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Frau sitzt nachdenklich am See – innere Blockaden lösen durch SelbstreflexionMidjourney

Innere Blockaden lösen: Was mein Freund, der Schäferhund mir über mein Unterbewusstsein beigebracht hat

12. September 2026/0 Kommentare/in Geschichten mit k/von Katrin Klemm

Eine Sommerabend-Geschichte aus Ungarn, ein gefletschtes Hundegebiss – und warum unser Gehirn manchmal Schutzprogramme installiert, die wir gar nicht bestellt haben.

Balaton, 1970er. Abendessen ist vorbei.

Ich bin sieben Jahre alt, der Campingplatz riecht nach Grillrauch und Sonnencreme, und ich habe noch ein paar Wurstscheiben übrig.

Der Schäferhund der Nachbarn ist riesig. Für ein Kind meiner Größe wirklich beeindruckend groß. Aber wir kennen uns schon ein paar Tage. Er ist brav, gut erzogen, und ich mag ihn. Also hocke ich mich neben ihn. Seine Augen, seine Ohren, seine Schnauze auf einer Höhe mit meinem Gesicht, füttere ich ihn Scheibe für Scheibe.

Als die letzte Wurst weg ist, hebe ich die Hand, will ihm über den Kopf streicheln.

Was dann passiert, dauert vielleicht zwei Sekunden. Er reißt den Kopf nach oben. Sein Kiefer kracht – direkt vor meinem Gesicht – zusammen. Er knurrt kurz und grollend. Dann bellt er los. Ich bin wie eingefroren.

Erwachsene schreien. Jemand prügelt auf den Hund ein. Ich stehe heulend im Schutz meiner Eltern und weiß nicht, was mich mehr erschüttert: der Schreck, die Angst, er könne mich beißen, oder dass er mir gleichzeitig so leid tut. Er wollte wahrscheinlich nur spielen. Dachte vielleicht, da ist noch Wurst.

Aber mein siebenjähriger Kopf hat in diesem Moment etwas anderes gelernt.

Warum dein Gehirn innere Blockaden installiert. Und das völlig sinnvoll ist

Kein bewusster Entschluss. Kein Nachdenken. Einfach: Hunde sind gefährlich. Hunde greifen an. Hunde = Abstand halten.

Seit diesem Abend wechselte ich die Straßenseite, sobald ich einen Hund in der Ferne bellen hörte. Bloß keinem mehr nahekommen. Egal wie klein, egal wie flauschig oder freundlich. Ein Teil von mir hatte entschieden: Nie wieder.

Das ist kein Drama. Das ist ganz normales menschliches Funktionieren.

Unser Gehirn ist ein Überlebensprofi. Es registriert: Hier war Gefahr. Es installiert sofort ein Schutzprogramm: Beim nächsten Mal reagieren wir schneller. Dieses Programm läuft dann – zuverlässig, automatisch, ohne Rückfrage – immer weiter. Auch dann noch, wenn die ursprüngliche Situation längst vorbei ist.

Der Fachbegriff dafür lautet Konditionierung. Ich nenne es: ein innerer Teil, der aufgepasst hat.

Innere Teile. Wovon reden wir eigentlich?

Stell dir vor, dein Geist ist kein einzelnes, einheitliches System, sondern eher ein Team aus vielen verschiedenen Anteilen. Jeder dieser Anteile ist irgendwann entstanden, weil er gebraucht wurde. Weil er dich geschützt hat. Weil er eine Lektion gelernt hat, die damals wichtig war.

Mein „Hunde-Angst-Teil“ ist an einem Sommerabend am Balaton entstanden. Er hat seinen Job gemacht: mich schützen. Und er hat diesen Job jahrelang weitergemacht, auch wenn ich als Erwachsene längst wusste: Die meisten Hunde beißen nicht.

Das Wissen hilft nicht. Denn der Teil, der Angst hat, sitzt nicht im Verstand. Er sitzt tiefer.

Genau hier setze ich mit dem Yager-Code an.

Was ist der Yager-Code? Wie funktioniert er?

Der Yager-Code ist eine Therapie- und Coaching-Methode, die mit genau diesen inneren Teilen arbeitet. Entwickelt vom amerikanischen Psychologen Dr. Edwin Yager, basiert sie auf einer einfachen, aber tiefgreifenden Idee:

Jeder Mensch besitzt eine innere Intelligenz. Yager nennt sie „Zentrum”. Sie geht weit über unser bewusstes Denken hinaus. Zentrum kann auf Erinnerungen zugreifen, die uns bewusst gar nicht mehr zugänglich sind. Es kann mit inneren Teilen kommunizieren. Und es kann ihnen helfen, sich zu verändern.

In einer Coaching-Session läuft das in etwa so ab:

Du formulierst, was dich belastet: dein Thema, dein Ziel.

Wir laden Zentrum ein, genau die Teile aufzuspüren, die an diesem Thema beteiligt sind.

Wir verständigen uns mit Zentrum darauf, über einfache innere Signale – ein Ja, ein Nein, eine Zahl – die auf einer imaginierten inneren Tafel erscheinen, miteinander zu kommunizieren. Zentrum gibt Rückmeldung.

Ich als Coach begleite dich durch den Prozess. Du selbst musst dich nicht aktiv durch schmerzhafte Erinnerungen wühlen.

Stattdessen passiert etwas Erstaunliches: Zentrum übernimmt die eigentliche Arbeit.

Es findet den Teil, der damals am Balaton Angst bekommen hat. Es informiert ihn: Wir (Katrin und du) sind nicht mehr sieben Jahre alt. Die Situation ist eine andere. Du musst uns nicht mehr so schützen. Und der Teil – weil er grundsätzlich intelligent und lernfähig ist – kann das verstehen. Kann sich neu ausrichten.

Statt Angst zu unterdrücken entsteht eine echte Veränderung an der Wurzel des Themas.

Wie sich eine Yager-Code-Session anfühlt

Klientinnen, mit denen ich auf diese Weise gearbeitet habe, berichten: Die Arbeit mit dem Yager-Code fühlt sich leicht an.

Kein Wiedererleben alter Schmerzen. Kein Sich-Durchkämpfen durch schwierige Gefühle. Sie durften loslassen und dem Prozess vertrauen, während im Inneren bereits etwas in Bewegung kommt. Viele beschreiben es als eine Art sanfte innere Aufräumaktion, bei der plötzlich Dinge leichter werden, die jahrelang schwer waren.

Das liegt daran, dass nicht du die Arbeit machst, sondern Zentrum. Du bist dabei. Du beobachtest. Du berichtest, was du wahrnimmst. Aber du musst nicht kämpfen.

Für wen sich der Yager-Code lohnt.
Und für wen nicht.

Der Yager-Code ist kein Allheilmittel. Ich sage das bewusst. Denn Ehrlichkeit ist mir wichtiger als jedes vollmundige Versprechen.

Ein Versuch lohnt sich, wenn du:

  • merkst, dass du auf bestimmte unangenehme Situationen nicht so reagierst, wie du gern möchtest. Obwohl du weißt, dass es eigentlich keinen Grund gibt,
  • dich immer wieder selbst bremst, sabotierst oder kleinmachst. Ohne zu verstehen warum,
  • Ängste, Schuldgefühle, Bitterkeit oder Trauer mit dir herumschleppst, die sich trotz allen Nachdenkens oder Kämpfens einfach nicht auflösen wollen,
  • bereit bist, dein gewohntes Denken für eine Weile beiseitezulegen und dich auf etwas Neues einzulassen.

Der Yager-Code ist nicht das Richtige, wenn du:

  • dich gerade in einer akuten psychischen Krise befindest,
  • unter einer psychischen Erkrankung leidest oder eine vermutest. Hier ist ärztliche oder therapeutische Unterstützung der richtige erste Schritt,
  • grundsätzlich nicht bereit bist, dem Prozess ein Mindestmaß an Vertrauen zu schenken.

Der Yager-Code ist ein Coaching-Angebot, kein Ersatz für Therapie.

Aber für Frauen, die sich stabil genug fühlen, um Verantwortung für ihren eigenen Prozess zu übernehmen, die neugierig sind, was in ihrem Inneren noch möglich ist, kann er etwas in Bewegung bringen, das lange festgesteckt hat.

Und meine Angst vor Hunden?

Ich habe meine Angt vor Hunden nie mit dem Yager-Code bearbeitet. Doch ich habe die Methode für ein anderes Thema selbst als Klientin erleben dürfen. So verstehe ich heute genau, was damals passiert ist.

Ein siebenjähriges Mädchen am Balaton hat an einem Sommerabend einen inneren Teil entwickelt, der sie schützen wollte. Dieser Teil hat seinen Job gut gemacht.

Er brauchte nur irgendwann neue Informationen.

Im nächsten Artikel zeige ich dir an drei echten Klientinnen-Geschichten, mit welchen Themen Frauen zum Yager-Code kommen, und was sich für sie verändert hat.

Neugierig, ob der Yager-Code auch bei deinen inneren Blockaden etwas in Bewegung bringen kann? schreib mir einfach. Ich freue mich über deine Nachricht.

Ausbildungssiegel

📸 Midjourney

https://katrinklemm.de/wp-content/uploads/2026/09/angst-aufloesen-ohne-therapie-selbstsabotage-ueberwinden.png 220 587 Katrin Klemm https://katrinklemm.de/wp-content/uploads/2020/09/katrin-klemm-storycoach.png Katrin Klemm2026-09-12 20:22:462026-09-12 21:09:29Innere Blockaden lösen: Was mein Freund, der Schäferhund mir über mein Unterbewusstsein beigebracht hat
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