösen, manchmal ist es eine Krisensituation (etwa wenn ein wichtiger Kunde droht abzuspringen).
  • B-Aufgaben sind wichtig aber (noch) nicht dringend: Nehmen Sie sie in ihre Zeitplanung auf und bearbeiten Sie sie. Reservieren Sie sich dafür ein Zeitfenster und halten dieses unbedingt ein! Hier darf Sie kein Kollege und kein Telefon stören. So vermeiden Sie es, solche Aufgaben – im Strudel der Sofort-Anforderungen Dritter – auf die lange Bank zu schieben und dann in Hauruck-Aktionen abarbeiten zu müssen.
  • C-Aufgaben sind weniger wichtig bis unwichtig, aber dringend: Hier stecken sie, die typischen Unterbrechungsfallen (Anrufe, Mails, Kollegenwünsche). Wenn Sie delegieren können, tun Sie es. Bündeln Sie E-Mail-Bearbeitung, Telefonate, Recherchen und andere Termine in Blöcken. Wenn ein Kollege Ihre Hilfe braucht, vereinbaren Sie einen Termin (zu dem sie dann auch konzentriert für ihn da sind).
  • D-Aufgaben sind unwichtig und nicht dringend: Versenken Sie diese Aufgaben zügig im Papierkorb. Wenn Ihnen das zu heikel ist, legen Sie sie für eine Woche auf einen Extra-Stapel, prüfen Sie diese am Freitagabend und entsorgen Sie sie, wenn sie feststellen, dass kein Mensch danach gefragt hat.

Überprüfen

Schauen Sie sich jetzt noch einmal Ihre Liste von ganz oben an. Sagen Sie noch zu den gleichen Aufgaben ‘Ja’ oder ‘Nein’? Sortieren Sie sie neu.

 

Übrigens:
Es kommt vor, dass uns eine unwichtige oder nicht dringende Aufgabe Freude bereitet. Manche Dinge entspannen uns, selbst oder gerade weil sie keine große Bedeutung haben. Dazu gehören sowohl Social Media Aktivitäten im Netz als auch ein bisschen Klatsch auf dem Gang, manchmal sogar die Ablage, um den Kopf frei zu bekommen. Wenn Sie nicht darauf verzichten wollen, dann entscheiden Sie sich bewusst dafür, sie zu tun. Setzen Sie sich dafür ein Zeitlimit, stellen den Wecker und tun Sie es mit Genuss. Ist die Zeit abgelaufen, ist konsequent Schluss damit.

 

Diese Übung ist ein Auszug aus dem Buch Der Tag an dem Bella verschwand. Der Business-Roman für Berufserfolg und ein leichtes Leben im Alltag

Locker machen – Kopf frei bekommen

Sie sind so richtig im Stress?

Fünf Turbos für einen klaren Kopf.

Wer kennt das nicht. Von einer Sekunde auf die andere muss alles auf einmal passieren. Und das sofort. Das ist – oft ohne dass es uns bewusst ist – eine körperliche Notsituation. Da kann unser Körper gar nicht anders als auf spontanes Multitasking umzuschalten. Das Herz hämmert, der Mund trocknet aus, der Atem beschleunigt sich oder wir halten ihn an. Sie beginnen zu schwitzen, verkrampfen den Nacken, ohne zu bemerken, dass Sie die Schultern hochziehen. Keine Frage – Ihr Körper reagiert auf Stress sofort.

Das erledigt sich bei Ihnen rasch von selbst und Sie sind 1 – 2 – 3 wieder locker? Dann keine Sorge. Klopfen Sie sich auf die Schulter. Sie haben es drauf. Für Sie ist der Artikel hier zuende.

Doch wenn Sie im Dauerstress chronisch auf diesem hohen Level arbeiten wird’s kritisch. Dann hilft nur eines: Stopp!

Raus aus der Chaosfalle

Sorgen Sie für Entspannung. Und sei es nur für drei Minuten. Dafür gibt es unterschiedliche Methoden:

  • die philosophischen, die Reflexion erfordern und sich an Ihren persönlichen Werten orientieren,
  • die praktischen, die einen gewissen Planungsaufwand erfordern
  • und die pragmatischen, die sofort und überall wirken – bereits ab dem Moment, in dem Sie sie tatsächlich tun (nur Lesen reicht nicht).

Um die letzten geht es hier. Fünf Tipps als praktische Soforthilfe, um den Kopf freizubekommen. Zusätzlich die gängigsten Ausreden, warum es nicht funktionieren wird, aus eigener Kraft der Stressfalle zu entkommen. Die dazu passenden – ganz pragmatischen – Ausredenkiller gibt’s gratis dazu.

TIPP 1: In Bewegung setzen

Sie haben einen wichtigen Termin schon fast verpasst. Im Moment warten Sie irgendwo, dass es weitergeht. Sie hibbeln herum, doch Aufzug oder Bahn wollen einfach nicht kommen? Das Auto springt nicht an? Dann Schluss mit dem Warten – bringen Sie sich körperlich in Bewegung. Gehen Sie los. Ja genau, zu Fuß!

AUSREDE: Ja dann komme ich ja noch später!
AUSREDENKILLER: Erstens können Sie das gar nicht mit Bestimmtheit wissen. Und zweitens pumpen Sie durch jede Art von Bewegung frischen Sauerstoff ins Hirn. Das entspannt und hilft beim Denken. Die automatischen Überkreuzbewegungen von Armen und Beinen beim Gehen schalten unsere linke und rechte Hirnhälfte wieder zusammen. Kreativität und Logik stehen Ihnen beide sofort frisch zur Verfügung. So halten Sie wie von selbst Ausschau nach Alternativen, die funktionieren.

TIPP 2: Raus aus dem Kopf

Tipp 1 funktioniert für Sie nicht? Sie müssen wirklich bleiben wo Sie sind? Doch mitten im dicksten Stress produziert Ihre Phantasie einen Haufen Ideen, die leider mit der Lösung der akuten Situation nichts zu tun haben? Sofort notieren! So speichern Sie nützliche Ideen, selbst wenn die nicht ad hoc umsetzbar sind. Sie belohnen Ihr Hirn für seine Idee, befreien gleichzeitig den Arbeitsspeicher von ‘nicht-jetzt-Ballast‘ und konzentrieren sich auf das, was dran ist.

AUSREDE: Ich hab nix zum Schreiben dabei.
AUSREDENKILLER: Es gibt Mini-Notizblöcke und Stifte, die in jede Handtasche, sogar in ein Portemonnaie passen. Nutzen Sie Ihr Smartphone mit Apps wie Evernote oder hinterlassen sich selbst eine Sprachnotiz.

TIPP 3: Selbstgespräch führen. Kurzfassung

Stellen Sie fest, dass Sie kurz vor dem Durchdrehen sind und Sie die Negativspirale „das wird nie was, oh Gott, was soll jetzt nur werden“ immer tiefer runterzieht? Dann sagen Sie laut und deutlich zu sich selbst „Jetzt nicht“ und dann das „ich muss…“ ersetzen Sie durch „ich werde jetzt…“. Eine ausweglose Lage ändert sich sofort, wenn wir die Story überprüfen, die wir uns gerade selbst erzählen.

AUSREDE: Laute Selbstgespräche? Was denken die Leute?
AUSREDENKILLER: Stehen Sie auf der Straße, dann scheren Sie sich nicht darum. Höchstwahrscheinlich werden Sie die Passanten nie wieder sehen. Im Büro nehmen Sie sich den dicksten Stift, den Sie zur Verfügung haben und schreiben den Satz auf ein Blatt Papier. So stoppen Sie den Strudel und Ihr Hirn gibt wieder Lösungsressourcen frei.

TIPP 4: Realitätsfrage(n) stellen

Mit Realitätsfragen setzen Sie Ihre vermeintlich so furchtbaren Missgeschicke, Pannen, Niederlagen, Schwächen oder ähnliches in einen realistischen Bezug. Fragen Sie sich zum Beispiel: Wird es mich umbringen, wenn ich das nicht hinbekomme? Werde ich das überleben? Was ist in meinem Leben wichtiger als das hier?

AUSREDE: Wie banal ist das denn?
AUSREDENKILLER: Sie haben keine Chance, die Wirkung zu genießen, wenn Sie es nicht ausprobieren. Tun Sie es einfach. Sie werden überrascht sein, wie die Dinge plötzlich wieder in Schwung kommen.

TIPP 5: An- und Entspannung: Der Turbo im Sitzen

Ballen Sie die Hände zu Fäusten und drücken Sie die angewinkelten Arme fest an die Seite. Krampfen Sie die Zehen in den Schuhen zusammen, spannen Sie Unter- und Oberschenkel an. Kneifen Sie die Pomuskulatur zusammen. Zuletzt runzeln Sie intensiv die Augenbrauen, pressen die Lippen fest aufeinander und ziehen Ihr fiesestes Gesicht. Atmen Sie ein und halten den Atem an, solange Sie können. Dann lassen Sie los und atmen mit einem Stoß aus. Genießen Sie das Gefühl der Entspannung, das sofort Ihren ganzen Körper durchzieht. Sie sind allein im Raum? Noch zwei Wiederholungen.

AUSREDE: Wie pinlich. Was werden die Kollegen denken?
AUSREDENKILLER: Am besten geht es natürlich, wenn Sie allein im Büro sind. Ansonsten drehen Sie Ihr Gesicht dem Fenster zu – das wirkt harmlos. Sitzen Sie auf einem Drehstuhl, rollen Sie zum Büroschrank, öffnen Sie ihn als würden Sie etwas suchen. Oder starren Sie einfach weiter auf Ihren Bildschirm. Und sollte sich wirklich jemand dafür interessiert was Sie da gerade tun – bringen Sie es ihm bei.

Übrigens:
Wussten Sie, dass es im Grunde gar keinen Stress gibt. Jeder von uns steht täglich vor herausfordernden Situationen – in seinem Kopf oder der realen Umwelt. Den Stress dazu machen wir uns selbst. Was bedeutet das für Sie? Große Erleichterung oder noch mehr Verantwortung?

 

Diese Übung ist ein Auszug aus dem Buch Der Tag an dem Bella verschwand. Der Business-Roman für Berufserfolg und ein leichtes Leben im Alltag

Sei selbst deine beste Freundin

Seit dem Jahresanfang 2019 sind 78 Tage vergangen. Was hast Du draus gemacht?

Ein Viertel des Jahres 2019 ist heute Geschichte. Deine Geschichte.

Gehören Sie auch zu den Menschen, die mehr Souveränität, Erfolg und Selbstvertrauen in Ihrem Leben haben wollen? Wünsche und Ziele, die sich viele zu jedem Jahresbeginn erneut vornehmen. Ganz fest vornehmen. Sie starten mit Enthusiasmus und Power. Dann kommt Ihnen das Leben dazwischen und spätestens Ende Februar war‘s das dann wieder.

Der Grund: für die meisten von uns haben Anforderungen von außen die höchste Priorität: das Business, das Projekt, die Kunden, die Kollegen, die Familie, die Kinder, … you name it. Da bleibt kein Raum für das, was Ihnen noch zu Jahresbeginn ein Herzensanliegen war.

Gerade wenn Sie Führungsverantwortung tragen, versuchen Sie vermutlich mit Entschlossenheit und häufig über alle Grenzen Ihrer Kraft Ihr Team oder Unternehmen zu führen. Doch wann hatten Sie die Gelegenheit zu lernen, zunächst einmal sich selbst zu führen? Verfügen Sie über Klarheit und Akzeptanz bei dem besten Freund, den jeder von uns haben kann: Bei sich selbst?

Haben Sie einen wirklich guten Freund/ eine echte Freundin?

Wirklich gute Freunde und Freundinnen kennen Sie in- und auswendig, weil Sie ihnen vorbehaltlos vertrauen. Weil Sie ungeschminktes Feedback und eine Schulter zum Ausheulen bekommen, selbst wenn Sie Mist gebaut haben. Ein bester Freund akzeptiert Sie, wie Sie sind, mit all Ihren Stärken und Macken. Sie/er muss nicht alles gutheißen, was Sie tun. Aber sie/er ist ein Mensch, der in schwierigen Zeiten für Sie da ist; der Sie ermutigt, wenn ein Berg an Aufgaben Sie zu überwältigen droht. Die Sie anrufen können, wenn es brennt. Im Notfall auch nachts. Mit einem solchen Freund teilen Sie verrückte Ideen und spinnst Träume. Sie feiern mit ihm, wenn etwas gelungen ist. Eine echte Freundin geht mit Ihnen durch Dick und Dünn.
Ein Freund hört zu und wertet nicht. Aus seiner Perspektive gibt er wahrhaftige Rückmeldungen darüber, wie er Sie sieht. Offen und immer wertschätzend sorgt er für Durchblick und Klarheit.

Mut zum Gedanken-Experiment

Solch eine/n Freund/in wünscht sich jeder, doch nicht jeder hat sie/ihn. Wie wäre es, wenn Sie selbst Ihr/e beste/r Freund/in wären? Probieren Sie es jetzt gleich aus! Finden Sie einen Ort, an dem Sie eine Stunde mit sich allein sein können. Idealerweise mit einem Spiegel, der an Ihrem Kleiderschrank vielleicht? Ein Taschenspiegel tut es auch. Selbst die Fensterscheibe im Büro, in der sich Ihr Gesicht spiegelt, reicht. Die Hauptsache, Sie können sich hin und wieder in die Augen schauen. Legen Sie Papier und Stift bereit – Sie werden interessante Entdeckungen machen.

(Nicht wundern, dass ich Sie ab hier duze. Das tust du doch mit deinem/deiner besten Freund/in auch, oder?)

Sei selbst Deine beste Freundin

Schau in den Spiegel. Nimm Blickkontakt zu der Person auf, die dir dort begegnet. Wie schaut sie dich an? Gleichgültig? Neugierig? Verwundert? Halte den Blick und beobachte, was geschieht. Lächelt dein Gegenüber dir zu? Zieht er/sie die Stirn in Falten? Versucht er/sie immer wieder, deinem Blick auszuweichen? Alles in Ordnung. Es ist nur ungewohnt für dich.

Gehe nun die folgenden Fragen durch. Am besten du sprichst sie laut aus. Denk dran: In der Gegenwart deines besten Freundes darfst du offen und ungeschminkt über alles reden. Du darfst dich auch irritiert, verletzlich oder unvollkommen zeigen. Er wird dir zuhören. Aufgeschlossen, voller Wohlwollen und Respekt wird er jede Antwort wertschätzend annehmen. Ganz gleich, was kommt.

Noch ein Hinweis: Die folgenden Fragen sind vielleicht nicht alle leicht oder bequem. Doch es lohnt sich, sie (endlich) einmal zu stellen und zu beantworten. Dein Leben wird sich danach lebendiger anfühlen. Jetzt schau in den Spiegel, nimm Blickkontakt auf und beginne deinen Dialog.

Check bei dir selbst ein

  • Wenn ich dir jetzt in die Augen schaue, dann entdecke ich …
  • Wann warst du das letzte Mal mit dir verabredet?
  • Schau kurz zurück auf die letzten Monate. Welches waren die glücklichsten und welche die schwierigsten Momente? Warum?
  • Zurück ins Heute: Was magst du an dir am meisten?
  • Was willst du lieber nicht sehen? Was versteckst du vor dir selbst?
  • Was erwartest du von dir im Job, von deiner Gesundheit, in der Familie, mit Freunden…?
  • Wann hast du etwas gewagt, das auch hätte schief gehen können?
  • Welche deiner Grenzen kennst du? Welche willst du überschreiten? Welche bist du bereit zu akzeptieren?
  • Wann vertraust du dir zu hundert Prozent? Und wann nicht?
  • Wann hast du zum letzten Mal von Herzen über dich gelacht?
  • Wofür solltest du dich bei dir selbst bedanken?
  • Worüber hast du dich aufrichtig gefreut? Wie fühlte sich das an?
  • Was hast du dir selbst noch immer nicht vergeben?
  • In welchen Momenten bist du dir selbst besonders nah?
  • Magst du dich als Mensch? Akzeptierst du dich, so wie du bist? Woran machst du das fest?
  • Bist du bereit, Frieden zu schließen mit allem, was du tust und bist? Falls nicht: Was müsstest du tun?
  • Worauf bist du neugierig? Was wüsstest du gerne von dir, hast es dich aber noch nie gefragt?

Gut gemacht

Auf welche Fragen hattest du spontan eine Antwort? Welche haben dich irritiert? Welche lehnst du ab? Bei denen lohnt es sich, genauer hinzuschauen, denn hier liegt oft dein größtes Erkenntnispotential! Gibt es Fragen, für die du dir mehr Zeit nehmen möchtest? Wenn du nach einer Stunde noch keine Antworten hast, dann grüble nicht weiter. Lade dir die Fragen als Karten herunter. Drucke und schneide sie aus, nimm sie in deinem Portemonnaie oder Laptopsleeve mit und bewege immer mal wieder eine Frage im Kopf bis sich die Antworten von selbst einstellen.

Klarheit verlangt Mut und Offenheit

Ein so tiefer Blick auf sich selbst ist nicht immer angenehm. Neue Erkenntnisse können unangenehme Konsequenzen und Enttäuschungen mitbringen. Wenn du vielleicht erkennst, dass du dich überschätzt hast. Oder wenn du einsehen musst, dass dein Ärger über einen anderen in Wahrheit der Ärger über dich selbst ist. Klarheit braucht die Erlaubnis, deinen inneren Kritiker schätzen zu lernen. Denn hinter Wut, Ärger, Scham und Schuld stecken oft andere Gefühle, die du dir schon lange nicht ein- und zugestehen willst. Doch der Mut zur Klarheit bringt eine Belohnung mit sich.

Klarheit belohnt mit Freiheit

Denn mit Klarheit können wir unsere persönliche Geschichte selbstbestimmt weiterschreiben, ihr eine neue Richtung geben. Schließlich sind wir der einzige Mensch, mit dem wir es ein Leben lang aushalten müssen – und dürfen. Schieb es also nicht auf die lange Bank. Jeder Tag bietet dir von neuem die Chance, deine beste Freundin/ dein bester Freund zu sein.

Übrigens: Was hältst du davon, dir diese Fragen ab jetzt einmal im zu Jahr stellen? Verabrede dich gleich für das nächste Mal mit dir selbst. Der Neujahrstag? Zu Frühlingsbeginn? Trage es am besten sofort in deinen Kalender ein.

Lass mich wissen, wie es für dich funktioniert hat. Oder wo es noch hakt…

 

Diese Übung ist ein Auszug aus dem Buch Der Tag des doppelten Neustarts Selbst-Coaching mit Business-Stories