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Ja, du darfst traurig sein

Warum wir alte Geschichten über Trauer loslassen dürfen. Und wie sich Traurigkeit in den Alltag integrieren lässt.

Die Frühstücksrunde ist – nach Monaten endlich – wieder versammelt. Lebensfreude blubbert lautstark und unablässig wie der Espresso, den wir in der Mini-Kanne unablässig neu kochen müssen. Sarah sitzt mitten unter uns. Blass und wortkarg knabbert sie an ihrer Brötchenhälfte. Der Honig tropft auf den Tisch. Sie bemerkt es nicht. In Gedanken ist sie ganz weit weg. Sie wirkt bedrückt, traurig. Doch in dieser lärmenden Runde scheint heute kein Platz dafür. Ich schnapp mir meinen frischen Espresso: „Komm, lass uns auf den Balkon gehen.“

Was hat Sarah nur? Ich weiß, dass sie schwanger ist. Siedend heiß der Schock: Sie hat doch nicht ihr Baby verloren? Nein, das ist noch da. Behutsam streichelt Sarah über ihr kaum sichtbares Bäuchlein. Doch der Job, der ist weg. Ihre Firma hat die Corona-Zeit nicht überstanden. Am Freitag war Schluss. Ende. Aus. Dabei hatte Sarah ihren Job so geliebt. Stille Tränen laufen ihr übers Gesicht.

Alltägliche Trauer ist oft unsichtbar.

Unendliche Geschichten ranken sich um die Trauer. Unbewusst und rasend schnell denken wir an den Tod, sobald wir beim Gegenüber entdecken, wie sich die inneren Winkel der Augenbrauen nach oben ziehen, die Mundwinkel senken und das angehobene Kinn zu zittern beginnt. Trauer oder Kummer ist ein Gefühl, das uns im Leben häufiger begegnet als uns bewusst ist. Dabei ist Trauer eine natürliche Begleiterin in unserem Alltag. So lange wir nicht alles tun, sie zu ignorieren, verdrängen oder angestrengt zu kaschieren.

Ich erlebe immer mehr Menschen, die das ständig tun, ungeachtet der Folgen, die das für unseren Körper und unsere Seele haben kann. Weil Trauer keinen (oder wenig) Raum in unserer Gesellschaft hat, weil sie anstrengend ist oder die Nicht-Trauernden hilflos macht. Kurzfristig hilft Verdrängen beim Überleben. Klar, keine/r heult gern im Büro. Was sollen denn die anderen denken?

Für Sarah war’s das ja nun erstmal im Büro. Sie haben gemeinsam geweint als klar wurde, dass es endgültig vorbei ist. Dass ihre Firma trotz aller staatlichen Unterstützung keine Zukunft hat.

Wie gehst du mit dem Gefühl der Trauer um?

Hör kurz deinen eigenen Gedanken zu!

  • Ich weiß nicht mehr weiter. Doch das darf keiner erfahren.
  • Ich bin die Chefin des Ladens. Ich muss den anderen Hoffnung machen.
  • Reiß dich zusammen, Tränen bringen dich auch nicht weiter.
  • Je weniger ich mich da reinfallen lasse, desto schneller geht das vorbei.
  • Heulen ist was für Weicheier. Ich muss nach vorne schauen.
  • Ein Junge weint nicht.

Es sind Geschichten, die wir uns selbst erzählen. Überzeugungen, die wir gelernt haben. Von unseren Eltern, Großeltern oder noch weiter zurück in der Generationenfolge. Wir haben diese alten Geschichten „Wie verhalte ich mich im Falle von…“ mitgenommen und fragen nicht mehr nach, ob sie für uns heute noch gültig sind. Aus unseren gesamten aktuellen sozialen Leben – Jobs, Freizeit, Politik, Medien – schnappen wir täglich Stories auf von dem, was angemessen oder erwünscht ist. Wie wir sein sollten, um dazuzugehören. Oder hervorzustechen (je nachdem, was für dich gerade dran ist).

Wir pressen uns in ein Korsett von Geschichten, die andere für richtig halten. Auch im Umgang mit Trauer und Verlust. Dabei gehört Trauer zu den unvermeidlichen Erfahrungen unseres Lebens. Sie braucht Raum. Und sie braucht Zeit.

Schau deiner Trauer ins Gesicht

Anfang September lerne ich auf einer Fortbildung im Lotsenhaus Hamburg von Peggy Steinhauser, dass der Bundesverband TrauerbegleitungTrauer als eine natürliche Reaktion auf Verlust“ definiert. Dass selbst diese Defintion erst Schritt für Schritt erarbeitet werden musste, in der Diskussion, was daran “richtig” oder “falsch” sein kann. Neugierig geworden auf die Arbeit von Trauerbegleiter*innen erfahre ich, dass es darum geht: „Trauer als eine lebensbegleitende Erfahrung anzunehmen“. Diesen Gedanken einen Tag lang nachzugehen wird zu einer spannenden (Selbst-)Erfahrung.

Wir sind eingeladen zum ersten Brainstorming: „Wie reagierst du, wenn du traurig bist? Was tust du, wenn du etwas verloren hast?“.

Oh, zuerst mal brauche ich eine Weile, um mich zu erinnern, in welchen Formen ich dem Verlust in meinem Leben schon begegnet bin. Denn verlieren kann man Menschen (oder Tiere) nicht nur durch den Tod, sondern auch durch Beziehungen, die sich lösen, wenn du umziehst oder die Schule/ den Arbeitsplatz wechselst. Auch der Verlust von Dingen kann uns in den Abgrund der Gefühle stürzen. Denk an das herzzerreißende anhaltende Geschrei von Kindern, die ihr Schmusetier draußen verloren haben, an ein Elternhaus, das abgerissen wurde oder ein ganzes Land, das es dem Namen nach nicht mehr gibt.

Wann immer du eine Beziehung dazu aufgebaut hattest, die dir etwas bedeutet hat, kann Trauer entstehen, wenn der/die/das plötzlich aus deinem Leben verschwindet.

So sah mein erstes Mindmap aus.
Katrin Klemm StoryCoach - Storytelling Mindmap Trauer

Und was hast du verloren?

Plötzlich sehen wir sie überall, die Augenblicke ganz alltäglicher Trauer. Sie stehen ganz natürlich neben Momenten der Freude, der Anstrengung, des Glücks, des Ärgers… Doch Trauer ist – im Vergleich zu kochender Wut, brodelndem Ärger, überschwänglicher Freude – eher leise, still, sanft, sprachlos.

Welche Verluste kennst du aus deinem Leben? Wer/was war dir lieb und teuer und doch musstest du sie/ihn/es gehen lassen? Wenn du dich darauf einlassen willst, nimm dir einen Augenblick Zeit und gehe in deiner persönlichen LifeStory Schritt für Schritt zurück.

  • Ein Liebe, die nicht gehalten hat, obwohl sie so gut begann.
  • Ein Kind, das eine Klasse wiederholen muss, obwohl du im letzten Jahr Homeschooling wirklich alles gegeben hast.
  • Ein Elternteil, das du eigentlich gar nicht kennst, weil sie/er gegangen ist, als du noch ganz klein warst.
  • Ein Haustier, das an Altersschwäche gestorben ist, nachdem es dich ein Leben lang begleitet hat.
  • Ein Kunde, dessen Erwartungen du nicht erfüllt hast und der sich einen anderen Dienstleister gesucht hat.
  • Eine Bewerbung, bei der du abgelehnt wurdest, obwohl du perfekt auf die Stelle gepasst hättest.
  • Nach dem Bänderriss vom letzten Jahr brauchst du nun mehr als eine Stunde für die Laufstrecke, die du sonst in dreißig Minuten geschafft hast.
  • Innere Anteile in dir – vielleicht kindliche Spielfreude oder ungebremstes Vertrauen in die Welt – die sich im Laufe deines verantwortungsvollen Erwachsenenlebens vom Acker gemacht haben.
  • Nicht zuletzt all die Dinge und Begegnungen, die Reisen und Freiheiten, die uns in den letzten Monaten der Pandemie verwehrt blieben, obwohl wie sie vorher als Selbstverständlichkeit in unserem Alltag betrachtet haben.

All das gehört zu dir. Erlaube dir zu trauern.

Du darfst den ganzen Prozess erleben. Du darfst sie spüren und sich wieder auflösen lassen. Erkennst du sie an, wird sie ihr ganzes Potential für dich entfalten. Sie wird zu einer wahren emotionalen Kraft, die dir so viel mehr ermöglicht: Mitgefühl, Tiefe, Selbstmitgefühl, Echtsein.

Geschichten, die dir helfen, echt zu sein oder zu werden:

  • Jede/r trauert anders. Steh zu dem, was du fühlst. Erlaube dir, so zu sein, wie du bist. Du bist richtig.
  • Trauern ist ein Verb, ein natürlicher Prozess des Übergangs in unserem Menschenleben. So wie das Geborenwerden, wie Pubertieren, wie Sterben. Nimm dir Raum und Zeit, die du brauchst.
  • Lass dir von niemandem erzählen, wie du „richtig“ mit dieser Emotion umzugehen hast. Von wegen „das ist doch nicht so schlimm.“ Doch. Für dich ist es das in dem Moment. Oder nach sechs Monaten „das muss doch jetzt endlich mal vorbei sein“. Es dauert, so lange es dauert. Oder „das Leben muss weitergehen“. Keine Sorge, das tut es, darauf kannst du dich verlassen. Auch wenn es sich für dich im Moment nicht so anfühlt.
  • Bitte um Hilfe oder Unterstützung, wenn du es möchtest. Manche Dinge muss man mit sich allein ausmachen. In anderen Fällen hilft es, drüber zu sprechen. Sag auch deutlich, wenn du keine Ratschläge brauchst, sondern einfach nur ein Ohr zum Zuhören. Echte Freunde halten das aus.
  • Vielleicht suchst dir Geschichten, die dir helfen Gefühle von Verlust, Traurigkeit und Hilflosigkeit um eine Perspektive zu erweitern. Eine der heilsamsten Geschichten für mich im Umgang mit dem Tod wurde die Geschichte vom Gingkoblatt .

Sarah und ich kehren nach einer halben Stunde zu den anderen zurück. Es sind Tränen geflossen. Viele Tränen. Selbst ich habe nicht geahnt, wie viele Träume und Hoffnungen sie mit diesem Job verbunden hatte. Sie und ihre Kolleg*innen hatten so viele Stories miteinander erlebt, die Ups gefeiert und sich aus jedem Down wieder heraus gearbeitet. Das ist vorbei. Das darf gehen. Auch wenn sie noch eine ganze Weile traurig sein wird. Es ist in Ordnung. Etwas Neues wird kommen, wenn sie soweit ist.

Wenn du den Geschichten, die du dir selbst erzählst, behutsam tiefer auf den Grund gehen willst, lies weiter bei „Sei selbst deine beste Freundin“. Ist es dein Berufsleben, in dem dich der Gedanke, dass es eigentlich verschenkte Lebenszeit ist, immer wieder traurig macht, dann ist es vielleicht an der Zeit, das nächste Kapitel deiner LifeStory ganz neu zu schreiben.

Oder du hast entdeckt, dass ich einen Anlass zu trauern, hier noch völlig vergessen habe? Dann lass mir gern einen Kommentar da und uns ins Gespräch kommen.

Heldenstory – ganz alltäglich

Eine Heldenstory erleben immer nur die anderen!?

Vergiss es! Du steckst täglich in deiner mittendrin!

Das glaubst du nicht? Dann überspring meine und lies gleich Hier weiter

Jetzt als Fortsetzungsroman

Update vom 11. September  – die besten Stories haben Fortsetzungen, oder? Aktuelle Staffel: wird es der Heldin gelingen ihre Nerven zu behalten…?  Hier weiter

Das ist meine Heldenstory vom 5. Mai 2020.

Gestern Abend im Video-Call war das schon komisch mit meinem HP-Laptop. Der Netzstecker steckt, doch die Ladestandsanzeige in der Symbolleiste sinkt von Minute zu Minute. Wie kann das sein? Bei 20 % brechen wir unseren Call ab. Ich muss dringend rausfinden, was hier los ist. In Zeiten von Corona und Onlinearbeit bin ich drauf angewiesen, dass das Gerät reibungslos funktioniert. Hat die Steckerleiste einen Kurzschluss? Probiere andere Steckdosen. Alle in Ordnung. Gerät lädt nicht. Ist der Anschlusspin verdreckt? Sauber! Rechner runter- und wieder hochfahren. Nichts ändert sich. Außer dem Ladestand, der sinkt. Und siiinkt. Und siiiiinkt. Die 1. Hilfe-Anleitung sagt: Akku ausbauen! Mein Laptop hat keinen Akku, den ich ausbauen kann… Kurz vor Mitternacht geb ich auf. Ladestand 12 %. Lass das Gerät an der Steckdose. Wird schon gut gehen.

Doch mein Gefühl funkt mir das Gegenteil.

Meine letzte Datensicherung ist eine Woche alt. Ich war sehr fleißig diese Woche…(habe allerdings keine Datensicherung in irgendeiner Cloud, keine Synchronisation der Daten auf dem Smartphone). Mein Moralometer unkt auch…

 

Heldenstory mit Ansage

Letzter Blick zum Schreibtisch – die Mini-LED neben der Ladebuchse: ein gespenstisch rotes Glimmen. Winzig wie meine Hoffnung. Das wird eine unruhige Nacht.

Morgens, noch im Bett, entwerfe ich meinen Masterplan: welche Daten müssen unbedingt gesichert (Steuern, Podcast- und Video-Input, Trainingsunterlagen für meine LifeStory diese Woche), welche Termine oder Kontaktdaten notiert werden? Und wo sind die Garantieunterlagen des Laptops? Er ist erst 5 Monate alt.

Um 8 Uhr blinzelt mir die rote LED entgegen. Kein Wunder ist über Nacht geschehen. Ladestand noch immer 12 %. Mir wird ganz anders. In Zeiten von Homeoffice mit geplanten Calls, Weiterbildung, Onlinematerial das erstellt werden will – das gibt ne Katastrophe… Meine innere Selbstzerfleischungskrähe krächzt: „Ja hättest du mal ne Datensicherung gemacht, hättest du…, hättest du…“. Der Katastrophenminister in meinem Kopf lamentiert volles Rohr: „Du wirst deine Kunden enttäuschen, wirst die Woche vergeuden, den Auftrag verlieren…“, jaulend rauft er sich die Haare. Ich atme tief durch.

Atmen hilft immer gegen Panikattacken.

Notfallplan anschmeißen. Ich fahre den Rechner hoch, sichere das allerallerwichtigste, kontaktiere den HP-Support-Avatar. Der kennt mein Gerät nicht, aber ich darf online ein Ticket einstellen. Meine Gedanken rasen, füttern den Katastrophenminister: „Arbeitsausfall für Wochen, in der Krise kein neuer Laptop zu bekommen, was soll bloß werden…“ Das Telefon klingelt – Journalistenanfrage für ein Interview zur Gewaltfreien Kommunikation im Business für die OWUp? Ich simse zurück „Ne, heute bestimmt nicht, habe gerade wenig gewaltfreie Gedanken: Scheiß-Laptop“. Kurze Nachricht an eine Businesskollegin mit der ich in zwei Tagen zum Call verabredet bin: “Wird knapp werden, hier gerade Ausnahmezustand”. Sie bedauert mich ein bisschen, zeigt ganz viel Mitgefühl. Wow – das tut gut.

„Reiß dich zusammen!“

Diese Stimme in meinem Kopf kenne ich doch: „Hallo liebe Oma!“ Ihre Ansagen waren früher selten nett, doch geholfen haben sie immer. Ich rufe den HP-Support an. Nach 3 Minuten hab ich einen echten Menschen dran. Hurra. Er gibt mir das Gefühl, mir wirklich helfen zu wollen. Viel wert in diesen Zeiten. Wir testen das Gerät, das mit 5 % auf dem letzten Loch pfeift. Ergebnis der Diagnose: Akku und Netzteil völlig ok. In exakt diesem Moment verglimmt das letzte Leuchten des Bildschirms. Alles schwarz, auch kein LadeLED-Licht mehr. Nicht mal ein Fünkchen Rot.

Seine Lösung „Ich schicke ein neues Netzladekabel los, das ist dann in 5 Tagen bei ihnen“ ist für mich keine Lösung. Denn meine Intuition sagt mir, dass das nicht die Ursache ist. Sollte die sich in der nächsten Woche bestätigen, darf ich wieder anrufen, HP holt den Laptop ab und schickt ihn nach Indien. „Das kann dann nochmal 3 Wochen dauern.“ Der junge Mann am Supporttelefon leidet mit mir, doch er muss sich an die Vorschriften halten. Mehr als einen Monat ohne Laptop? Meine ungesicherten Daten fliegen dann einmal um die Welt und sind nach der Reparatur vermutlich futsch. Vier Wochen ohne Rechner. In Online-Only-Zeiten.

Inzwischen laufen mir die Tränen.

„Hättest du nur“, schnarrt die Krähe. „Halt den Schnabel“, fauche ich zurück. Sie schüttelt sich, behält meine Panik mit ihren blanken Äuglein im Blick. „Muss ich halt einen neuen Rechner kaufen.“ Höhnisches Krächzen „Issss klar, bei der Marktlage.“ „Die Lager sind leer“, das hatte auch der HP-Mann gesagt. Atmen, Katrin! Weiterdenken!

Positive Erfahrungen abrufen!

Stimmt, die PC Feuerwehr 112 – die haben mir schon einmal schnell und konkret geholfen. Ich rufe an. Ja – es ist ein Mitarbeiter in der Nähe. Oh my god – hallelujah. Herr Koch kommt nach einer Stunde, öffnet den Laptop, legt die Eingeweide bloß, nimmt den Akku raus, schließt das Ladekabel an. Läuft. Also – läuft jetzt. Im Moment. Das könnte sich wieder ändern. Vermutlich ist das Betriebssystem Matsch. Die Hardware ist ok, doch Windows kann nicht erkennen, dass der Akku voll ist.

So als wäre nach einem üppigen Essen dein Magen übervoll. Doch bekommt dein Gehirn nicht mit, dass genügend Brennstoff für Bewegung da ist, verweigern deine Muskeln den Dienst und du kannst nicht mehr vom Tisch aufstehen.

Nein – also es liegt nicht am Kabel. Das Zuschicken des neuen Kabels wird gar nichts bringen. Während Herr Koch schraubt, reden wir kurz über die Globalisierung der Produktion – ja, nach Indien schicken ist billiger als unser Geld in Deutschland zu investieren. Wir haben uns an so viele Dinge gewöhnt. Doch er könnte mir helfen, rasch und unkompliziert – in zwei Stunden das Betriebssystem neu aufsetzen. Doch das wird HP nicht bezahlen. Ihnen ist es vermutlich egal, dass ich vier Wochen nicht arbeiten kann. Ich rufe den HP-Support zurück „Sie brauchen kein Kabel schicken!“ Die junge Frau kann das nur ins System eintragen. Ob HP die Rechnung übernehmen würde, kann sie nicht beantworten, verspricht Rückruf des Kollegen (der ist nach 7 Stunden noch immer nicht erfolgt).

Fortsetzung folgt …

Atmen. Adlerperspektive.

Ich erkenne, was hier mit mir passiert – Angst, Trauer, Ärger – Emotionen haben mich überflutet. Doch ich bin ausgestiegen, kann wieder klar denken. Ich bin ruhig und gelassen, habe einen Plan für die nächsten Schritte. Wie das geht, hab ich im NEW DEAL beschrieben. Hier lese ich dir das Kapitel zum Mentalen Re-Boot vor.

Ich bin StoryCoach. Ich erkenne die Muster.

Du auch? Es ist immer wieder die gleiche Geschichte: ein Mensch wird in seinem alltäglichen Leben von einer Herausforderung kalt erwischt (in C-Zeiten vier Wochen ohne Laptop). Er muss sich stellen, die Reise beginnt. Er begegnet Widersachern, die ihn piesacken und überzeugen wollen, dass er sein Ziel niemals erreicht (hallo Krähe, hallo Katastrophenminister). Er trifft auf Verbündete, die alles tun, um ihm aus der Krise herauszuhelfen. Ob lebendig (Danke Martina Bloch, danke Herr Koch) oder in anderen Welten unterwegs (danke liebe Oma), oder innere Stärken (ich hab als Coach all meine Tools selbst ausprobiert und weiß, wie ein mentaler Reboot funktioniert). Der Kampf wird gekämpft, wird bestanden und die Erkenntnis als Geschichte an andere weitergetragen.

Das war meine Heldenreise, ganz ohne Schwert oder magisches Cape.

Die Heldenstory – ein ganz normales Geschehen.

Doch das sind sie, unsere Stories.

Du glaubst noch immer, eine Heldenstory ist nur was fürs Kino? Nur was fürs Fernsehen oder Bücher? Nur was für die anderen?

Wach auf! Du steckst mitten drin.

Du selbst. Jeden einzelnen Tag.

Schau zurück auf deinen Tag heute. Dann geh Schritt für Schritt durch das universelle Muster.

  • Wie bist du heute in deinen Tag gestartet? Wo war das? Wann? Und wer war dabei?
    Schreib es auf…
  • Wann gab es einen Moment in dem du dachtest: „Oh nein, das kann nicht wahr sein“? oder „Muss ich jetzt wirklich…?“ Der Augenblick in dem du in ein schwarzes Loch gefallen oder in eine (mentale) Matschpfütze gestolpert bist? Wann ist dir heute etwas passiert, mit dem du nicht gerechnet hast? Was fühlte sich wie Krise an? Oder schon wie der Vorhof zur Hölle?
    Schreib es auf…
  • Was hast du daraus gemacht? Und wer oder was hat dir dabei geholfen? Ein Mensch von außen, der Unterstützung angeboten hat? Ein vertrautes Tier – Hund, Katze, Pferd-  das dich mit seinem intensiven Blick angeschaut hat als könne es nicht glauben, dass du nur so tatenlos herumsitzen willst? Eine verborgene Stärke, die du in dir trägst, und dich doch jedes Mal von Neuem daran erinnern musst, sie zu nutzen, um dich aus einer kniffligen Situation zu befreien oder ein klein bisschen die Welt zu retten? Für dich oder die, die dir am Herzen liegen?
    Schreib es auf…
  • Und wie ist es ausgegangen? Wenn du jetzt darauf zurückblickst: Was hast du erfahren, was hast du gelernt? Das kann dich stolz machen. Oder auch ein kleines traurigen Bedauern zurücklassen, falls es schief gegangen ist. Und ein “Ok, beim nächsten Mal mach ich es anders.“
    Schreib es auf…
  • Und wenn du jetzt deine Geschichte vom heutigen Tag erzählen würdest – deinen Kindern vor dem Schlafengehen, der besten Freundin am Telefon, dem Kumpel in der Kneipe (oder beim virtuellen Bierchen) – wie klingt sie, deine Geschichte der Alltagsheld*in, die/der du bist?

Ich bin eine leidenschaftliche Sammlerin von Heldenstories des Alltags. Schreib mir gern deine. Ich freu mich drauf..

 

Dienstag, 5. Mai 2020/ 19:57 Uhr – aktueller Akkuladestand: 100 %

Donnerstag, 7. Mai / 9:30 Uhr – Update für alle, die mitgefiebert haben: Rückruf von HP am Mittwoch 10 Uhr – der Laptop muss nicht nach Indien. Aktueller Akkuladestand: 83 %

DIE ZWEITE STAFFEL

humor katrin klemm storytelling

 

Mittwoch, 29. Juli / 10 Uhr – exakt das gleiche Problem: kein Akku, kein Strom, Rechner tot. Exakt die gleiche Regelkonformität von HP, die mich keinen Schritt weiter kommen lässt. Geduldig teste ich alles durch, was mir der Supporter am Telefon anweist. Wieso ist mir das Ergebnis schon vorher klar? Kennst du auch manchen Film schon so gut, dass du die Dialoge oder einzelne Schlüsselsätze mitsprechen kannst? Weil du ganz genau weißt was kommt?

Wenn du meine Heldenstory vom Mai oben gelesen hast, errätst du, wie es weitergeht ….. Trommelwirbel…. Jaaaaa: “Schicken sie das Gerät ein für 3 Wochen”. Diesmal hab ich gottseidank eine Datensicherung, hätte aber wieder keinen Laptop für Wochen. Erneut Herr Koch, der mir aus der Patsche hilft. Diesmal muss der ausgebaute Akku aber draußen bleiben, sonst bleibt das Gerät tot. Und so läuft der Laptop, der ja eigentlich für mobiles Arbeiten vorgesehen ist (nicht sarkastisch werden, liebe Heldin) ab jetzt nur noch an der Steckdose. Aber er läuft. Und ich komme an der bitteren Wahrheit nicht vorbei, dass ich in ein neues Gerät investieren muss.

Enttäuschung ist nur das Ende der Täuschung

Ende August telefoniere ich mit dem Beschwerdemanagement von HP und lerne, dass ich mir ein vernünftiges Gerät hätte kaufen müssen, wenn ich es ernsthaft als Businessgerät nutzen will. Auch eine spannende Aussage für mich als Freiberuflerin, die seit mehr als einem Jahrzehnt auf HP vertraut hat. Nun gut, eine Enttäuschung ist halt das Ende einer Täuschung. Ich bin als Einzelunternehmerin gar kein Zielobjekt für HP.

Montag, 31. August/ Herr Koch richtet den neuen Laptop ein. Er läuft. Sogar im Akku-Betrieb. Aufatmen.

Donnerstag, 10. September/ Anruf bei HP: “Ich würde das Gerät jetzt gern einschicken.” Der sehr freundliche HP-Supporter beginnt das Regelwerk der Tests abzuspulen. Ich: “Wir können den Akku nicht testen, der Akku ist nicht mehr drin.” Er: “Bitte testen sie trotzdem.” Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll… Das Ergebnis “Sie können das Gerät nur zur Reparatur einschicken, wenn der Akku drin ist.” (hatte ich bereits erwähnt, dass es sich bei dem HP Pavillion um ein Gerät handelt, bei dem nur ein Fachmann den Akku ausbauen kann?)

Freitag, 11. September / Das Beschwerdemanagement bittet mich per Mail, den Sachverhalt zu schildern… Ich bleibe gaaanz ruhig, ich schreibe ja gern…

 

 

Wie Sie mit Idioten klarkommen

Kennen Sie so richtige Vollidioten? Müssen Sie auch noch mit ihnen zusammen arbeiten und wissen kaum noch wie Sie das aushalten sollen? Dann gibt es hier eine Lösung!

Sinnlos? Machtlos? Hoffnungslos?
Raus aus der Ohnmachtsspirale!

Haben Sie mit Menschen zu tun, bei deren bloßer Erwähnung Ihnen schon die Haare zu Berge stehen oder Ihre Augen wie von selbst zur Decke rollen?
Jene Zeitgenossen, die einen mitten im Satz unterbrechen, uns nicht die Butter auf dem Brot gönnen, persönliche Beleidigungen (bevorzugt unter der Gürtellinie) verteilen, andere wie Luft behandeln – kurz: uns einfach nur Energie rauben. Hätte man nur die Chance, ihnen komplett aus dem Weg zu gehen. Oder – so hinter vorgehaltener Hand – ihnen wenigstens mal richtig eine reinzuwürgen…

Doch geht‘s um den Chef, einen wichtigen Kunden oder einen Lieferanten, fühlt man sich machtlos, ausgeliefert, hoffnungslos.

Was tun?

Zuerst einmal kurze Pause einlegen und tief durchatmen. Oft sind es unsere eigenen negativen Gedanken über den anderen, die uns daran hindern, einen erfolgversprechenden Ausweg zu finden. Sie denken:

  • Er wird mich wieder in Grund und Boden stampfen.
  • Sie mochte mich noch nie.
  • Bei dem habe ich eh keine Chance.

So dreht sich die Spirale aus negativen Erwartungen und Erfahrungen schneller und schneller. Natürlich könnten Sie auf Ihrer Position beharren und vom Gegenüber erwarten, sich anständig zu benehmen. Doch in den meisten Fällen warten Sie, bis Sie schwarz werden.

Nehmen Sie statt dessen lieber das Ruder in die Hand und steigen Sie aus der Spirale aus! Hier drei Tipps, die funktionieren:

Den gesunden Zahn finden

Wechseln Sie konsequent die Perspektive. Grübeln Sie nicht, worin Sie sich von diesem Idioten unterscheiden (stimmt’s, Sie denken: So wie der würde ich mich nie aufführen?). Gehen Sie einen Schritt weiter und suchen Sie nach Ähnlichkeiten zwischen Ihnen und Ihrem Gegenüber:

  • Sie machen sich gerade Sorgen um den Erfolg des Projektes. Kann es sein, dass sich Ihr Gegenüber ähnliche Sorgen macht?
  • Sie stecken gerade in einem Konflikt. In welchem Konflikt steckt Ihr Kollege?
  • Sie haben Stress mit einer Vorgesetzten. Was stresst sie gerade?
  • Wie ist es mit Ihren Schwächen? Sind Sie vielleicht ein ungeduldiger Zuhörer – genau wie Ihr Gegenüber?
  • Sie kämpfen leidenschaftlich für Ihr Ziel? Ihr Gegenüber auch. Liegt der einzige Unterschied vielleicht nur darin, dass er zum Beispiel Vertriebsinteressen vertritt und Sie die Sicht des Controllings? Ihr beiderseitiges Engagement könnte anderen als Vorbild dienen.

Gelingt es Ihnen – im verrotteten Gebiss unfassbar schlechten Benehmens – auch nur einen einzigen gesunden Zahn zu finden, erobern Sie Ihre Handlungsfähigkeit zurück. Damit verlassen Sie aus eigener Kraft die Opferrolle. Mehr noch: Sie schaffen mental ein Gefühl von Gemeinsamkeit. Das hilft dabei, im Dialog zu bleiben. Oder wieder in den Dialog zu kommen.

Tat und Täter trennen

Es kommt vor, dass wir in Stress- oder Überforderungssituationen vollkommen unangemessene Reaktionen zeigen. Jede/r von uns! Natürlich ist es leichter, die Schuld beim anderen zu suchen, als zuzugeben: „Hier habe ich Mist gebaut“.

Ein eher ruhiger Zeitgenosse rastet gegenüber einem Lieferanten völlig aus. Eine zuverlässige Projekt-Managerin liefert die Ergebnisse zwei Wochen verspätet. Das bedeutet nicht, dass wir es jetzt mit einem Choleriker oder einer Schlampe zu tun haben. An der Persönlichkeit der beiden hat sich wahrscheinlich nichts geändert. Es ist lediglich ihr Verhalten, das der Situation unangemessen ist. Und ein Verhalten lässt sich leichter korrigieren.

In die Offensive gehen

Gehen Sie selbst den ersten Schritt. Suchen Sie das Gespräch und machen Sie deutlich: „Ich bin damit nicht einverstanden, dass Sie in dieser Situation die Kontrolle verloren haben“, statt zu sagen: „Sie sind ein Choleriker, dem man besser aus dem Weg geht“. Danach formulieren Sie, was Sie erwarten. Folgen Sie Ihrem Polarstern, das erleichtert die Sache. Machen Sie den Idioten wieder zum Menschen.

Nutzen Sie jetzt die Tatsache, dass Menschen grundsätzlich hilfsbereit sind. Schildern Sie die Situation, etwa: „Immer wenn ich gerade dabei bin, eine neue Idee zum Projekt vorzutragen, erlebe ich, dass Sie mich unterbrechen.“

Stellen Sie eine Frage mit „magischer“ Wirkung: „Was würden Sie in dieser Situation an meiner Stelle tun?“ Damit ermöglichen Sie Ihrem Gegenüber einen Perspektivenwechsel und bekommen oft ein Angebot, das beide weiterbringt.

Das heißt: Sind Sie mit Menschen konfrontiert, die sich idiotisch benehmen, hoffen Sie nicht darauf, dass sich hier von selbst etwas ergibt. Wenn Sie etwas an der Situation ändern wollen, dann nehmen Sie die Sache selbst in die Hand. Denn wenn Sie es sind, die die Initiative ergreift, erweitern Sie Ihren eigenen Spielraum.

Wie heißt es doch in einem alten Sprichwort „Gesunder Zahn kaut Brot zu Marzipan.“

Diese Übung ist ein Auszug aus dem Buch Der Tag an dem Bella verschwand. Der Business-Roman für Berufserfolg und ein leichtes Leben im Alltag

Wenn Sie ein für allemal lernen wollen, Heikle Gespräche souverän zu führen, dann ist dieses Training das richtige für Sie.

Working Moms Hamburg: Can we have it all?

Stimmengemurmel im Saal bei den Working Moms in Hamburg. Hier treffen sich Frauen für die es selbstverständlich ist, beides zu wollen – Kinder und einen Job der sie erfüllt.

Was kann ich selbst tun?

Eine von ihnen, die Wirtschaftsjournalistin Stefanie Bilen, liest aus ihrem Buch „Mut zu Kindern und Karriere“. Unaufgeregt konstatiert sie Rahmenbedingungen, die noch immer nicht passen. Die Palette der bekannten Verdächtigen reicht von fehlenden Betreuungsmöglichkeiten über unausgegorene Elterngeld-Gesetze bis zu persönlichen Selbstzweifeln der Frauen. Doch darum geht es heute Abend nicht.

Die Frage, die ihr Buch in 40 Interviews beantworten will ist „Wo kann ich selbst ansetzen statt abzuwarten, dass die Gesellschaft etwas für mich tut?“ Es gibt eine Menge Antworten.

Job-Sharing, Teilzeit oder Baby an Bord.

Die erste, das gelingende Job-Sharing auf Top-Niveau, teile ich persönlich aus meiner Zeit als IT-Großprojektmanagerin. In der Doppelspitze habe ich gelernt: Die klare Absprache zwischen den Hauptbeteiligten entscheidet über Gelingen oder Verlieren.

  • Was ist Deine Verantwortung und was meine?
  • Was erwarten wir voneinander?
  • Worauf können wir uns gegenseitig verlassen?
  • Was tun wir, wenn was schief gegangen ist?

Geht es um den Wunsch nach Teilzeitarbeit, fühlt die Geschäftsführerin Isabell Hochgesang jungen Frauen genau auf den Zahn, was dahinter steckt. Geht es bei der Einschränkung ihrer Arbeitszeit wirklich um die gemeinsame Zeit mit dem Kind? Oder steckt der Haushalt dahinter, der wie selbstverständlich mit der Mutterschaft an ihr kleben bleibt? Die Optikerin Katrin Wagner, zuerst angestellt, dann selbständig, nimmt ihre Babies mit in den Laden und wird damit zur Marke. Gut, vielleicht funktioniert das noch nicht oft genug. Doch wenn frau es gar nicht erst versucht, dann auf keinen Fall. Es sind diese Beispiele, die das Buch lebendig machen und jede einladen für sich zu überlegen „Wie wäre das, wenn ich ….?“

Jede Mutter kennt Krisen. Und löst sie.

Marianne Grabrucker, Vorsitzende Richterin am Bundespatentgericht a.D. und mehrfache Buchautorin zum Thema, stellt sich als ‚Working Granny‘ vor. Wortgewaltig und voller “Mutterwitz” (sie definiert den als „die stetig vorhandene Fähigkeit, Sachverhalte schnell zu begreifen, zu beurteilen und auf solche zu reagieren“) brilliert sie mit Anekdoten über Scheitern und Erfolge. Es ist wichtig, sich selbst kennenzulernen, betont sie. Herauszufinden, was ich wirklich will, mich dann zu entscheiden und meinen Weg konsequent zu gehen. Will ich Karriere? Ja? Ja! Weil ich etwas bewirken will? Ja! Dann tu es! Will ich Kinder? Auch! Wird es anstrengend? Ja! Sehr wahrscheinlich! Bin ich bereit dafür? Wenn Ja, dann leg los!

Grabrucker bekennt sich zu ihrer bayrisch anarchischen Ader und stellt klar, dass das Leben – gerade als berufstätige Mutter – nun mal voller Krisen sei. „Also kremple die Ärmel hoch und pack sie an“, ist ihr Statement. Bleib persönlich flexibel und trau dem eigenen Kind mehr zu. Selbst „Sockentraumata“ könne man überleben. Natürlich spricht hier die Gelassenheit einer berufstätigen Mutter, die mit über 70 schon längst einen gelassenen Abstand zum Thema entwickelt hat. Doch wenn sie betont, dass Frauen hier wieder viel lauter politisch fordern müssen, blitzt die jugendliche Entschlossenheit der zwanzigjährigen Feministin durch.

Ihre Tipps

  • Lerne dich selbst kennen und werde dir klar was du bewirken willst.
  • Liebe das was du tust.
  • Vernetz dich mit Gleichgesinnten, Kinder fühlen sich auch bei anderen wohl.
  • Kommuniziere präzise, komm direkt auf den Punkt, Halbherzigkeit ist tödlich.
  • Fokussier Dich beim Arbeiten, dann hast du Zeit für deine Kinder.

Eva Buchhorn, Redakteurin des Manager Magazins, moderiert den Abend mit wohltuend klugen Fragen. Sie hat es nicht immer leicht, das Wort zurückzuerobern, sobald die engagierte Rednerin erstmal im Flow ist. Doch ihr Schmunzeln zeigt mir, dass auch sie eine gute Zeit hat.

Viele Wege. Viele Fragen. Von Working Moms. Und Dads!

Das Publikum – Frauen und Männer – fragt nach und kommentiert angeregt: Wie bekommen wir die Männer dazu mitzumachen, damit verkrustete Rollenbilder endlich fallen? Wie unterstützen wir Frauen, die (zu) viel über das erste wichtige Jahr mit dem Kind wissen und am schlechten Gewissen psychisch zerbrechen, wenn sie Karriere und Kind nicht so perfekt hinbekommen? Wann endlich bieten auch andere Bundesländer so vernünftige Krippen- und KiTa-Regelungen an wie Hamburg? Ein Vater stellt zur Diskussion, dass es mehr als die Jobanforderungen seien, die manche Männer so lange im Büro sitzen lassen. Sobald ein Vater nämlich den Müttern dauerhaft nichts recht machen kann, verliere auch er irgendwann die Lust früher nach Hause zu kommen.

Verflixte Selbstverantwortung. Immer wieder…

Tanja, eine jungen Mutter aus Bosnien, hält ein Schlusswort, das mich lange nicht los lässt. Sie stellt sich vor als „Tochter einer Hausfrau und Schwester einer Hausfrau“. Ihr ganzes Leben mit der klassischen Frauenrolle konfrontiert, sei sie die Ausreden irgendwann leid gewesen: „Ich kann nicht, weil ich kein Job habe, weil ich finanziell abhängig bin, weil ich Kinder habe, weil, weil, weil….“ „Trotzdem“, sagt sie „Bin ich etwas geworden.“

Ja, ganz gleich aus welchem Umfeld wir stammen, ob rund um die Uhr behütet oder Tochter einer Karrieremutter … letztlich liegt es immer bei uns selbst. Deshalb, sagt Tanja, “ Hör zu, was dein Inneres will und trag das in die Welt“. Die Working Moms hier im Saal können ihren Kids vorleben, wie das geht.

We can have it all.

Wenn wir es gemeinsam klug anstellen, auf Perfektionismus pfeifen und Spaß an Herausforderungen entwickeln…

Was ist Dein Weg? Welches sind Deine Fragen? Was probierst Du gerade aus? Wo brauchst Du Unterstützung? Lass es mich wissen.