Alte Muster durchbrechen: Warum der Teil von dir, der dich ausbremst, nicht dein Feind ist
Kennst du dieses Gefühl?
Du hast dir etwas vorgenommen. Wirklich vorgenommen. Und dann: nichts. Oder nicht genug. Oder du fängst an und hörst wieder auf, ohne zu verstehen warum.
Vielleicht sagst du dir: “Ich bin einfach nicht diszipliniert genug. Ich will es nicht wirklich. Irgendetwas stimmt mit mir nicht.”
Stimmt nicht. Irgendetwas stimmt mit dir sehr wohl. Es arbeitet nur gerade gegen dich statt mit dir.
Nimm dir einen Moment. Bei welcher Aussage spürst du Resonanz?
- Es gibt etwas in meinem Leben, das ich schon lange verändern möchte. Und das trotzdem bleibt, wie es ist.
- Es gibt immer wieder ganz bestimmte Situationen, in denen ich einfach nicht so reagieren kann, wie ich eigentlich will.
- Ich spüre immer wieder, dass ein Teil von mir Gas gibt, und ein anderer gleichzeitig das Bremspedal bis zum Boden tritt.
- Ich weiß eigentlich genau, was mir guttut. Und tue es trotzdem nicht.
- Ich habe das Thema schon oft angepackt. Mit Büchern, mit Coaching, mit gutem Willen. Und es ist immer noch da.
Wenn du bei einer dieser Fragen innerlich nickst: Lies weiter.
Du bist nicht eine Person. Du bist ein Team.
Das klingt seltsam. Vielleicht sogar ein bisschen beunruhigend. Aber denk mal nach: Gibt es nicht Momente, in denen du dich selbst nicht wiedererkennst? In denen du reagierst, obwohl du es nicht wolltest? In denen eine Stimme in dir sagt „Leg los”? Und eine andere gleichzeitig „Bloß nicht”?
Das ist kein Zeichen von Instabilität. Das ist ganz normales menschliches Funktionieren. Unser Geist besteht aus vielen verschiedenen Anteilen – inneren Teilen – die im Laufe des Lebens entstanden sind. Jeder von ihnen hat irgendwann eine Lektion gelernt. Jeder hat einen Zweck. Die meisten arbeiten still im Hintergrund, ohne dass wir es bewusst wahrnehmen.
Solange sie in dieselbe Richtung ziehen, läuft das Leben rund. Wenn nicht, dann spüren wir genau dieses Gefühl: Ich stehe mir selbst im Weg.
Was will der Teil eigentlich, der immer wieder bremst?
Hier liegt der entscheidende Unterschied zum gewöhnlichen Coaching-Ansatz. Die meisten von uns versuchen, den bremsenden Teil zu überwältigen, ihn auszutricksen, kaltzustellen. Mehr Disziplin. Mehr Motivation. Noch eine Methode, noch ein Buch, noch ein Workshop. Und für eine Weile funktioniert das vielleicht. Bis der Teil wieder die Oberhand gewinnt.
Frag dich ruhig: Gibt es etwas, das du dir selbst nicht erlaubst? Ohne genau zu wissen, warum? Wann hast du zuletzt gespürt, dass ein innerer Widerstand stärker war als dein bewusster Wille?
Auf diese Fragen gibt es keine falschen Antworten. Sie zeigen dir nur, wo dein inneres Team gerade nicht zusammenarbeitet.
Alte Muster durchbrechen – warum Willenskraft allein nicht reicht
Der Yager-Code fragt stattdessen: Was will dieser Teil eigentlich schützen? Denn hinter jedem bremsenden Anteil steckt eine Logik. Eine alte Erfahrung, die irgendwann wichtig war. Ein Schutzprogramm, das damals Sinn ergeben hat. Und das heute einfach noch immer läuft, weil niemand ihm gesagt hat, dass sich die Situation verändert hat.
Alte Muster auflösen bedeutet deshalb nicht, sie zu bekämpfen. Es bedeutet, ihnen neue Informationen zu geben. Der bremsende Teil ist nicht dein Feind. Er hat nur veraltete Daten. Sobald er versteht, dass er dich heute nicht mehr so schützen muss wie damals, kann er loslassen. Von selbst.
Das ist der Unterschied zwischen Durchbrechen und Auflösen. Genau so arbeite ich mit dem Yager-Code.
Was möglich wird, wenn das Team wieder zusammenfindet
Es ist kein dramatischer Moment. Meistens nicht.
Eher so wie bei Monika, die plötzlich Nein sagen kann, und danach nicht das Gefühl hat, ein schlechter Mensch zu sein. Oder wie bei Xenia, die in ein schwieriges Gespräch geht und sich selbst dabei kaum wiedererkennt – weil sie so ruhig ist.
Wenn innere Teile aufhören, gegeneinander zu arbeiten, wird Energie frei. Energie, die vorher damit beschäftigt war, dich zu bremsen, zu warnen, zu schützen. Vor Dingen, die längst nicht mehr gefährlich sind.
Was du mit dieser Energie anfängst, ist deine Entscheidung. Sie gehört dir dann – vielleicht seit langer Zeit – endlich wieder selbst.
Wie wir mit dem Yager-Code arbeiten
Du musst dich nicht durch alte Erinnerungen kämpfen. Du musst nichts rekonstruieren, nichts erklären, nichts verstehen, bevor etwas passieren darf.
Zentrum – deine innere Intelligenz, die weit über dein bewusstes Denken hinausgeht – übernimmt die eigentliche Arbeit. Es findet die Teile, die gerade bremsen. Es kommuniziert mit ihnen. Und es gibt ihnen, was sie gebraucht hätten: neue Informationen über die Realität von heute.
Du bist dabei. Du beobachtest, du berichtest. Aber du musst nicht kämpfen.
Ich begleite Frauen seit über 20 Jahren in ihren Prozessen der Entwicklung und Entfaltung, als StoryCoach und als jemand, der den Weg selbst gegangen ist.
Als Klientin habe ich nach Yager-Code-Sessions selbst erlebt, was mir inzwischen meine eigenen Klientinnen hinterher so beschreiben: “Ich weiß gar nicht genau, was passiert ist. Aber irgendetwas ist leichter geworden.”
Das reicht.
Eine letzte Frage
Was wäre möglich, wenn der Teil von dir, der dich ausbremst, endlich verstehen würde, dass er dich nicht mehr schützen muss?
Du musst die Antwort nicht kennen. Aber wenn die Frage etwas in dir berührt, dann weißt du, wo du jetzt anfangen kannst: Schreib mir. Einfach so. Ich bin neugierig auf dein Thema.
Das war der dritte und letzte Artikel dieser Serie. Falls du noch nicht weißt, wo du anfangen sollst: Artikel 1 erklärt, wie der Yager-Code funktioniert. Artikel 2 zeigt dir drei Frauen, die es ausprobiert haben.

Über die Autorin
Katrin Klemm ist StoryCoach und zertifizierte Yager-Code-Practitionerin mit Sitz in Hamburg. Sie arbeitet seit über 20 Jahren mit Frauen in beruflichen und persönlichen Umbruchsituationen. Der Yager-Code ist eine Coaching-Methode, die auf der Arbeit des amerikanischen Psychologen Dr. Edwin Yager basiert und mit inneren Anteilen des Unterbewusstseins arbeitet. Im Unterschied zu klassischen Coaching-Ansätzen erfordert die Methode keine bewusste Konfrontation mit belastenden Erinnerungen. Katrin Klemm setzt den Yager-Code gezielt ein, wenn Frauen trotz Wissen und gutem Willen keine nachhaltige Veränderung erreichen – bei Themen wie Selbstwert, Grübelschleifen, Schlafproblemen, Angst vor Konflikten und festgefahrenen Mustern in Beruf oder Partnerschaft. Dieser Artikel ist Teil einer dreiteiligen Serie über den Yager-Code auf katrinklemm.de.
📸 Headerbild Midjourney

Midjourney
katrin klemm


Marsha Glauch | Krefeld

Nathalie Michel
Midjourney
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