Selbstsabotage überwinden: Drei Frauen, drei Geschichten und was sich verändert hat
Drei Frauen. Drei völlig verschiedene Themen. Und doch bei allen dasselbe: Der Verstand weiß es längst. Und trotzdem ändert sich nichts.
Wie der Yager-Code funktioniert, habe ich im ersten Artikel dieser Serie beschrieben. Hier geht es um das, was möglich ist – in drei echten Geschichten.
Was diese drei Geschichten gemeinsam haben
Sie kamen mit ganz unterschiedlichen Themen zu mir. Und doch steckt in allen drei Geschichten dasselbe Muster: Der Verstand weiß es längst. Und trotzdem ändert sich nichts. Weil das, was uns wirklich steuert, eben nicht nur der Verstand ist. Hier sind ihre Geschichten. Alle Namen habe ich geändert.
Monika, 52 – „Mein Körper zieht die Reißleine, bevor ich es tue”
Monika ist Führungskraft in einem mittelständischen Unternehmen. Wenn jemand ein Problem hat, landet es auf ihrem Tisch. Das ist einfach so, seit Jahren. Sie springt ein, sie hält den Laden zusammen, verliert dabei selten die Ruhe.
Was sie mir erzählt, klingt zunächst nach einem klassischen Burnout-Thema: Sie geht immer wieder über ihre Grenzen. Merkt es aber erst dann, wenn ihr Körper die Reißleine zieht. Migräne. Schlaflosigkeit. Einmal bricht sie mitten im Meeting zusammen.
“Ich weiß doch, dass ich Nein sagen müsste”, sagt sie. “Ich weiß es. Aber in dem Moment, wo ich es tun sollte, geht das einfach nicht.”
Das ist keine Frage von Wissen oder Willen. Irgendwann hat ein Teil von ihr gelernt: „Nur wenn ich funktioniere, bin ich wertvoll.” Dieser Teil meint es gut. Er schützt sie. Auf seine Weise. Nur dass seine Weise sie krank macht.
Mit dem Yager-Code arbeiten wir nicht gegen diesen Teil, sondern mit ihm. Zentrum findet ihn, informiert ihn über die Realität von heute. Dass Monika nicht mehr das Kind ist, das Zuneigung durch Leistung verdienen musste (was “Zentrum” bedeutet, beschreibe ich im ersten Teil der Serie ausführlich).
Ein paar Wochen später schreibt sie mir: “Ich habe letzte Woche zum ersten Mal seit Jahren eine Anfrage abgelehnt. Und danach nicht das Gefühl gehabt, ein schlechter Mensch zu sein. Einfach so.”
Einfach so!
Anna, 58 – “Was, wenn mir auf der Beerdigung die Stimme wegbleibt?”
Anna kommt mit einer sehr konkreten Situation zu mir. Ihr Ex-Mann ist gestorben. Sie waren seit zwanzig Jahren geschieden, aber hatten ein gutes Verhältnis – respektvoll, verbunden durch ihre gemeinsame Tochter. Sie möchte auf seiner Beerdigung eine Rede halten.
Was die Situation kompliziert macht, ist die Verachtung ihres Sohnes für seinen Vater, der ihn als Kind verlassen hat. Er hat es bis jetzt nicht überwunden. Was wird er davon halten? Und dann ist da noch die Witwe, die neue Partnerin ihres Ex. Deren Kinder. Ein Raum voller Menschen, in dem Anna nicht weiß, wo sie eigentlich hingehört.
“Was, wenn mir die Stimme wegbleibt? Wenn ich kein Wort sagen kann, mich vor allen blamiere?“, fragt sie. “Das ist mir schon passiert. Auf Familientreffen stehe ich manchmal da, stumm wie ein Fisch, bringe keinen Ton heraus, und beobachte, wie alle die Köpfe zusammenstecken.”
Was Zentrum in unserer Session findet, ist nicht schwer zu verstehen: die Frage, ob sie überhaupt das Recht hat, dort zu stehen. Eine alte verletzende Erinnerung, nicht wirklich dazuzugehören. Ein Teil, der sie schützen will, indem er sie zum Schweigen bringt. Weil Schweigen sicherer ist als das Risiko, falsch zu sein.
Eine Woche nach der Beerdigung schreibt sie mir: „Hallo Katrin, die Beerdigung war ein gutes, ein schönes Ereignis. Ja, ich war und bin immer noch traurig. Doch ich habe mich unter den Gästen sicher gefühlt, meine kleine Rede gehalten und konnte ihn als Menschen und unsere gemeinsame Zeit würdigen.”
Ich lese diese Nachricht und denke: Genau dafür ist diese Arbeit da.
Xenia, 47 – “Ich bin ja nicht so die Eso-Tante, aber gut”
Xenia kenne ich schon seit ein paar Jahren. Wir haben bisher immer mit Wingwave gearbeitet, und ich schätze ihren unglaublichen Humor, den sie sich – das weiß ich – hart erarbeitet hat.
Sie kommt rein und platzt heraus: “Boah, in meiner Anstalt geht es wieder mal drunter und drüber. Die haben keine Ahnung, wie sie mit ihren ewig verzögerten Entscheidungen die IT-Sicherheit gefährden. Ich hab sie schon ein paarmal drauf angesprochen. Wenn ich das ein viertes Mal machen muss, platzt mir der Kragen. Aber das Risiko ist zu hoch, um nichts zu sagen.”
Xenia ist hochrot im Gesicht. Völlig aufgelöst.
Ich biete ihr an, den Yager-Code auszuprobieren. Skeptisch schaut sie über den Rand ihrer Brille: “Ich bin ja nicht so die Eso-Tante. Aber gut, Wingwave hat ja auch funktioniert. Also machen wir mal.”
Was in dieser Session sichtbar wird, ist nicht die Wut über die Chefetage. Es ist die tiefe Erschöpfung darüber, immer wieder alleine für etwas verantwortlich zu sein, das sie alleine nicht lösen kann. Und der Teil, der darauf – seit Jahrzehnten schon – mit Eskalation reagiert, weil er nicht weiß, wie er sich anders Gehör verschaffen soll.
Vierzehn Tage später meldet sie sich. Durch ihre entspannte, fast beiläufige Art, den Sachverhalt anzusprechen, hat sie einen neuen Verbündeten gefunden. Jemanden, der jetzt gemeinsam mit ihr die richtigen Fäden zieht.
“Ich weiß auch nicht, was du da gemacht hast”, schreibt sie. “Aber es hat funktioniert.”
Und ich muss schmunzeln. Denn “gemacht” hab ich nicht viel. Das war Zentrum. Ich hab nur den Prozess der beiden begleitet.
Selbstsabotage überwinden – erkennst du dich wieder?
Erkennst du dich wieder? Nicht dieselbe Geschichte. Aber dieses Gefühl, dass da etwas in dir ist, das du alleine nicht erreichst, so viel du auch nachdenkst.
Monika, Anna, Xenia – drei völlig verschiedene Frauen.
Und doch bei allen dasselbe: Ein innerer Teil, der irgendwann eine Lektion gelernt hat und diese Lektion seitdem treu weiterlebt. Nicht aus bösem Willen. Er weiß es einfach nicht besser. Er ist aber – sobald er neue Informationen bekommt – bereit, sich zu verändern.
Das ist das Prinzip des Yager-Codes.
Im dritten Artikel dieser Serie geht es um dein inneres Team – und warum der Konflikt zwischen “Ich will das unbedingt” und “Irgendetwas bremst mich aus” kein Widerspruch ist, sondern Intelligenz.
Wenn du jetzt schon entschlossen bist, deine Selbstsabotage zu überwinden – schreib mir einfach. Wir schauen gemeinsam, ob der Yager-Code für dich und dein Thema passt.
Über die Autorin
Katrin Klemm ist StoryCoach und zertifizierte Yager-Code-Practitionerin mit Sitz in Hamburg. Sie arbeitet seit über 20 Jahren mit Frauen in beruflichen und persönlichen Umbruchsituationen. Der Yager-Code ist eine Coaching-Methode, die auf der Arbeit des amerikanischen Psychologen Dr. Edwin Yager basiert und mit inneren Anteilen des Unterbewusstseins arbeitet. Im Unterschied zu klassischen Coaching-Ansätzen erfordert die Methode keine bewusste Konfrontation mit belastenden Erinnerungen. Katrin Klemm setzt den Yager-Code gezielt ein, wenn Frauen trotz Wissen und gutem Willen keine nachhaltige Veränderung erreichen – bei Themen wie Selbstwert, Grübelschleifen, Schlafproblemen, Angst vor Konflikten und festgefahrenen Mustern in Beruf oder Partnerschaft. Dieser Artikel ist Teil einer dreiteiligen Serie über den Yager-Code auf katrinklemm.de.
📸 Headerbild: Midjourney

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