Ich wollte KI verstehen. Und habe dabei eine Menge über mich gelernt.
Ich habe es geschafft. Und bin froh, dass es vorbei ist. Erst einmal.
Bin ich jetzt Expertin? Na, ich weiß nicht … aber ich habe meinen MBAI in der Tasche.
3 Monate.
90 Stunden sollten wir für das Studium des Lehrmaterials einplanen (bei mir 270).
5 Case Studies habe ich in Zusammenarbeit mit meinen tollen Teamkolleginnen unter Hochdruck abgegeben (und unsere unterschiedlichen Talente schätzen gelernt).
5 Automatisierungen programmiert (nicht alle davon liefen glatt).
Einen Stall voller Agent*innen rekrutiert (Mein Eindruck: sie scharren mit den Füßen. Sie brauchen ja keine Erholung wie ich im Moment.)
Zu alt für KI? Diese Frage hat mich angetrieben
Meinen MBAI – den Master Business with AI – hab ich jetzt in der Tasche. Vom ersten Tag an war mir klar, dass ich mir viel vorgenommen hatte.
Zu viel? Es war irre spannend. Herausfordernd. An manchen Tagen überwältigend.
Hatte ich mir nicht vor Jahren geschworen, keine Weiterbildung mehr zu machen, bei der ich mich am Ende prüfen lassen muss?
In 6 Monaten werde ich 60. Manche fragen: „Ist es nicht ein bisschen spät, jetzt noch mit dieser KI herumzumachen? Dich dem Stress auszusetzen?“
1996 – mein zweites Wirtschaftsstudium beendet. 2026 jetzt mit diesem MBAI bin ich noch einmal tief ins Dritte eingestiegen. Hab nicht nur mein eigenes Business neu durchdacht. Studiere auch für eine (Wirtschafts-)Welt in der sich die Vorzeichen radikal verändern.
Ganz nebenbei hat mich das alles auf Gedanken gebracht, die weit über KI hinausgehen. Wir müssen so vieles in Frage stellen, was in Stein gemeißelt scheint. Geht es wirklich um mehr mehr mehr? Brauchen wir immer oben und unten? Brauchen wir noch Gewinner?
Ich habe erlebt, dass wir in unserem Land vor allem einen Shift in Haltung und Zusammenarbeit brauchen. Ein Denken in Möglichkeiten. Und Verzicht auf unnötige Dinge.
Und jetzt?
Werde ich ein weiteres Zertifikat in meinem schon sehr dicken Ordner abheften?
Viel mehr als das.
Zuerst gönne ich mir eine kreative Pause, um in Ruhe zu reflektieren, was ich jetzt alles besser kann, neu kann oder auch verlernen will, wenn eine nicht-menschliche Intelligenz mich bei meiner Arbeit unterstützt.
Danach geht’s in die nächste Runde.
Denn die allerwichtigste Sache, die ich gelernt habe:
Bei dieser ganzen KI-Sache geht es nicht zuerst um Technik. Es geht um den Wandel in unserem Denken, im Handeln, in der Art, wie wir auf unsere Arbeitswelt schauen.
Ich kann gut verstehen, weshalb aktuell noch (zu) viele die Auseinandersetzung mit dem Thema scheuen. Die schiere Masse an neuen Möglichkeiten erscheint überwältigend. Das Tempo unmenschlich. Von den Möglichkeiten des Missbrauchs will ich gar nicht erst reden.
Doch ich bin sicher: niemand von uns kommt dran vorbei.
Was mich das KI-Studium gekostet hat. Und was ich daraus gelernt habe
Drei meiner Irrtümer im Studium:
- Ich nahm an, die angegebene Lernzeit für Videos und Case-Studies wäre für mich realistisch. Weit gefehlt. Ich habe das Dreifache gebraucht.
- Ich glaubte, es gäbe immer nur eine richtige Lösung. Völlig daneben. Masterplan war gestern.
- Ich dachte, ich könnte parallel im Kurs lernen, und das Gelernte sofort auf mein eigenes Business anwenden. Ein fetter Irrtum. Denn als Selbständige stellt mich niemand vom Tagesgeschäft frei. Interne Prozesse laufen weiter. Und nur, wenn ich mit Kunden arbeite, dann hab ich Einkommen. Also: Umschwenken auf sequenziell. Kurs ist fertig. Jetzt Pause. Danach ab in die Umsetzung.
KI Coaching Frauen 50plus: Meine fünf Tipps für deinen ersten Schritt
Damit du nicht in die selben Fallen tappst wie ich – hier meine fünf Tipps.
- Sei neugierig. Der beste Start ist, einfach wissen zu wollen, was dieses KI-Ding ist, wie es funktioniert und was für dich möglich ist.
- Lass zu, dass sich Klarheit mit der Zeit entwickeln darf. Darüber, was du nutzen willst. Und wofür. Du musst nicht gleich alles wissen und können. Du darfst herausfinden, in welchen Bereichen KI dir das Leben erleichtern kann. Und auch, wo nicht, weil du bestimmte Dinge durch deine Erfahrung besser kannst. Menschlicher. Nahbarer.
Vor Beginn meines Studiums dachte ich, ich danach mit KI schreiben. Wie sehr ich mich geirrt hatte. Die Klarheit kam mit dem Tun. - Einfach mal machen. Mut, und die Bereitschaft was Neues zu lernen bedeutet auch, Dinge praktisch auszuprobieren, die du nie zuvor getan hast. Du darfst Fehler und Rückschläge als normal betrachten. Das kommt vor.Der virtuelle Mitarbeiter tut nicht, was er soll? Nächste Schleife drehen! Auch einem echten Menschen sagst du ja mehrfach, was er tun soll, wenn er es beim ersten Mal nicht kapiert.Die Programmierung einer Automatisierung ergibt nur Chaos? Wegschmeißen! Neu machen. Mut statt Kontrolle. Gewöhn dich dran, Entscheidungen auch zu treffen, wenn du noch längst nicht alles weißt, was du gern wüsstest.
- Finde die Disziplin dranzubleiben. Neue Denkmuster überfordern am Anfang. Das ist normal. Das legt sich. Glaub mir, ich habe nicht nur über KI sehr viel gelernt, sondern auch an mir selbst ganz neue Seiten entdeckt. Meine strukturierte Art zu lernen wie 1996 funktioniert zwar noch. Dauert aber wirklich lange. In einer Zeit, in der alles so schnell gehen soll. Das halte ich aus. Und dann gestalte ich mein Lernen neu. Doch ich höre nicht damit auf, nur weil es nicht gleich beim ersten Mal klappt.
- Wenn du nicht bereits beschlossen hast, dass du zu alt bist für all den KI-Mist, Glückwunsch! Jetzt mach dich locker und geh Schritt für Schritt in deiner Zeit, in deinem Rhythmus. Denn Lernen ist keine Phase mehr, sondern dauerhafte Begleitmusik unseres Lebens. Lass den Gedanken los, du hättest es irgendwann geschafft. Lernen hört niemals auf. Und ist nicht genau das das Gute am Leben?
So fängst du heute noch an – konkret und ohne Überforderung
Wenn du jetzt losgehen, einen Schritt vor den anderen setzen willst, probier es mal so:
- Finde ein Feld, eine Aufgabe, ein Projekt, das du ausprobieren willst: einen Artikel schreiben, deine Bewerbung überarbeiten, eine Präsentation fertigstellen, an der du schon seit einer Woche herumbastelst. Dann sag dir: „Ich mach jetzt ein Experiment“ und probier dich aus. Hol dir irgendeine KI zum Probieren. Später kannst du recherchieren, welche für welche Aufgabe am besten ist.
- Mach dir klar, welches Problem du lösen willst. Soll etwas schneller gehen? Willst du aus umständlichen Wegen kurze machen? Brauchst du jemanden, der dir Routinen abnimmt? Ich hab auf diesem Weg gelernt, mein eigenes Business mit ganz neuen Augen zu sehen.
- Setz dir eine feste Zeit und trag die als KI-Lern-und-Arbeitszeit in deinen Kalender ein. Halte dich dran. Keine Ausreden!
- Vielleicht findest du Freund*in oder KI-Reise-Buddy, die sich bisher noch nicht getraut hat, sich mal alleine ranzusetzen. Verabredet euch. Am Ende eurer gemeinsamen Arbeitszeit, berichtet euch gegenseitig: Was hab ich gelernt, was mach ich ab heute anders?
- Dir ist ein Fehler passiert? Nicht schlimm, wir alle scheitern gelegentlich. Geh offen damit um, erzähl was nicht funktioniert, oft findet sich jemand, der weiß, wie es geht. Oder du fragst die KI, wie sie weiterhelfen kann.
Ich werde jetzt meine Workation an der portugiesischen Algarve genießen und meine „da-hab-ich-Bock-drauf“-Projekte sortieren und priorisieren. Vor dem Beginn des Studiums hatte ich eine Seite voller Ideen aufgeschrieben. Inzwischen sind es fünf.
Bei vielen von ihnen ist auch für dich als meine Leserin oder Klientin was dabei – stay tuned. Im Blog und im StoryLetter erfährst du als erste davon.
KI Coaching Frauen 50plus: Was das bei mir bedeutet. Und was definitiv nicht
Und weil ein paar von euch schon gefragt haben: Nein, ich werde mein Story-Coaching jetzt nicht in eine KI-Lehrtätigkeit verwandeln.
Doch mit meinen persönlichen Erfahrungen bin ich eine reflektierte Ansprechpartnerin mit Tiefgang für Frauen, die keine Lust mehr haben, KI von der Seitenlinie aus zu beobachten. Für Frauen, die bereit sind, ihren nächsten Schritt mit jemandem zu gehen, der den Weg selbst gegangen ist.
Also, wenn du
- vor oder mitten in einer beruflichen Veränderung stehst und KI nicht als Bedrohung, sondern als neue Verbündete auf deinem Weg sehen willst.
- spürst, dass sich deine Arbeitswelt verändert, und du deine eigene Geschichte nicht von Algorithmen schreiben lassen, sondern selbst den Stift in der Hand halten willst.
- im KI-Zeitalter Klarheit darüber suchst, was du wirklich willst, und den Mut brauchst, genau das auch anzugehen.
- wissen willst, wie KI konkret in dein Leben und deine Arbeit passt, ohne dich dabei selbst zu verlieren
lass uns miteinander sprechen. Hier geht’s zum direkten Kontakt.
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Katrin Klemm ist Story Coach und MBAI-Absolventin aus Hamburg. Sie begleitet Frauen ab 50 dabei, ihren eigenen Weg im KI-Zeitalter zu finden – nicht durch technische Schulung, sondern durch Reflexion, Klarheit und den Mut zur Veränderung. Mit knapp 60 hat sie selbst den Master Business with AI abgeschlossen – und reflektiert ihre Erfahrungen gerade bei einer Workation an der portugiesischen Algarve. In ihrem Blogartikel beschreibt sie ehrlich, welche Irrtümer sie dabei gemacht hat, was sie über sich selbst gelernt hat – und was KI Coaching für Frauen 50plus bei ihr konkret bedeutet: nicht Technik lernen, sondern die eigene Geschichte im KI-Zeitalter selbst schreiben.

Katrin Klemm

Midjourney
Katrin Klemm
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