k wie klettern

Premiere vor zwei Jahren. Zum ersten Mal nahm ich an einem Outdoor-Training teil. Als Hamburgerin in Meer und plattes Land verliebt, rochen für mich die Berge in Berchtesgaden nach richtig echtem Hochgebirge, nach Veränderung, nach Abenteuer, nach Herausforderung.

Vor dem Klettern zwei Übungstage:

  • Auf anständiges Schuhwerk achten (Passt mein Material zu meinem Vorhaben?)
  • Atem einteilen (Was sind angemessene Geschwindigkeit und Schrittlänge?)
  • Tritt fassen (Stehe ich fest und sicher oder rutsche ich beim ersten Seitenwind ab?)
  • Abseilen (Vertraue ich dem Partner der mich sichert?)
  • Umgang mit Seil und Haken (Welche Fähigkeiten brauche ich noch?)

Der nächste Morgen:

Das Wetter verlockend wie aus Hochglanzbroschüren des Tourismusverbandes. Anspornender Sonnenschein, knallblauer Himmel, die Berggipfel schneebedeckt. Hallo Heidi-Land.

Klettern. Der Aufstieg beginnt. Vernünftige Ausrüstung, ein erfahrener Bergführer (ich jede Menge Muffensausen) und das Ziel – den Gipfel – fest im Blick. Geröllhänge hinaufkraxeln, für pfeifende Murmeltieren das Echo spielen (die pfeifen besser als ich), klaffende Felsspalten irgendwie überwinden, auf glitzernden Schneefelder die Balance halten. Nur an den ganz kniffligen Stellen nutze ich dann doch die Sicherungsseile in der Wand. Schweiß und Dreck und höllische Anstrengung.

Nach Ewigkeiten dann auf dem Gipfel. Was für ein Gefühl, für ein Triumph und Jubel. Tschakka, ich hab’s geschafft. Und plötzlich befreit sich – ein blinder Passier, den ich wohl hier raufgeschleppt habe – ein Zweifelsteinchen in meinem Kopf und löst die Lawine von Fragen aus: Und jetzt? Wie komm ich wieder runter? Wofür quäl ich mich so? Was hab ich davon? Wozu ist das gut? Was kommt danach?

Ein Ziel zu haben – wunderbar. Einmal auf dem Gipfel zu sitzen – wow. Und was ist, wenn Sie Ihr Ziel erreicht haben? Was ist dann besser oder anders? Wie geht es danach weiter? Was ist der Sinn des Ganzen für Sie?

In ihrem Buch „Die Sinn-Macher“ beschreibt Gertrud Höhler den Sinn des Ganzen als die knappste Ressource, die wir gemeinsam zu managen haben. Warum macht es Sinn, sein Bestes zu geben, gerade hier, gerade jetzt? Wer darauf keine Antwort findet, meint Höhler, wird weitersuchen müssen, bis er/sie am richtigen Platz ist. Was ist Ihre persönliche Antwort?

Übrigens

… meine Kraft hat für den Abstieg von der Schärtenspitze (2.157 m) ausgereicht. Und für mich persönlich habe ich einige entscheidende Antworten mitgebracht. So hat das Klettern für mich Sinn gemacht.

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