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Gute Gründe für gute Stories – Nr. 3

Die Story am 3. Dezember

Story-Kategorie/ Mindset

Manchmal ist da nur so ein Gefühl im Bauch. Wir haben einen Menschen an unserer Seite, der uns vielleicht schon lange begleitet und einfach immer da ist, wenn wir ihn brauchen. Ein Freund, ein Vater oder Bruder. Ein Chef oder Kollege. Oder die Freundin, Kollegin oder Mentorin hat uns mit einer gezielten Frage, einer ungewöhnlichen Idee, einer ermutigenden Geste einen gewaltigen Schritt auf unserem Weg nach vorn gebracht. Eigentlich ist es längst Zeit, einmal Danke zu sagen. Aber du willst nicht schmeicheln, nicht übertreiben oder dir wie ein Schleimer vorkommen. Wie drückst du aus, wovon dein Herz überquillt? Was sagst du, damit die Botschaft richtig ankommt? Ohne kitschig zu sein. Oder dich zu blamieren. Du schiebst und schiebst es vor dir her. Im schlimmsten Fall stehst du eines Tages an einem Grab und bist verzweifelt, weil es zu spät ist.

Eine Story für ein Dankeschön

Denk einen Augenblick drüber nach. Wer hat dein Leben positiv beeinflusst? Oder dir nur einen kleinen Stups verpasst? Den aber mit einer großen Wirkung. Wem willst du schon lange mal von Herzen Danke sagen?
Finde den Mut und grabe eure gemeinsame Story aus:

  • Was hast du dir abgeschaut? Was haben sie dir beigebracht, die Menschen, die du bewunderst oder die dich gefördert haben? Wer hat sich hinter die Kulissen seines Erfolges schauen lassen. Oder dir die Zutaten verraten? Wann war das? Und wo? Zu welchem Anlass?
  • Wann hat dir ein anderer Mensch geholfen, toxische Gedanken über dich selbst loszuwerden? Diese „ich kann doch nicht…, ich bin noch nicht, ich muss erst noch…“- Monologe gestoppt?
  • Wann hat dir mal jemand verraten, welches Potential sie in dir sieht? Dir klar gezeigt, was alle (außer dir) längst sehen in deinen Fähigkeiten und Talenten? Hat dich dabei unterstützt, deine eigene Strahlkraft wahrzunehmen? Denn manchmal können wir unser eigenes Licht nicht sehen, so lange wir in der Tiefe unserer eigenen Box sitzen. Wir dürfen vertrauen, dass andere uns mit einem scharfen und wohlwollenden Blick da rausholen.

Genau dafür dürfen wir Danke sagen. Denn es tut uns und dem/ der anderen gut. Genau das spornt uns an, weiter unser Bestes zu geben und das Beste im anderen zu sehen. Davon können wir heute und in Zukunft gar nicht genug haben.

Ein Dankeschön an meine Bank

Meine Bank hat am 1. Novemberwochenende auf ein neues System umgestellt. Aus meiner Zeit als IT-Projektmanagerin weiß ich, was da alles dranhängt, wie lange unzählige Menschen mit Planen, Programmieren, Testen, Kunden-Anleitungen schreiben, beunruhigte Kunden besänftigen, Fehler beheben… beschäftigt sind. Ich habe mich am 10. November neu eingeloggt, App installiert, erste Überweisung getätigt. Alles lief fehlerlos, ich war so erleichtert. Das sollte auch so sein, sagst du? Das ist schließlich Service? Mag sein. Ich habe mich trotzdem gefreut. Und habe meine Freude mit denen geteilt, die es gerockt haben. Ist mir kein Zacken aus der Krone gebrochen.

Bei wem möchtest du dich bedanken? Tu es gleich. Der Advent ist die beste Zeit dafür.

Schreib deine Story! Geh deinen Weg! Aber welchen?

Wir schreiben die Geschichte unseres Lebens, unserer Erfolge und Misserfolge, unserer Vorhaben, unseres Scheiterns und Gewinnens immer selbst. Die Frage ist, auf welchen Wegen wir unsere Ziele erreichen. Es gibt eine Menge Bücher, die uns dabei Unterstützung anbieten.

Zwei Neuerscheinungen hatte ich letzte Woche in der Hand. Beide von Menschen, die ich persönlich sehr schätze, die ich als sympathisch, überzeugend und inspirierend kennengelernt habe. Beide will ich unbedingt und sofort lesen. Doch mit welchem fange ich an?

Das eine

Face the Challenge. Entdecke die Willenskraft in dir.

Dr. Wladimir Klitschko und Tatjana Kiel.

FACE the Challenge | Klitschko Kiel | Storytelling Katrin Klemm

Das andere

Das muss doch auch anders gehen. Mach Erfolg auf deine Art – ohne Hamsterrad, Stress und Müssen.

Bettina Ramm

Bettina Ramm| Das muss doch auch anders gehen | Storytelling Katrin Klemm

Unterschiedlicher können Konzepte nicht sein.

Jetzt ist ein Experiment fällig. Ich lese die Bücher parallel.

Meine Entdeckungen teile ich mit dir.

Die Autor*innen

Zu Dr. Wladimir Klitschko muss man nicht viel sagen. Der ehemalige Box-Weltmeister aus der Ukraine, Doktor der Sportwissenschaften hat mit seiner CEO, Tatjana Kiel, und dem Team von Klitschko Ventures mit F.A.C.E. eine strukturierte Methode erarbeitet. Sie soll uns dabei unterstützen, aus Problemen Herausforderungen zu gestalten und unsere Vorhaben wirklich umzusetzen. Klitschko, der Ausnahme-Athlet lädt uns ein, die Methode anhand seiner eigenen Story, dem Weg aus der Fremd- in die Selbstbestimmung, als Erfolgsstrategie zu nutzen.

Bettina Ramm „dressiert“ mit Web-Grips seit 15 Jahren Technik. Sie entwickelt mit ihrem Team clevere Webseiten und Webshops, mit denen sie Unternehmer*innen unterstützt, ihr Business sichtbar zu machen. Darin war (und ist) sie richtig gut. Doch sie vermisste entscheidende Bausteine, um dauerhaft Freude und Sinn in ihrem Business zu finden. Auf ihrer persönlichen Reise der letzten Jahre entdeckte sie, worum es für sie geht: Selbstwertschätzung und Selbstliebe. Konsequent wendet sie diese jetzt auf sich und ihr Business an, und hat daraus ein Buch gemacht.

Worin unterscheiden sich die Wege?

F.A.C.E. the Challenge

Zugegeben, zu Beginn war ich zurückhaltend. Denn in meinen letzten 20 Jahren als Change-Management-Beraterin, Coach und Trainerin habe ich schon hunderte Methoden entdeckt, Dutzende getestet und genutzt. Ich war gespannt, ob sie mich mit Anwendbarkeit und Nutzen überzeugen. F.A.C.E. steht für Focus – Agility – Coordination – Endurance (Ausdauer). Vier Kernkompetenzen, die den Box-Champion auf seinem Weg zum Erfolg unterstützt haben. Wie lassen sich diese auf das Business oder persönliche Herausforderungen übertragen?

Sie schaffen mit der Methode ein Framework, das operativ dabei hilft, ein konkretes selbst gesetztes Ziel zu erreichen. Die grafische Gestaltung bietet mir sofort Struktur. Klar in Farben abgesetzt. Deutlich in die einzelnen F.A.C.E.-Bausteine und Bestandteile gegliedert. Mit Zusammenfassungen und Wiederholungen. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse illustrieren das Vorgehen.

Beim Thema „Klarheit finden“ im ersten Schritt stolpere ich über Anweisung Nr. 2. Ich soll „vom Tun- in den Sein Modus wechseln“. Da bin ich sofort dabei – ich trainiere das schon ein paar Monate lang – und hoffe, dass ich gleich herausfinde, wie es geht. Leider geht’s hier nicht in die Tiefe und ich frage mich, wie das für Ungeübte Leser/ Anwender mal eben so schnell funktionieren soll. Mein Eindruck: das Buch ist eher als Inspiration denn als echte Anleitung gedacht. Wenn ich wirklich eine eigene Challenge angehen will, komme ich um das Übungsbuch nicht herum.

Stories helfen zu verstehen

Doch Unterstützung naht: Angie, Max, Tim und Julia helfen mir, mich auf die Methode ein- und die eher global gehaltenen Tipps an mich heranzulassen. Sehr coole Idee, mir vier lebensechte Persona an die Hand zu geben, die ihre eigene Challenge definieren und erleben.

Auf Seite 156 klappe ich das Buch für eine Weile zu. Der Ansage „nur Selbstdisziplin und tägliche harte Arbeit führen zum Ziel“ will ich an dem Punkt, an dem ich in meinem Leben stehe, nicht mehr folgen. Ich war mein Leben lang unglaublich diszipliniert. Das hat mich weit gebracht. Doch noch weiter von mir selbst entfernt. Hier bin ich jetzt hellwach. Denn sich auf diesem Weg an den Rand der vollständigen Erschöpfung zu manövrieren, geht schneller als du denkst.

Am Ende sind zwar für mich persönlich keine wirklich methodischen Überraschungen dabei. Vermutlich ist das heutzutage für keinen Autoren mehr leicht. Doch die strukturierte Zusammensetzung der einzelnen Schritte, die logische Aufbereitung und die lebensnahen Beispiele überzeugen mich von der F.A.C.E.- Methode.

Das muss doch auch anders gehen

In diesem Buch sind die Kapitel durch die Leitsätze und Entscheidungsfragen strukturiert. Wenn ich mit dem Lesen mal einen Tag ausgesetzt habe, musste ich mich erstmal wieder rein finden. Ideen wechseln mit Beobachtungen und werden illustriert an sehr persönlichen Erlebnissen. Die lassen mich hinter die Kulissen des Weges der Autorin schauen, machen sie nahbar. Manchmal versinke ich im Text. Philosophisch spirituelles Fließen in schlichten klaren Worten ohne Geschwurbel. Ein Buch das (auch ganz große) Fragen stellt und dir die Antwort überlässt.

Bettina Ramm folgt den Pfaden spiritueller Denker und Lehrer, bezieht sich auf Erkenntnisse aus Quantenphysik und Psychologie. Ihre Literaturempfehlungen liefern umfangreiches Material zum Tiefertauchen.

Was bedeutet Erfolg für dich?

Eines meiner Lieblingskapitel „Was bedeutet Erfolg für dich?“. Was ist er und woher kommt er? Hier steckt einer der größten Unterschiede zwischen beiden Büchern. F.A.C.E. stellt Erfolg mit Willenskraft her. Dabei, so erläutert Tatjana Kiel im Gespräch, bedeute Willenskraft nicht, „mit dem dicksten Kopf durch die dickste Wand zu rennen“. Es gehe vielmehr um die Umsetzungsenergie, darum, dass ich weiß, wie ich den ersten Schritt machen und dranbleiben kann, um mein Ziel zu erreichen.

Dagegen entdeckt „Das muss anders gehen“ die natürlichen Erfolgsgeschichten bereits alle in uns selbst. Wenn wir uns nur erlauben würden hinzuschauen, was wir seit unserer Geburt alles „wie von allein“ gelernt haben. Ok, so habe ich es noch nie gesehen. Der Blickwinkel gefällt mir. Bettina Ramm sagt: „Kenne dein Ziel und lass dann los.“ Der sicherste Weg zu scheitern sei, etwas unbedingt zu wollen. Das Wollen verkrampfe uns. Wir fielen aus dem Fluss des Lebens heraus, merkten nicht, wo es knirsche, verlören damit den Blick für Chancen – und Abkürzungen.

Schon allein zu diesem Punkt würde ich die Autor*innen zu gern mal im direkten Dialog erleben.

Worin sich die Wege ähneln

Zentraler Ausgangspunkt bei beiden ist die Frage „Wer bin ich überhaupt?“. Bei F.A.C.E. ist das Schritt 2 von 16, und die Voraussetzung, überhaupt eine geeignete Challenge zu finden. Bei „Das muss anders gehen“ taucht sie erst in der Mitte auf und bleibt Wegbegleiterin für eine ausführliche Selbstentdeckungsreise in dein Inneres.

Bei F.A.C.E. heißt es: „Glaube an dich selbst“. Das ist die größte Challenge und das Buch dient als Wegweiser. Auch bei Bettina Ramm geht es immer um bewusste Entscheidungen. Die Bereitschaft, Verantwortung für das eigenen Leben zu übernehmen, ist zentrales Element.

Beide flechten persönliche Episoden und Erfahrungen ein, die den Texten Authentizität und Persönlichkeit verleihen. „Das muss anders gehen“ nutzt sie, um große Gedanken zu erden. Bei F.A.C.E. illustrieren die Episoden aus Klitschkos Leben ganz gezielt die methodischen Schritte.

Sie sind sich einig darin, dass Erfolg von innen nach außen entsteht. Beide nutzen den Körper als Ratgeber, Wegbegleiter und zuverlässige Rückmelde-Instanz. Wenn auch auf ganz verschiedene Weise.

Was ist dein Weg? Welches Buch für dich?

Meine Antwort: grundsätzlich lohnen sich beide.

Als Orientierung:

F.A.C.E. the Challenge ist eher etwas für dich, wenn du

  • ein großes Ziel finden und anpacken willst
  • dich nicht scheust, dich bis ans Limit zu pushen
  • verstehen willst, wie so ein Weg ganz klar und methodisch funktioniert
  • verbindliche Ziele und feste Strukturen schätzt, die deinen Weg unterstützen

Mehr Einblicke ins Buch

FACE the Challenge | Klitschko Kiel Storytelling Katrin Klemm

Greif zu „Das muss doch auch anders gehen“, wenn du:

  • schon lange einmal das Experiment wagen willst, durchs Leben zu fließen, dich überraschen zu lassen, was du alles noch in dir findest und dafür eine Begleiterin suchst
  • offen dafür bist, Zeichen von außen immer als Chancen zu sehen und bereit bist, ohne Druck Neues auszuprobieren
  • wirklich bei dir sein willst, auch wenn das länger dauern und manchmal schmerzhaft sein kann
  • auf Kategorien wie „richtig“ und „falsch“ wenig Wert legst

Zu Leseprobe und Inhaltsverzeichnis

Bettina Ramm| Das muss doch auch anders gehen | Storytelling Katrin Klemm

 

Ich werde 2021 beide Wege in vivo ausprobieren. Ich werde testen, wie ich sie kombinieren kann. Für meine Challenge nach F.A.C.E habe ich bereits eine erste Idee. Das strukturierte Vorgehen reizt mich, denn darin bin ich schon heute richtig gut.

Das Abenteuer, mich selbst zu erleben und meiner puren Intuition zu folgen, erlebe ich an jedem einzelnen Tag. Das hört nie auf.

Wie sieht es bei dir aus?

Wie wirst du 2021 deine Story schreiben?

Welchen Weg wirst du gehen? Schreib mir. Ich bin schon gespannt.

Wenn du eine Sehnsucht im Herzen trägst

Design your LifeStory – ein Erfahrungsbericht.

Denise ist Event-DJane, spezialisiert auf Hochzeiten und Bälle. Gleichzeitig arbeitet sie in Teilzeit im Hotel Hanseatin Hamburg, mit Schwerpunkt im Marketing. Sie war im letzten Jahr bei Design your LifeStory dabei. Neun Monate später haben wir uns noch einmal unterhalten.

Denise, wie sah dein Alltag vor der LifeStory aus?

Ich habe schon immer unglaublich viel und gern gearbeitet, angestellt und freiberuflich. Ich bin der Typ „einfach mal machen ohne lange zu überlegen, wo etwas hinführen soll.“ Aber da war so eine Unzufriedenheit. Mit der Zeit wurden die ToDo Listen endlos. Ich habe nur noch ziellos abgearbeitet und funktioniert. Nachts lag ich wach, dabei war ich doch unendlich müde und erschöpft. Mit der Erschöpfung kam das Bewusstsein: „Mein Körper ist endlich. Ich bin keine 20 mehr. Wenn ich jetzt einfach nur fortsetze, was ich schon immer tue – reinhauen, schleppen, abarbeiten – wo soll das hinführen?“

Ich hatte immer weniger Lust auf meinen Teilzeitjob. Das frühe Aufstehen war einfach gegen meinen Biorhythmus. Als mir dann sogar private Termine nur noch wie eine Pflicht erschienen, musste ich mir eingestehen, dass mir die Lust am Leben verloren gegangen war. Mich quälte der Gedanke: „Geht das jetzt alles immer so weiter“?

Von außen hat das niemand gemerkt. Schließlich ist man ja diszipliniert genug. Klar, die engsten Freunde haben immer mal Andeutungen gemacht, aber wenn man immer in der Mühle rennt, dann hat man ja auch gelernt, das auszublenden mit einem: „Jaja ihr habt schon recht, aber ehrlich, das bringt mich jetzt auch nicht weiter.“ Man muss ja funktionieren heutzutage. Es darf ja niemand wissen, dass man eigentlich viel zu müde ist und keine Lust hat (was sollen die von einem denken).

Aber du lebst doch schon deine Leidenschaft, oder?

Ja, das mit dem DJ-ing ist ja auch genau richtig. Genau so habe ich es mir vorgenommen als ich mich vor acht Jahren selbständig gemacht habe. Es lief. Aber so wie es lief, konnte es die nächsten Jahre nicht weitergehen. Es hätte mich kaputt gemacht. Da musste sich irgendwas ändern. In diesem Tempo und der Intensität konnte ich so nicht weitermachen. Über kurz oder lang hätte ich mich aufgerieben.

Ich habe die Entscheidung getroffen: Ich will wieder mehr leben.

Da habe ich mitbekommen, was die Frauen aus der ersten Workshop-Reihe mitgebracht haben. Ich habe deine strahlenden Augen gesehen und erfahren, wie sich die Teilnehmerinnen gegenseitig motivieren und pushen und so schnell Sachen umgesetzt haben. Da war die Entscheidung plötzlich da: Ich will wieder mehr leben! Aber wie soll das aussehen? Wo will ich eigentlich hin? Was macht für mich das Leben lebenswert? Das wollte ich herausfinden und für mich klären, wie ich erfolgreich bleiben kann, ohne mich kaputt zu machen.

Design your LifeStory gibt es ja als Einzelarbeit, als Best-Buddies zu zweit mit einer Freundin oder als Semesterworkshop für 6 Monate. Warum hast du dich für den Semesterworkshop in der Gruppe entschieden?

Ja, das war ein großer Unterschied. Ich bin so ein Lehrerinnen-Typ (schmunzelt) : wenn ich was lerne, kann ich das schlecht vor dem PC oder einen Buch, ich brauche eine Art Lehrerin die liebevoll, humorvoll aber auch konsequent dafür sorgt, dass wir vorankommen. Ich bin zwar auch eine gute Einzelkämpferin. Aber in einer Gruppe, die funktioniert, deren Dynamik ich mag, da fängt man sich gegenseitig auf und pushed sich. Welche Ideen andere manchmal in dir wecken, da kommst du niemals allein drauf. Unglaublich!

Cool, wenn so viel Herz und Brain zusammenkommt.

Da kann jede von den Ideen der anderen profitieren. Diese echte Verbindung mit anderen Menschen, die du schaffst, sorgt auch für eine neue Verbindung meiner Synapsen. Und das setzt unendlich kreatives Potential in mir selbst frei. Außerdem finde ich es schön, auch den anderen zu helfen. Das macht Spaß – und zu sehen, wie ich ihnen helfen kann, erlaubt mir auch selbst immer wieder um Hilfe zu bitten.

Das ist ja auch ein Vertrauensvorschuss?

Ja klar – ich gehe immer grundsätzlich davon aus, dass das schon passt. Wenn ich merke, da wäre jemand dabei, mit der ich gar nicht kann, da gibt’s nur zwei Wege. Ich finde was, das ich an ihr mag und dann geht das schon. Oder ich halte mich fern. Das allerdings geht ja in einer Dreiergruppe nicht wirklich. Doch es hat gepasst – und ich glaube, das hast du schon gut ausgesucht – da kann man auf deine Menschenkenntnis vertrauen.

Was hast du für dich mitgenommen?

Ich weiß jetzt klar, wo ich hin will und habe das für mich formuliert. Allein die Erkenntnis: Obwohl ich super gern arbeite – und ich habe kein Problem damit, viel zu arbeiten – habe ich für mich herausgefunden, dass ich gar nicht so viel arbeiten will. Das war für mich eine der positivsten Überraschungen:

Zukünftig reichen mir wenige Stunden Arbeit am Tag.

Die müssen gut bezahlt sein. Dann bleibt mir wieder mehr Zeit für kreative Dinge, aus denen was Neues entsteht. Da will ich hin. Damit habe ich in dem Moment begonnen, als ich mich zur LifeStory angemeldet habe. Ich setze jetzt einfach Sachen um, die ich vorher immer vor mir her geschoben habe. Also die Dynamik über die du aus der Vorgängergruppe erzählt hast, spüre ich schon jetzt am eigenen Leib. Ich stehe zwar noch nicht da, wo ich in 2-3 Jahren sein will. Aber Dinge, die ich in den letzten Jahren vor mir hergeschoben habe, die habe ich jetzt schon mal umgesetzt. Das fühlt sich gut und richtig an.

Ich bin klar fokussiert.

Ich achte schon jetzt viel besser auf mich. Setze Dinge um. Am Berufsinhalt ändert sich zwar nicht viel, da habe ich schon vorher die richtige Entscheidung getroffen. Aber es haben sich mehr Felder und Zusatzmöglichkeiten ergeben, auf denen ich weitere Standbeine aufbauen kann. Also zum Beispiel die Schlepperei – du kannst dir nicht vorstellen, wie viele Tonnen man als DJane im Jahr so bewegt. Wenn ich also in Zukunft nicht mehr schleppen will, dann source ich das aus. Dafür fange ich an, Brautleuten das Tanzen beizubringen, da muss ich nicht soviel schleppen und tue genau das was ich kann und was ich liebe. Ich will immer weiter lernen.

Deshalb werde ich jetzt andere Dinge testen und wagen.

Es ist schon etwas Besonderes, dass es in der LifeStory diese Prototyping-Phase gibt. Du lässt einfach nicht locker, damit wir das, was wir uns für unser nächstes Kapitel entwickelt haben, sofort da draußen im echten Leben auszuprobieren.

Design your LifeStory - Phantasie kennt keine Grenzen

Mein erster Gedanke, ganz schnell mein Profil als HighClass-DJane aufzubauen, ist doch eher ein Langzeitprojekt. Dafür schaffe ich jetzt erstmal die Voraussetzungen. Gut, dass mir das praktische Prototyping gezeigt hat, wo die Baustellen sind. Dann hat mich auch dieses verrückte Corona-Jahr hier ziemlich zurück geworfen.  Aber ich habe die Zeit gut genutzt. Statt verzweifelt abzuhängen, weil die Veranstaltungbranche brach liegt, habe ich meine Fähigkeiten verbessert. So steht jetzt ein echtes Herzensprojekt in den Startlöchern – stay tuned. Die Webseite kommt in den nächsten Wochen.

SPOILER: Hier schon mal ein kleiner Ausblick – Denise brandneues Video zeigt dir ihre Leidenschaft in Bild und Ton.

Und dann ist da draußen auch so viel Sehnsucht, endlich wieder mal zu tanzen. Deshalb habe ich ad hoc mein Angebot zum privaten Tanzen entwickelt. 15 Jahre Tanzerfahrung + passende Musik. Da geht so viel, wir müssen es einfach nur machen.

A propos „einfach mal machen“: Welchen Frauen empfiehlst du die LifeStory?

Ganz klar Frauen, die gefühlt im Hamsterrad oder in der Sackgasse stecken und sich aufreiben. Da macht es Sinn, genauer hinzuschauen und sich das halbe Jahr zu gönnen. Ich empfehle das LifeStory Designen jeder, die eine Sehnsucht im Herzen trägt, die aber nicht rauslassen kann, weil sie immer nur funktionieren muss. Wenn irgendwas in ihrem Inneren schon weiß: „Eigentlich sollte ich ganz was anderes machen“, dann sollte sie sich anmelden.

Denise, ich danke dir und wünsche dir auf deinem Weg alles alles Gute.

 

Wenn auch du 2021 deiner Sehnsucht Flügel verleihen und ein Fahrgestell zum Landen schaffen willst, dann sei dabei.

Die nächsten Start-Termine:

 

Wenn ich nochmal zwanzig wäre

Wärst Du gern noch einmal zwanzig?

Die Frage sorgt für Gesprächsstoff direkt nach der Vorspeise. Unser Thema beim StoryTeller im Mai:

Lebensfreude: Bis hier her. Und wie weiter?

Führe ich ein gutes Leben? Was erfreut mich an meinem aktuellen Hier und Jetzt? Was genieße ich aus vollen Zügen? Worauf kann ich inzwischen vertrauen? Was begeistert mich? Was kommt als nächstes?

Ein Gedankenexperiment:

Es ist ein sonniger, angenehm warmer Tag. Sie sind an der Hamburger Alster unterwegs und setzen sich jetzt auf eine leere Bank. Sie schließen für einen Augenblick die Augen und genießen – ganz ohne Absicht und ohne Ziel – diesen ungestörten Moment. Da holt Sie eine junge Stimme aus Ihrer Versenkung „Verzeihung, darf ich mich zu Ihnen setzen“. Entspannt stimmen Sie zu, doch Sie spüren, dass der jungen Frau was auf der Seele brennt. Und da ist sie schon, ihre Frage. „Sie strahlen Lebensfreude aus. Sie wirken, als führten Sie ein gutes Leben… Wenn Sie mir einen Tipp geben könnten, wie ich das auch schaffen kann? Was ist dafür wichtig im Leben?“

An diesem Abend kommen einige Tipps zusammen. Jeder sehr persönlich. Jeder eine Story für sich. So läuft das, wenn sich lebenserfahrene gut gelaunte Frauen zum Essen und Geschichten erzählen treffen.

Tipps der Gäste für echte Lebensfreude

 

  • Trau Dich was.
  • Glaub an Dich.
  • Höre nie auf neugierig zu sein.
  • Gib nichts aufs Gequatsche der anderen (wenn es nichts Positives ist).
  • Höre auf Dein Bauchgefühl.

Katrin Klemm Storyteller Mai 2019

Helga sagt:

Bei leckeren fremdländischen Speisen mit fremden Personen über nicht alltägliche Themen zu sprechen – das klingt nicht nur nach einer Herausforderung, es war auch ein „Multitasking“ mit allen Sinnen. Deine Fragen und Denkanstöße, Katrin, regten an zu munteren Diskussionen, zum Erzählen von eigenen Geschichten oder auch erst mal zum verblüfften Verstummen. Auf dem Heimweg sind mir viele einzelne Begriffe und Aussagen noch einmal durch den Kopf gegangen („Das Leben ist ein Spiel“ oder „Was bedeutet eigentlich genießen“), und so war es ein bereichernder Abend! Danke Katrin.

Gundula sagt:

Danke Katrin an Dich und Deine Gäste für diesen tollen Abend! Einzigartig – aber eigentlich kein „Wunder“ bei diesem, Deinem Rezept:
– über 250 Jahre Lebensfreude, Lebenserfahrung und Lebensneugier,
– versammelt um einen Tisch mit leckerem Essen in Wohnzimmeratmosphäre und
– initiiert und dezent moderiert von einem absoluten Profi…
So wurde es ein genüsslicher Abend mit fröhlichen, interessanten bis hin zu „nachklingenden“ Gesprächen.

 

Du willst dabei sein? Hier die nächsten Termine des StoryTeller

Sobald ich weiß was ich will, ist Mut ganz einfach

 

Düsseldorf Mai 2015. Ausgelassen dröhnen die Rhythmen aus den Boxen. Es glitzert und flimmert. Strassbesetzte Tanzkleider, elegante Fräcke, viel Haut konkurrieren um das auffälligste Outfit. Das gehört dazu, wenn die besten Paare Deutschlands und Europas um die Titel bei den Offenen Deutschen Meisterschaften im Equality Tanzsport kämpfen.

C-Klasse Latein der Damen: Der Auftakt zu einem Jive. Plötzlich stolpert der Blick. Was ist das? Eine Jeans zwischen all dem Glamour? Mutig oder einfach nur tollkühn in dieser Glitzerwelt? Ich trau meinen Augen nicht. Das ist doch Melani, die mir vor einer halben Stunde noch erzählt hat, sie sei nur zum Zuschauen hier, eine feste Trainingspartnerin habe sie noch immer nicht gefunden. Und was ist das dann bitte? Im Moment legt sie gerade mit Jacky ein Feuerwerk aufs Parkett.

Im Finale tanzen noch sieben Paare. Am Ende erobern sich Jacky Logan (London) & Melani D. (Wismar) mit der Startnummer 37 einen glänzenden dritten Platz auf dem Treppchen. Bronze in der C-Klasse Latein.

Von Null auf Hundert. In Jeans. Denn darauf kommt es nicht an…

„Ich wusste nicht was auf mich zukommt und hab das Beste draus gemacht“

Jetzt ich es wissen. Mit der Frau muss ich reden.

Katrin: Wie kam es zu diesem spontanen Auftritt?

Melani: Eigentlich wollte ich schon vor zwei Wochen mit einer Tanzpartnerin, die ich gerade ein paar Tage kannte, in Berlin zu einem Turnier antreten, endlich Equality tanzen. Ich bin schon seit Jahren auf der Suche, doch nie hatte es geklappt. Bisher hatte ich nur im traditionellen Tanzsportbereich mit Herren getanzt. Selbst wenn ich mich eigentlich nicht gern unvorbereitet auf die Tanzfläche stelle, sagte ich damals „Was soll’s wir probieren das jetzt einfach aus.“ Doch kurz vor dem Auftritt wurde mir klar, dass die Chemie, die beim Tanzen so unglaublich wichtig ist, überhaupt nicht stimmte. Deshalb hab ich auf mich gehört und es abgeblasen. Auch wenn ich sehr enttäuscht war.

So bin ich nach Düsseldorf nur zum Zugucken gekommen. Abends auf dem Ball wollte ich ein bisschen schwoofen – das geht immer. Jacky kannte ich flüchtig, wir waren uns in London mal auf einem Turnier begegnet. Sie war die Organisatorin, ich wieder mal nur Zuschauerin. Deshalb war ich komplett überrascht, als Jacky mich ansprach: „Willst Du mit mir tanzen?“ „Auf dem Ball heute Abend?“ erwiderte ich. „No – jetzt gleich“, gab Jacky zurück. Ihre Tanzpartnerin hatte sich bei einem Sturz am Vortag ernsthaft verletzt und so konnte das Paar nicht mehr antreten. Meine Entscheidung fiel innerhalb von Sekunden: „Ja, ich will“.

„Was hast du zu verlieren“, hab ich mir gedacht

Ich bin zum Schwoofen hier. Dann kann ich doch auch gleich damit anfangen. Mit Jacky. Ich will Spaß haben und deshalb tanze ich. Und ich wollte Jacky etwas zurückgeben. Sie hat mir eine Chance gegeben – so unerwartet. Da hab ich sie ergriffen.

Katrin: Spaß haben…? Für die meisten bedeutet Turniertanz jahrelanges hartes Training. Und Du willst einfach Spaß haben?

Melani: Turniertanz – da steht bei mir nicht der Wettbewerbsgedanke im Vordergrund. Wenn ich tanze, dann will ich fürs Publikum tanzen. Ich will sie mit meinem Gefühl anstecken. Ich spür die Musik in mir. Auf dem Parkett hab ich die Chance, genau das zu teilen. Ich will sie begeistern mit dem was ich tue. Die Freude am Tun, die ich in mir trage, soll das Publikum spüren können. Und diese Freude ist ganz unabhängig davon mit wem und wie gut ich tanze. Also hab ich nicht groß drüber nachgedacht.

Tanzen ist mein Leben, ich habe schon ganz früh angefangen – immer fehlte ein Tanzpartner. Dann kam der Moment, in dem ich zwei Frauen tanzen sah und dachte „Wow, so wie die will ich auch tanzen“. Die Leidenschaft wohnt praktisch in mir. Es gibt nichts Wichtigeres in meinem Leben. Ja, auch in meinem Beruf als Lehrerin bin ich leidenschaftlich und dort ist mein Glück nicht so an andere geknüpft. Doch zum Paartanzen braucht man nun mal eine/n Tanzpartnerin.

Katrin: Gab es auf dem Parkett Ängste oder Zweifel?

Melani: Ab dem Moment, als ich zu Jacky sagte „Lass es uns probieren“ hatte ich keinen Augenblick mehr Zweifel an mir selbst. Jacky führt. Ich folge. Viel wichtiger war mir, Jacky die Sicherheit zu vermitteln, dass das mit mir schon passt, dass es ihr gelingen wird, mich zu führen.
Ich habe mich allein darauf konzentriert was in diesem Augenblick wichtig war. Ich musste nur spüren was sie von mir möchte und mich dann darauf einlassen. Und das hat sich großartig angefühlt, nicht nur bei den paar Minuten, die wir uns im Flur eingetanzt haben. Sondern auch auf der Tanzfläche. Wenn Dinge einfach funktioniert haben, die wir vorher kein einziges Mal geübt hatten…

Katrin: Welche Deiner persönlichen Stärken hast Du eingesetzt?

Melani: Ich kann mich gut einlassen, kann sehr deutlich reagieren, wenn ich klare Signale bekomme. Zum Beispiel beim Führungswechsel im Jive (Anmerkung: Es ist charakteristisch für den Equality Tanzsport, dass Führende/r und Folgende/r die Rolle wechseln. Das erlaubt raffinierte Choreografien, stellt aber besonders hohe Ansprüche an beide Tanzpartner/innen). Ich hatte vorher keine Ahnung, wo man das einbauen kann. In dem Moment als von Jacky der Impuls kam „Jetzt bist du dran“ hab ich einfach gemacht. Ich habe mich einfach nur gefreut, tanzen zu können, das Publikum mit meiner Freude anzustecken und es hat wunderbar funktioniert.

Außerdem ist mir klar, dass ich eine gute Portion an Selbstdarstellungswillen brauche, wenn nicht nur die Blicke des Publikums sondern auch die Augen der kritischen Wertungsrichter auf mich gerichtet sind. Turnier bleibt Turnier. Doch in dem Moment in dem ich mich da hinstelle weiß ich das und mag ich das.

Katrin: Die Finalrunde der sieben Paare war vorbei, die Siegerehrung stand bevor. Was ging Dir durch den Kopf?

Melani: Puh, wir hatten es ohne jegliche Vorbereitung ins Finale geschafft, da konnten wir ja froh sein, wenn wir einen siebten Platz erreicht hatten. Als die Paare aufgerufen wurden, dachte ich die ganze Zeit „Jetzt, jetzt höre ich gleich meinen Namen“. Platz 7, Platz 6, Platz 5 … noch immer keine Startnummer 37. Platz 4 – wir sind es nicht – jetzt blieben nur noch die Medaillenplätze. Da flog meine Hand wie von allein hoch zur Siegerfaust. Da war ich schon sehr stolz.

(off the records: still bei sich hatte sie gedacht „Wie großartig ist das denn, jetzt habe ich ohne Vorbereitung und in Jeans andere abgehängt die monatelang trainiert haben und im super Outfit angetreten sind.“  Ihrer Kollegin erzählte sie am Montag danach, sie hätte ja eigentlich nicht viel geleistet. Sie habe ja nur getan, was sie gern tut und dafür noch eine Medaille bekommen.)

Katrin: Jetzt bist Du zurück im Alltag – wie geht es weiter?

„Ich mach einfach.“

Melani: Naja, im Alltag nehme ich mich stärker zurück – da ist mir die Rampensau eher fremd. Und doch stelle ich mich immer wieder mir unbekannten Situationen. Ich glaube, ich mach einfach. Natürlich frage ich nach, was genau man von mir erwartet. Doch weil ich hinter den Dinge stehe, die ich tue, gelingen sie. Und die Suche nach einer Tanzpartnerin geht natürlich auch weiter.

Katrin: Dein Tipp an andere Frauen, damit Sie es in ihrem Job aufs Treppchen schaffen?

Melani: Habt den Mut etwas zu tun, einfach zuzupacken, wenn sich eine Chance bietet. Auch dann wenn ihr noch nicht hundertprozentig genau wisst, was zu tun ist. Mach dir deine Stärken klar und dann vertraue darauf.

Bildquelle: Flickr/ Dörte Lange