Schlagwortarchiv für: Design your LifeStory

Wollen statt Müssen: Der Weg zur Klarheit

Yvonne Jacob – Team Coach, Wirtschaftspsychologin, Fan von Productivity-Tools. 2020 haben wir uns mit Design Your LifeStory auf unsere gemeinsame Reise gemacht. Kennengelernt haben wir uns an einem ungewöhnlichen Ort…

Kannst du dich erinnern, wie wir uns kennengelernt haben?

Auf jede Antwort eine neue Frage

An das Jahr kann ich mich nicht mehr erinnern. An den Ort noch ganz genau. Es war der Rücksitz eines Autos auf der Fahrt von der WomenPower Messe Hannover zurück nach Hamburg. Ich hatte schon einiges von dir gehört und war gespannt auf die „berühmte“ 😉 Katrin.

Du hast uns während der Fahrt mit Ideen versorgt, wie wir Frauen in unserem Netzwerk stärker einbeziehen können. Wie wir sie dazu bewegen, aktiver mitzugestalten, gerade in so einem Vorhaben, in das man freiwillig neben der Arbeitszeit viel Energie reinstecken muss.

Das war pures Netzwerk-Coaching und ich dachte: „Die Frau steht ja wirklich mittendrin. Sie hat auf jede Frage eine Antwort.“ Und besser noch, du hast auch eine neue Frage zu jeder Antwort. Dir gehen die Inspirationen nie aus, weil du immer einlädst: „Guck noch mal tiefer. Schau noch mal ein Stück hinter das, was offensichtlich ist!

Neue Sicht auf Produktivität gesucht

2020 – du warst noch Angestellte – dein Briefing an mich: „Ich brauche eine neue Sicht darauf, was Produktivität wirklich für mich bedeutet.“ Heute coachst du Teams genau darin, den besten Weg zu finden, gemeinsame Ziele zu erreichen. Was für eine Reise…

Ja, manchmal kann ich es selbst kaum glauben.

Die erste Aufgabe in der LifeStory war, eine Collage zu bauen. Die drei Frauen der Gruppe hatten sich nie zuvor getroffen und es ging darum, rasch Vertrauen aufzubauen. Das war deine Collage.

Collage LifeStory Design Start Whos life is itIch fand diese Aufgabe so cool. Der Auftrag: „Finde Bilder, die für dich eine Rolle spielen, die dich ausmachen. Doch du darfst nicht drauf zu sehen sein!”

In mich hinein zu spüren: „Was klingelt da bei mir? Was geht in Resonanz?“ Die eigene Collage zusammenzustellen, die der anderen zu betrachten, und dann einzuschätzen, zu welcher Frau im Raum sie gehörte. Es war so krass, wie viel man daraus schon lesen konnte und wie uns das sehr schnell miteinander vertraut gemacht hat.

➡️TIPP: Du willst das für dich selbst ausprobieren? Hier findest du die Anleitung.

Als Versprechen an dich selbst für das LifeStory-Semester hast du formuliert „Wohlwollend zu Wollen, nicht zu Müssen.“ Was hat es damit auf sich?

Dieses Thema ist tatsächlich ein roter Faden in meinem Leben. Früher hieß es fast ausschließlich „Ich muss!“ Doch es ist schon besser geworden. Es entwickelt sich weg vom Müssen, mehr zum Wollen. Das Müssen wird kleiner. Es gibt schon immer noch Imperative. Sobald ich denke, ich muss nicht mehr müssen, läutet eine kleine Alarmglocke in meinem Kopf: „Du musst aber schon!“ Aber dieses Wollen nimmt immer mehr Raum ein. Ich erlaube mir heute viel öfter, auch wohlwollend mit mir zu sein.

Von welchem Punkt aus bist du gestartet?

Mir selbst gerecht werden? Fehlanzeige!

Sagen wir mal, ich stand ziemlich im Nebel. Ich hatte Verantwortung für ein Team. In der Firma änderte sich die Organisationsform immer mal wieder. Aus der klassischen Teamleitungsstruktur wurde eine Matrix mit Chaptern und Tribes. In meiner Tribe-Lead-Verantwortung habe ich mich bemüht, meinem Team und meinen Kunden gerecht zu werden. Mir selbst gerecht zu werden, das fiel immer hinten runter.

Genau deshalb wurde mir klar: „Ich brauche ein anderes Verständnis von Produktivität!“ Ich habe immer versucht, viel zu machen, viel zu schaffen, viel abzuhaken. Doch gleichzeitig begleitete mich das Gefühl: „Ich komme nirgendwo hin. Ich komme nirgendwo weiter.“

Vielleicht passte ich noch nicht einmal richtig rein. Denn ich hatte oft eine andere Perspektive. Ich komme zwar aus der IT, ich bin aber keine klassische IT‘lerin. IT hat mich zwar immer fasziniert. Technik finde ich total spannend. Doch ich bin auch nicht die mit dem CT Abo.

2020 ging mein nebenberufliches Studium der Wirtschaftspsychologie zu Ende. Ausschlaggebend war, dass ich langsam fertig wurde mit meiner Masterarbeit.

Damit stellten sich Fragen:

  • Was mache ich jetzt damit?
  • Wie setze ich das ein?
  • Versuche ich es in meinem aktuellen Job?
  • Gehe ich in eine komplett andere Richtung?

Der Wunsch „Genuss ohne Auspowern”

Genau das war die Motivation damals loszugehen. Ich wollte herausfinden, wie es mir gelingen kann, aufregende Zeiten in meinem Leben zu genießen, ohne mich dabei versehentlich auszupowern.

So ganz habe ich das Problem bis heute nicht im Griff. Denn wenn mich etwas wirklich interessiert, dann werde ich sehr davongetragen, und komme in ein kleines High.

Warte, das ist gerade spannend – hast du gesagt, du wirst „davon getragen“ oder „davongetragen“? Fängt es dich auf oder spült es dich weg?

Es ist beides.

Es ist wie eine Welle, die ich aber nicht gut im Griff habe. Natürlich, Wellen hat man nie im Griff. Vielleicht habe ich mir die falsche Welle ausgesucht. Es fühlt sich manchmal an wie zu weit reinzugehen oder über meine Kräfte hinaus gehen.

Da kommt jetzt wieder dieses WOLLEN und MÜSSEN ins Spiel. Es gibt so einen bestimmten Grundstock, den ich einfach zu erledigen habe, wofür ich verantwortlich bin. Das passte dann nicht immer zu meinen Ansprüchen oder vielleicht auch zu meinen Werten.

Ich habe versucht, was draufzusetzen, was mich dann wiederum davonträgt. An manchen Stellen war das dann einfach zu viel. Deswegen hatte ich immer das Gefühl wenn ich was mache, was mich wirklich davonträgt: „Beißt mich das am Ende in den Hintern“?

Dann kam es wie ein Hammer und ich war einfach KO. Das ständige Ausgebremstwerden hat mich sehr genervt. Immer und immer wieder.

Dabei mochtest du deinen Job „ganz gern“, fandest es gut, in einem großen internationalen Unternehmen mit all seinen verworrenen Strukturen und Systemen zu arbeiten. Der Dreh- und Angelpunkt sei dein Rhythmus. Den müsstest du nur synchronisiert bekommen, hast du gesagt.

Das war damals auch so. So ein Konzern ist wie eine eigene Welt. Aber irgendwann kennt man die gut genug und ich wollte wissen, was es sonst noch für Welten gibt und in welchen Rhythmen die schwingen.

Unabhängigkeit erobert ihren Platz zurück

Wie ist das dann eigentlich mit der Selbstständigkeit passiert?

Als wir uns in der LifeStory intensiv mit unseren Werten auseinandergesetzt haben, tauchte – neben Neugier, Inspiration, Kreativität, Ruhe – die Unabhängigkeit wieder auf.

Unabhängigkeit war für mich schon immer sehr wichtig. Doch es gab Zeiten, da hat mein Bedürfnis nach Unabhängigkeit mein Bedürfnis nach Verbindung mit anderen Menschen beeinträchtigt. Ich wollte mir nicht helfen lassen, wollte alles alleine machen. Inzwischen lasse ich mir den Koffer tragen oder die Tür aufhalten. Warum denn nicht?

In unserer Arbeit wurde mir klar, dass es um die Balance geht. Unabhängigkeit ist ein Teil von mir, aber ich muss sie nicht mehr auf 100% hochdrehen. Sie ist mir wichtig, wird mir immer wichtig bleiben. Ich hatte sie eine Weile aus den Augen verloren, doch jetzt ist sie zurück.

Ich brauche einfach viel Zeit für mich

Gleichzeitig ist Ruhe ist immer ein Thema für mich. Ich bin ein introvertierter Mensch, brauche sehr viel Zeit für mich. Wenn ich Dinge wirklich zu regeln habe für mich, dann mache ich das erst mal mit mir aus. Dafür ist Ruhe einfach richtig. Das wird immer so bleiben.

Erstmal einen Schritt zurücktreten

Es gab einen Punkt, an dem ich gemerkt habe, dass ich ganz schön ko war. An diesem Punkt kannst du nicht losgehen und Pläne für später machen. Ich musste erstmal einen Schritt zurücktreten.

Zunächst einmal habe ich versucht, im Konzern eine andere Ausdrucksform zu finden. Ich bin vom Operations-Management nicht weg, sondern habe on top noch das Migrationsprojekt eines Kunden gemanagt. Ich dachte, ich brauche mal was mit einem Anfang, einem Ende und einer Mitte, aber vor allem einem Schluss.

Gekündigt. Ohne wirklich zu wissen, was kommt.

Doch es hat sich herausgestellt, dass auch diese Veränderung mir nicht ausreichte. Ich war einfach müde. Ich war kaputt.

Dann habe ich gekündigt, ohne wirklich zu wissen, was danach kommt. Ich dachte: „Ich lege mich einfach mal zwei Monate auf die Couch, dann klärt sich mein Gehirn und dann weiß ich, was ich mache.

Puh, das finde ich mutig. Viele würden das in der heutigen Zeit nicht wagen.

Na ja, ich weiß nicht, Mut? Mir ist diese Postkarte begegnet mit dem Flemming-Gedicht von den vielen Gründen, alles beim Alten zu lassen. Der einzige, endlich etwas zu verändern: Man hält es einfach nicht mehr aus. (Quelle: Annäherung 2.0. Gedichte)

Gedicht Hans-Curt Flemming Brandherd

Und es ging halt nicht mehr weiter. Ich glaube, drin zu bleiben wäre nicht gut ausgegangen für mich. Ich hatte nicht das Gefühl, eine Wahl zu haben. So müde wie ich war, war es egal, was danach passiert. Erst mal raus.

Dann habe ich darauf vertraut, dass sich etwas ergeben wird, wenn ich erst einmal wieder mehr Kraft habe. Na gut, war nicht ganz so einfach mit dem Geistesblitz, wie es denn jetzt weitergehen soll 😉. Ich musste schon überlegen: „Was kann ich denn? Was mache ich denn?

Wenn du Mut eher skeptisch gegenüberstehst, welcher Anteil in dir ist es, der dich dazu bringt, mit immer wieder neuen Dingen rauszugehen? Dich damit zu zeigen?

Angst vor langweiligen Routinen

Für mich beantwortet Mut eigentlich nur die Frage: „Wovor hast du mehr Angst?

Größer als die Angst zu scheitern ist die Angst davor, in Routinen zu fallen die mich langweilen. Zusätzlich besitze ich eine gewisse Verbissenheit oder Sturheit. Ich denke mir: „Okay, da will ich hin und dann will ich dies und jenes machen.“ Mir macht Rausgehen – etwas von mir zeigen, mich ausprobieren – einfach Spaß.

In der agilen Welt sagt man: „Kill your darlings“. Meine Darlings sind mir vielleicht einfach nie so lieb, dass ich nicht gewillt bin, sie rauszuhauen: „Hier, guck mal. Ist gut? Nein? Ist nicht gut? Dann schmeißen wir es halt weg.“ Dann baue ich mir etwas Neues.

Es kommt auch durch den Job, den ich jahrelang hatte. Ein Team zu führen, vor Kunden Dinge zu vertreten und Zahlen zu verantworten, dazu braucht es eine gewisse „Rampensau-Mentalität“. Gerade in einer Telefonkonferenz musst du die Leute bei der Stange halten. Das habe ich gelernt und es macht mir vielleicht weniger aus als anderen.

Das ist eine echte Trumpfkarte auf meinem Weg.

Einfach mal machen

Wenn ich mich früher beschwert habe, dass nichts voran geht, hat mein Vater Kästner zitiert: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ Also: Einfach mal machen. Vor allem selber machen, und nicht drauf warten, bis jemand anderes etwas tut.

Was war der Moment, in dem du dich entschieden hast: „Ich mache mich jetzt selbständig!“? Gab es den Point of No Return?

Ja, der war vielleicht schon viel früher als die Kündigung. Es war die Erfahrung, wenig Einfluss zu haben auf die großen Entscheidungen, die im Konzern getroffen werden. Ich hatte zwar einen gewissen Spielraum im eigenen Job und im eigenen Team, aber kam dann doch schnell an Grenzen. Das wollte ich einfach nicht mehr.

Es gab immer wieder Dinge, die wollte ich anders machen. Doch ich habe nicht die Freiheit gespürt zu sagen: „Ich mache es jetzt einfach mal anders!“ Der Wunsch, selbstständig zu arbeiten, war schon da, bevor mir richtig klar war, was es inhaltlich werden soll. Doch das darf sich immer noch weiterentwickeln.

Heute berätst du Teams, die abliefern und mit einem fetten High-Five nach Hause gehen wollen…

Ich durfte in meiner beruflichen Laufbahn so viele unterschiedliche Teamkonstellationen erleben, ich war Teil von Teams und ich habe Teams geleitet. Teams haben so viele Dimensionen: Wie sind sie räumlich verteilt, wie stabil sind sie, wie klar sind sie als Team überhaupt abgegrenzt, wie homogen oder heterogen sind sie zusammengesetzt?

Das ist superspannend.

Virtuelle Teams: für mich vertrautes Terrain

In meiner damaligen Firma schien man anzunehmen: “Wir brauchen nur ein Telefon und dann läuft das mit der Zusammenarbeit wie von allein”. Ich war ganz froh, wenn ich mal reisen durfte (auch wenn es nicht die spannendsten Reiseziele waren). Mit Corona war dann plötzlich überall zu lesen, wieviel anstrengender es sei, den ganzen Tag in Videokonferenzen zu sitzen.

Da dachte ich: „Aha, na so was...“

Deshalb ging es auch in meiner Masterarbeit um virtuelle Teams. Es war ein Feld, in dem ich viel gearbeitet und dabei selbst erlebt habe, wie schwierig und anstrengend das sein kann.

Mich ausprobieren im geschützen Rahmen

Dazu war es super hilfreich, dass man schon Leute kennt, also Netzwerke. Ich habe aus der Women@T-North-Community Unterstützung bekommen, auch wenn ich nicht mehr im Konzern war. Auch mit den Frauen der Life-Story treffen wir uns viermal im Jahr in Hamburg. So lerne ich immer wieder neue Leute kennen, bekomme neue Inspirationen, kann im geschützten Rahmen überprüfen, wie eigene Sachen funktionieren, die ich zum Thema Produktivität entwickelt habe.

Wie zum Beispiel meinen Workshop Entschlossen loslegen, achtsam umsetzen, zufrieden einschlafen! Zuerst habe ich den mit euch getestet; danach habe ich ihn Ladies Mentoring–Netzwerk gehalten.

Sich so ausprobieren zu können, das ist sehr, sehr wichtig gewesen.

Manche Hürden erkennt man erst im Nachhinein

Was war schwierig? Welche Hürden gab es auf deinem Weg zu überwinden?

Ich habe mir nicht früh genug ganz klar die Frage gestellt: „Mit wem will ich eigentlich arbeiten? Was sind das für Menschen?“ Darauf hatte ich am Anfang keine klare Antwort.

Klassischer Anfängerinnenfehler in der Selbständigkeit: Ich wollte erst mal so breit wie möglich aufgestellt sein. Dann ist es aber richtig schwer, eine Ansprache zu finden, die sich authentisch anfühlt. Je besser ich verstehe, mit was für Menschen ich wirklich arbeiten will, desto leichter wird es auch, über meine Arbeit zu sprechen.

Nächste Hürde: Über Akquise wusste ich gar nichts. Das lerne ich immer noch.

Überhaupt wusste ich sehr wenig darüber, wie Selbstständigkeit funktioniert. Heute bin ich froh, vorher nicht so viel gewusst zu haben. Vielleicht hätte ich es sonst nicht gemacht. Man muss sich ja mit sehr vielen Dingen intensiver beschäftigen, die sonst nie ein Problem sind.

Eben dieses Verkaufen. Das machen sonst andere Leute für dich. In der Firma musste ich damals nur dafür sorgen, dass wir liefern. Auch wenn wir uns oft genug darüber aufgeregt haben, dass das, was dem Kunden verkauft worden war, nicht ganz so leicht hinzubekommen war, wie Sales es dargestellt hatte.

Jeden Tag eine neue Entscheidung

Jetzt liegt alles in meiner Hand. Das ist nach wie vor total spannend. Man kümmert sich um alles selbst. Nicht alles funktioniert sofort. Vieles funktioniert einfach gar nicht. Dann probiert man weiter, steht immer wieder vor der Entscheidung: Gehe ich weiter gerade aus? Verlasse ich den Pfad? Versuche ich mal eine Abzweigung nach links oder rechts? Das ist nicht schlimm, aber es ist schon ganz anders als vorher.

Welchen nützlichen Umweg gab es auf deiner Reise?

In meinem alten Job habe ich sehr, sehr viel gelernt. Manchmal habe ich ihn zwar verflucht, doch es war schon nützlich, in diesem Konzern zu arbeiten. Es war wie ein kleiner Dschungel, in dem man viele Menschen trifft, die alle unterschiedliche Dinge gemacht haben (manchmal auch immer wieder dasselbe, ohne dass es wirklich jemanden weitergebracht hat 😉).

Doch ich habe früher nicht gut auf meine Grenzen geachtet.

Da hatte ich so ein BWL-Mindset: „Man muss etwas messen können, damit es einen Wert hat!“ Ich war ständig mit der Frage beschäftigt: „Wie misst man den Wert?“ Mittlerweile habe ich da eine sehr andere Sicht drauf.

Nicht nur Dinge, die man messen kann, sind wertvoll und wenn man sich zu sehr konzentriert auf die Dinge, die messbar sind, dann quetscht man am Ende die Seele aus allem raus, was der Mensch so tut.

Nicht nur Dinge, die man messen kann, sind wertvoll und wenn man sich zu sehr konzentriert auf die Dinge, die messbar sind, dann quetscht man am Ende die Seele aus allem raus, was der Mensch so tut. 

Ein nie dagewesener Gestaltungsspielraum

Was bedeutet deine Selbstständigkeit aktuell für dich und dein Leben? Was bedeutet sie für Menschen, mit denen du arbeitest?

Für mich bedeutet es einen vorher nie da gewesenen Gestaltungsspielraum. Ich habe manchmal das Gefühl, ich probiere jetzt aus, was ich Anfang der 20er – direkt nach der Schule – nicht ausprobiert habe. Damals bin ich direkt vom Abi – ohne zu experimentieren – ins BWL-Vernunft-Studium. Jetzt nutze ich die Möglichkeit, auszuprobieren was funktioniert.

So viele unterschiedliche Sachen zu lernen, das finde ich supercool: Ich lasse mich viel mehr davon leiten, was wichtig für mich ist. Muss nichts mehr lernen, was mir nichts bedeutet und nur für andere wichtig war.

Mein Ziel für Teams? Sich wirksam erleben!

Für Menschen, mit denen ich arbeite, bedeutet es Wege zu finden, sich wirksam zu fühlen. Sie sollen nicht länger das Gefühl haben, auf der Stelle zu treten. Nicht länger die Erfahrung machen: „Wir versuchen die ganze Zeit irgendwas und kommen zu nichts…“, sondern dass sie Wege finden, miteinander zu kommunizieren, einen Raum zu finden, der für alle funktioniert. Sie sollen erleben, was es bringt, im Team zu schauen: „Wo wollen wir eigentlich gemeinsam hin? Wie ziehen wir an einem Strang (statt jede/r in eine andere Richtung)? Wie wird es sein, am Ende anzukommen?“

Selbstverteidigung gegen die Einflüsse der Welt,

Es ist so viel los in der Welt heutzutage, es strömt so viel auf uns ein. Deshalb ist es nicht nur die Frage: Wie gut oder schlecht bist du organisiert? Ich sehe es als eine Selbstverteidigung gegen die Einflüsse der Welt.

Man muss hinschauen:

  • Wo will ich eigentlich hin?
  • Was steht mir dabei alles im Weg?
  • Wie komme ich mit so wenig wie möglich Blessuren durch?

Im Produktivitätsbereich klingt das oft nach: „Bam, bam, bam, mach das, dann schaffst du das, da, da, da…

Doch das ist ja nicht alles. Du kannst zwanzig Tipps bekommen, wie du deine To-Do-Liste machst. Doch du musst eine davon raussuchen, die für DICH funktioniert. Und die ist vielleicht eine andere als die deines Gegenübers. Frag dich auch immer:

  • Wie viel Struktur brauche ich in meinem Leben?
  • Ist es gut für mich, wenn ich alles durchplane (wie andere, die ihren Tag angeblich in einen 5-Minuten-Takt aufteilen)?
  • Wie viel Freiraum brauche ich? Und wann?

Das musst du für dich alles rausfinden und dir natürlich klar sein, wo du hinwillst. Erst dann kann man damit arbeiten:

  • Was ist dein System?
  • Was sind deine Tools?
  • Was ist dein Weg, damit du gut durchkommst?

Einen Schritt weiter statt nur Wassertreten

Ich habe nicht den Anspruch, dich zum Superman zu machen, sondern nur dafür zu sorgen, dass du am Ende des Tages das Gefühl hast „Ich bin einen Schritt weitergekommen auf dem Weg dorthin, wo ich hinwill.“

Auch ich will dieses Gefühl haben, einen Schritt weiter auf mein Ziel zugekommen zu sein und mich nicht nur mit Wassertreten beschäftigt zu haben.

Als Orientierung für Einzelne kann ich das sofort nachvollziehen. Aber wie funktioniert das für Teams?

Bevor man sich im Team darauf einigt, wo man gemeinsam hinwill, gibt es ein paar Hausaufgaben zu erledigen.

Man arbeitet ja nicht im luftleeren Raum. Zuerst schaut man: Was ist unsere Aufgabe als Team? Man ist ja für irgendwas eingesetzt worden. Vielleicht hat das Unternehmen eine Methode, dass z. B. mittels OKRs Ziele aufeinander abgestimmt werden. Vielleicht auch nicht.

➡️TIPP: Du kennst OKR nicht? Hier beschreibt Maren Martschenko, wie es geht.

Vielleicht bekommt man Unternehmensziele vorgesetzt. Vielleicht sind die auch gar nicht so konkret und greifbar.

In funktionierenden Teams steckt viel Arbeit

Trotzdem ist es wichtig, sich als Team dran zu setzen:

  • Was bedeuten dieser Auftrag, diese Ziele für uns?
  • Was ist denn unsere Mission? Wo wollen wir hin?
  • Was ist unser gemeinsames Verständnis unserer Aufgabe?
  • In welcher Qualität liefern wir?
  • Wie viel Aufwand wollen wir reinstecken?

In der IT zum Beispiel, ist es ein Unterschied, ob das System einfach „nur“ laufen soll. Oder wollen wir noch einen Service dazu bieten, und geben dem Kunden Empfehlungen dazu: Du könntest dort Kapazitäten einsparen, da noch einen anderen Service zubuchen, der nützlich ist. Du kannst dort ein bisschen mehr Housekeeping machen, dann hast du da weniger Aufwand …, was auch immer.

Gerade im Bereich Service – diesem Gesamtpaket, das der Kunde kauft, wenn er Betrieb der IT Systeme bestellt – gibt es oft Konflikte. Menschen haben ein unterschiedliches Verständnis davon, wie guter Service aussehen soll.

Dazu kommt ganz klassisch die Verteilung der Rollen. Wer macht eigentlich was? Das bedeutet nicht: Wer hat welchen Jobtitel? Sondern: Was machen wir tatsächlich? Wer fühlt sich wofür verantwortlich? Ist das klar abgegrenzt? Gibt es Überlappungen? Macht jede/r ungefähr das, worin er/sie gut ist? Oder werden da Leuten Sachen „übergezogen“, die ihnen nicht liegen? Das bringt nichts. Nur suboptimale Ergebnisse und Unzufriedenheit.

Dauerbrenner Kommunikation

Ein Dauerbrenner: Wie kommunizieren wir?

Yvonne Jacob: warum es Transparenz im Team braucht, um zu Wollen statt MüssenWollen wir wirklich noch E-Mails schreiben? Oder wie nutzen wir Chat?

Wie teilen wir Aufgaben auf?

Nehmen wir ein Ticketsystem oder ein Kanban-Bord?

Ist es okay, nachts noch was zu schreiben?

Dazu kommt die Sache mit den persönlichen Zielen.

Jede/r kommt ja aus einem anderen Umfeld. Die einen haben vielleicht Kinder, andere gesundheitliche Probleme. Die nächsten wollen ihren Sportverein ehrenamtlich unterstützen. Manche wollen gerne bis Mitternacht arbeiten, aber bis Mittag schlafen. All diese Sachen muss man im Team mal besprochen haben: Wo sind die Wünsche? Alle wird man nicht erfüllen können. Aber worauf einigen wir uns?

Spricht man über diese vielen Dinge, kann es einfacher werde. Wenn ich weiß, ich kann mich austoben und abends um neun Uhr noch E-Mails schicken, dann setzt das niemanden unter Druck. Ich kann morgens aber auch ausschlafen, weil wir das so vereinbart haben. Dann ist das was ganz anderes, als wenn ich nie weiß, kann ich jetzt gehen? Muss ich ein schlechtes Gewissen haben?

An deinen Beispielen erkennt man die erfahrene Praktikerin. Du kennst dich wirklich gut aus. Wer wird sich ärgern, wenn er nicht – oder zu spät – mit dir gearbeitet (und sich stattdessen lieber weiter gequält) hat?

Zum einen sind das alle Unternehmen, in denen Nörgeleien an der Tagesordnung sind. Niemand ist so richtig glücklich, nichts funktioniert reibungslos. Doch sie unternehmen auch nichts. Dazu kommen Einzelne, die die ganze Zeit versuchen, Anforderungen abzuarbeiten und trotzdem das Gefühl haben, nicht hinterherzukommen.

Es sind auch Teams:

  • die keine neuen Ideen entwickeln, weil sie im eigenen Saft schmoren. Doch sie schaffen es nicht, miteinander zu reden.
  • aus denen nach und nach die talentierten Menschen verschwinden.
  • die es nicht schaffen, Ergebnisse pünktlich oder in der vereinbarten Qualität abzuliefern.
  • denen der Teamgeist abhandengekommen ist.
  • die mehr Energie darauf verwenden, Probleme vor den Kunden zu verstecken als sie anzugehen.
  • die frisch zusammengesetzt sind und sehr sehr schnell einen Arbeitsrhythmus finden müssen, bevor die ersten Deadlines fällig werden.
  • in denen es Konflikte zwischen den Generationen gibt, die nicht adressiert werden.

Der letzte Punkt erinnert mich daran, dass du während der LifeStory auch viele kreative Ideen hattest, wie du dazu beitragen kannst, das Leben von Senior:innen zu verbessern. Auch aktuell hast du was am Start. Was bewegt dich so an diesem Thema?

Mit Alter anders umgehen

Ich habe immer nach vorne geblickt, hatte ein Bedürfnis zu sehen, was kommt. Sagen wir so – ich gucke schon bis ans Ende, tatsächlich bis an mein Lebensende. Stelle dabei fest, dass meine Wahrnehmung davon, wie wir heute altern, nicht rosig aussieht.

Dachte ich als Teenager noch: „Ich will mal alt und weise werden“, denke ich mittlerweile, dass das mit der Weisheit wahrscheinlich schon viel früher passiert. Aber dann wird es schwieriger. Ich finde, wir gehen weder mit dem Altern noch mit Älteren gut um. Ich möchte später nicht so behandelt werden.

Gleichzeitig sehe ich, dass wir wahnsinnig viele Technologien haben, die uns das Leben leichter machen. Die würden auch super für Ältere funktionieren. Daher kam damals diese Senior-und-IT-Idee.

Aber ich bin keine Ingenieurin, kann nicht selber Technologien für Ältere entwerfen. Damit hat sich dieses Interesse weiterentwickelt. Heute arbeite ich mit einer ehemaligen Kollegin zusammen an der Webseite altershelfer.de.

Dort wenden wir uns an die Kinder derer, die jetzt gerade im hohen Alter sind und vielleicht Hilfe brauchen. Wir stellen Wegweiser auf, wenn die eigenen Eltern oder andere Zugehörige nicht mehr so richtig alleine klarkommen. Dort kann ich meine Skills sehr viel besser einsetzen.

Was kann man Mama, Papa, Oma, Opa an Technologien hinstellen, die das Leben interessanter machen? Zum Beispiel könnten sie mit Duolingo eine Sprache wieder auffrischen, die sie früher mal gelernt haben. Oder lass sie mit der KI reden, das ist super. Oder online Zeitungen lesen.

Doch es gibt auch praktische Fragen:

  • Wie organisiert man einen Pflegeplatz?
  • Was gibt es für Finanzierungshilfen?
  • Wo findet man Hilfe als Angehörige, sich auszutauschen?

Da gibt es ja schon ganz viel. Ich muss nicht selber was erfinden, was ich nicht kann, sondern mein Ziel ist zusammenzubringen, was schon da ist.

Ich will im Alter nicht so behandelt werden, wie man heute Ältere behandelt

Meine Absicht dabei: Wenn ich mal so alt bin, können wir besser darüber sprechen, bin ich auch persönlich besser darauf vorbereitet, und arrangiere mich besser damit, älter zu werden oder alt. Viele blenden aus, dass man schwächer und oder kränker werden könnte. Dabei kann es jedem passieren. Die Frage, die mich bewegt: „Was kann ich da noch?

Ich bin überzeugt, das ist eine ganze Menge. Auch im Alter kann man noch dazulernen. Allein schon Zurechtzukommen, ohne dass man richtig sieht, richtig hört, sich nicht mehr richtig bewegen kann. Man muss ja seinen kompletten Alltag umorganisieren, sich anpassen. Das ist eine riesengroße Lernleistung.

Kurz gesagt: Ich befasse mich mit diesem Thema, weil ich davon ausgehe, dass es irgendwann mal für mich relevant wird. Ich möchte vorbereitet sein.

Wenn du sagst „Ich möchte im Alter nicht so behandelt werden, wie man Ältere heute behandelt.“, entdecke ich hier wieder diesen roten Faden „Wollen. Nicht müssen!“ In unserer letzten Session der LifeStory hast du eine Entscheidung getroffen: „Ich entscheide mich für meinen Rhythmus!“ Dazu hatte ich euch gebeten, ein Manifest zu verfassen. Wie aktuell ist das heute noch?

Wollen statt müssen und andere StatementsDie Punkte sind nach wie vor relevant.

Lernen braucht keinen Zweck. Ist manchmal schwer. Oft denke ich: „Es muss sich am Ende rentieren.“ Aber so funktioniert das nicht. Manchmal setzt man sich mit Dingen auseinander, aus denen entstehen dann neue Ideen. Der Punkt darf gern ein bisschen größer werden.

Im Zweifel gehe ich davon aus, dass es gut genug ist. Das kann ich mittlerweile ganz gut. Klar habe ich in ausgewählten Projekten gern noch ein Schleifchen dran. Doch oft reicht auch gut genug.

Es ist okay, nicht da zu sein. Ich übe mich im Absagen. Auch wenn es mir noch sehr schwerfällt, weil ich oft denke: „Ich enttäusche die Leute so doll.“ Dabei ist das totaler Quatsch. Ich glaube, viele sind dankbar, wenn mal was ausfällt.

Wollen. Nicht müssen. Ja, das bleibt nach wie vor relevant. Denn es kann so viel Schwung geben, wenn man dem Wollen einfach folgt.

Zu anstrengend, sich in Schablonen zu pressen

Klar, manche Sachen muss man im Leben tun. Wir leben in einer Gesellschaft zusammen. Da gilt es, gewisse Kompromisse zu machen, sich an gewisse Regeln zu halten. Das ist schon richtig so. Aber sich komplett zu verbiegen, sich in Schablonen zu pressen oder vorgegebenen Lebenswegen folgen zu wollen, das ist unglaublich anstrengend.

Es fühlt sich an, wie in ein Gummiband reinzulaufen, das zwischen zwei Bäumen gespannt ist. Man läuft immer weiter, kommt vielleicht auch ein ganzes Stück. Doch irgendwann schleudert es einen mit Wucht zurück. Dann weißt du nicht, wo du landest und musst erst mal gucken, dass du wieder einen Weg findest.

Es lohnt sich mehr, auf sein WOLLEN zu hören

Deswegen lohnt es sich viel mehr, auf sein Wollen zu hören.

Oft ist die Antwort auf eine bestimmte Frage ja schon in uns. Man muss (sich) nur zuhören.

Zum Beispiel war mir Storytelling immer suspekt: „Was soll denn da rauskommen?“, fragte ich mich immer. Aber neulich bei diesem StoryCircle war ich sehr fasziniert, was aus einer halben Stunde erzählen plötzlich an Erkenntnissen entsteht.

Ich habe immer gerne eine Anleitung. Schritt eins, zwei, drei, vier, und dann kommst du am Ende irgendwo raus. Klar hat auch eine Geschichte eine Struktur, aber die fließt, sie mäandert so unscharf… Zu entdecken, dass auch auf diese Art gute Erkenntnisse, ein Sinn zustande kommen, da lerne ich sehr viel von dir.

Immer die richtige Intuition

Gibt es aus deiner Sicht noch andere Gründe, mit mir zu arbeiten?

In der Gruppe hast du ein so cooles Talent, Leute zusammen zusammenzubringen, ein tiefes Gespür dafür, wer zusammenpasst. Das ist wie bei der Collage in der LifeStory, über die wir vorhin gesprochen haben.

Auch beim StoryTeller an deinem Küchentisch, gibt es interessante Kombinationen von Menschen, wo du die Leute einfach super zusammenbringst. Man fühlt sich sofort wohl.

Du hast immer die richtige Intuition dafür, was dein Gegenüber gerade braucht. Im Einzelcoaching erinnere ich mich gut, dass wir mal um die Alster gelaufen sind. In dieser Session war ich innerlich so chaotisch, dass ich es im Raum nicht aushalten konnte. Ohne ein Wort von mir hast du gemerkt, da ist was, das ich noch nicht mal selbst artikulieren konnte. Du hast es angesprochen und ich habe bekommen, was mir gutgetan hat.

Orientierung selbst im Nebel

Manchmal sagst du: „Hier ist eine komische Stimmung im Raum. Lasst uns da mal reinbohren.“ Ich glaube, dieses „Reinbohren“ ist auch so ein Ding, das du gut kannst. Da habe ich Respekt davor. Du hast diese Gabe, Dingen auf den Grund zu gehen. Behutsam und sanft, aber konsequent. Auf jeden Fall kommst du am Grund an. Jeden Versuch, sich hinter bequemen Ausreden zu verstecken, bekommst du mit.

So „zauberst“ du manchmal auch Erkenntnisse hervor, von denen man gar nicht wusste, dass man damit ein Thema hatte. Das ist echt bereichernd.

Deshalb klare Empfehlung: Wenn jemand ein diffuses Gefühl hat, was für sie oder ihn als Nächstes dran ist, wenn man sich orientierungslos fühlt, irgendwie im Nebel steht, geh zu Katrin. Lass dich drauf ein, und sie wird dich leiten und dich halten, wenn du versuchst, wegzulaufen. Aber niemals so, dass es unangenehm wird.

Die Arbeit mit dir bringt einfach so viel Klarheit, wenn man nicht genau weiß, wo man steht, was man braucht, wohin man will und wie man dort hinkommt. Man bekommt so viel mehr Zufriedenheit.

 

Ankommen im eigenen Leben

2020 saßen Johanna und ich noch als Nachbarinnen im Hamburger Garten beim Grillen zusammen. Keine von uns ahnte, dass das der Beginn einer abenteuerlichen Reise in Johannas neues Lebenskapitel werden sollte.

Und immer wieder diese eine Frage:

Wie fühlt sich Ankommen an?

Johanna, woran erinnerst du dich, wenn du an deine Challenge denkst, die dich in die Life-Story geführt hat?

2021 war ein sehr lebensveränderndes Jahr für mich. Unsere Tochter Hannah wurde geboren. Ich war erst im Mutterschutz, bin dann in Elternzeit gegangen. Für mich war schon immer klar, wenn Hannah kommt, wird sich unser Leben komplett verändern. So wurde sie so etwas wie mein „Kompass“, den ich genutzt habe, mich vom Angestelltenverhältnis als Storemanagerin im Fashion Retail frei zu machen. Die Arbeitszeiten von morgens bis spätabends haben es fast unmöglich gemacht, „nebenbei“ noch ein Privatleben zu führen.

Das war mit einem Baby nicht kompatibel. Natürlich gibt es Mütter, die bekommen Kinder und machen dann genauso weiter. Für mich persönlich kam das nicht in Frage. Aber das wusste ich natürlich vorher auch nicht.

“Eigentlich war ich happy…”

Eigentlich war ich nie scharf drauf gewesen, Mutter zu werden. Lange lange Zeit wollte ich keine Kinder. Ich hatte einen Traumjob, in dem ich total happy war. Mein Mann war happy mit seiner Selbstständigkeit. Wir waren happy in Hamburg.

Aber als es dann bewusst war, dass ich doch jetzt plötzlich auf jeden Fall Mama sein will, habe ich bemerkt, dass es um viel mehr ging, als nur das Kind. Es ging plötzlich um das ganze Leben. Da stand auf einmal die Frage im Raum:

„Wie will ich denn überhaupt leben mit meinem Kind und mit meiner Familie?“

Das war der Moment, in dem ich bereit war, eine grundsätzliche Veränderung vorzunehmen.

Es fühlte sich an wie eine innere Stimme, die sagte: „So, jetzt ist Zeit für Aufbruch!“ Diese aufbruchslustige innere Stimme begleitet mich schon mein Leben lang.

In meiner Studienzeit habe ich in Münster bei Kookai ausgeholfen. Da ging es los. Ganz plötzlich hab ich da gesagt: „Ich ziehe nach Köln und mache jetzt meine Sachen.“ Eine befreundete Kollegin – Alex – meinte damals „Du bist vor zwei Jahren zu uns gekommen. Jetzt hast du wieder einen Impuls, und musst weiterziehen. Du bist irgendwie immer nur im Aufbruch!“ Sie hatte recht, manchmal fühle ich mich wie eine Nomadin. Keine Ahnung, ob ich irgendwelche Gipsywurzeln in mir habe. Zum Glück hat mein Mann ebenfalls diese Veranlagung.

Ja, genau so hat sich das 2021 auch angefühlt.

Es geht um mehr als „nur“ ein Kind

Es war genau dieser Impuls: „Es geht mehr, als nur darum, ein Kind zu bekommen. Es steht eine existenzielle Veränderung an.

In welchem Moment wurde dieser Schalter umgelegt?

Es war vielleicht ein halbes Jahr vor dem Corona-Lockdown. Ich saß mit meinem Mann in Hamburg auf der Couch, und spürte. „Da liegt was in der Luft.“ Heute erscheint es mir wie ein Weckruf in meinem Körper: „Ich will jetzt wirklich unbedingt ein Baby!“ Mein Mann wollte es sowieso. Da haben wir gemeinsam einfach so beschlossen.

Und von dem Moment an war es das Selbstverständlichste der Welt. Mit Anfang 40 war ich keine „junge Mama“ mehr. Da haben andere schon drei Kinder. Das heißt Kind mit 40 ist nicht für jede selbstverständlich. Aber für mich.

“Einfach alles ein bisschen aufmischen”

Ich wusste einfach, der Zeitpunkt ist da, unserem Leben einen neuen Impuls, eine neue Richtung zu geben. Und einen neuen Sinn. Einfach alles mal ein bisschen aufmischen.

Du bist immer im Aufbruch. Du spürst es selbst, andere nehmen es wahr. Heute, im Frühjahr 2025 fühlst du dich angekommen?

Nein, nein, nein, auf keinen Fall.

Es ist eine Reise mit mir

Ich fühle mich auf einem guten Weg, auf einer Selbstreise. Es ist eine Reise mit mir und ich glaube, Katrin, diese Reise wird erst auf meinem Sterbebett zu Ende gehen. Oder vielleicht sogar noch danach, was auch immer kommen mag. 😉

Ich bin ein Typ, der – das glaube ich heute – nie fertig sein kann. Wie denn auch? Das Leben spielt uns ja immer wieder Bälle zu und wir wachsen, verändern uns. Wir ändern unsere Sichtweisen, unsere Prioritäten.

Wir ändern vielleicht auch unsere Werte, ohne dabei die alten unbedingt aufzugeben. Doch Werte verschieben sich. Als wir 2021 unsere Zusammenarbeit begonnen haben, waren meine Leitsterne: Freiheit Leidenschaft, Glück, Gerechtigkeit, Liebe und Harmonie.

Durch deine Werte kommst du immer wieder in Kontakt mit dir. Am besten natürlich noch mit deiner Umgebung oder mit der Natur, und das macht ja immer was mit dir.

Energie endet nie

Ich persönlich empfinde mich immer wieder im Energiestrudel. Und Energie endet nie. Energie ist immer da. Doch sie verändert sich …

Lass uns über deine besondere Reise sprechen, den Bogen spannen zwischen 2021 und 2025. Wo und wie lebst du im Moment?

Mein Hier und Jetzt ist geprägt von wirklich vielen Veränderungen.

Nach fast 2,5 Jahren unterwegs mit dem Auto, sind wir jetzt auf der Insel Mallorca. Diese Insel ist geprägt von ganz viel Reduktion. Es ist wahnsinnig entschleunigt. Da herrscht ein komplett anderer Rhythmus.

Ich denke mir oft:

Eigentlich wolltest du nur reisen. Plötzlich findest du dich in einem komplett neuen Umfeld wieder. Mit anderen Menschen und anderen Tagesabläufen. Und das nennt sich auf einmal dein Leben.

Ankommen ohne Anzukommen

Ich bin ja in meinem Leben vorher schon oft umgezogen.

Doch diese Reise ist die größte Herausforderung meines Lebens. Lange Zeit hatten wir kein festes Zuhause. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass mich das so herausfordert.

Ich bin ein reise- und aufbruchfreudiger Mensch. Doch jetzt habe ich wirklich erlebt: Es gibt eine Seite in mir, die unterwegs sein will. Gleichzeitig braucht eine andere Seite ihre vier Wände. Meine Corner, in die ich mich zurückziehen kann, meine Stabilität, mein Zuhause mit meinem Kopfkissen, mit meiner Vase, mit meiner Lieblingslampe. Das gehört auch zum Ankommen.

Ankommen muss ich anfassen können

Da bin ich wirklich haptisch. Ich muss jetzt nicht „viel“ besitzen. Doch es gibt Pieces, die gehören zu mir, und irgendwie müssen die dabei sein. Sind sie nicht dabei, fehlt mir was. Doch ankommen heißt für mich reinzuspüren: „Wie will ich überhaupt leben?

Die Energie der Insel ist etwas anderes, als ich es bisher erlebt habe. Ich bin ja keine Südländerin. Auf dem spanischen Festland waren wir länger in einem total verschlafenem Hippie Ort namens Mojácar- sehr trocken, sehr arabisch angehaucht, wüstenartige Traumkulisse.

Dort habe ich plötzlich das Hamburger Schmuddelwetter vermisst. Ich wollte eklige Pfützen mit Blättern, die von den Bäumen fallen, wollte Mäntel anziehen, Mützen aufsetzen. Es hat mich wirklich fertiggemacht, dass es im November um die 30 Grad waren! Ich wollte auf einmal die Jahreszeiten, wie ich sie aus Hamburg kenne. Ich wollte meine Gewohnheit. Wir Menschen sind doch richtige Gewohnheitstiere. Schräg, oder?

Ist das die Sehnsucht der Künstlerin nach Kontrasten?

Ja, das kann sein. Das hast du gut gesagt.

Du hast diesen künstlerischen Anspruch, schaffst selbst tolle Werke. Die musstest du für die Reise einpacken, einlagern. Wie war Kunst unterwegs möglich?

Während der Reise hast du keine Zeit für künstlerische Experimente. Da liegt die Kunst darin, das Leben künstlerisch zu improvisieren. Das ist auch eine Art von Kunst. Ich habe erkannt: Das ist eine sehr, sehr große Art von Kunst.

Das Leben improvisieren: eine Kunst

Für mich war diese Art zu reisen völlig normal. Ich habe nicht groß darüber nachgedacht. Doch ich habe mich mit vielen Leuten unterhalten. Alle meinten: „Wahnsinn, dass ihr das gemacht habt, dass ihr so mutig wart. Ich könnte das nie.“

Und ich dachte nur: „Hä?“ Erst dadurch wurde mir bewusst, wir hatten ein Baby auf dem Rücksitz und sind etliche tausend Kilometer gefahren. Ich habe von unterwegs aus einfach die nächste Unterkunft gebucht. Wir wussten ja nicht, wo wir in den nächsten tausend Kilometern mit unserem Baby sind. Alles war freestyle.

Doch Gott sei Dank haben wir auch ein sehr reiselustiges Baby bekommen😉.

Aller paar Stunden brauchten wir eine richtige Pause. Hannah war klein, sie musste aus dem Kindersitz raus und gefüttert werden. Ich habe sie ja noch gestillt. Und wenn ich an die Dachbox denke, und die tausend Taschen, irgendwann keine Ahnung mehr, wann wo was hingepackt war…

Die Dinge nehmen, wie sie sind

Da bist du schon den ganzen Tag künstlerisch am Organisieren, am Improvisieren, am die Dinge nehmen, wie sie kommen. Das war für mich auf der Reise die größte Form von Kunst.

Zuerst war da nur dieses konfuse Gefühl.

Bis mir einfiel, dass meine Eltern, Freunde oder Familie mich schon immer – schon als kleines Kind – „unsere kleine Lebenskünstlerin“ nannten.

Dieser Begriff begleitet mich von klein auf, er macht mir einfach Spaß. Dabei ist es nicht der einfachste Weg. Manchmal frage ich mich tatsächlich: „Bin ich da irgendwie ein bisschen schräg, dass ich mir immer so anstrengende Sachen aussuchen muss?

Ich könnte es auch ganz leicht haben. Bevor ich aus Hamburg weggegangen bin, hatte ich einen klasse Job und ein Jobangebot bei Dior dazu. Da hätte ich weiterhin tolles Geld verdient, hätte eine Luxus-Butze haben können… aber nein, was habe ich gemacht? Mich ins Auto gesetzt und bin mit meiner Familie knapp zweieinhalb Jahre durch die Gegend getingelt (und dabei manchmal echt am Stock gegangen).

Doch in dem Moment konnte ich einfach nicht anders. Da ist wohl wirklich diese Künstlerin, diese Sachensucherin (ich kenne das schon von Pippi Langstrumpf ) in mir. Das krieg ich nicht raus, dann passieren die Dinge einfach.

Du hast – nicht nur in der LifeStory – darüber nachgedacht, wohin du willst, was dein Beruf ist, wie ein passender professioneller Titel wäre…Wie und wo finden dich Menschen beruflich heute? Was ist dein Angebot an die Welt?

Ich sehe mich mittlerweile in zwei Kategorien. Darüber bin ich mir klar geworden.

Einerseits biete ich eine Dienstleistung an, die Frauen in ihrer Garderobe oder ihrem visuellen Ausdruck mit einfachen Tricks und Kicks begleitet. Es geht immer um das gewisse Etwas, das nicht jede hat.

Schon mein ganzes Leben bin ich eine Liebhaberin von Vintage Fashion. Mein Zuhause, meine Einrichtung, meine Ästhetik, mein Kleiderschrank, sind weit, weit, weit über siebzig Prozent aus Vintage Fashion. Oder Vintage Lifestyle im Sinne von Dingen, die vielleicht von anderen aussortiert werden, die kein Zuhause mehr haben. Die auf ein neues Zuhause hoffen und warten.

Ich sehe die Dinge mit Seele. Jedes hat seine Geschichte.

Für mich haben diese Dinge eine Persönlichkeit, eine Seele. Sie erzählen eine Geschichte, und wir dürfen ein Teil dieser Geschichte werden, für eine Zeit lang. Wir können uns glücklich schätzen, diese Dinge für eine Zeit lang zu besitzen. Denn sie sind ja teilweise schon viel älter als wir, oder haben eine viel längere Geschichte.

Ich bin kein Fan von Wegwerfartikeln oder Dingen, die billig produziert und dann nur ein halbes Jahr getragen werden. Ok, das kann man mal machen. Vermutlich kann sich keine von uns davon freisprechen.

Doch Stil sollte bei jeder Frau mehr vom Charakter und von der Persönlichkeitsausstrahlung kommen. Die bringt jede Frau mit. Jede/r hat eine Kultur. Selbst wenn sie behauptet keine zu haben, dann ist das genau ihre. Deshalb geht es darum, die Frau wirklich anzusehen, ihren Kleiderschrank aufzumachen, sich ihr Zuhause anzuschauen. Und dann wirklich hinzugucken und zu sagen:

  • Okay, was ist deine Geschichte?
  • Warum lebst du so, wie du lebst?
  • Warum ziehst du das an, was du anziehst?
  • Was ist deine Art von Ausdruck?
  • Passt es noch zu dir?
  • Oder willst du ganz woanders hin?

Persönliche Geschichte. Persönlicher Stil. Gut und authentisch.

Das geht mit so einfachen Kniffen, die die Frau auch selber umsetzen kann. Sich jeden Tag in ihrer Garderobe – ich brauche selber nicht länger als fünf Minuten morgens – einfach gut und vor allem authentisch zu fühlen.

Es geht um die Authentizität meiner Persönlichkeit. Nicht darum, etwas zu tragen, weil es gerade Trend ist.

Nichts gegen Trends – Ich liebe sie!!! Es ist immer schön, sie mitzuverfolgen, im Sinne von: Was ist denn gerade so auf dem Markt, oder welche Farben inspirieren uns wieder? Es kommt ja alles immer wieder. Dann ist mal wieder Pistaziengrün in Mode, nächstes Jahr ist es wieder Pink. Niemand erfindet Fashion „wirklich neu“. Deswegen sage ich: „Leute, schmeißt eure Sachen nicht einfach wertlos in die Tonne. In fünf, sechs, zehn Jahren kann alles wiederkommen: Dann freut man sich wie ein kleines Kind, dass man die eine Jacke, die eine Hose, den einen Rock doch nicht in die Tonne geworfen hat.

Wenn dann plötzlich jemand kommt und fragt: „Wow, was ist das denn für eine tolle Jacke? Wo gibt es die?“, dann kannst du sagen: „Ha, die gibt es nicht mehr. Die habe nur noch ich“. Das ist so ein tolles Gefühl.

Dann strahlst du eine Einzigartigkeit aus, Persönlichkeit und Charakter, indem du einfach zu dem stehst, was dich auch dein Leben lang begleitet hat.

Es hat einen Grund, warum dieses Kleidungsstück bei dir gelandet ist. Es lohnt sich, hinzuschauen:

• Wer bist du?
• Passt das überhaupt noch?
• Passt dein Kleiderschrank zu deiner der aktuellen Persönlichkeit?
• Oder wo willst du hin?

“Ich sehe eine Frau in einem anderen Licht!”

Das macht einen unglaublichen Spaß. Ich gucke eine Frau an und ich sehe sie sofort in einem anderen Licht! Ich sehe es ganz anders, als wenn sie sich selbst anschaut.

Durch die Erfahrung mit den letzten Kundinnen habe ich es erlebt. Nichts gibt mir ein intensiveres Glücksgefühl als dieses Strahlen in den Augen der Frauen, sobald sie sich selbst auf einmal vor dem Spiegel neu entdecken und sagen: „Okay, krass. Das hätte ich nie ausgewählt oder nie angezogen. Ich hätte nie gedacht, dass es so schön aussieht und ich mich darin wohlfühle!

Frauen sind heute komplex. Und dürfen es sein.

Wir Frauen sind komplex und wir dürfen alles sein. Wir sind heute verletzlich. Morgen sind wir stark, nächste Woche ganz sanft und dann sind wir wieder irgendwie auf Kriegsfuß mit der Welt.

Es sind so viele Emotionen, die uns Tag für Tag begleiten. Diese Emotionen sind alle richtig. Wir müssen uns nicht einfügen, oder uns in ein Korsett sperren lassen. Wir dürfen unsere Emotionen auch durch unsere Kleidung ausdrücken.

Diese Tiefe der Dienstleistung entspricht meiner Persönlichkeit. Ich habe festgestellt, dass es mich stört, mich Stylistin zu nennen. Das ist mir zu wenig. Selbst wenn dieser Teil von mir – Menschen zu stylen oder in Modefragen zu begleiten, schon lange zu mir gehört.

Doch ich bin noch viel mehr. Ich kann auch wunderbar verkaufen, bin ein absoluter Selling-Profi. Meine jahrelange Arbeit bei Jimmy Choo hat es bewiesen. Mir macht es unglaublich viel Spaß, schöne ästhetische Dinge zu verkaufen.

Diese sehr persönliche Dienstleistung ist die eine Kategorie in der du angekommen bist. Doch es gibt noch eine andere…

In den letzten Monaten der Entschleunigung habe ich das viel stärker bemerkt. Ja, da gibt es noch diesen anderen Teil in mir: meinen persönlichen künstlerischen Ausdruck.

Wir wohnen momentan mitten in der Natur, das erdet extrem. Es bringt mich runter von der Hektik, den überflüssigen Ablenkungen. Dabei hat mir die Stille zu Beginn ganz schön Angst eingejagt.

Wenn Stille Neues möglich macht

Doch dann habe ich bemerkt: “Da passiert wieder was in mir.” Mit einem Mal meldete sich meine Kreativität in mir selbst zurück. Ein klares Signal: Ich muss wieder was erschaffen.

Tief in mir spüre ich etwas, das erschaffen werden möchte. Die Geburt meiner Tochter war tatsächlich ein Teil davon. Doch hierbei handelt es sich um meine innere Kreativität. Und ich habe wunderbare Ventile gefunden.

In der Keramik zum Beispiel.

Das wolltest du schon immer?

Es ist zu mir gekommen…momentan bin ich bei einem ganz tollen Keramikmann. Einem echten Profi, der sein Leben lang nichts anderes macht als Keramik. Er hat schon als neunjähriger Junge bei seiner Mutter in der Werkstatt angefangen. Heute hat er eine coole Werkhalle in der Bauernschaft, und macht Geschirr für gehobene Restaurants & Hotels, sowie Einzelanfertigungen. Er macht nicht nur wundervolle Stücke, sondern ist auch ein toller Mensch. Wir treffen uns einmal pro Woche, und er lehrt mich das Keramiken.

Ich spüre, wie gut es mir tut, und was dabei herauskommt, wenn ich mit meinen Händen arbeite. Schon nach dem ersten Mal, als ich da etwas gemacht habe, meinte er: „Ich sehe, du hast eine eigene Sprache und einen eigenen Charakter in deiner Keramik. Mach weiter.“

Das war für mich ein Signal: „Wow, cool. Ich bilde es mir nicht nur ein.“ Es ist eine echte Bestärkung, dass ich dem richtigen Impuls folge, künstlerisch und mit Farben wieder in die Kreativität, in den Ausdruck zu gehen.

Wieder Ankommen in meiner künstlerischen Ausdrucksform

Hier auf der Insel bekommt meine künstlerische Ausdrucksform, die mich mein Leben lang begleitet hat, endlich wieder Raum.

Ich habe schon immer gemalt, Leinwände bemalt. Aktuell habe ich mich für das Bemalen von Leinenstoffen entschieden. Ich mache viele Experimente und werde diese Arbeiten dann auch in meinem Vintage-Online-Store anbieten bei Atelier Casaifleur. Heute gibt es dort bereits Dekostücke, die ich auf Märkten und Flohmärkten finde. Da ich momentan als Mutter immer noch sehr gefordert werde, mache ich ganz langsam. Alles zu seiner Zeit. Wie bereits erwähnt. Es muss nicht sofort fertig sein! Vieles ist ein Prozess und der dauert halt seine Zeit.

Ich freue mich sehr, dass beide – die Dienstleisterin und die Künstlerin in dir – jetzt Ausdruck finden. Dass sich die Entweder-Oder-Frage nicht mehr stellt. Wo finden dich Menschen, die neugierig geworden sind, auf das was du tust? Bleibt das alles auf der Insel?

Man findet mich über meine Webseite oder kann mir für tägliche Inspiration auf Instagram folgen.

Ankommen heißt auch: grundsätzlich überall zu Hause sein

Doch grundsätzlich bin ich überall zu Hause.

Ja, das ist jetzt einfach so. Ich fühle mich tatsächlich überall zu Hause, vor allem jetzt nach der langen Reise. Wochen und Monate haben wir in verschiedenen Ländern gelebt. Überall habe ich Menschen kennengelernt, und es sind einige Freundschaften daraus entstanden.

Wer mich kontaktieren will, kann das gern per Mail oder Telefon tun. Dann führen wir ein kostenloses Erstgespräch, damit du erspüren kannst: Was brauche ich eigentlich? Sind wir beide ein Match?

Dann bin ich bereit, überall hinzufliegen oder hinzukommen, wo die Kundin mich braucht, und mit ihr in eine tiefgehende Arbeit einzusteigen. Oder umgekehrt: wenn jemand nach Mallorca kommen möchte, hier vielleicht gerade einen Urlaub plant, dann kann man die Zusammenarbeit mit mir damit verbinden, wenn ich gerade hier bin.

Manchmal ist man ja im Urlaub und denkt sich: „Ach, jetzt hätte ich irgendwie Lust zum Shoppen. Es würde viel mehr Spaß machen, wenn jemand dabei ist.“ Vielleicht hat der Mann gerade gar keine Zeit oder keine Lust. Oder geht lieber Golf spielen, muss arbeiten oder was auch immer. Da gibt es viele Möglichkeiten, ein schönes Erlebnis mit dem Urlaub zu verbinden.

Wenn du über deine Arbeit sprichst, leuchte deine Augen. Mir geht‘s genauso, wenn ich mit Menschen an ihren Geschichten arbeite. Wie beschreibst du meine Art zu arbeiten? Was dürfen Menschen erwarten, wenn ich von Story-Coaching spreche?

Zitat Johanna Galley über die Arbeit mit Coach Katrin Klemm "Du stellst einfach die richtigen Fragen" zum Ankommen im eigenen Leben

Meine Erfahrung mit dir war einfach eine ganz, ganz große Erfahrung, mich tatsächlich nach der Geburt wieder neu zu sortieren. Das ist ganz viel Persönlichkeitsarbeit, die mir sehr, sehr gut geholfen und gefallen hat. Du arbeitest unheimlich ehrlich und tiefgehend, stellst einfach die richtigen Fragen.

StoryCoaching – der Mut, die eigene Wahrheit zu sprechen

Bei dir konnte ich erspüren, dass es um den Menschen, wirklich den Kern der Einzelnen im Raum geht. Du unterstützt dabei, die eigene Wahrheit zu finden. Das fand ich sehr, sehr inspirierend. Es ist eine sehr besondere Art, wie du mit Frauen zusammenarbeitest. Gerade weil es wirklich um eine tiefe Wahrheit geht. Und auch um Mut. Den Mut, die eigene Wahrheit zu sprechen.

• Wo kommst du her?
• Wer bist du in diesen unterschiedlichen Facetten?
• Wo wird es sich hin entwickeln?

Wie nennst du dich heute?

Ja, mit den Begrifflichkeiten ist das so eine Sache. Ich habe mir in den letzten Monaten den Kopf zermartert über den passenden Titel für mich und das was ich tue. Titel sind auch so nervig und überbewertet, Aber nun. Irgendwie brauchen wir Menschen doch einen Namen.

Fast war ich drauf und dran, alles wieder an den Nagel zu hängen. Ich dachte „Das was mich beschreibt, das gibt es nicht.“ Doch eine Freundin – Ursula – , sie ist Creative Coach, erzählte mir, dass es mittlerweile einen Begriff gibt, für genau diese Menschen wie mich: „Multidisziplinäre Künstlerin.

Zitat Johanna Galley Künstlerin - Ankommen im eigenen Leben - Coaching mit Katrin Klemm

Ich bin eine Künstlerin, die einfach auf mehreren Disziplinen ihrem Ausdruck folgt. Das war für mich so eine Erleichterung. Denn Ja, genau so sehe ich mich.

Ich brauch keinen Purpose sondern Geld – Goodread Nr. 10

Geld oder Sinn? Oder beides? Und was noch?

Wir alle stellen uns irgendwann die Frage: Warum arbeite ich eigentlich? Ist es der Sinn, die Sicherheit oder etwas ganz anderes?

Als leidenschaftliche „Anwältin“ meiner Klientinnen, die sich nach einem erfüllenderen Jobleben sehnen, lese ich (fast) alles, was verspricht, dass sie den Job finden der wirklich zu ihnen passt.

Attila Albert – Ich brauch keinen Purpose, sondern Geld.

Weshalb ich es lese

Das Buch hinterfragt unsere Vorstellungen von Arbeit und Erfolg.

Unser Job hat einen bodenständigen pragmatischen Sinn. Wenn kein anderer dir das Leben finanziert, arbeitest du um Miete, Strom, Versicherung, Telefon, Internet, die Bahnkosten, Lebensmittel zu bezahlen.

“Ein eigenes Einkommen,” sagt Albert, “verschafft .. Respekt und Würde, befreit .. von ständigen Existenzängsten und der Scham, bedürftig zu sein.“ (Seite 22) .

Ich finde: Das muss mal gesagt werden

Attila Albert Ich brauche keinen Purpose, sondern Geld - 8 Motivatoren für den Job zu wechseln

In meiner Design your LifeStory-Arbeit spielt der finanzielle Aspekt erst im letzten Drittel eine Rolle.

Denn ich erlebe bei Teilnehmerinnen, wie sie sich beim Ausschöpfen ihrer Wünsche und Potentiale leider zu oft durch finanzielle (Zwangs-) Vorstellungen zu beschränken, wenn wir diesen zu früh zu viel Raum geben.

Wenn Albert das ganz anders sieht, muss ich schon aus professioneller Neugier meine Nase in dieses Buch stecken.

Worum es geht

Geld oder Sinn, was motiviert uns, zu bleiben?

Der Autor wirft einen Blick darauf, was Angestellte bewegen kann, in ihrem Job zu verharren. Oder warnt jene, die sich bereits auf dem Markt umschauen davor, auf hohle Phrasen und leere Versprechen von Unternehmen hereinzufallen.

Als ersten Job-Motivator führt er deshalb das Geld ins Rennen. Ein faires Gehalt sichert finanzielle Stabilität und ermöglicht persönliche Freiheit. An der Einkommenshöhe drücke sich neben der Deckung der Kosten auch Anerkennung und Bestätigung des Arbeitgebers aus. Damit würde es zur “Quelle des persönlichen Selbstwertgefühls” (Seite 28).

Auch ich kenne Menschen, bei denen es so funktioniert. Kenne den einen oder die andere (Kinder aus dem Haus, Haus längst abbezahlt, gesund & fit), die längst in der Lage sind, sich zu gönnen, was immer sie möchten. Doch die Panik vor möglicher Verarmung treibt sie so stark, dass sie im goldenen Käfig (Hamsterrad inklusive) verharren, statt sich auf den Weg zu machen, etwas zu finden, das sie vielleicht mehr erfüllt als finanzielle Sicherheit.

Neben Geld und Sinn gibt es noch mehr

Sieben Job-Motivatoren

Neben dem Einkommen stellt der Autor sieben weitere Job-Motivatoren vor die helfen können, die eigene Arbeitszufriedenheit zu reflektieren.

Familie: ein Balanceakt

Familie: betrachtet er vor allem unter dem Aspekt der Verantwortungsübernahme für andere. Und die kostet nun mal. Zum einen Geld (siehe oben). Zum anderen Zeit, um alle notwendigen Care-Arbeiten (ob nun für Nachwuchs oder alte Eltern) zu koordinieren.

Setzt du deine Priorität in diesem Bereich, wirst du dich kaum in einer Position wohlfühlen, die  selbstverständlich dauerhafte Überstunden und ständige Erreichbarkeit von dir fordert.

Team: Was ist das richtige Maß?

Team: Wenn du dir deinen nächsten Job vor allem aufgrund der Menschen suchst, die dort arbeiten, nach einem ausgeprägten sozialen Zusammenhalt suchst, hast du hier einen starken Antreiber.

Ich kenne Menschen, die ihren Job zwar doof finden, doch allein wegen der Kolleg:innen bleiben (oder dorthin gehen, wohin der Chef gewechselt ist).

Doch bei allem „We-are-family“-Gedanken, ein Unternehmen ist „eine zielorientierte Zweckgemeinschaft“(Zitat 52). Ihr bleibt Arbeitskollegen. Und eine gesunde Konkurrenz darf dazugehören. Bist du dagegen gar kein Gruppenmensch – willst nur in Ruhe deinen Job erledigen -, treibt dir die Aussicht auf regelmäßig verpflichtende Teamaktivitäten kalten Schweiß auf die Stirn.

Karriere: wie definierst du sie für dich?

Karriere ergänzt das Interesse und die Freude am Beruf um den Faktor Fach- (inhaltliche Spezialisierung) oder Führungsmotivation (Strategie, Budget, Personal). Du willst mehr entscheiden und gestalten. Immer neue (Projekt-)Herausforderungen und oder Verantwortung als Führungskraft treiben dich an. Für dich zählt Leistung, weil es dann einen Titel oder mehr Gehalt gibt. Oder du kannst deine eigene Expertise weiterentwickeln und erreichst mehr Sichtbarkeit.

Dann solltest du – wenn du befähigt und willens bist – aufsteigen können, und das funktioniert nicht in jedem Unternehmen.

Was lässt dich wachsen?

Weiterentwicklung: Du arbeitest nicht nur für Geld oder Status, sondern willst dich weiterentwickeln, wachsen und dazulernen.

Eine ausgewogene Berufstätigkeit“, betont Albert, „erlaubt fortlaufendes Wachstum und schützt vor geistiger und emotionaler Verarmung.“ (Seite 75) Schau rechtzeitig hin, dass dein Job dir neue Impulse bietet.

Wichtig ist das vor allem für Babyboomer, die bei der Weiterbildungsplanung gern übersehen werden. Doch die Personalabteilung ist nicht allein für deine Entwicklung verantwortlich, deshalb schau genau hin, was deine Aussichten verbessert UND dir persönlich Freude macht. Werde aktiv, bevor Stagnation dich frustriert.

Falls du schon jetzt den deutlichen Wunsch nach Veränderung spürst, lass uns am besten gleich miteinander sprechen.

Was bitte heißt gesund?

Gesundheit: Bist du in der Lage deinen Job so zu gestalten, dass du körperlich, geistig und seelisch fit bleibst und – gerade mit zunehmendem Alter – genügend Zeit hast, dich aktiv zu erholen? Oder bist du ständig „durch“?

Sobald dein Arbeitsalltag dich auf Dauer erschöpft (und sich das auch nicht mit Yoga & Co. beheben lässt 😉), wird es Zeit, genauer hinzusehen. Ein gesunder Arbeitsplatz bedeutet, dass Arbeitsbelastung und Wohlbefinden in einem ausgewogenen Verhältnis stehen.

Zwei Denkanstöße finde ich besonders spannend:

  • Gerade bei gesundheitlichen oder altersbedingten Herausforderungen kann der Beruf aber auch ablenken und motivieren. Eine sinnstiftende Kontinuität bieten, wenn sich vieles andere verändert.“ Denn es wäre doch schade drum, “..gedanklich ab Anfang 50 bereits auf Altersteilzeit oder Vorruhestand zu schalten und dadurch die „besten verbleibenden Lebensjahre unambitioniert und abwartend verbringen.“ (Seite 89)
  • Der Hinweis, dass es sich “lohnt, genauer hinzuschauen, welche Mitverantwortung du vielleicht selbst dafür trägst“, (Seite 95) die eigene Gesundheit dem Beruf zuliebe ständig zu überfordern. Übernimmst du mehr Verantwortung und Aufgaben, als du langfristig verkraften kannst? Achte auf gut auf deine Körperspuren!

Checkfrage: „Gehe ich gern zur Arbeit“?

Spaß und Lebensfreude heißt: Arbeit kann und sollte Freude machen, auch wenn es nicht zu 100% der Traumjob ist. Bei aller nötigen Professionalität und dem Stress der (auch mal) auftritt, darf man eine gute Zeit haben und miteinander lachen, sagt Albert. Dann sei „Gehalt auch kein Schmerzensgeld sondern normale Entlohnung für eine Tätigkeit die an sich bereits bereichernd ist„ (Seite 108)

Doch Angst, Misstrauen und Feindseligkeit, die einen in ständiger Hab-Acht-Stellung und Abwehr halten, belasten die eigene Lebensqualität.

Macht mein Job (noch) Sinn?

Lebenssinn ist für den Autor damit verbunden, etwas Sinnvolles für andere zu tun. Du bist an der richtigen Stelle, so lange du dich als Teil eines größeren Ganzen siehst und dein Job dazu beiträgt, das zu beweisen. Dümpelst du in einem sinnentleerten Job herum, reichen Gehaltserhöhung oder Karrierestufen nicht mehr aus, um dich motiviert und leistungsbereit zu halten.

Mir persönlich schenkt das Bewusstsein, mit der eigenen Arbeit etwas Bedeutungsvolles beizutragen, eine tiefe innere Erfüllung. Geht’s dir genauso?

Wir stellen uns die Sinnfrage meist ab Mitte 40 (bei mir ging’s schneller). Denn dann reichen (soweit die Grundsicherung steht) Geld und Karriere allein nicht mehr aus, sich lebendig zu fühlen.

„Allerdings“, so Albert, „wünschen sich zwar viele Berufstätige ab der Lebensmitte mehr Sinnhaftigkeit, stehen sich dann aber selbst im Wege mit ihrer Auffassung „Ich kann ja eh nichts ändern“, oder „haben im Grunde Angst, sich auf etwas einzulassen, das ihre bisherigen Erfahrungen übersteigt oder hinterfragt.“ (Seite 116ff)

Jeden Tag ein neues Kapitel aufschlagen

Mit 20 Jahren Berufserfahrung bin ich überzeugt: da lässt sich was tun 🤩. Und jeder Tag ist ein guter Tag, um neu zu starten.

Wem ich das Buch empfehle

Allen, die sich fragen, ob sie in ihrem Job das Richtige tun – und ob es überhaupt ein Richtiges gibt. Besonders wertvoll ist es für dich, wenn du:

  • das Gefühl hast, du steckst in einer beruflichen Sackgasse,
  • nach Orientierung suchst,
  • dich ständig zwischen Sicherheit und Leidenschaft hin- und hergerissen fühlst,
  • deine eigene Definition von Erfolg (neu) entdecken willst.

Sobald du deine wahren Motive und Prioritäten kennst, sagt Albert,

  • suchst du zielgerichteter nach einem passenden Arbeitgeber,
  • argumentierst authentisch in deiner Bewerbung und
  • musst dich beim Vorstellungsgespräch nicht verstellen.

Das bemerkt dein Gegenüber im Jobinterview sofort.

Mein Fazit

Das Buch liefert keine einfachen Rezepte, sondern wertvolle Denkanstöße. Es macht Mut, dich ehrlich mit deinen Wünschen auseinanderzusetzen, und zeigt, dass es in Ordnung ist, wenn Geld eine Rolle spielt – genauso wie Sinn, Sicherheit oder Freiheit. Die Kunst liegt darin, deine eigene Balance zu finden.

Ein inspirierendes Buch für alle, die sich klügere Fragen stellen möchten.

 

 

Dein Alltag aus anderer Perspektive

Whos life is it?

Hast du Lust auf einen Perspektivenwechsel? Ganz ohne Bewertung?

Dann ist dieser Tipp aus meinem StoryCoaching-Werkzeug-Koffer bestimmt etwas für dich.

Bevor eine neue LifeStory beginnt, bitte ich die Teilnehmerinnen, mir ein paar persönliche Fotos zu senden. Doch keine gewöhnlichen Fotos.

In meiner Nachricht steht:

Es sollen Fotos sein, die charakteristisch für dich sind, auf denen du aber selbst NICHT zu sehen bist. Also KEINE Selfies. Es kann ein Foto von deinem Schreibtisch sein, von der Straße, die du täglich entlang gehst, dein Haustier, ein Ort, an dem du deine Freizeit oder deinen Urlaub verbringst. Ein Gericht oder Getränk, das du besonders magst, ein Blick in deinen offenen Kleiderschrank – Fotos aus einer typischen Woche deines aktuellen Lebens.

Damit beginnt die LifeStory bereits vor dem ersten Treffen. Denn du betrachtest dein eigenes Leben ganz fokussiert. Triffst die ersten Entscheidungen.

Wenn dann vier Frauen, die sich bis dahin nie gesehen haben, zum ersten Mal zusammensitzen, heißt es:

Whos life is it?

Wir betrachten die Zusammenstellung der Fotos kurz in Stille und jede notiert sich:

  • Was sie wahrnimmt
  • Welche der anderen Frauen sie dahinter vermutet
  • Und warum.

Dann tauschen wir uns darüber aus. Es gibt kein richtig und kein falsch. Nur Beobachtungen und Hypothesen.

Seit Jahren darf ich den magischen Moment erleben, wie intensiv und intuitiv wir damit gemeinsam einen Raum öffnen. Eine Verbindung, die das Buddy-Team durch ein LifeStory-Semester (in Hamburg) oder 10 Tage (in Portugal) trägt.

Hast du Lust auf ein kleines Experiment?

  1. Wenn du – der November schenkt uns bestimmt ein paar graue Gelegenheiten – das nächste Mal auf der Couch lümmelst – dein Telefon sowieso in der Hand – scroll mal durch die Fotos, die sich in der Galerie tummeln.
  2. Ignoriere die Selfies.
  3. Wenn du für die Aufgabe oben wählen würdest, welche Fotos würdest du mir senden? Durch welche Motive hätten andere die beste Möglichkeit zu entdecken, was du magst, was dir wichtig ist und was deinen Alltag prägt?

Es kann spannend sein, den eigenen Alltag mit fremden Augen zu betrachten. Ganz ohne zu werten oder (be)urteilen.

Neue Perspektive fürs Jahresende

Und noch bevor das Jahr zu Ende ist, check bei dir selbst ein:

  • Was magst du an deinem Leben?
  • Was weniger?
  • Und was machst du daraus?

So eine LifeStory klingt interessant für dich, doch du willst erst einmal mehr erfahren? Buch dir dein kostenfreies 20-Minuten Erkundungsgespräch gleich hier online Kontakt.

Idee – Klarheit – Netzwerk: Neuer Job mit 60

„Jobsuche mit Anfang 60? Für mich kein Ding!“

Mit diesem Satz hat sie mich… Überall hören wir von enormen Schwierigkeiten, denen Frauen 50plus am Arbeitsmarkt begegnen. Und dann ein solcher Satz?

Caterine Schwierz ist im September 24 noch Director Business Development & Marketing in einer Patent- und Rechtsanwalts-Kanzlei. Sie ist 60 Jahre alt. Und wollte sich eigentlich aus dem Erwerbsleben zurückziehen. Jetzt startet sie im November 24 noch einmal durch.

Ich will erfahren, was hinter dieser Geschichte steckt.

Wir verabreden uns zum Interview, sind uns schnell einig: Ihre Geschichte macht Mut, sie weckt Hoffnung. Die wollen wir teilen. Wir bürsten gängige Narrative gegen den Strich, und zeigen, wie es funktionieren kann, einen sinnstiftenden, erfüllenden Job zu finden. Jetzt erst recht.

Kennengelernt habe ich Caterine in den Schnupperworkshops zur LifeStory im November 2023. Da verblüffte sie mich schon, buchte gleich alle vier.

Caterine, an welcher Kreuzung deines Lebens standest du damals?

Ich hatte gerade meinen Job in der Kanzlei gekündigt, in der ich die letzten vier Jahre tätig war und habe wirklich überlegt: Was kommt jetzt als Nächstes? Ich hatte also nicht den üblichen Schritt gemacht, erst mal für die Zukunft sorgen und dann kündigen. Meine sehr lange Kündigungsfrist von zwölf Monaten verschaffte mir ausreichend Zeit nachzudenken. Mit Anfang 60 ist das natürlich eine ganz wichtige Entscheidung.

Was kommt als nächstes?

Doch das Positive an diesem Alter ist, seine eigenen Freiheitsgrade zu spüren. Ich muss jetzt nicht mehr überlegen: „Was ist der sinnvolle nächste Karriere-Schritt? Wie liest sich das im Lebenslauf? Wie erkläre ich das anderen?“ Sondern ich konnte überlegen: „Was kommt jetzt als Nächstes?

Für mich persönlich war klar, dass ich in meine Heimatstadt Berlin zurückgehe, zurück zu meiner Familie, um mich um meinen Vater kümmern zu können. Deshalb fühlte sich das auch sehr richtig an.

Ansonsten war es ein völlig freies Feld voller Überlegungen, die ich angestellt habe.

Du scheinst freie Felder zu genießen. Anderen machen sie eher Angst. Welches Gefühl war für dich mit dem freien Feld verbunden?

Zum einen ist es natürlich ein Privileg, dass ich Veränderungen mag. Ich habe schon immer den Mut gehabt, solche Schritte zu gehen. Weil ich schon öfter den Beruf und die Branche gewechselt habe, hatte ich Übung darin. Dazu kommt, dass Weiterentwicklung und Weiterlernen zu meinen Kernwerten gehören und ich mit der Aufgabe der Selbstreflexion gut vertraut bin.

Aus meiner Zeit als Karriereberaterin weiß ich auch, dass das für viele Menschen nicht so ist. Ich habe viele Menschen erlebt, die so leiden unter ihrem Arbeitsumfeld, aber nicht die Kraft finden, zu springen.

Da ist Wertearbeit gut. Sich die Frage zu stellen: „Was tue ich mir eigentlich an, wenn ich viel zu lange Zeit in einem Umfeld verbleibe, in dem meine Werte verletzt werden?“

Und welche Potenziale werden freigesetzt, wenn das Umfeld so ist, dass ich meine Werte leben kann?

Du darfst dich entscheiden, nicht mehr zu leiden.

Was hält Frauen zu lange an einem Platz, der nicht gut für sie ist?

Ich nehme wahr, dass Menschen ihre Fähigkeiten total falsch einschätzen – als zu niedrig. Aus dieser Angst heraus sagen sie: „Ich finde da draußen nichts!“ Das hält sie wie Blei.

Frauen sind prädestiniert dafür, sich zu unterschätzen und die Anforderungen da draußen völlig zu überschätzen. Die Angst: „Ich werde das nicht schaffen. Der Arbeitsmarkt wird mich abstoßen wie einen Fremdkörper!“, diese Angst vor Ablehnung führt dazu, dass sie festhalten und nicht mal den Versuch unternehmen, sich umzuschauen.

Das wirksamste Mittel gegen diese Angst?

Diese wertvolle Arbeit, die du ja auch machst, hilft dabei, sich von dieser Angst nicht lähmen zu lassen.

Es ist ein guter Weg, sich darüber klar zu werden:

  • Was kann ich eigentlich?
  • Was macht mich besonders?
  • Was sind meine Stärken?
  • Was sind meine Erfolge, wenn ich diese Arbeit leiste?

Caterine, dein Lebenslauf liest sich auf Linkedin sehr geradlinig. Das lässt es leicht erscheinen, auf die eigenen Stärken zu setzen. Doch wir hören und lesen häufig von Menschen 50plus, die wieder und wieder abgelehnt werden. Was empfiehlst du ihnen?

Die Antwort ist ganz klar: Such dir Unterstützung.

Auch als ich bei von Rundstedt weggegangen bin, habe ich mir eine Karriereberaterin genommen. Das ist teuer. Wenn man jemand Gutes bucht, ist das teuer. Aber es ist extrem hilfreich.

Es ist anstrengend. Hol dir Unterstützung.

Denn gerade, wenn jemand so viele Absagen bekommt, dann ist da an der Strategie was nicht stimmig. Es ist total schwer, das selbst zu erkennen. Ablehnung tut einfach wahnsinnig weh. Also man geht so schnell rein, fühlt sich hilflos und als Opfer, anstatt zu sagen „Oh, das müssen wir uns noch genau angucken. Da kommt zu viel Ablehnung. Was passt da nicht?“ Und genau das kann eine Profi leisten.

Ich kann mich noch gut erinnern, meine Beraterin hat mich gequält mit diesem: „Was ist dein USP? Warum sollte dich jemand einladen?“ Es ist so anstrengend, und oft total schwer, das alleine zu leisten. Deshalb ist eine externe Unterstützung gut investiertes Geld.

Bist du strategisch vorgegangen bei der Auswahl deiner bisherigen Jobs?

Nein, bin ich eigentlich nicht. Sondern ich habe das erst beim letzten Mal so gemacht. Ich war Ende 50 und da wusste ich, ich muss jetzt wirklich strategisch vorgehen. Ich muss das ganz genau planen.

Ansonsten habe ich sehr früh in meiner Karriere überlegt: „Was ist eigentlich mein Purpose, meine Mission? Warum? Was gibt mir Sinn bei meiner Arbeit oder im Leben?“ Das habe ich definiert. Das war auch ein quälender Prozess. Den kann man auch mit Unterstützung wahrscheinlich sehr viel besser machen.

Caterine, verrätst du uns deine Mission?

Meine Mission ist, Menschen und Organisationen dabei zu unterstützen, ihr Potenzial zu entdecken und für ihren Erfolg zu nutzen. Die eigene Mission hat ja oft viel damit zu tun, was wir selber irgendwann gebraucht haben. Deshalb war es für mich ein Wendepunkt, als ich gemerkt habe, wo ist eigentlich mein Potenzial, wo sind meine Stärken, wo meine besonderen Talente?

In unserer Generation hat sich die Karriereentwicklung damals stark an Erwartungen von außen orientiert: Wie macht man Karriere? Wie hat man zu sein als Führungskraft oder als Mensch im beruflichen Alltag?

Als ich meine Stärken und Talente erarbeitet hatte, konnte ich mich davon abwenden. Mir wurde wichtiger zu sagen: „Nein, das will ich nicht mehr. Lasst doch mal gucken, was bin ich denn? Wer bin ich?

Finde deinen Kompass - orientiere dich neu Katrin Klemm Hamburg LifeStory

Daraus wurde mein Kompass, dem ich gefolgt bin. Dazu habe ich sehr stark auf meinen Bauch gehört. Sobald ich mehr über meine Werte wusste, habe ich dann sofort gespürt „Da passt was nicht mehr, die Zeit der Veränderung ist gekommen.

Also, damals habe ich noch nicht strategisch geplant. Es gab mal einen Wechsel von einem Job in den anderen. Da habe ich mich für den Job entschieden, weil ich überzeugt war, dass ich da viel lernen kann. Genau das interessierte mich. Deshalb bin ich sogar im Gehalt um ca. 20-25% runtergegangen.

Entscheide dich zu wachsen.

Es gibt diesen schönen Satz von Heinz von Foerster „Handle stets so, dass die Anzahl der Wahlmöglichkeiten grösser wird!”  Das ist mir wichtig.

Katrin Klemm im Interview mit Caterine Schwierz und ihren Weg, mit über 60 einen neuen Job zu finden - Zitat Heinz von Foerster

Mein Rat deshalb: “Entscheide dich weniger für das strategische „Wie müsste eigentlich meine Karriere verlaufen?“. Frage dich lieber „Wie schaffe ich mehr Möglichkeiten für persönliches Wachstum?

Ja, vielleicht ist das auch mal ein Schritt zurück im Gehalt. Bei mir dauerte es nicht allzu lange, bis es gehaltlich wieder nach oben ging.

Von November 23 „Was kommt jetzt im Ruhestand?“ bis November 24 „Neuer Job mit 60. Ich starte durch!“ hast du das Steuerrad kräftig gedreht. Wie kam es zu diesem Kurswechsel?

Jobwechsel mit 50plus. Wenn du deinen Kurs ändern oder neu bestimmen willst: Design your LifeStory.

Freiheit bedeutet auch finanzielle Freiheit.

Lass mich starten bei den Freiheitsgraden. Die haben ja auch viel mit Finanzen zu tun.

Ich habe mich – das ist in jeder beruflichen Phase wichtig – mit meinen Finanzen beschäftigt, und habe mir ganz genau angeschaut:

  • Wie stehe ich da?
  • Was bedeuten bestimmte Entscheidungen?
  • Wie sieht es mit der Rente aus?
  • Welche privaten Vorsorgeleistungen habe ich zu erwarten?

So habe ich mir die innere Freiheit, geschaffen, zu sagen: Ich kann entscheiden, ob ich noch arbeiten will oder ob ich mich aus dem Arbeitsleben zurückziehe. Nichts ist konsequenzlos! Das unterschätzen viele. Jede Entscheidung im Leben hat ihren Preis.

Die Entscheidung für mich, nicht mehr zu arbeiten, hätte geheißen, den Gürtel gewaltig enger zu schnallen. Doch ich habe mir das wirklich vorgestellt: „Wie ist das, wenn ich den Gürtel enger schnalle?“ Darin habe ich eher eine positive Herausforderung gespürt. „Die Konsequenz ist mir klar, damit kann ich leben!“ Das war eine wichtige Grundlage. Jetzt standen mir verschiedene Wege offen.

Das war die Ausgangssituation. Das meine ich mit Freiheitsgraden.

Der magische Moment, in dem alles klar wird.

Und dann hatte ich meinen Balkon-Moment.

Ich war umgezogen von München nach Berlin. Da stand ich also in meiner schönen Wohnung. Alles war getan. Ich hatte noch ein paar Tage frei. Es war wirklich so eine leere Zeit.

Da klingelte – wie ein unerwarteter Gast – plötzlich der Gedanke bei mir: „Wie ist das, wenn das jeden Morgen so ist?“ Für ein paar Tage mag sich das ja super anfühlen. Aber auf Dauer? Und jetzt gleich?

Da spürte ich deutlich: „Ich bin gar nicht vorbereitet!“ Oder auf jeden Fall zu wenig für das Szenario: „Ich arbeite gar nicht mehr. Nie wieder im Erwerbsleben!“

Vorbereitung auf den Ruhestand ist mehr als nice to have.

Erst da habe ich verstanden, was gemeint ist, wenn wir überall lesen: „Auf den Ruhestand, auf dieses Nicht-mehr-arbeiten, sollte man sich vorbereiten“.

Ich habe richtig gespürt: „Ich bin noch nicht bereit. Das ist mir zu viel Veränderung.

Ich bin von München nach Berlin gezogen. Ein neues Umfeld. Zwar ist es eine bekannte Stadt, aber doch alles neu: Bezugspersonen oder die Netzwerke aufbauen, in denen ich sein möchte. Ne, das reichte erstmal. Da muss diese riesige Veränderung, mit dem Arbeiten aufzuhören, nicht noch oben drauf.

Auf in die nächste Entwicklungsaufgabe.

Die Entwicklungsaufgabe, die jetzt vor mir steht ist es, meinen Wert, mein „Warum bin ich da?“ nicht mehr daran zu messen, wer ich im Job bin. Die wird mich darauf vorbereiten, auch den nächsten Übergang gut zu meistern.

Also das war so der Balkonmoment bei mir. Ich habe von außen nach innen geschaut und entdeckt, was wirklich gerade dran ist.

Aha, die innere Arbeit war getan. Wie ging es dann ganz praktisch weiter?

Ich hatte zwei Ideen. Nein, eigentlich hatte ich eine Idee und das, was ich jetzt machen werde, war dann eher der Zufall. Meine Idee war, in die Berliner Verwaltung zu gehen. Ich habe mich mit Bürgerämtern beschäftigt. Ja, das wäre ein extremer Wechsel gewesen, in so ein Bürgeramt zu gehen und Bürgerinnen und Bürger bei allen Angelegenheiten zu beraten, die sie so haben: Pass, Ummelden von Wohnungen und so weiter.

Du kommst aus der freien Wirtschaft. Wie kommst du auf Bürgerämter?

Ursprung war der Gedanke: „Ich gehe diesen bedeutsamen Schritt zurück in meine Heimatstadt. Was braucht diese Stadt? Und was kann ich leisten? Dann habe ich mir überlegt: Was ist das, was ich besonders gerne mache, dieser Kontakt mit Menschen?“ Und dann liest du in jeder Berliner Zeitung die Bürgerämter sind unterbesetzt und so.

Neuer Job? Netzwerken schlägt Konventionen.

Dann haben mir meine Netzwerke geholfen, mich da rein zu fräsen. Als passionierte Netzwerkerin liebe ich das Geben und Nehmen im Netzwerk. Und genau jetzt war mein Moment, nach Unterstützung und Kontakten zu fragen. Es war erstaunlich, ein total schönes Gefühl. Ich habe eine Empfehlung bekommen, war bei vielen Bürgerämtern auf einmal im Gespräch.

Alter spielt keine Rolle. Die Welt bleibt voller Möglichkeiten.

Kein Mensch hat mich gefragt: „Wie alt sind Sie?“

Verwaltungen haben Quereinsteigerprogramme. Da hätte ich an verschiedenen Stellen wirklich einen Job bekommen können. Daraus hätten sich bestimmt noch weitere Möglichkeiten ergeben, beim Aufbau von Wahlämtern oder als Unterstützung in der Personalabteilung. Alle wollten wissen: „Wäre das was für Sie?“

Meine Welt war plötzlich voller Möglichkeiten.

Hätte ich eine ganz traditionelle Bewerbung geschickt, wäre ich schon am Anfang von der künstlichen Intelligenz ausgesiebt worden, weil ich keinen Verwaltungs-Background habe, weil, weil, weil … Keine Ahnung, weshalb.

Aber so – über das Netzwerken – funktioniert das wirklich super. Ich kann es nur empfehlen, auch wenn man eben nicht mehr im zarten Alter von Mitte 20 oder Mitte 30 steht. Netzwerke sind DER Schlüssel zum Erfolg. Und genauso kam das dann eben auch mit dem Job, den ich letztendlich jetzt starten werde.

Rechne mit Überraschungen.

Am Tag, als ich mich aus meinem Kanzlei-Netzwerk verabschiedet habe, kam die Anfrage: „Mensch, wir haben da einen Berlin-Job. Bist du interessiert?

Ich hatte überhaupt nicht über Kanzleien nachgedacht, weil ich dachte: „Ja, die werden mich sowieso nicht nehmen.“ Da war sofort diese innere Schranke: „Ja, in meinem Alter…“ Auch mir sind diese Zweifel gekommen. Auch ich war davor nicht gefeit.

Doch ich möchte jede Frau ermutigen: “Geh trotzdem weiter. Es lohnt sich.”

Mutig sein lohnt sich, wenn du im Innen klar bist.

Ich habe zwei Tage nachgedacht; dann habe ich meinen CV eingereicht. Es gab einen tollen Prozess und so kam es zu dieser Stelle.

Was ich in einem inneren Reflexionsprozess jedoch für mich vorab entschieden habe: „Ich beende meine klassische Karriere mit dem Weggang aus München.“ Mit „klassische Karriere“ meine ich dieses „Da gibt es einen schicken Job-Titel und da gibt es Führungsverantwortung.“ Damit ist Schluss. Und genau das hat den Pool an Jobs, die für mich in Frage kamen, vergrößert.

Warum diese innere Entscheidung nötig war?

Anfang 50 ist heute ein total jugendliches Alter am Arbeitsmarkt. Anfang 60 ist dann das Spiel schon anders. Mein persönlicher Horizont hat sich durch diese Entscheidung noch einmal erweitert.

Ich sehe es aus tiefstem Herzen als meine Aufgabe, mich auf die Zeit ohne Erwerbsarbeit vorzubereiten. Deshalb will ich downshiften im Job. Downshift meint: Ich habe weiter eine Vollzeitstelle, doch der Grad der Verantwortung ist ein anderer. Ich will auch die innere Freiheit haben, mich mit Ehrenämtern zu beschäftigen und so weiter.

Mein zukünftiger Arbeitgeber hat sehr schnell erkannt: „Da kriegen wir sehr viel Erfahrung und eine Unterstützung für teilweise auch ein junges Team.“

Meine Geschichte hat gestimmt. Ich hatte ja jetzt Übung: Wie muss ich meine Geschichte aufbauen? Wie erzähle ich sie den anderen? Sie war glaubwürdig, weil sie aus dem Herzen kam.

Meinen Purpose lebe ich auch in Zukunft.

Hier zieht sich mein Purpose konsequent durch. Ich kann anderen helfen, ihr Potenzial zu entwickeln und erfolgreich zu sein. Und mein Arbeitgeber bekommt das von einer, die ihre Karriere gemacht hat und in sich ruht.

Ein Blick in die Zukunft. Du wirst ab November im Business Development einer Wirtschaftskanzlei starten. Worum soll es gehen im nächsten Kapitel deines Lebens?

Ich will meine Erfahrung in der Arbeit in der Sozietät, mit Partnern nutzen. Ich habe in diesem Feld viel gelernt. Ich habe auch Fehler gemacht. All diese Erkenntnisse nutze ich jetzt, mich in dem neuen Feld einzubringen. Ich will das Team stärken, kann wieder in meiner Mission sein.

Ich bin mir meines Privilegs bewusst, so einen begrenzten Zeitraum zu haben. In vier Jahren gibt es wahrscheinlich diesen Wechsel in den Ruhestand. Das ist super, wie eine Art Projekt. Vier Jahre: Was will ich am Ende inhaltlich geschafft haben? Was soll da stehen? Was will ich entwickeln?

Meine Stadt Berlin will ich mir neu erobern.

Und ich will dann mit einem wirklich guten Plan in die Zeit des Ruhestands wechseln. Dafür habe ich auch – dafür war der Schnupperworkshop Zeitgeschenke super – so ein klares Bild, dem ich mit meinem Herzen folgen kann. Wo kann dieses Engagement liegen, das ich weiter betreibe? Wie bereite ich mich gut darauf vor?

Katrin Klemm im Interview mit Caterine Schwierz und den roten Faden einer erfolgreichen Jobsuche über 50

Neuer Job mit 60 – mein Erfolgsgeheimnis.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  1. Das Privileg, sich noch einmal verändern zu dürfen
    Entscheidend ist es, sich seiner Fähigkeiten bewusst zu werden. Jede hat sie. Vertrau darauf – und das sage ich auch aus meiner Erfahrung als Karriereberaterin – so wie jeder Mensch hast auch du mehr Fähigkeiten als du zunächst siehst. Da ist ein riesiges Potential. Schau hin.Auch wenn es sich – erstaunlicherweise, denn eigentlich ist es so toll, sich mit Fähigkeiten und Erfolgen zu beschäftigen – wie harte Arbeit anfühlt. Doch bleib dran. Es ist ein Schlüssel.
  2. Netzwerken unverkrampft aus dem Herzen
    Netzwerken ist toll, weil wir im Prozess neue Ideen bekommen. Ich hatte meine Idee. Dann habe ich überlegt: „Wen kenne ich, der mir weiterhelfen kann?“

    Netzwerken aus dem Herzen

    Geh ans Netzwerken nicht taktisch oder strategisch ran, sondern mit Herz. Frag dich: „Welche Menschen würde ich gerne kennenlernen? Und wenn das Menschen sind, die sich mit Gartenbau oder Backen beschäftigen, ist das völlig in Ordnung. Wo sind die Menschen, die ein Interesse mit mir teilen?

    Agiere von Herzen und frag dich nicht:“ Wen genau muss ich jetzt kennen, um beruflich weiterzukommen?“ Das führt zu nichts, weil das verkrampft. Weder machen wir es gern, noch ist es erfolgreich. Denn andere spüren: „die ist nur zu einem bestimmten Zweck für sich selbst hier, oder um einen bestimmten Vorteil zu erreichen.

    Starte mit dem Herzen, und dann bleib dran.

  3. „Geh in den Fahrersitz!“
    Lass dich nicht infizieren von all dem: „Die Welt ist schlecht. Frauen haben schwierigere Startmöglichkeiten. Die Kräfte lassen vielleicht nach mit 60.“Das Ziel ist doch, dass du ein glückliches und erfülltes Leben haben willst, oder? Das Einzige, was da hilft, ist, in den Fahrersitz gehen, volle Verantwortung zu übernehmen, auch für die schwierigen Seiten. Und dann das Beste daraus machen.

****
Ich habe mit Caterine außerdem über das Thema Vorurteile gegenüber Frauen 50plus gesprochen. Doch das wird ein nächster Artikel!

Stay tuned 😉

Wenn du deine Erfahrungen, Ideen und Tipps teilen möchtest, gern hier im Kommentar. Oder schreib mir!

 

Was wäre, wenn… ich mir Neugier erlaube

Ich bin neugierig auf’s Leben. Will Dinge erfahren, sie ausprobieren. Das macht mich zum Fan von Selbst-Experimenten.

Im letzten Jahr – und ich weiß heute nicht mehr, welche Biene mich gestochen hatte – musste ich mir mein Human Design genauer anschauen.

Was ist dieses Human Design, das sich mit der Persönlichkeitsstruktur und unserer energetischen Grundausstattung beschäftigt? Erfunden wurde es Ende der 1980 vom Kanadier Alan Robert Krakower. Die Basis bilden Astrologie, I-Ging, Kabbala und Chakren, die du vielleicht aus dem Yoga kennst.

Neugier geweckt

Die Meinungen dazu gehen weit auseinander: vom esoterischen Trend, der befreiende Erkenntnisse liefern soll bis zur Warnung vor ernsthaften Gefahren, wenn man es übertreibt. Doch das gilt auch für Ernährungs- oder Fitnesskonzepte aller Arten.

Es geht um Typen, Profile, Kanäle, Tore. Darum, Chancen und Anregungen für mehr Selbstreflexion zu bekommen und persönlich zu wachsen. Es lädt ein, dich selbst zu entdecken und vielleicht sogar Frieden mit Eigenschaften und Dingen zu schließen, über die wir uns viel zu viele überflüssige Gedanken machen.

Es gibt zahlreiche Adressen im Netz, bei der du dein Geburtsdatum, die Zeit und den Ort deiner Geburt angeben kannst. Was als Human Design Chart zurückkommt, sieht für mich auf den ersten Blick aus wie eine technische Zeichnung. Die wenigen kryptischen Stichworte helfen mir nicht wirklich weiter. Ich brauche Unterstützung und hole sie mir bei der sympathischen Beate Brandt.

Sie nimmt sich eine Stunde Zeit und verblüfft mich mit Aha-Momenten, die intensiv wie ein ICE in voller Fahrt mit mir davonrauschen. Danach kaufe ich mir ein dickes Buch, setze mich intensiv mit der Fülle an Möglichkeiten auseinander.

Für mich machen viele Dinge plötzlich Sinn. So wie fehlende Puzzlesteine die zur richtigen Zeit auftauchen und ohne jeglichen Druck genau an der richtigen ein Bild vervollständigen. Ob das nun wissenschaftlich ist oder nicht.

Voller Neugier ausprobieren. Dabei nicht übertreiben.

Es ist Zeit für ein intensives Experiment:

Ich folge meiner Neugier, und meinen sehr guten Erfahrungen damit, durch Prototyping praktisch herauszufinden und zu erleben, ob Ideen und Projekte zu mir passen oder nicht.

Was wäre, wenn ich ein Jahr lang ausprobiere mein Leben so zu leben wie ich gemeint bin, der Mensch zu sein, der ich im Inneren schon immer bin? Neugierig, bodenständig und mit der Bereitschaft, nichts davon übermäßig ernst zu nehmen?

Ich entscheide mich, spielerisch herauszufinden, welche Erkenntnisse sich einstellen, wo ich mehr von mir entdecken und wachsen kann…

Denn genau das ist es, wozu ich jede Teilnehmerin in Design Your LifeStory immer wieder einlade. Probiere dich aus, erfahre, erlebe dein Leben. Verlasse eingefahrene Pfade immer dann, wenn es dir nicht gut damit geht, wie du lebst. Oder wenn du spürst, dass da noch mehr ist, das gelebt werden will.

Ein Jahr lang meiner Neugier folgen

Ich werde davon berichten, wohin meine Neugier am Human Design mich führt. Wenn du mich auf dieser Reise begleiten willst, hol dir den StoryLetter, dann erfährst du als Erste, was ich erlebe.

Vielleicht darf ich dich zu eigenen Experimenten ermutigen.

  • Bist du schon vertraut mit deinem Human Design?
  • Welche Entdeckungen hast du gemacht?
  • Wie lebst du es (oder auch nicht)?

Schreib es mir gern in die Kommentare. Ich bin gespannt, wie du es erlebst.

Mein erstes Experiment: Intuitionhier geht’s weiter.

Foto-Credit Xenia Bluhm

Neues wagen – GoodRead Nr. 7

Alles neu mit 50plus?!

Etwas Neues wagen!

Beginnt ein Buch mit dieser Zeile, ahne ich, dass es sich lohnen wird. Schon auf der zweiten Seite hat sie mich. Margaret Heckel – Expertin für demografischen Wandel – holt mich mit den ersten fünf Lebensgeschichten so schnell rein ins Thema, dass ich unbedingt mehr wissen will.

Weshalb ich es lese:

In der LifeStory  begegnen mir seit Jahren mutige Menschen, die sich in ihrer Lebensmitte nicht auf dem Status Quo ausruhen. Sie wollen noch einmal wissen, was das Leben für sie bereithält. In diesem Programm bekommt jede Teilnehmer*in das Beste, das ich als MenschenMensch zu bieten habe: Erfahrung, Klarheit, Fokus, Leidenschaft, Pragmatismus und immer wieder Ideen, Ideen, Ideen. Damit mir die nicht ausgehen, lasse ich mich von Menschen inspirieren, die sich auskennen.

Neues wagen - Buchbesprechung Margaret Heckel - Der Weg in den Unruhestand - von Katrin Klemm

 

 

Heute Inspiriert mich

Margaret Heckel
Der Weg in den UNRUHESTAND

44 Jobideen für
eine entspannte
zweite Lebenshälfte

 

 

Worum es geht:

Da sind Angestellte, die sich neu orientieren wollen (oder müssen), Solo-Selbstständige, Minijobber. Heckel hat mit Menschen in Übergängen gesprochen. Sie hat Menschen interviewt, die mit 50plus ihr eigenes Ding machen, vielleicht sogar ein Unternehmen gründen wollen.

Sie erzählt auch von Menschen, die ihr Hobby zum Job machen. Mit Susanne und Tina teile ich die Leidenschaft, Menschen mit gutem Essen und Geschichten zu „füttern“. Was bei mir StoryTeller heißt, nennen sie Brotsucht. Die Story, von der Autoverkäuferin und der Angestellten im Sozialbereich fesselt mich. Schade, dass die beiden ihr Brot nicht nach Hamburg liefern.

Ich habe große Lust, noch mehr zu spoilern, so überraschend sind die Um- und Neueinstiege. Doch das musst du schon selber lesen. Ok, die Branchen verrate ich: Mobilität, Handwerk, IT & Digitalisierung, Öffentlicher Dienst & Bildung, Pflege – Senioren – Betreuung, Dienstleistungen aller Art. Von der Bahnbegleiterin, über den Flugkurier bis zur Unternehmerin, die den CityCaddy erfindet und sich nicht unterkriegen lässt. Elke Jensen ist 72, lebt bei mir um die Ecke und ich kannte sie bisher noch nicht. Das werde ich ändern.

Neues wagen, damit sich Leben lohnt

Was alle, die sich trauen gewinnen ist so individuell, wie wir es alle mit unseren Wünschen ans Leben sind: Sinn, neue Kollegen, von denen sie geschätzt werden, eine Arbeit nach ihren eigenen Wertvorstellungen und Vorlieben, ein neuer Blick auf Sicherheit.

Schon die Einführung Etwas Neues wagen! illustriert, wie umfassend sich Heckel auskennt, um überholte Geschichten übers Altern gründlich gegen den Strich zu bürsten. Am Ende demonstriert sie sogar, wie sich welche Rentenvariante rechnet.

Auch wenn ich als Selbständige zu jenen gehöre, die bis ins hohe Alter arbeiten wollen – vor allem aus einem Grund “Es bereitet Freude, [ich kann] so weiter zur Gesellschaft beitragen, nützlich sein und .. Wissen und .. Erfahrung weitergeben.” (Seite 174) bin ich überzeugt, dass dieser Ratgeber vielen Angestellten helfen wird, ihre nächsten Schritt zu gehen.

Neues wagen in der Lebensmitte - nimm dein Leben in die Hand - StoryCoach Katrin Klemm über Margaret Heckel Der Weg in den Unruhestand

Was das Buch in mir auslöst:

Ich bin ein Fan echter Geschichten. Und diese hier sind echt. Sie erzählen von mutigen Frauen und Männern, die ihren Weg gehen, ihren Träumen folgen – auch wenn es mal schwierig wird. Ja, dafür stehe ich jeden Tag auf, um Menschen auf diesem Weg zu unterstützen.

Ich empfehle das Buch:

  • Menschen in der zweiten Lebenshälfte, die sich bisher von den alten Geschichten, die wir uns übers Altern erzählen, davon abschrecken ließen, sich beruflich zu verändern.
  • Allen, die der Gedanke “Warum eigentlich nicht” schon länger heimlich beschäftigt, und die sich Tipps und viele praktische Anleitungen wünschen, wie ein Umstieg gelingen kann.

Mein Fazit

Ja, es liegt in deiner Hand, was du aus deinen nächsten Jahren machst.

Es ist viel mehr möglich als du heute noch denkst. Danke Margaret Heckel für lebendige Geschichten aus dem Leben, für den pragmatischen Schreibstil und einen liebevollen Blick auf Menschen. DAs alles macht Mut, die Gestaltung der eigenen LifeStory für die zweite Hälfte des Lebens JETZT nicht weiter auf die lange Bank zu schieben.

Nimm dir ruhig mal einen Moment. Wenn du noch Träume hast – uralte oder ganz neue – mit welchen würdest du gern Neues wagen?

Lass uns drüber sprechen: Kontakt

Wie es der Selbstbestimmung ergeht, wenn Träume platzen

Gestern ist der Flieger TG2102 wohlbehalten in Chiang Mai | Thailand gelandet.

Ich saß nicht drin.

Falls du eine geplatzte Workation für ein Luxusproblem hältst, lies jetzt bitte nicht weiter. Willst du hingegen wissen, weshalb das eine echte Challenge für mich ist, willkommen.

Katrin Klemm StoryCoach über Freiheit und Selbstbestimmung, auch wenn Träume platzen

 

Sieben Wochen Thailand bedeuten für mich weit mehr als nur barfuß am Sonnenstrand einen Cocktail schlürfen.

Sie verkörpern für mich kostbare Werte, nach denen ich mich lange Zeit in meinem Leben gesehnt, sie kaum für lebbar gehalten, später fremdbestaunt und schließlich doch erobert habe: Freiheit und Selbstbestimmung.

Freiheit und Selbstbestimmung

Warum?

Aufgewachsen hinter dem Eisernen Vorhang wusste ich damals nur aus dem Geographielehrbuch, dass Asien hinter dem Ural noch weiter geht. Familienurlaub fand an der Ostsee, oder auch mal in Ungarn am Balaton statt – das war schon ein gewisser Luxus.

Nach dem Mauerfall war erst einmal Überleben angesagt. Ich schliff mich stromlinienförmig, um in eine Konzernlandschaft zu passen. Dafür hat man mich gut entlohnt. Ich begann zu reisen. Thailand wurde mein Land. Ich verliebte mich auf Anhieb in die aufgeschlossenen Menschen, das phantastische Essen einfacher Garküchen, das farbenprächtige Leben über und unter Wasser.

Anfang der 2000er startete ich in die Selbständigkeit. Da machst du Pläne für alles Mögliche… Urlaub gehört nicht dazu. Auch später wurden es nie mehr als 2 Wochen. Das Business musste weitergehen. Und es ging weiter: Coaching, Training, Bücher – alles selbstbestimmt. Häufig anstrengend, doch ich beschwere mich nicht. Denn mein Business ist immer erfüllend.

Es gibt ja immer schlaue Leute, die empfehlen, ein Business nur dann zu machen, wenn wir es skalieren können. Doch ich will kein skalierbares Business. Denn meine 1:1-Coaching-, 1:4-LifeStory- oder 1:many-Moderations-Arbeit ist nicht nur das, was ich am meisten liebe. Es ist das, was meinen Klient*innen – jenen, die wirklich dicke Bretter bohren und nicht nur ein bisschen Kosmetik wollen – am meisten bringt.

Die Sehnsucht blieb

Doch da war diese Sehnsucht, für die ich noch keinen Namen hatte. Eine Sehnsucht nach tieferem Eintauchen, einem wirklich Da-Sein, sich aufs Land weit mehr einlassen als in zwei Wochen als Touristin möglich ist.

Practise what you preach. Zu meinen wichtigsten Arbeitsprinzipen gehört, dass ich nur von Klientinnen verlangen würde, was ich selbst bereit bin zu leisten. Ein LifeStoryDesign – ganz gleich ob in Hamburg oder Portugal – klingt auch in mir persönlich immer nach.

Der Sehnsucht auf die Spur kommen

Als Prototyp begann das Jahr 2019 mit Arbeiten und Leben in Thailand. Erst waren es vier, dann fünf, dann sechs Wochen. Menschen wurden zu Freunden. In diesem Jahr wären es sieben Wochen geworden. Doch eine Knieverletzung verbot das Fliegen.

Ja, ich war enttäuscht, wütend, abgrundtief traurig – das hatte seine Zeit. Jetzt nehme ich meine Challenge an: Freiheit und Selbstbestimmung im nasskalten deutschen Norden finden.

Aber wie?

  • Weiterarbeiten, als wäre nichts gewesen?
  • Mir warme Gedanken machen?
  • Täglich mit Laptop in die Sauna?

Ich weiß es noch nicht.

Erstmal muss ich Stiefel kaufen für den Winter in Hamburg. Ein anderes Luxusproblem? Oh nein, denn ich gehöre nicht zu den Frauen, die darin Freude finden. Lieber geh ich freiwillig zum Zahnarzt.

PS: Aber warte mal, eine Idee hab ich – jetzt wo ich im Lande bleibe, nutze ich doch meine Freiheit und lade einfach zu einem weiteren StoryTeller ein – am 31. Januar um 19 Uhr – Thema: Geplatzte Träume – Küche: Thailändisch. Lust dabei zu sein? Sei herzlich willkommen und sichere dir deinen Platz beim StoryTeller an meinem Hamburger Küchentisch.

 

 

Nase voll vom alten Job?

Dann bleib, wo du bist!

Gönne dir einen Moment.

Denn zunächst gilt es, Ruhe zu bewahren.

Mach Pause!

Nimm Abstand!

Entweder du vereinbarst einen Termin mit dir selbst. Oder holst dir einen Menschen an die Seite, dem du vertraust. Der dich schätzt, und dir genau deshalb nicht alles durchgehen lässt. Wenn Partner oder Freundin unparteiisch sein können: gute Wahl!

Schau(t) von außen auf dein Schlamassel.

Drei Fragen können dich dabei leiten:

1. Woran genau beobachte ich, dass ich unzufrieden bin?

Nimm dir Zeit, in dich hinein zu horchen. Es ist ok, wenn es ein paar Momente dauert. Bring Licht in dieses diffuse Gefühl der Unzufriedenheit: schreib runter was dich stört. Ob Bulletpoints oder Fließtext ist egal. Hauptsache raus damit.

Tritt ein paar Schritte vom Geschriebenen zurück. So weit, dass du es gerade noch lesen kannst. Entdecke aus dieser Perspektive, was das heute über dich aussagt. Was kann es für die Zukunft für dich bedeuten, wenn du bleibst wo du bist?

Zeichne auf einer „Schmerz-Skala“ von 1-10 ein, wie unzufrieden du bist. Bei 2 bis 3 ist es noch ganz gut auszuhalten. Ab 5 wird es Zeit, was zu unternehmen. Ab 9 brennt die Hütte = akuter Handlungsbedarf.

2. Was hast du bisher probiert, um dein unzufrieden sein zu ändern?

  • Hast du Gespräche im Unternehmen geführt? Warst du klar genug? Hast du konkrete Veränderungsideen formuliert? Hast du mit den richtigen Personen gesprochen (richtig sind die, die etwas entscheiden und ändern können)?
  • Hast du dich (aus heimlichem Trotz „euch zeig ich’s“) schon auf dem Markt umgeschaut? Welche Erkenntnisse hast du gewonnen? Stehen deine Chancen gut?
  • Nix? Dann wird es wohl Zeit, wenn du bleiben willst. Womit könntest du anfangen? Es darf klein sein.

3. Aus welchen Gründen bist du noch da?

  • Sicherheit? Gehalt & Co stimmen schon irgendwie…
  • Vertraute Menschen? Die Macken deiner Vorgesetzten und Kolleg*innen kennst du und kommst irgendwie damit klar…
  • Gewohnheit? Es sind mit dem Rad nur 10 Minuten zur Arbeit und seit Corona jettest du auch nicht mehr fünf Tage pro Woche durchs Land, ist doch alles nicht so schlimm…

Wie sieht es aus mit:

  • Vorfreude, jeden Morgen?
  • Freude am Gestalten?
  • Sinnvollen Aufgaben, durch die du etwas bewirken, etwas verändern kannst?
  • Spannenden Herausforderungen, Wachstums- oder Aufstiegschancen?
  • Wertschätzung für die Person, die du bist und die Leistung, die du bringst?

Atme tief durch. Wie sieht es jetzt aus, wenn du dir diese Fragen beantwortet hast: Bleiben oder gehen? Oder etwas ganz anderes?

Der Weg zu sich selbst heißt Neuland betreten

Viele Wege zu mehr Lebensfreude

Es gibt viele Wege, wieder mehr Zufriedenheit und Lebensfreude zu gewinnen. Wege, deinen Job nicht nur als notwendiges Übel zu sehen, das deine Miete zahlt.

Ein kurzer Stop & Grow um zu schauen:

  1. Was frisst deine Lebenskraft und soll verabschiedet werden?
  2. Was siehst du Lohnendes am Horizont, das dir Lust macht, aufzubrechen? Im Unternehmen oder außerhalb.
  3. Ein konkreter Projektplan: Wie gehst du los und kommst dort an?

Heikle Gespräche souverän planen und führen

Du willst bleiben, wo du bist? Doch nur, wenn sich intern etwas verändert.

Dann lohnt es sich, deine Fähigkeiten zu entwickeln, auch unbequeme Themen klar und zielorientiert anzusprechen, und dein Gegenüber von deinem Weg zu überzeugen.

Dein (Job-)Leben neu ausrichten

Wenn du dich neu ausrichten, einen Schritt auf dich selbst zugehen willst, dann nimm dein Leben jetzt in die Hand.

Finde heraus, wer du gerade bist, was du kannst, willst und brauchst.

Entdecke, welche Möglichkeiten sich auftun, sobald du deine Kompetenzen so einsetzt, dass du dir ganz neue Wirkungsfelder schaffst.

Und probiere ganz praktisch aus, was du erreichen kannst und wie sich das anfühlt. Das ist es, was ich DesignYourLifeStory nenne.

WICHTIG: Eine LifeStory läuft nicht zwangsläufig darauf hinaus, dass du deinen Job hinschmeißt. Das hat Denise auch nicht gemacht.

Nase wieder frei fürs Leben

Doch du bekommst die Nase wieder frei, für all das, wofür es sich für dich zu leben lohnt.

Risikofrei ausprobieren? Jede Woche online möglich: SchnupperWorkshops (keine Verkaufsshow!)

 

Umwege erhöhen die Ortskenntnis

Jahrelang habe ich mich nicht mehr so gründlich verirrt wie in den verwinkelten Gassen des Fischerstädtchens Olhao in Portugal. Morgens auf der Suche nach dem Bahnhof finde ich den Supermarkt. Am Nachmittag will ich Wasser holen und frag mich „War der Supermarkt nicht gerade noch hier?“ Hat mich mein Orientierungssinn verlassen?

Natürlich könnte ich GoogleMaps nutzen. Doch wozu? Ein Blick aufs Display, die Augen gesenkt – das bringt mich nicht weiter in dem, was ich hier wirklich will:

Das Land und seine Menschen kennenlernen.

Ich will

  • Zuhören, und ein paar Worte Portugiesisch lernen.
  • Hinschauen und Details entdecken.
  • Spüren, wie die Menschen ihr Tagwerk entspannt bewältigen. Wie sie selbst knifflige Dinge mit einem Lächeln auf die Reihe kriegen, das mir in Deutschland nicht oft begegnet.
  • Kraft tanken und mich auf Neues einlassen.

Katrin Klemm auf Workation in Olhao Portugal - entdeckt die schönsten Details auf Umwegen

Es leben die Umwege.

Drei Dinge, die mich Umwege bisher – nicht nur in Portugal – gelehrt haben:

  1. Langsamer gehen. Denn habe ich mich erstmal verirrt, bringt Hektik gar nichts. Du übersiehst die entscheidenden Hinweise, die dich zum richtigen Ziel führen.
  2. Gelassenheit, die sich in einer inneren Heiterkeit zeigt, einem „mich-über-mich-selbst-lustig-machen“. Das erinnert mich daran, dass Streben nach Perfektion ein Witz ist. Das hilft in jedem Alltag weiter (Vorsicht, gilt nicht für Menschen im OP!).
  3. Die Sicherheit, am Ende doch anzukommen. Oft an dem Ort oder Ziel, die ich erreichen wollte. Das weckt Vorfreude auf das nächste Labyrinth, das bestimmt schon irgendwo auf uns wartet.

Die Workations in Portugal lassen mich Luft holen, wenn ich den Wald vor lauter Zielen nicht sehe. Sie stärken meinen herzlichen Respekt und die Wertschätzung für die Portugies:innen, die aus ihrem Leben immer das Beste machen.

Meine Gastgeberin Paula sagt:

“Wir sollten uns weniger stressen, die ganze Zeit darüber nachzudenken, was wir aus unserem Leben machen wollen. Wir sollten es so leben, wie es gerade ist. Denn das ist unser Leben.”

Details aus Portugal Katrin Klemm auf Workation

Am Ende der Woche habe ich das Leben im Hier und Jetzt genossen. Ich bin ich wieder ganz klar, was ich als nächstes tun werde.

Es fällt mir schwer, Abschied zu nehmen und ich erwische mich dabei, immer neue Umwege zu erfinden  – doch ich weiß, schon am 26. April 2025 bin ich wieder in der Gegend. Nur ein paar Kilometer weiter in Tavira heißt es dann wieder DesignYourLifeStory.

Lust auf einen Umweg zu dir?

Hast du Lust, dabei zu sein? Dir eine konsequente Auszeit von deinem Alltag zu nehmen und mal in Ruhe hinzuschauen, wohin dich die Umwege in deinem Leben noch führen sollen?

Schau dir an, was die Frauen erlebt haben, die im Frühjahr 2023 dabei waren.

Melde dich gern bei mir und wir schauen, wie sich das für dich lohnt. Die Gruppe ist klein, nur maximal 4 Frauen und eine Mentorin und ich.