Feststecken im Leben. Obwohl eigentlich alles okay ist.
Frauen, die mit mir arbeiten, kommen, weil sie feststecken im Leben.
Und das sieht von außen meist gar nicht dramatisch aus. Noch ist der Job nicht weg. Sie beschreiben sich nicht als „im Krisenmodus’ und müssen sich auch um die Kinder gerade mal keine großen Sorgen machen.
Auch Angelika (Name geändert) sagt – und ich kenne diesen leicht aggressiven Stakkato-Ton:
„Irgendwie gibt’s überhaupt keinen offensichtlichen Grund für das Gefühl, völlig blockiert zu sein. Für dieses verflixte, unaufhörliche, stille aber beharrliche Feststecken. Ich bin schnell, erledige alles, was ich muss. Ich schau mich um, was ich noch wollen oder tun könnte. Was mir Freude machen würde, Erfüllung schenken… pfff“ – sie faucht fast. „Aber ich komme einfach keinen Schritt weiter.“
Und mir kommt mal wieder dieser Verdacht…
„Willst du meine Idee hören?“, frag ich sie. „Auch wenn sie unbequem ist?“
„Na wofür bin ich schließlich hier.“ Sie grinst ihr „Jaja, du schon wieder“-Grinsen. „Ich kann das schon ab. Wirklich bequem hast du es mir noch nie gemacht.“
Ich nehm’s als Kompliment.
Wenn du hart arbeitest. Nur am falschen Hebel.
„Kann es sein, dass du unfassbar hart an den richtigen Antworten auf die falschen Fragen arbeitest?“
So als würdest du noch immer in der Fahrschulprüfung schwitzen, dabei hast du deinen Führerschein seit 20 Jahren.
Unser Leben stellt uns zwei sehr unterschiedliche Arten von Fragen.
Was ist eine Klärungsfrage?
Es gibt Klärungsfragen. Hier geht es darum, ein aktuelles – manchmal akutes – Problem zu lösen:
- Wie frage ich nach einer Gehaltserhöhung?
- Soll ich mir diese Eigentumswohnung kaufen?
- Will ich wirklich noch beim Vater meiner Kinder bleiben?
Diese Fragen sind wichtig und müssen beantwortet werden. Sobald du diese Entscheidungen vorbereitet und getroffen hast, gehst du an die Umsetzung, und irgendwann sind sie vom Tisch. Fertig. Nächste Frage.
Wenn du dabei Unterstützung brauchst, findest du hier fünf Impulse, die dir helfen, gute Entscheidungen zu treffen.
Was ist eine Lebensfrage?
Und dann gibt es Lebensfragen. Die vertiefen sich, je älter wir werden. Hier geht es nicht darum, was du als Nächstes tun solltest. Sie fragen, wer du bist. Und wer du im nächsten Kapitel deines Lebens werden willst.
Sie fragen nach Sein statt Tun.
Genau hier liegt oft der Grund, warum Frauen feststecken im Leben. Ohne zu wissen, warum.
Diese Fragen verlangen Zeit. Monate, manchmal Jahre. Außerdem verlangen sie Hingabe. Bis du gelernt hast, was sie dir beibringen wollten.
Wie erkennst du, welche Frage dich gerade führt?
Das Fiese daran: Wenn das Leben hektisch wird, wenn das Dringende das Wichtige übertönt, dann hörst du auf, sie zu stellen. Dann verlierst du nicht nur die Frage. Du verlierst den roten Faden deines eigenen Werdens.
Was passiert, wenn du aufhörst, deine Lebensfragen zu stellen
Angelika atmet tief aus. „Mist“, meint sie. „Erwischt. Na dann, let’s go.“

Viele Frauen, die ich begleite, kennen diesen Moment.
Den Moment, in dem sie merken, dass sie den eigenen Weg weitergehen wollen – aber nicht wissen, wohin. Nicht weil die Kraft fehlt. Sondern weil die Frage fehlt.
Und jetzt?
Wie du wieder zur richtigen Frage findest
Die richtige Frage findet sich selten allein. Und noch seltener im Alltag, wenn das Dringende regiert. Sie braucht Raum. Stille. Und manchmal jemanden, der sie mit dir hält.
Und du? Weißt du, welche Frage dich gerade wirklich führt?
Wenn du merkst, dass du lange hart gearbeitet hast – und trotzdem nicht weiterkommst: Vielleicht ist es Zeit, gemeinsam herauszufinden, welche Frage dich wirklich führt.
Lass uns miteinander sprechen. Oder schau dir an, wie wir dein nächstes Kapitel gemeinsam angehen können.


Ladislav Stercell Unsplash
Midjourney
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